Salman Rushdie: „Man muss sich in einen Kämpfer verwandeln“

Salman Rushdie auf dem Literaturfest München (2017) Foto (Ausschnitt): Amrei-Marie Lizenz: CC BY-SA 4.0

Fast genau zwei Wochen vor dem Attentat auf Salman Rushdie traf stern-Korrespondent Raphael Geiger den Schriftsteller in New York. In dem zweistündigen Gespräch ging es auch um Angst – doch Rushdie machte sich keine Sorgen mehr um seine eigene Sicherheit: „So eine Fatwa ist eine ernste Sache. Aber das ist lange her.“ Ja, sagte Rushdie, wenn er heute in seinen Tagebüchern lese, die er in den Anfangsjahren nach der Fatwa des iranischen Regimes vor über 30 Jahren geführt habe, „sehe ich auch, dass es mir oft schlecht ging“.

Auf die Frage, was er denn heute fürchte, antwortete Rushdie: „Früher hätte ich gesagt – den religiösen Fanatismus. Das sage ich heute nicht mehr. Die aktuell größte Gefahr ist, dass wir unsere Demokratie verlieren.“ Es seien beängstigende Zeiten, sagte der 75-jährige Schriftsteller weiter: „Alle Zutaten für den Faschismus liegen bereit. Am Wichtigsten ist hier Trumps Sieg über die Wahrheit.“ Das Schlimmste sei, dass Morddrohungen alltäglich geworden seien: „Nicht mehr nur Politiker bekommen sie, sondern selbst amerikanische Lehrer, wenn sie bestimmte Bücher im Unterricht durchnehmen.“

Auf die Frage, wie er es über Jahrzehnte ausgehalten habe, trotz der persönlichen Gefahr, in der er sich befand, nicht zu verzweifeln, sagte Rushdie: „Man muss sich in einen Kämpfer verwandeln. Man muss gegen die Gefahren tun, was man tun kann.“ Was sein eigenes Leben betreffe, schaue er doch lieber nach vorn: „Ja, ich bin ein Optimist.“

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3 Kommentare

  1. #1 | Reginald sagt am 13. August 2022 um 20:50 Uhr

    Wie Recht Er hat.Es ist eine Schande was gerade auf dem Planeten abläuft.Demokratiehasser,Wahrheitsverleugner,Lügner und Betrüger scheinen im Moment die Oberhand zu haben.

  2. #2 | Jupp Schmitz sagt am 14. August 2022 um 01:19 Uhr

    Ich bekenne, ich habe die „Satanischen Verse“ gelesen!

  3. #3 | Lehmbruck sagt am 16. August 2022 um 11:46 Uhr

    Trump und die Islamofaschisten sind sich näher, als beide Seiten wahrhaben wollen. Beide gehen über Leichen, um ihre ewig gestrige Ideologie und ihre korrupte Bande am Leben zu halten. Insofern trifft es sich, dass Salman Rushdie beiden den Kampf angesagt hat.

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