„Starkes Sozialsystem hemmt Integration“

Für Dr. Dirk Halm vom Zentrum für Türkeistudien (ZfT) bietet die Einwandererstudie des Berlin-Instituts wenig neue Erkenntnisse. Das ZfT warnt vor einem Ranking der Migrantengruppen.

„Es gibt viele Gründe, warum sich Migranten aus der Türkei mehr Probleme bei der Integration haben als andere Gruppen, aber es ist unfair so zu tun, als ob es an der mangelnden Integrationswilligkeit liegt“, so Dr. Dirk Halm vom Zentrum für Türkeistudien in Essen. Natürlich spielen laut Halm die relativ große Fremdheit der Kultur und auch die Religion eine wichtige Rolle. 93 % aller in Deutschland lebenden Türken oder türkischstämmiger Migranten heiraten innerhalb ihrer Community – Integration über familiäre Beziehungen fällt, im Gegensatz zu anderen Migrantengruppen, so fast vollkommen weg. Türken und Deutsche bleiben sich fremd – gemeinsame Familienfeiern sind seltene Ausnahmen.

„Aber das ist nicht alles“, erinnert Halm, „als es in den 80er Jahren Rückkehrprämien für Migranten aus der Türkei gab wurden zeitgleich die Mittel für die Integration der Aussiedler erhöht. Die Erfolge können heute betrachtet werden.“

Allerdings räumt Halm ein, dass die Rückkehrhilfen allen Ausländern zur Verfügung standen, ein wichtiges Problem jedoch die wirtschaftliche Schwäche der Türkei sei. Halm verweist darauf, dass die Grünung des Staates Polen  nach dem Ende des ersten Weltkriegs dazu geführt hat, das nahezu die Hälfte aller polnischen Einwanderer das Ruhrgebiet wieder verlassen hätten. Halm: „Geblieben seien die diejenigen, die sich bewusst für Deutschland als Lebensmittelpunkt entschieden haben. Das war auch bei den Griechen oder Spaniern so, die in der Studie gut abgeschnitten haben: Diejenigen, die nicht in Deutschland leben wollten, fanden eine wirtschaftliche Perspektive in ihren Herkunftsländern und sind längst zurückgekehrt. Die Türkei bietet eine solche Perspektive bis heute auch für diejenigen nicht, die sich in Deutschland sehr schwer tun.“

Die Politik müsse nun Maßnahmen treffen, um das Problem zu verringern, fordert Halm. Ein Ranking der Migrantengruppen sei unsinnig, zumal sich ja auch zeige, dass der Intergrationserfolg von der wirtschaftlichen Stärke der Region zu tun hat, in der die Migranten leben: In München seien die Probleme geringer als in Duisburg oder Bochum „Ein Erfolgsschlüssel liegt in der Bildung. Vor allem die Sprachkompetenz muss verbessert werden, wenn türkischstämmige Migranten künftig bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben sollen.“ Aber Halm weist auch auf den stark ausgebauten Sozialstaat als Integrationshemmnis hin: „Die Erfahrungen in den Niederlanden oder in Schweden zeigen, dass politisch proklamierter Multikulturalismus und ein starkes Sozialsystem die Integration schwieriger machen. In Ländern wie England, die nur ein schwach geknüpftes soziales Netz haben, ist die Notwendigkeit zur Integration größer.“

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Torti
Torti
14 Jahre zuvor

Na dann ist die Lösung doch klar: Streicht den Türken Hartz 4 und schon lernen sie endlich Deutsch,legen das Kopftuch ab,stellen fest, das ihre Töchter zu beschneiden Körperverletzung ist, merken sich das Zwangsheirat verboten ist, entdecken das Grundgesetzt und werden begeisterte Demokraten. Will er Mann eigentlich ernstgenommen werden ?

Schon seltsam was dise Gutmenschen so verzapfen, wenn man sie lässt.

Dennis
14 Jahre zuvor

Das trifft sozialwissenschaftlich den Nagel auf den Kopf.
@Torti: Dein Kommentar passt hier nicht hin.

Trafalga Law
Trafalga Law
13 Jahre zuvor

Das Komentar von „Torti“ drückt die totale Unwissenheit über diese Menschengruppe, wie den uns bekannten rassistischen Hass vieler deutschen Mitbürger auf Fremde Kulturen aus. Im Grunde fehlt diesen Menschen einfach das Hintergrund Wissen, sich überhaupt eine Meinung erst bilden zu können. Doch nein. Anstatt sich über solche misstände auseinander zu setzen oder noch besser sich mit dieser euch fremden Kultur auseinander zu setzen wird einfach der Rasismus anderer fortgetragen, ohne überhaupt sich dessen klar zu sein, weder noch zu wissen ob dieser berechtigt ist. Ich persönlich persönlich habe auch einen türkischen Hintergrund. Meine Mutter ist zur hälfte türkisch und deutsch, mein Vater Brite. Meine Eltern sind hier beide aufgewachsen. Und meine Mutter wurde sowohl christlich, wie auch mit dem muslimischen Glauben aufgezogen und sie musste „nie einen Kopftuch tragen“!! Und die Beschneidung findet nur bei Männern statt und is auf keinster Weise grauenhaft noch schädlich. Wie auch immer ich komme zum wesentlichen zurück. Der Rassismus der Deutschen beginnt mit dem Antisemismus und wir wissen alle jene Dinge die mit den unschuldigen Juden und anderen KZ Häftlingen wieder fahren ist. Im Grunde wird jedesmal nur ein Sündenbock für die Misstände gesucht, damit sich die betroffenen Menschen bzw. hier (reinrassige) Deutsche an diesen ihren Wut und Hass aufgrund den wirtschaftlichen Umständen im Land, wofür regierende Parteien zu ständig sind, zum Ausdruck an ihren gewählten(gehassten trifft es besser) „Sündenböcke“ bringen können. Ich persönlich bin zwar selbst deutscher, aber Menschen wie mir wird das Leben hier Massiv erschwert aufgrund solcher Menschen. Das heftigste was man sich anhören muss, dass man „kein deutscher ist“!! Aber das kann man nun mal schlecht nachvollziehen, wenn man nicht in solch ein Position sich befindet.
Und eines lasst euch allen gesagt sein „Gewalt hat weder eine Nationalität, weder noch eine Religion. Gewalt gibt es überall und im selben Ausmaß.“

Unwissender
Unwissender
13 Jahre zuvor
Trafalga Law
Trafalga Law
13 Jahre zuvor

Der Artikel ist sehr gut. So Unwissend bist du ja doch gar nicht 😉

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