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Rückschlag für Umweltschützer. RWE will Atomkraftwerk

RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann will die Beteiligung am bulgarischen Atomkraftwerk Belene. Das habe ich jetzt erfahren. Dabei ist er bereit, sich auch gegen  Widerstand im eigenen Aufsichtsrat durchzusetzen. Nach meinen Informationen soll ein entsprechender Beschluss bereits Anfang November in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates gefällt werden. Ein RWE-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Foto: halbfertiger Atommeiler Belene in Bulgarien

Bislang hatten vor allem die Kommunalen Aktionärsvertreter und die Arbeitnehmerbank eine Beteiligung am Meiler Belene skeptisch gesehen. Zuletzt drängte im April eine Mehrheit im Aufsichtsrat darauf, das Projekt erneut zu überprüfen. Das Ziel war damals die Aufgabe des Atomvorhabens, wie mehrere Mitglieder des Gremiums bestätigten. Zuvor hatten sich bereits einige deutsche Banken wegen Umweltbedenken aus der Finanzierung des Projektes verabschiedet.

RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann will die Beteiligung am bulgarischen Atomkraftwerk Belene. Das habe ich jetzt erfahren. Dabei ist er bereit, sich auch gegen  Widerstand im eigenen Aufsichtsrat durchzusetzen. Nach meinen Informationen soll ein entsprechender Beschluss bereits Anfang November in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates gefällt werden. Ein RWE-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Foto: halbfertiger Atommeiler Belene in Bulgarien

Bislang hatten vor allem die Kommunalen Aktionärsvertreter und die Arbeitnehmerbank eine Beteiligung am Meiler Belene skeptisch gesehen. Zuletzt drängte im April eine Mehrheit im Aufsichtsrat darauf, das Projekt erneut zu überprüfen. Das Ziel war damals die Aufgabe des Atomvorhabens, wie mehrere Mitglieder des Gremiums bestätigten. Zuvor hatten sich bereits einige deutsche Banken wegen Umweltbedenken aus der Finanzierung des Projektes verabschiedet.

Auch die RWE-Aufsichtsräte stützen sich bei ihrem Widerstand gegen das Projekt auf ökologische Motive. So erfülle weder die verwendete russische Atomtechnik noch der Standort die hohen Sicherheitsansprüche des Konzerns. Im Hintergrund hieß es zudem, die Oberbürgermeister im Ruhrgebiet, die im Aufsichtsrat des RWE sitzen, hätten kein Interesse an Anti-Atom-Demonstrationen mitten im Kommunalwahlkampf im kommenden Jahr.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Stromkonzern RWE vom bulgarischen Energieminister Petar Dimitrow den Zuschlag für die Investition im Donautal bekommen. Bis Ende Oktober soll ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet werden, hieß es weiter. Zunächst werde die Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft vollzogen. Dimitrow betonte die Bedeutung des RWE für sein Land: "Vor dem Hintergrund der Finanzkrise steigt nun einer der größten Energiegiganten Europas in Bulgarien ein." Das belgische Unternehmen Electrabel war zuvor bei der staatlichen Ausschreibung gescheitert. Ein RWE-Sprecher bewertete die Gründung der Projektgesellschaft positiv: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Verhandlungen bald zu einem positiven Ende führen können.“

Die Arbeiten für das 2000 Megawatt-Kraftwerk sollen im April 2009 beginnen. Bauunternehmer für den umstrittenen Atommeiler wird die russische Firma Atomstroiexport. Die Investition wird auf rund 4 Milliarden Euro geschätzt. Den Anteil des RWE gab Dimitrow mit 1,28 Mrd Euro an.

Bulgarien hatte erst vor wenigen Jahren seine Reaktoren aus der Ostblockzeit auf Grund von Sicherheitsbedenken abschalten müssen, um in die EU aufgenommen zu werden.

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Ein Kommentar zu “Rückschlag für Umweltschützer. RWE will Atomkraftwerk

  • #1
    Jens Kobler

    Das ist einer der besten letzten Sätze, die ich seit langem gelesen habe. Im Grunde politische Bildung vom feinsten.

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