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Russischer Angriff auf die Ukraine: „Wir wollen zeigen, wie erfolgreich wir zusammen sind, wenn wir Putin widerstehen.“

Demo für die Ukraine am Europatag 2022 in Bochum (Foto: Roland W. Waniek)

Der Aufruf war noch gar nicht öffentlich, da hatte er schon breite Unterstützung gewonnen in der Stadt. Von A wie AWO bis Z wie Zeitmaul-Theater. Kultur und Kirchen sind dabei, Ruhr-Uni und Vonovia, die Jüdische Gemeinde und der TV Wattenscheid 01: „Es hängt von uns selber ab, ob wir in einer demokratischen Gesellschaft leben wollen oder für immer in Angst“, sagt Iryna Pavlenko. Die ukrainische Ärztin ist vor zehn Jahren mit Liia, ihrer damals elfjährigen Tochter, aus Donezk nach Mariupol geflohen, dann weiter nach Saporoschje und vor zwei Jahren schließlich nach Bochum entkommen. Sie kennt beide Welten, die des Krieges, keine 2000 Kilometer entfernt, und das friedliche Leben in dieser Stadt: „Es ist ein- und dieselbe Welt“, sagt die 43-Jährige, „es spielt sich gleichzeitig ab.“ Und dann dieser Satz: „Es ist ein Krieg auch gegen Bochum.“

So beschreibt es auch Oleksandra Burtseva, auch sie hat sich mit ihren Kindern nach Bochum durchgeschlagen, die 42-Jährige Rechtsanwältin zeigt auf ihr Mobiltelefon: „Wenn ich die Kortumstraße entlanglaufe, tobt auf dem Bildschirm Putins Krieg gegen uns.“

Seit zwei Jahren ist das die Wirklichkeit auf den Bildschirmen hier und in der Ukraine nebenan. Seit zehn Jahren, sagen die beiden Frauen. Seit viel zu vielen Jahren, sagen viele, die Nachrichten aus der Ukraine nicht mehr ertragen. Die ihnen aus dem Weg gehen, allenfalls flüchtig hinschauen. „News Avoidance“ nennt sich das Phänomen, „Nachrichten-Vermeidung“, es lässt sich statistisch belegen. Und lässt sich nachempfinden von jedem, der fähig ist zum Mitfühlen: Die Dauer-Serie an bösen Bildern rüttelt nicht länger auf, sie drückt nieder, sie macht nachrichtenmüde.

„Unsere Nachricht ist eine andere“, sagt Iryna Pavlenko, „wir wollen nicht zeigen, wie erfolgreich Putins Raketen sind, wir wollen zeigen, wie erfolgreich wir zusammen sind, wenn wir Putin widerstehen.“

Das ist der Sinn des Aufrufs, den die beiden Frauen gemeinsam mit Viktoria Moskovych verfasst haben, sie ist bereits 1998 nach Deutschland gekommen, in Bochum hat die Einzelhandelskauffrau ein äußerst effektives Netzwerk aufgebaut: „Wir wollen die Solidarität mit der Ukraine sichtbar machen“, sagt sie.

Und so haben die drei Frauen um Unterstützung geworben für ihre Idee, für eine Bochumer Kundgebung an jenem Tag, an dem der Terror-Krieg gegen Europa ins dritte Jahr zu gehen droht. Und? „Offene Türen überall“, sagt Pavlenko. In der Tat, die Liste derer, die den Aufruf unterstützen, ist lang und bunt und quer durch die Stadt gewürfelt. Von A wie AWO bis Z wie Zeitmaul-Theater. Dazwischen die Kirchen, die Gewerkschaften, die Parteien. Die Gesellschaft Bochum-Donezk sowieso. Die Jüdische Gemeinde ist dabei und der TV Wattenscheid 01, die Ruhr-Universität und Bochum Total, Vonovia SE und die Buchhandlung Janssen, Bezirksschüler und Jugendverbände, deutsch-polnische und belarussische Vereine, Volkshochschule und die Matrix Bochum, es geht querfeldbeet durch die Stadt. Und dabei ist die Namensliste derer, die zur Soli aufrufen mit der Ukraine, mit uns in Europa, noch lange nicht geschlossen.

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„2014 – 2024: Russischer Krieg gegen Europa –  Solidarität mit der Ukraine“  

Kundgebung am Freitag, 23. Februar, 17 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus Bochum

Initiiert von: Blau Gelbes Kreuz Bochum und Turbota – Deutsch-Ukrainische Initiative

Beiträge von: Sebastian Kopietz, Stadtdirektor | Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdB, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages (angefragt) | Monika Grawe, Gesellschaft Bochum-Donezk u.v.a.m.

Den Aufruf unterstützen? Mail an info@christuskirche-bochum.de

Die aktuelle Unterstützer-Liste ist hier einsehbar: www.christuskirche-bochum.de/solidaritat-mit-der-ukraine

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Der Aufruf

Der 24. Februar 2024 markiert den zweiten Jahrestag der rechtswidrigen Invasion Russlands auf die Ukraine. Das Ausmaß der russischen Kriegsverbrechen, die unzähligen Opfer und das unermessliche Leid sind kaum vorstellbar. Darüber hinaus hat der russische Krieg gegen die Ukraine tiefgreifende politische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen in vielen Ländern der Welt, auch auf unsere Gesellschaft in Deutschland.

Die Zukunft unserer Kinder hängt davon ab, wie dieser Krieg beendet wird, ob wir in Sicherheit und Wohlstand in einer demokratischen Gesellschaft leben werden oder immer in Angst. Von unseren Entscheidungen heute hängt ab, ob Diktatoren ungehindert Angriffskriege führen werden und mit Atomwaffen jedes Ultimatum stellen können.

Um der Ukraine zu helfen, das Böse zu bekämpfen und die Menschen in den besetzten Gebieten zu befreien, müssen wir die Ukrainerinnen und Ukrainer mit allen notwendigen Mitteln bei der Verteidigung ihrer Heimat unterstützen.

An diesem wichtigen Jahrestag wollen wir aus Bochum ein starkes Zeichen der Solidarität und Unterstützung für die Ukraine setzen am 23. Februar 2024, 17.00 Uhr, auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Rathaus Bochum.

Wir bitten Sie, unterstützen Sie unseren Aufruf, stehen sie mit uns zusammen.

Blau Gelbes Kreuz Bochum

Turbota – Deutsch-Ukrainische Initiative

 

Den Aufruf unterstützen (Stand heute):

AWO Kreisverband Bochum / AWO Unterbezirk Ruhr-Mitte

Bündnis90 / Die Grünen Bochum & Wattenscheid

Christuskirche Bochum

Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.

Evangelische Kirche in Bochum

Katholische Kirche Bochum + Wattenscheid

Katholikenrat Bochum + Wattenscheid

DGB Stadtverband Bochum

Ruhr-Universität Bochum

Vonovia SE

Bochum Total

Matrix Bochum

Die Trompete – live-embassy GmbH

ver.di-Bezirk Mittleres Ruhrgebiet

Katholisches Klinikum Bochum

Razam – Belarussische Gemeinschaft e.V.

Bezirksschüler*innenvertretung Bochum

TV Wattenscheid 01

Buchhandlung Janssen

Diakonie Ruhr

Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen

Ruhrbarone

Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst / Festival Fidena

Zeitmaul Theater

Europa-Union Bochum

IGBCE Dortmund- Hagen

Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte

Bochumer Symphoniker

CDU Kreisverband Bochum

CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bochum

Deutsch Polnische Gesellschaft Bochum NRW e.V

FDP Bochum

GRASS Grüne & Alternative Student*innen Bochum

Volkshochschule Bochum

UWG Freie Bürger

All About Joel

Prinz Regent Theater

Stadtwerke Bochum

Die Stadtgestalter

Bochum Marketing

Stadtwerke Bochum

USB Bochum GmbH

Ev. Stadtakademie Bochum

Evangelische Jugend in Bochum

Evangelische Kirchengemeinde Bochum

SPD Bochum

SG Wattenscheid 09

Ehrenfelder Miteinander e.V.

Bochum hilft e.V.

Marketing Club Bochum e.V.

(…)

Den Aufruf unterstützen? Mail an info@christuskirche-bochum.de

 

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