Solidarität mit der Ukraine: Demonstriert für die Freiheit, nicht für den Frieden

Eugène Delacroix – Die Freiheit führt das Volk

Es wird wieder demonstriert in Deutschland. Seit Wochen gehen die Menschen auf die Straße und fordern Frieden in der Ukraine. Als ob das ein Problem wäre: Die Ukraine müsste nur kapitulieren und sich Putin unterwerfen, schon wäre weitgehend Frieden. Todesschwadronen würden wahrscheinlich noch die Klitschko-Brüder und den ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj ermorden, aber sowas ist Alltag in Diktaturen und somit auch in Russland.

Natürlich wollen auch die Ukrainer Frieden, aber sie wollen ihn nicht um jeden Preis. Sie wollen Freiheit und sind dafür bereit, einen Krieg zu führen. Wer also die Ukrainer unterstützen will, muss sie in ihrem Kampf um Freiheit unterstützen. Mit den Waffenlieferungen und anderen Unterstützungen, die sie mit vollem Recht fordern, humanitärer Hilfe und natürlich auch auf den Straßen. Aber Frieden ohne Freiheit hat keinen Wert. Wer für die Ukraine demonstriert, sollte nicht einfach Frieden, sondern sich den Ukrainern anschließen und Freiheit fordern.

Von Frieden werden in den kommenden Wochen wieder alle reden, denen Freiheit egal ist und die traditionell Putin so nahestehen, wie sie früher der Sowjetunion nahe standen: Die „Friedensbewegung“, die Linkspartei und die AfD. Sie alle werden versuchen, aus dem Wunsch nach Frieden politisches Kapital zu schlagen. Putins 5. Kolonne wird fleißig sein.

Die Ukrainer in ihrem Kampf gegen die russischen Invasoren zeigen uns jedoch, was Menschen wirklich brauchen, damit sich das Leben lohnt: Freiheit.

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Manni
Manni
10 Monate zuvor

"Seit Wochen gehen die Menschen auf die Straße und fordern Frieden in der Ukraine."

Zum einen: es ist beruhigend, dass es in Deutschland auch noch Menschen gibt, die für sinnvolle Dinge demonstrieren. Die üblichen Q-Denker der Pegidianer habe ich sowas von satt. Vor allem, weil dort dann penetrant "Freiheit", "Get-up, Stand-up" und "Imagine" gedudelt werden, obwohl es bei uns an wirklich nichts mangelt (von ein wenig Gesundheitsfürsorge vielleicht abgesehen).

Zum anderen: es sind viele, die sich damit solidarisieren, d.h. nicht nur die üblichen Verdächtigen, die sowieso überall mitlaufen und versuchen, sich das Anliegen zu abonnieren. Zumindest das Signal an sich stimmt also schon mal: "Uns ist die Ukraine nicht egal. Wir stehen an ihrer Seite", wenngleich man trefflich diskutieren könnte, worin das Zusammenstehen denn besteht. Die einen beten für den Frieden, die anderen fordern "Weg mit den Atomwaffen", die nächsten fordern den o.a. genannten "Frieden" (den die Ukrainer in Lawrowscher Diktion ja sofort haben könnten).

Trotzdem bin ich sicher: die meisten meinen damit "Frieden und Freiheit" für die Ukraine.
Nun müssten die Demonstanten nur noch die "Frieden und Unterwerfung"-Infiltratoren rauswerfen … aber das wäre im gegenwärtigen Stadium wohl zu viel verlangt.

Manni
Manni
10 Monate zuvor

Dazu passt die heutige Boulevardmeldung unter Berufung auf den FSB:"Eine Belagerung könnten ukrainische Städte „jahrelang“ aushalten, weil Hilfslieferungen aus Europa kommen.
Ein lokaler Atomschlag sei vorstellbar – militärisch zwar nicht sinnvoll, aber um „die Anderen einzuschüchtern.“

… also genau das, was Putin's Warnung vor Einmischung bedeutet.

Burger
Burger
10 Monate zuvor

Mit dem Krieg in der Ukraine müssen wir alle sehr schnell lernen. Die alten Leitsätze, die zig Jahre mehr oder weniger berechtigt waren sind seit dem 24. 2. 22 obsolet. Einen Macht orientierten ehemaligen KGB-Agenten kann man nicht mit einer Aufforderung zum Frieden beindrucken. Rohe Gewalt und Druck kann eben nur mit Gegendruck beantwortet werden, wenn mein Gegenüber meine Werte nicht teilt. Da hilft nur ein glaubhafte Option, dass der Aggressor mehr zu befürchten hat als der Angegriffene. Unsere Angst vor Putins nuklearer Drohung macht ihn eindeutig stärker, er wird somit weiter auf diese Karte setzen bis in der Ukraine kein Stein mehr auf dem anderen steht.
Und klar, seinen Ruf hat er eh schon endgültig ruiniert. Allein schon um innenpolitisch sein Volk (bei den Wirttschaftssanktionen) bei Laune zu halten, wird er sicherlich nachlegen: Moldawien und Georgien stehen ebenfalls nicht unter dem Dach eines schützenden Bündnis. Und die prekäre geographisch-strategische Lage der Balten (auch als Landbrücke zur Enklave Kaliningrad) sind für Putin ein berechenbares Risiko – Nato hin oder her. Explizit in dieser Hinsicht funktioniert Putin genauso wie Hitler.

Hein
Hein
10 Monate zuvor

Genau. Man kann nicht Frieden wählen, wenn man angegriffen wird. Die Ukrainer verteidigen sich nicht nur selbst, sondern auch Europas bürgerliche Freiheit. Darin muß man sie bestärken, statt ihnen eine nationale Euthanasie nahezulegen.

Wolfram Obermanns
Wolfram Obermanns
10 Monate zuvor

Freiheit für Russland.
Frieden für die Ukraine.

Ingo Raabe
Ingo Raabe
10 Monate zuvor

"Frieden ist das, was uns am meisten interessiert."
– Wolodymyr Selenskyj

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