SPD, Grüne und FDP wollen die Bürger aus ideologischen Gründen frieren lassen

Gasflamme Foto: iamNigelMorris Lizenz: CC BY 2.0

Der nächste Winter wird hart: Die explodierenden Energiepreise, der Gasmangel und die Folgen einer seit Jahrzehnten verfehlten Energiepolitik werden Bürger und Unternehmer vor Belastungen stellen, wie es sie seit der Nachkriegszeit nicht gab: Die Versorgung ist nicht sichergestellt, viele Menschen werden sich eine warme Wohnung nicht mehr leisten können, es droht der Verlust von Arbeitsplätzen und der Staat wird Milliardensummen aufbringen müssen, um die Folgen zu beheben. Dass SPD, Grüne und FDP an ihrer Energiepolitik festhalten, obwohl sich mit dem drohenden Ausfall der russischen Gases die Grundlage des  „Energiewende“ genannten Irrlichterns weggebrochen ist, ist wagemutig. Denn nicht nur für die Bürger und die Unternehmen wird der Winter zu einer Belastungsprobe. Wenn es Habeck nicht gelingt, die Versorgungssicherheit herzustellen, werden seine Sympathiewerte abstürzen. Und auch Anhänger und Wähler  von SPD und FDP werden ihre Wahlentscheidung hinterfragen. OIaf Scholz (SPD) und Christian Lindner (FDP) werden nicht von den Problemen Habecks profitieren, denn sie tragen seinen Kurs mit und stehen damit auch in der Verantwortung. Die Bedrohung durch Russland, die sich im Angriffskrieg auf die Ukraine manifestiert ist eine große Herausforderung. Bis auf die USA müssen alle NATO-Staaten aufrüsten, um sich Russland entgegenstellen zu können. Dafür braucht es neue Panzer, Artillerie und eine größere Luftwaffe. Das ist der Preis, den wir für unsere Freiheit zahlen müssen. Am Ende des Tages muss der Westen in der Lage sein, sie mit allen militärisch Mitteln zu verteidigen. Die andere Herausforderung ist die Sicherung der Energieversorgung. Ob in den kommenden Monaten noch russisches Gas nach Europa kommt, ist mehr als unsicher. Putin hat Gas immer als Waffe gegen Staaten eingesetzt, die sich ihm nicht unterordneten. Nun wird diese Waffe gegen Europa und Deutschland eingesetzt. Überraschend ist das nicht, die Gefahr war hervorsehbar. Die Bundesregierung hat sich Teilweise seit Ende Februar versucht darauf einzustellen: Gas wird seitdem verstärkt in anderen Staaten gekauft, Terminals für die Anlieferung von Flüssiggas sollen in wenigen Monaten zur Verfügung stehen. Aber dass zurzeit noch Gas in großen Mengen für die Stromerzeugung verwendet wird, anstatt alle verfügbaren Kohlekraftwerke ans Netz zu bringen ist ebenso unverständlich wie die Weigerung, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern. Habeck ruft die Bürger zum sparen auf und ohne das wird es auch nicht gehen. Auch wenn alle zur Verfügung stehenden Kraftwerke ans Netz gehen, würde der Winter schwierig werden. Aber wenn Wirtschaftsminister Robert Habeck, wenn SPD, Grüne und FDP nicht über ihren ideologischen Schatten springen, könnte es katastrophal werden. Die Bürger werden es sich nicht gefallen lassen, wenn die Bundesregierung sie aus ideologischen Gründen frieren lässt.

Am 23. Februar schrieb ich in diesem Blog:

Nun muss alles schnell gehen. Und es muss anders laufen als geplant. Die Politik muss die Energieversorgung von 80 Millionen Menschen in einem der größten Industrieländer der Welt absichern. Versagt sie dabei, stehen ihr andere Probleme ins Haus als der Protest von ein paar auf Autobahnen klebenden Bürgerkindern.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der dafür benötigte Leitungsausbau muss nun ebenso mit Höchstgeschwindigkeit erfolgen wie der Bau von Windkraftanlagen. Die Klagemöglichkeiten von Naturschutzverbänden und Initiativen müssen eingeschränkt, der Naturschutz zurückgefahren werden.

Die drei verbliebenen Kernkraftwerke müssen am Netz bleiben und die drei zum Jahresende abgeschalteten Reaktoren, so möglich, wieder in Betrieb genommen werden.

Deutschland hat Gas für Jahrzehnte im Boden liegen. Man muss es nur fördern wollen. Anstatt uns auf Importe aus den USA zu verlassen, muss Fracking zugelassen werden.

Erst einmal werden Kohlekraftwerke wieder an Bedeutung gewinnen. China fährt seine hoch, wir werden es auch tun müssen.

Parallel sollte auch Deutschland massiv in Forschung investieren: Unternehmen und Wissenschaftler in der ganzen Welt machen zurzeit bei der Kernfusion und der Entwicklung neuer Reaktortypen große Fortschritte. Will dieses Land  wohlhabend und ein Industrieland bleiben, muss es mithalten.

Es gibt Länder in denen die Sonne regelmässiger scheint und der Wind häufiger weht. Solarenergie muss auch aus  Südeuropa und Nordafrikakommen. Windräder an den Küsten anderer Ländern gebaut werden. Der Strom kann in Wasserstoff umgewandelt werden. Die dafür nötigen Pipelines müssen gebaut werden. Diese Investitionen müssen jetzt schnell kommen. Energieautarkie wird es nie geben.

Geothermie ist in Deutschland eine gute Option. Es wurde lange über diese Technologie gesprochen, nun muss sie schnell eingesetzt werden wo immer es möglich ist.

Wir müssen schneller, besser und klüger werden. Das ist eine Chance, kein Problem.

Seitdem ist viel zu wenig passiert.

Winter in Deutschland sind kalt und lang. Frieren die Menschen, machen sie sich Sorgen um ihre Jobs oder kommt es zu Versorgungsengpässen, weil vielleicht Teile der Lebensmittelindustrie ihre Produktion herunterfahren müssen, wird das Auswirkungen auf die politische Stimmung im Land haben. Die Ampel-Parteien gerieten in solch einer Lage massiv unter Druck, ohne schnell etwas an der Situation ändern zu können. Die Weichen für den Winter werden jetzt gestellt.

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11 Kommentare

  1. #1 | Roland Mitschke sagt am 18. Juni 2022 um 17:34 Uhr

    Wir in dem global gesehen kleinen Deutschland retten das Klima in der Welt. Dafür schalten wir nicht nur unsere Heizung zuhause runter sondern auch in der Industrie senken wir den Energieverbrauch und die Produktion. Und wovon lebt demnächst die Frydays for Future-Generation?

  2. #2 | discipulussenecae sagt am 19. Juni 2022 um 13:21 Uhr

    Wenn ich mir überlege, was die dieselbetriebenen russischen Panzer in der Ukraine zum Klimawandel beitragen, könnte ich mehrmals im Jahr in den Urlaub fliegen, mit meinem Porsche von morgens bis abends ohne Tempolimit über die Autobahn heizen und mich zudem hauptsächlich von Fleisch furzender Kühe ernähren …

  3. #3 | Dirk Schmidt sagt am 19. Juni 2022 um 21:16 Uhr

    Recherchier doch bitte mal, aus welchem Land wir den Kernbrennstoff beziehen.
    Nicht dass das am Ende russischer Brennstoff von TVEL ist.

  4. #4 | Ihr mögt mich eh nicht sagt am 20. Juni 2022 um 09:35 Uhr

    Das klingt ja mal wieder wie die feuchten Träume der „Allianz für Dumme“; Aufstände, Grüne werden nicht mehr gewählt, Deutschland geht es schlecht.

    – Was für ein Blödsinn –

    Fakt ist, dass sich viele der Phantastereien Herrn Laurins natürlich nicht umsetzen lassen.
    -> Kernfusion ist nicht einmal annähernd soweit dass man sie nutzen könnte.
    -> Brennstäbe für AKWs sind nicht in ausreichernde Zahl vorhanden und können nicht schnell geliefert werden.
    -> Selbst ohne Klagerecht (was für eine dumme Idee) müssen Flächen gefunden und ausgewissen, Windräder gebaut und Personal zum (auf-)Bau gefunden werden.
    -> Kohle und Öl sind sehr schlechte Optionen , aber die einzig kurzfristige Möglichkeit. Denn in vier, spätestens fünf Monaten werden die Verbräuche steigen.

    Die junge Generation probt zurecht den Aufstand, und wären gut darin beraten ihnen zu helfen, nicht dabei sich festzukleben, sondern die Umwelt zu schützen. Ich frage mich, ob Herr Laurin das begriffen hat.
    Denn es ist wohlfeil, sich gesättigt zurückzlehen und über die, die weniger haben werden, sich verächtlich zu machen, Herr Laurin.

    Aber so hat es das Milieu derselbernannten Weltversteher, -erklärer und „Intellektuellen“ gerne getan, sogar in offenen Briefen. Man verachtet halt den Bürger, der alles am Laufen hät und sich sich in demokratische Prozesse einbringt. Und damit den Staat der auch diesem Millieu diese Existenz auf vielen Ebenen sichert.

  5. #5 | thomas weigle sagt am 20. Juni 2022 um 21:37 Uhr

    Wie meistert eigentlich Frankreich die Energiekrise? Die Hälfte derAKWs längerfristig nicht am Netz( so jedenfalls stand es kürzlich in der F.A.S.), Gasimport aus Russland weg und jetzt auch noch die dortigen Grünen vor möglicher Machtteilhabe….

  6. #6 | SvG sagt am 20. Juni 2022 um 22:58 Uhr

    @1 und 4: Das ist eine Frage des Wollens: Hätten wir die Brennstäbe im Februar bestellt, z.B.in Australien oder Kanada, würden die bis Dezember in D eintreffen. Hier werden doch alternative Wahrheiten vorgeschoben, um die Nutzung der KKW zu verhindern. Es drängt sich der Verdacht auf, daß die Bürger bewußt und vorsätzlich in eine Mangel-und Notwirtschaft getrieben werden sollen, die schon lange das hehre Ziel der grün-pietistischen Verzichtsethiker und Klimawandelreligiösen ist.

  7. #7 | SvG sagt am 21. Juni 2022 um 10:41 Uhr

    @5; thomas weigle: Ein großer Anteil der französischen KKW-Ernte wird zum Heizen genutzt, das ist z.Zt. nicht notwendig. F produziert ohnedies mehr Strom mit seinen KKW,als es selbst verbraucht. Der wird dann gerne von D gekauft, wenn nachts kein Wind weht.

  8. #8 | thomas weigle sagt am 21. Juni 2022 um 15:25 Uhr

    @SVG Tasächlich? In der FAS las sich das anders. Um die maroden Meiler bis 2030 wieder ans Netz zu bringen,wurden zwischen 50-100 Milliarden Euro als Kostenfaktor genannt. Der Atomkonzern EDF selbst ist jetzt schon hoch verschuldet, Und die netten kleinen AKWs,die Macron versprochen hat,werden jetzt wohl auch nicht so schnell kommen, wenn überhaupt.

  9. #9 | Helmut Junge sagt am 21. Juni 2022 um 18:39 Uhr

    “ Wenn es Habeck nicht gelingt, die Versorgungssicherheit herzustellen, werden seine Sympathiewerte abstürzen.“.
    Habeck wird sich kaum rasreden können. Er war schon spätestens 2016 gegen russisches Gas über Nordstream 1 aufgetreten. Da gab es Nordstream 2 noch gar nicht. Daß die Russen die Gaszufuhr von sich aus drosseln, liegt also durchaus in seinem Kalkül.
    Damals gings ihm um Syrien. und um die Umweltschädlichkeit von Gas.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-und-russland-robert-habeck-fordert-stopp-von-nord-stream-2-a-1114012.html

  10. #10 | SvG sagt am 21. Juni 2022 um 19:34 Uhr

    @ 8; thomas weigle: Dennoch hat D einen negativen Stromsaldo mit F. Und hätten wir nicht die Einspeisevergütung, wäre es um die Bonität einiger deutscher Energieerzeuger auch nicht besser bestellt. Die Franzosen sind da ehrlicher und gesund egoistischer als die deutsche Meinungs- und Politikerkaste: Deren Verständnis nach steht das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung an erster Stelle der Staatsaufgaben. Bei uns soll immer die Welt gerettet werden, die eigene Bevölkerung wird mit Placebos beruhigt.

  11. #11 | Helmut Junge sagt am 21. Juni 2022 um 22:16 Uhr

    Wir lassen jetzt jemanden nach Gaslieferanten suchen, der aus ideologischen Gründen immer schon gegen Gaslieferungen war. dabei ging es vordergründig um ökologische Gründe. Jemand, der seit mindestens 10 Jahren gegen Gasverbrennung war, der soll jetzt mit Begeisterung Gas besorgen. Ich würde mich schlapp lachen, wenn ich nicht im nächsten Winter mit Gas heizen müßte.

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