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Star Trek: Picard-Premiere in Berlin

Standing Ovations bei der Picard-Premiere in Berlin (Foto: Arne Ruddat)

Am Freitag, den 17.01.2020, fand in Berlin die deutsche Premiere der neuen Star-Trek-Serie ‚Picard‘ statt. Anwesend waren neben vielen Gästen auch einige der Schauspieler und Produzenten der Serie, allen voran Sir Patrick Stewart. Ein Bericht von Arne Ruddat.

Ich hatte das Glück, mit meinen zwei Podcast-Kollegen von ‚Gestern Heute Übermorgen – Der Talk über Star Trek Picard‘ bei der Premiere zu Gast sein zu dürfen und sogar mit Sir Stewart selbst sprechen zu können. Das Event der Premiere zu erleben, war etwas ganz Besonderes für alle Beteiligten, denn für viele Zuschauer und mich war Jean-Luc Picard schon immer ein Vorbild, und Sir Patrick Stewart als der Schauspieler, der ihn verkörpert hat, ebenso. Doch von Anfang an:

Von Hamburg aus mit dem Auto nach Berlin zu fahren, dort ins Kino zu gehen und anschließend sofort die Heimreise wieder anzutreten, ist eine Hürde, die vermutlich nicht jeder mal eben für irgendetwas überschreitet. Für mich war die Chance, drei Folgen der neuen Serie zu sehen und zu wissen, dass ein Teil der Besetzung anwesend sein könnte, reizvoll genug. Es war zu Anfang nicht klar, was Amazon für diesen Abend genau an Programm vorgesehen hatte, also ließen wir alles auf uns zukommen.

Am Eingang baute sich eine Traube von geladenen Gästen auf, die ab 18:45 Uhr in das Kino Zoo Palast in Berlin gelassen wurden, jeder ordentlich geprüft. Beim Einlass wurde jedem Gast  ein Armband gegeben, das ihn als VIP, Presse oder VUP auszeichnet (die VUP-Armbänder waren hell-lila), sowie ein Star-Trek-Pin, der dem Communicator-Badge aus dem Jahr 2399 nachempfunden war, in dem die Serie Picard spielt. Außerdem wurde jeder noch mit je einem Chip für ein Freigetränk und Popcorn versehen – satte Gäste sind schließlich glückliche Gäste.

Im Foyer des Kinos war für Besucher eine Fotowand mit einem großen Sternenflotten-Delta und dem Titel der Serie aufgebaut, die auch fleißig für Selfies und Gruppenbilder aller Art genutzt wurde. Viele der Gäste kamen übrigens stilecht in Uniform, Gala-Uniform oder sogar Andorianerin-Verkleidung, was für große Augen und gute Stimmung sorgte. Insgesamt war die Stimmung der Gäste ausgelassen und glücklich, denn die Tickets für diese Veranstaltung konnte man nur geschenkt bekommen oder gewinnen: Jeder der Anwesenden hatte also schon einmal Glück gehabt.

Auf der anderen Seite des Eingangs gab es einen roten Teppich mit Fotowand für die Stars des Abends. Davor stand eine Traube von Fotografen auf einem kleinen Podest, hinter dem ich und viele andere geifernde Fans standen, um einen Blick auf ihre großen Helden zu erhaschen. Nach Inbesitznahme der nicht nummerierten Sitzplätze tummelten sich viele Fans wieder im Foyer, da die Stars dort zum Greifen nah schienen. Nach einer kurzen Verzögerung im zwischen Angestellten hin- und hergetuschelten Ablaufplan trafen dann auch die Stars tatsächlich ein. Neben Moderatorin Johanna Klum stellten sich alle der jubelnden Menge: Die Produzenten Alex Kurtzman, Michael Chabon, Kirsten Beyer und Akiva Goldsman, die erfahrenen Schauspieler Sir Patrick Stewart (Jean-Luc Picard), Jonathan del Arco (Hugh), Jeri Ryan (Seven of Nine) und die neuen Schauspieler Isa Briones (Dahj), Michelle Hurd (Raffi Musiker) und Evan Evagora (Elnor).

Während die Stars sich kurz gemeinsam im Verborgenen vergnügten, warteten wir im Kinosaal auf Neuigkeiten. Nach einer langen Weile kam Johanna Klum herein und verkündete, dass es vor den drei Folgen, die wir zu sehen bekämen, noch ein Q&A, eine Zeit für Fragen, geben würde. Einige erste Fragen würde sie selbst stellen, später dürften dann auch Fragen aus dem Publikum kommen. Sie bemühte sich immer wieder, die Fragen und Antworten ins Deutsche zu übersetzen, da die Film- und Seriengrößen vorrangig Englisch sprachen. Ausreichend geschickt stellte Frau Klum, ebenfalls sichtlich aufgeregt, Einleitungsfragen an jede Gruppe der Stars, sodass jeder von ihnen, der sich berufen genug fühlte, einmal zu Wort kam . So verkündete Jonathan del Arco etwa, dass er glücklich sei, einmal in Deutschland zu sein, weil das Land das Kernstück des Star-Trek-Fantums sei. Jeri Ryan verriet, dass sie zwar in München geboren sei, aber bereits als Baby bereits ausgewandert sei und beantwortete die Frage, ob sie Deutsch spreche, mit einem klaren, deutschen ‚Nein‘.

Gibt ein weiteres Mal den Captain Jean-Luc Picard: Patrick Stewart, hier mit Ehefrau Sunny Ozell (v.r.n.l., Foto: Arne Ruddat)

Als es an die Fragen der Gäste ging, wurde es wirklich spannend. Ich hatte das Glück, von den Spottern als erster ausgewählt worden zu sein und nutzte die Gelegenheit, Sir Stewart selbst eine Frage zu stellen, die mir schon lange auf der Seele lag. Dabei war ich so aufgeregt wie selten in meinem Leben, denn ich habe eine sehr große Ehrfurcht und viel Respekt vor Sir Patrick Stewart. Ich fragte ihn, wie er es geschafft habe, in seinem Alter so fit zu sein. Nach einer kurzen Pause antwortete er ‚Anxiety‘, was zu Deutsch etwa ‚Sorge, Angst‘ oder ‚Anspannung‘ bedeutet und mich zufriedenstellte. Zunächst klang das wie ein schnippisch-witziger Kommentar, doch die weiteren Fragen brachten klarere Erkenntnisse: So wurde Sir Patrick Stewart sehr energisch, als er sich deutlich für die ‚Schande’, den Brexit, entschuldigte, und als es um die Wichtigkeit einer guten, verantwortungsbewussten Vorbildrolle ging, die gerade in den Landesführungen sehr relevant sei. Ebenfalls energisch sprach er sich für die Nutzung der Ressourcen der Welt zum Erhalt derselben aus, statt in Weltraumreisenforschung zu investieren, da er die Klimakrise als Faktum und als Problem erkannt habe. Auch sprach er seine Verwunderung über die Behandlung von Pitt-Bulls aus, die in Deutschland verboten seien, weil sie offenbar völlig fehleingeschätzt würden.

Isa Briones wurde schon zuvor von Frau Klum auf ihren Geburtstag angesprochen, woraufhin ihr das Publikum gesammelt ein Ständchen sang. Als Frau Briones dann noch eine Überraschung aus dem Publikum bekam – denn dort saß ihre deutsche Synchronstimme Lydia Morgenstern – war sie sehr gerührt und vermittelte den Eindruck, der Abend habe sich für sie besonders gelohnt. Auf die Frage des Publikums an die Produzenten, ob sie die aktuelle Politik in die Serie einbauten, sagten diese, dass dies bei Star Trek schon immer der Fall gewesen sei. Von jeher seien die aktuellen politischen Umstände Teil von Star Trek, und das gehöre einfach dazu, und zwar nicht nur zufällig, sondern ganz bewusst. Als die Fragerunde beendet war, verließen die Stars den Saal und es wurden direkt hintereinander drei Serienfolgen gezeigt – interessanterweise mit einem gesamten Vor- und einem Abspann statt je einem.

‚Picard‘ spielt 15 Jahre nach ‚Nemesis‘, dem letzten Star-Trek-Film der neuen Ära und setzt damit seine namensgebende Hauptfigur in einen erheblich anderen Ausgangsstatus als wir sie zuletzt sahen.
Admiral außer Dienst Picard ist kein Captain mehr, hat weder Schiff noch Crew und verbringt inzwischen infolge seines Austritts aus der Sternenflotte sein Leben auf seinem Weingut in Labarre, Frankreich. Über den Inhalt der Serie selbst wollen wir an dieser Stelle nichts weiter verraten, doch es sei gesagt, dass sie viele Elemente aus ‚Star Trek – Das nächste Jahrhundert‘ aufgreift und dennoch grundlegend anders ist. Viele Fragen, wie es zu diesem Zustand kam, werden jedoch schon bald beantwortet werden, sodass wir Zuschauer uns gleich auf das umfangreiche Abenteuer um JL Picard einlassen können. Vertrieben wird die Serie überall außer in Kanada und den USA von Amazon Prime Video, wo jeder zahlende Kunde sie ohne Mehrkosten ab dem 24.01. sehen kann – wöchentlich erscheint eine neue Folge. Ich freue mich darauf!

Wer meine und die Erlebnisse meiner Kollegen nachhören möchte, findet unseren Podcast unter https://ghu.compendion.net. Mein Podcastlabel http://compendion.net hat außerdem Podcast-Perlen wie ‚Hier is’ auch nett‘, ‚Minutenweise Matrix‘, ‚Werkgetreu James Cameron‘ und ‚Offenbar The Orville‘. Viel Spaß beim Hören!

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6 Kommentare zu “Star Trek: Picard-Premiere in Berlin

  • #1
    discipulussenecae

    Ich halte Patrick Steward immer noch für den eindimensionalsten, langweiligsten und ständig gleichförmigen Schauspieler aller Star Trek-Filme, der keinen Vergleich mit Größen wie etwa Leonard Nimoy (Spock) oder Brent Spinner (Data) auch nur ansatzweise aushalten könnte.

    Und was in aller Welt soll ein VUP sein? Eine ‚Very unimportant person‘?

  • #2
    Mediatuner

    "Dabei war ich so aufgeregt wie selten in meinem Leben…" Nix für Ungut, aber gibt es hier eine Qualitätskontrolle? Oder genügt als Qualifikation, dass man schon 16, sehr begeistert von irgendetwas und in der Schule in "Erlebniserzählung" gut ist?

  • #3
    Hans Albert Koehle

    2 Kommentare, die unqualifizierter nicht sein könnten und nur aufs "Schlechtmachen" aus sind. Nicht ernstnehnen. Der Bericht ist ausführlich und sehr gut getroffen…MEHR PICARD und WENIGER TRUMPPOLEMIK…

  • #4
    discipulussenecae

    #3

    Was hat Picard mit Trump zu tun? Außer, daß beide keine Meister ihres Fachs sind …?

  • #5
    Schreckofant

    Sehr schöner Artikel, man merkt das du ein echter Fan bist. Ich freue mich tierisch auf die neue Serie.

    Schade das hier bisher fast nur unterirdische Kommentare sind. Wahrscheinlich ein wenig Neid weil du Picard schon sehen durftest 😉

  • #6
    Spike

    #1 – bei Promo-Premieren steht VUP für "Viewer/User/Player". Die Schauspieler heißen Patrick Stewart und Brent Spiner.

    # 2 – Warum freuen Sie sich nicht, einen orthographisch und grammatisch korrekten Beitrag mit Liebe zum Thema zu lesen? HIer kritzeln mit Liebe zum Thema regelmäßig einige, die damit Probleme haben.

    # Arne – Danke für den emotionalen Bericht! Eine Korrektur auch für dich: Ein "Sir"-Titel wird immer mit dem Vornamen genannt. Er ist "Sir Patrick". Beim nächsten Mal wird er "Lord Stewart". 🙂

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