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Ruhrgebiet: Begrabt den Regionalplan

Verwaltungsgebäude des Regionalverbands Ruhr in Essen Foto: Flux Garden~commonswiki Lizenz: CC BY-SA 2.5


Mit dem Regionalplan Ruhr sollte es zum ersten Mal seit 1966 wieder eine gemeinsame Planung für das Ruhrgebiet  geben. Nun ist er gescheitert. Man könnte ihn gleich ganz begraben.

Der Regionalplan Ruhr ist nun auch offiziell gescheitert. Überraschend ist das nicht, bereits im November vergangenen Jahres wurde in diesem Blog berichtet, dass sich die Verabschiedung des Regionalplan um Jahre verzögern wird: „Schon heute ist klar, dass der Regionalplan nicht wie geplant vor der Kommunalwahl 2020 in Kraft treten wird. Nach Informationen dieses Blogs gibt es massive Kritik aus der CDU und den Grünen an dem Plan, mehrere Städte fühlen sich zudem bei der Entwicklung von Gewerbeflächen vom RVR gegängelt.“

Das Scheitern des Regionalplans ist ein Scheitern der Führung des Regionalverbandes Ruhr. Vor allem Verbandsdirektorin Karola Geiß-Netthöfel (SPD) und Planungsdezernent Martin Tönnies (Grüne) sind auf ihren Posten Fehlbesetzungen. Tönnes hat weder die Qualität noch die Qualifikation seines Vorgängers Thomas Rommelspacher (Grüne). Will man gute Ergebnisse, braucht man gute Leute – Tönnes und Geiß-Netthöfel sind einfach nicht gut genug. Wer nicht einmal einen Radweg bauen kann, muss an einem so komplexen Projekt wie einem Regionalplan scheitern.

Der RVR wollte den Städten Handlungsspielräume nehmen und vor allem grüne Politik umsetzen. Das ist gescheitert. Die Städte wollen und brauchen Flächen für Wohnungen und Arbeitsplätze. Es war klar, dass sie sich die Gängelung des RVRs nicht gefallen lassen würden. Auch viele Bauern fürchteten durch den Kurs von  Tönnes Wertverluste ihrer Grundstücke.

Die Idee, dass das Ruhrgebiet seine Geschicke selbst in die Hand nimmt ist nach wie vor richtig – aber der RVR ist offenbar nicht die Institution, die so etwas leisten kann. Mittelfristig muss nun nach anderen Lösungen gesucht werden. Vielleicht ist es ja für die Kommunen im Norden des Reviers besser, wenn sie gemeinsam mit dem Regierungsbezirk Münster planen. Vielleicht macht es Sinn, wenn Bochum, Dortmund und Essen stärker miteinander kooperieren, sich Duisburg und Hamm indes hin zu den Regierungsbezirken Düsseldorf und Arnsberg orientieren. Im Kern geht es bei jeder Planung darum, die Städte und die Region zu stärken. Wenn das mit einem gemeinsamen Regionalplan nicht geht, muss man andere Wege gehen.

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3 Kommentare zu “Ruhrgebiet: Begrabt den Regionalplan

  • #1
    S.M.

    Das Ruhrgebiet gibt es nicht! Es ist ein widersinniger Versuch zu vereinigen, was gar nicht zusammen gehört. Rheinländer und Westfalen, Münsterländer und Sauerländer, Niederrheiner und Bergische – wozu das alles in einen Pott werfen? Dortmund und Hamm sind wirtschaftlich untrennbar miteinander verbunden. Mit Essen verbindet Dortmund dagegen fast nix – außer die A 40. Es wäre daher unverantwortlich die Stadt Dortmund von ihrem Umland zu trennen. Ich weiß dagegen nicht, warum der Regierungssitz, der für Dortmund, Hamm, Bochum und Hagen zuständig ist, noch immer in Arnsberg residiert. Nur weil der preußische Staat damals seine Beamten ungern zu den links orientierten Industriearbeitern gesellen wollte?! Eine Verlegung nach Dortmund wäre eigentlich überfällig. Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und Regionen ist übrigens selbstverständlich. Da braucht man allerdings keinen RVR für…

  • #2
    thomas weigle

    @ S.M. Die Einteilung der Regierungsbezirke in Westfalen nach den Befreiungskriegen erfolgte 1816. Das hat also mit linker Industriearbeiterschaft nix zu tun, weil es die einfach noch nicht ga. DO war damals ein heruntergekommenes Landstädtchen, in dem nix mehr an glorreiche Hansezeiten erinnerte.
    Dennoch könnte man sicher fragen, ob Arnsberg noch der richtige Ort ist. Aber das Geschrei möchte ich hören, wenn tatsächlich seitens der Politik ein Umzug erwogen werden würde-wg. der Kosten. Da RPs eher weniger Publikumsverkehr haben, ist in Zeiten des Internets die Standortfrage eher nebensächlich, denk ich mal.

  • #3
    S.M.

    @ thomas weigle Der wirtschaftliche Niedergang der Hansestadt Dortmund hat die Franzosen 1808 nicht davon abgehalten Dortmund zum Sitz des Departements Ruhr zu machen. Daran hätten sich die Preußen ruhig ein Beispiel nehmen können. Aber die wollten lieber im Arnsberger Schloss residieren… Aber egal was damals war – für Dortmund geht es heute darum seine Funktion als Oberzentrum wahrnehmen zu können. Da dürfen natürlich keine neuen Grenzen direkt vor der Haustür entstehen, wie es Herr Laurin suggeriert. Schon die VRR – ZRL Grenze ist eine Katastrophe!

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