Ruhrtrend: CDU stärkste Partei im Ruhrgebiet

Apotheke am Rande des Ruhrgebiets. Foto: Robin Patzwaldt

Das Institut Wahlkreisprognose hat einen neuen Ruhrtrend veröffentlicht. Wäre jetzt Bundestagswahl, würde die CDU mit 29 Prozent die stärkste Partei im Ruhrgebiet werden. SPD und Grüne kämen mit 24,5 und 15 Prozent auf die Plätze zwei und drei. Die AfD käme abgeschlagen mit 10,5 Prozent auf Platz vier. Linke und FDP auf acht und sieben Prozent.

Die OB-Wahl werden SPD und CDU unter sich ausmachen – die Amtsinhaber sind die Favoriten, da sie alle in der Coronakrise einen guten Job machen. Die nach den Erfolgen bei der vergangenen Europawahl aufgekommenen Träume der Grünen, ein OB-Mandat im Ruhrgebiet zu ergattern, dürften sich nicht erfüllen.

Valentin Blumert, der Leiter von Wahlkreisprognose sagte diesem Blog: „Im Ruhrgebiet machen sich leichte Unterschiede zwischen Präferenz Bundestags – und Landtagswahl bemerkbar: die CDU wäre mit 29 Prozent bei einer Bundestagswahl klar stärkste Kraft. Die Landes-CDU schneidet schwächer ab. “

Verglichen mit der letzten Landtagswahl büße die SPD ihre Rolle als stärkste Kraft im Revier ein. Die Sozialdemokraten brechen um satte 11 Punkte ein. Die SPD verliert bei einer Landtagswahl weniger an die CDU, dafür hauptsächlich an die sehr starken Grünen und an die AfD.

„Die CDU kommt in den Landkreisen Wesel und Recklinghausen auf ihre besten Werte. Die SPD schneidet in den Wahlkreisen Unna/Hamm (117), Duisburg II (61), Oberhausen I (55) und Gelsenkirchen I (74) am stärksten ab. Die Grünen punkten in Dortmund sowie im Wahlkreis Essen III (67: zwischen Ostviertel und Schur). In den Wahlkreisen Duisburg IV (u.a. Duisburg-Walsum/Hamborn und Rheinberg-Budberg/Orsoy) sowie Gelsenkirchen II (Gelsenkirchen Mitte und Süd) kommt die AfD auf mehr als 20 Prozent.“

Bei einer Landtagswahl würde die jetzt regierende Koalition aus CDU und FDP ihre Mehrheit verlieren. Die CDU käme auf 33 Prozent, die SPD länge mit 20 knapp vor den den Grünen mit 19 Prozent und die FDP wäre mit acht Prozent sicher im Landtag.  AfD und Linke bekämen 10 und fünf Prozent.

Die Linke sieht allerdings zwischen den Wahlen in NRW in Umfragen immer recht gut aus, schaffte es aber bei den vergangenen beiden Wahlen nicht in den Landtag. Sie profitiert in Umfragen von der relativen Stärke des Bundesverbands.

 

 

 

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16 Kommentare

  1. #1 | MARTIN MAHADEVAN sagt am 15. Mai 2020 um 12:23 Uhr

    Also die Wortwahl finde ich schon ein bisschen
    irritierend. Warum liegt ausgerechnet die AFD
    "abgeschlagen" auf irgendeinem Platz ?
    Abgeschlagen ist man doch vor allem, wenn man
    mit großem Abstand auf dem letzten Platz
    steht. Ausserdem liegen ca. 10 % ungefähr im
    Bundestrend der Partei.
    Erstaunlich sind doch wohl die angeblichen
    ca. 24 % der SPD. Diese Partei meinte doch
    jahrzehntelang, ihr, der Ruhrpott sei ihr
    ganz persönliches Eigentum.
    Genauso schaut es dort auch an vielen Stellen
    aus.

  2. #2 | MARTIN MAHADEVAN sagt am 15. Mai 2020 um 12:33 Uhr

    Dass die AFD in Duisburg-Hamborn angeblich
    über 20 % kriegt, spricht doch Bände ! Dort
    erzielte die SPD vor 50 Jahren locker mindestens
    60 %. Ich habe früher immer gesagt, dass die
    SPD dort auch immer gewinnen würde, wenn sie
    einen Kartoffelsack aufstellt. Die Leute
    haben doch reflexartig SPD gewählt.
    Das scheint sich tatsächlich geändert zu
    haben. Das muss ja einiges passiert sein !

  3. #3 | Peter Müller sagt am 15. Mai 2020 um 13:24 Uhr

    Im Ruhrgebiet scheint man gedanklich immer noch in den 70er Jahren zu leben. Anders kann ich mir die Ergebnisse für die SPD nicht erklären. Dem Foto nach zu urteilen sieht es dort zumindest noch so aus.

  4. #4 | Helmut Junge sagt am 15. Mai 2020 um 13:43 Uhr

    @MARTIN MAHADEVAN, falls du in Hamborn wohnen solltest, kannst du ja mal darüber nachdenken, ob du den dortigen SPD-Landtagskandidaten kennst. Früher hat man diese Leute immer gekannt.

  5. #5 | Gerd sagt am 15. Mai 2020 um 17:00 Uhr

    @1: Wie man an dem zweiten Foto sehen kann, hat die angeblich "abgeschlagene" AfD seit der letzten Wahl um 2,6% zugelegt. Landesweit und auch in ihren Hochburgen:

    "In den Wahlkreisen 63 (Duisburg IV-Wesel V) und 75 (Gelsenkirchen) erreicht die AfD aktuell Werte von über 20 Prozent." 2017 haben die da ca. 15% geholt.

  6. #6 | MARTIN MAHADEVAN sagt am 15. Mai 2020 um 17:31 Uhr

    @ Helmut Junge

    Natürlich wohne ich nicht in Hamborn, sonst
    würde ich mich wohl nicht wundern. Ich kenne
    es aus den 1970er Jahren. Damals war es eine
    SPD-Festung, uneinnehmbar. Bruckhausen
    war damals wohl das Nächste, was man für deutsche Verhältnisse einen Slum nennen
    konnte, siehe Walraffs "Ganz unten". Wie es heute
    dort aussieht, weiss ich nicht und will es auch gar nicht wissen.
    Ich könnte soviel Geschichten von Duisburg und
    seiner SPD erzählen, vielleicht ein anderes Mal.
    Ein einziges Stichwort reicht doch eigentlich, um
    das Niveau der Duisbuger SPD und der Duisburger
    Stadtverwaltung, die ja häufig mit der SPD
    identisch ist, zusammenzufassen :
    Love Parade 2010. Natürlich längst vergessen, ausser bei den Betroffenen. Klar hieß der Bürgermeister Adolf Sauerland (CDU), aber
    federführend war doch wohl die Stadtverwaltung.
    Welche unterirdische Idiotenkombo der Extraklasse konnte sich sowas ausdenken ? E I n Ein- und Ausgang für h u n d e r t t a u s e n d e Besucher ! Regeln sollten sich die "Human Flows" von selbst ! Ein grosser "Flowforscher" übertrug Sardinenschwärme auf Menschen. Hat wohl nicht so richtig funktioniert. Dafür bekam der grosse Flowkenner (Schneckenburger?) 18.000 Euro, die nach eigenen Angaben irgendwann
    bar in seinem Briefkasten lagen. Geht's noch
    bananenrepublikanischer ? Ich befürchte, in Duisburg schon.
    Aber wenn man dort gerne lebt, ist ja alles in Ordnung. Ich will das keinem vermiesen. Aber anscheinend begreifen selbst
    dort immer mehr Leute, welche Qualitäten
    eine SPD hat.

  7. #7 | thomas weigle sagt am 15. Mai 2020 um 18:24 Uhr

    #6 ich will keineswegs die SPD reinwaschen, aber der OB hat nun mal die Verantwortung und das Weisungsrecht. In beiden Fällen hat Sauerland versagt, extrem versagt. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Er hätte sofort zurücktreten müssen, weil dann wäre auch die juristische Aufarbeitung schneller und wäre heute möglicherweise abgeschlossen. Er hat zu lange, politisch-moralisch verwahrlost, auf Zeit gespielt. Ein Trauerspiel in mehreren Aufzügen.

  8. #8 | bob hope sagt am 16. Mai 2020 um 00:25 Uhr

    #5 Gerd: Zum Ergebnis vom März 1933 fehlen der AfD aber noch gut 20 Prozent.

  9. #9 | ichfragmalso sagt am 16. Mai 2020 um 01:31 Uhr

    Lieber Herr Laurin, liebe Mitleser.

    Selbstverständlich weiß man, dass es an der Ruhr nicht mehr so glitzert, wie früher. Ich habe die Gourmetmeile und eine Hochzeit mit fliegenden Luftballons direkt vor dem Dortmunder Rathaus gesehen. Ein professioneller Fotograph hätte aus dem Fotoshoot eine Nummer machen können wie in Zürich oder Dubai. Was ziehen Ihre Mitleser vor? Werbung für selbständige Unternehmensgründer oder die Tränendrüse für Betreuer?

  10. #10 | MARTIN MAHADEVAN sagt am 16. Mai 2020 um 08:13 Uhr

    Der grosse "Flowforscher" heisst übrigens
    Michael Schreckenberg und er meint,
    dass die Opfer der Love Parade 2010 selbst
    schuld waren. So kann man es auch machen,
    vor allem in Duisburg. Nebenbei ist er Prof.
    an der dortigen Uni.

  11. #11 | thomas weigle sagt am 16. Mai 2020 um 10:47 Uhr

    Heut auf Nacht gab es bei einem der Nachrichtensender eine Dortmundsendung. Der Tenor war doch deutlich anders als oft hier bei den Baronen. V.a. mein Lieblingsruhrpottler F.Eckenga hat doch so einiges an fake-news über Dortmund auf die ihm eigene amüsante Art zurechtgerückt. Und damit auch einiges bestätigt, was ich zu Dortmund zu wissen glaube.

  12. #12 | Helmut Junge sagt am 16. Mai 2020 um 11:31 Uhr

    @MARTIN MAHADEVAN, kann man alles so sehen. Aber ich bin immer wieder erstaunt, daß viele Duisburger glauben, daß Bruckhausen zum Bezirk Hamborn gehört. Ich hatte es zeitweise selber geglaubt. Bruckhausen gehört aber zu Meiderich.

  13. #13 | MARTIN MAHADEVAN sagt am 16. Mai 2020 um 13:41 Uhr

    @ Thomas Weigle

    In erster Linie hat Adolf Sauerland sich wohl
    nach längerem Aussitzen abwählen
    lassen, um die erheblich höhere Pension
    von zwei vollen Amtszeiten zu kassieren. Das wäre bei einem Rücktritt wohl nicht der Fall gewesen. Die kann er jetzt in seinem Ferienhäuschen im
    Rothaargebirge geniessen.

    @ Helmut Junge

    Danke, ist mir völlig neu. Grenzt denn Bruckhausen
    irgendwo an Meiderich ? Kann ich mir gar nicht
    vorstellen. Das liegt doch viel weiter im Norden.

  14. #15 | Wolfram Obermanns sagt am 16. Mai 2020 um 18:26 Uhr

    #13
    Nach geltendem Recht hätte Sauerland bei einem Rücktritt alle Pensionsansprüche verloren.
    Diese Verquickung bei politischen Ämtern ist bereits im Vorhinein kritisiert worden, führt sie doch zum Sesselkleben in Extremform. Geändert hat man meines Wissens daran dennoch bis heute nichts, würde mich aber gerne eines besseren belehren lassen.

  15. #16 | thomas weigle sagt am 16. Mai 2020 um 18:36 Uhr

    @ Martin Mahadevan#13 Umso schlimmer!!!

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