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Veggie Day? Aber ja bitte doch!

Bad Bunny

ruhrbarone

Nun ist es „raus“ und in allen online Redaktionen tippte man sich gestern die Finger wund. Mit einem fleischlosen Tag in allen öffentlichen Kantinen im Wahlprogramm ziehen Die Grünen in den Wahlkampf für den Bundestag. Ich freu mich drauf…

Man könnte meinen, ich sei ein fieser Zyniker und meine Freude würde darauf abzielen zu beobachten, wie Bündnis90/Die Grünen mit dieser Kampagne gnadenlos gegen die Wand fährt. Falsch! Stimmt nicht, ich freue mich tatsächlich auf den Tag, an dem diese Partei den Veggie Tag erst durchsetzt, dann einführt und anschließend beides verteidigt.

Wieder könnte man meinen, ich sei ein fieser Zyniker, da ich es den Grünen von Herzen wünschen würde, sich tagtäglich mit Anfeindungen von fleischessenden Bürgern auseinanderzusetzen. Falsch! Schon wieder. Ich werde mich tatsächlich nur über die Einführung dieses Tages freuen.

In Deutschland leben so über den Daumen gepeilte 80,5 Millionen Menschen. Ein knappes Drittel dieser Menschen raucht, womit man auf ungefähr 53 Millionen Menschen kommt, die dieses nicht tun.

Von den Menschen die in diesem Land leben sollen sich nun so um die 7 Millionen vegetarisch oder vagen ernähren. Da diese Gruppe von Menschen es für sich beansprucht ein Spiegelbild der Gesellschaft zu sein, kann man die gleich 1/3 2/3 Rechnung aufmachen, sagen wir einfach, 2 Millionen rauchen, 5 tun es nicht, eigentlich aber auch egal.

Fasst man das zusammen, dann kommt man z.B. auf eine Zahl von 48 Millionen Menschen die zwar nicht rauchen, aber Fleisch essen oder Tierprodukte verwenden. Und für diese 48 Millionen Menschen freue ich mich… oder zumindest für ein paar viele von ihnen, ich will ja nicht ungerecht sein und alle über einen Kamm scheren.

Ich werde mich freuen, wenn diese 48 Millionen Menschen am Tag der Einführung des Veggie Days werden realisieren müssen, dass die Liste der Einschränkungen eben nicht beim Rauchen aufhört. Das sie, die gegen die Unvernunft des Rauchens argumentiert und gewettert haben, nun ebenfalls als die „Unbelehrbaren“ gelten werden. Rauchen ist nicht notwendig für den Menschen, er muss es nicht tun, es verursacht und verbreitet nur Leid. Das haben sie zu uns Rauchern gesagt. Stimmt, man muss nicht rauchen, niemand zwingt einen dazu, man braucht es nicht, aber trotzdem wollen es ein paar eben doch tun, weil es ihnen einfach Spaß macht.

Vom Veggie Day an werden sich 48 Millionen nichtrauchende Fleischesser von möglicherweise sogar rauchenden Vegetariern sagen lassen müssen, dass Fleisch zu essen nicht notwendig für den Menschen ist, er muss kein Fleisch essen, er wird in den seltensten Fällen dazu gezwungen und es verursacht Leid. Stimmt ebenfalls, man kommt auch mit einem Knapp Brot über die Runden… nur wollen das viele nicht, weil es eben keinen Spaß macht.

Wie auch immer, ich freue mich darauf, wenn mit dem Veggie Day dem einen oder anderen Nichtraucher ein Stückchen seiner Wahlfreiheit genommen werden wird. Ich freue mich darauf zu sehen, wie die gleichen Mechanismen und Taktiken eingesetzt und die gleichen Reden geschwungen werden werden. Schon jetzt sind die Grünen bemüht zu betonen, dass natürlich niemandem etwas verboten wird. Man darf weiterhin natürlich Fleisch essen, nur eben nicht an diesem einen besonderen Tag in dieser oder jener Kantine.

Gerne darf man kurz vor die Tür gehen, wenn man denn unbedingt Fleisch essen müsse oder wolle. Das ist doch nicht zuviel verlangt für eine rauchfr… ne… eine bessere Welt und die Kommunikation mit den Kollegen, Kommilitonen oder Spielgefährten leidet auch nicht darunter, ganz ehrlich… bestimmt…

Wie gesagt, ich freu mich drauf… und, fast vergessen, der einen oder andere wird es geahnt haben, ich bin ein fieser Zyniker!

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75 Kommentare zu “Veggie Day? Aber ja bitte doch!

  • #1
    verdammtnochmalerhataberauchrecht

    Völlige Zustimmung.

    Wir leben ja bereits jetzt unter übelsten Einschränkungen. Zwei Beispiele.

    1) Man darf nicht nackt in der Öffentlichkeit herumlaufen. Nackt in der Öffentlichkeit zu sein ist nicht notwendig für den Menschen, er muss es nicht tun und verbreitet nur Unerständnis und Ärger. Man muss nicht nackt in der Öffentlichkeit sein. Niemand zwingt einen dazu, man braucht es nicht. Aber manche wollen es eben doch tun, weil es Ihnen Spaß macht.

    2) Man darf nicht morden. Morden ist nicht notwendig für den Menschen, er muss es nicht tun und verbreitet nur Leid. Man muss nicht Morden. Niemand zwingt einen dazu, man braucht es nicht. Aber manche wollen es eben doch tun, weil es Ihnen Spaß macht.

    Diese Liste lässt sich noch beliebig ergänzen.

  • #2
    amo

    Schade, dass die Ruhrbarone eher eine Bashing-Seite werden und man sich wenig mit dem Thema auseinandersetzt. Es geht auch anders.
    Schön dass, am Ende, noch ein Klarstellung kommt.
    „Schon jetzt sind die Grünen bemüht zu betonen, dass natürlich niemandem etwas verboten wird. Man darf weiterhin natürlich Fleisch essen, nur eben nicht an diesem einen besonderen Tag in dieser oder jener Kantine.“

    An dem letzten Satz sieht man eben die Dünnhäutigkeit der Mehrheit, wenn sie sich mal etwas bewegen muss. Vollkommen klar, in jeder Kantine gibt es nur ein paar Gerichte. Zwar wird immer häufiger ein vegetarische Gericht angeboten , aber das ist häufig minderwertig, ein Nachtisch, Fertiggericht. Frisch gekocht eine Fehlanzeige. Ich war schon auf ganztägigen Firmensportveranstaltungen (1000 Leute), da wurde Essen organisiert und es gab Bratwurst und Schnitzel.

    Aber die Mehrheit hat schon ein Problem, wenn aus mehreren vegetarischen Gerichten auswählen darf. Bevormundung! Der Vegetarier muss jeden Tag in der Kantine das essen, was auf den Tisch kommt.

  • #3
    1ng0

    blablabla.

    der vergleich hinkt an so vielen ecken und enden, dass es ein wunder ist, dass der text überhaupt ein ende gefunden hat. ach nee, hat er ja gar nicht. ist einfach irgendwo umgekippt und verreckt.

    die geschichte zeigt doch: gesellschaftliches falsches verhalten wird aus bequemlichkeit und gedankenlosigkeit immer weiter beibehalten. hier auf eine selbstregulation zu hoffen, ist utopisch. in diesen fällen hat die politik eben eine gesellschaftliche aufgabe, über diskussionen und vorschläge und schließlich die gesetzgebung änderungen zu bewirken.

    das war/ist so beim fckw, beim blei im benzin, beim co2, beim seine-eigenen-kinder-schlagen.

    was hier nicht verstanden wird, ist, dass die grünen keinen direkt moralischen impetus haben, sondern tatsächlich das große ganzen sehen: nicht das arme tote tier, sondern die globalen folgen des übertriebenen fleischkonsums.

  • #4
    Nansy

    Aber hallo – der Autor springt etwas zu kurz, oder?
    Unserer grünen Ministerin für Volkserziehungsmaßnahmen, Barbara Steffens, ist doch im September letzten Jahres vom Abstinenzler-Verband Guttempler der “Wegbegleiter”-Preis verliehen worden.
    Zitat aus der Begründung: „Ministerin Barbara Steffens (50) hat in den Jahren ihrer Tätigkeit als Ministerin insbesondere um die Förderung von Prävention, Hilfsangeboten und Repression/Strafverfolgung in der Sucht- und Drogenpolitik große Verdienste erworben.“

    Die Repression (Synonym für Unterdrückung) ist also preiswürdig und offenbar bei den Grünen beheimatet.
    Alkoholtrinken steht auch schon auf der Agenda der Weltverbesserer. Millionen nichtrauchende Alkoholtrinker werden sich von möglicherweise sogar fleischessenden Abstinenzlern sagen lassen müssen, dass Alkohol trinken nicht notwendig für den Menschen ist, er muss keinen Alkohol trinken, er wird in den seltensten Fällen dazu gezwungen und es verursacht Leid. Stimmt, man kommt auch mit einem Glas Wasser über die Runden… nur wollen das viele nicht, weil es eben keinen Spaß macht.

    Ich werde mich freuen, wenn diese Millionen Menschen am Tag der Einführung der Prohibition werden realisieren müssen, dass die Liste der Einschränkungen eben nicht beim Rauchen und beim Fleischessen aufhört. 😉

    zu #1:
    wie passt der Vergleich mit den Morden in diese Diskussion? Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich!

  • #5
    TuxDerPinguin

    ihr hattet ein Tag Zeit zu überlegen. Und macht es trotzdem nicht viel besser als die BILD. Zumindest schränkt ihr ein, dass nur „öffentliche Katinen“ genannt werden.
    Aber auch für diese kann man keine Gesetze schließen. Alles wird bei der Werbung für so einen Tag bleiben.

    Was ich sehr gut finde, denn es könnte die Awareness erhöhn. So konnte man sich in meiner Uni als Vegetarier noch durchschlagen. Aber als Veganer hatte man Pech. Da konnte man sich nur teuer Obst kaufen oder nen Salat..

    Im Prinzip steht das bei anderen Parteien auch so im Programm. „Weniger Fleisch essen“ fördern… z.B. gab Aigner dafür auch schon Fördergelder.

    Ich weiß nicht ob es mit Sommerloch oder der bevorstehenden Wahl zu tun hat, dass man diesen seit Jahren in Wahlprogrammen – nicht nur bei Grünen – stehenden Punkt nimmt und lügt, dass es sich um ein Verbot handeln würde. *schulternzuck*

    Bei der BILD glaub ich auf jeden Fall letzteres. Bin gespannt, was sie in ihrer Sonder-Ausgabe vor der Wahl schreibt… zumindest kann man so sehen wie sich Nachrichten von der BILD in andere Medien ausbreiten und die alle überführt werden, BILD zu lesen und deren Informationen ohne Recherche zu übernehmen. Das wäre mir so peinlich 😀

  • #6
    Stefan Laurin

    @TuxDerPinguin: Besser als Bild ging nicht – und das meine ich ernst. Die haben das Verbot bestens herausgearbeitet. Und Michael zeigt die Zusammenhänge auf. Perfekt!
    @amo: Heul doch 🙂 Es geht nicht um Auswahl, es geht darum ob etwas verboten wird oder nicht und wie stark sich der Staat in das Leben der Menschen einmischt. Es geht um Volkserziehung – das Lieblingsthema der Grünen und aller anderen autoritären Parteien.

  • #7
    OMG

    Komisch, warum habe ich nur den Eindruck, dass die Kommentare hier genauso militant sind und genauso zu Extremen greifen wie die Nichtraucher die ständig auf den Rauchern rumhacken.

    Der erste Kommentar hat für mich die gleiche Qualität wie „Atombomben sind auch nicht gefährlicher als Messer wenn sie in den falschen Händen sind“ – hat was von Äpfel und Birnen.

    Im Zweiten sieht man die Dünnhäutigkeit der Gutmenschen – was fällt den Ruhrbaronen ein gegen etwas zu sein was so offensichtlich gut für alle ist! Es ist wichtig dass die Minderheit der Mehrheit sagen darf was gut und richtig ist. Der Mensch muss vor sich selber geschützt werden!
    Keine Entscheidungsfreiheit für niemanden!

    Bevormundung durch den Staat! Freiheit nur noch in der Wohnung! Ach nein, da auch nicht.
    Was kommt als nächstes? Das Verbot von Grillen im Viertel damit die Vegetarier und Veganer vor dem widerwärtigen Fleischgeruch geschützt werden können? Damit – wie beim Rauchen – bloss kein ekliger Gestank in der Kleidung haften bleibt?

    M.M. zieht der Artikel einen fairen Vergleich zum Thema Bevormundung. Denn darum geht es: Dem (eigentlich) denkenden und selbstverantwortlichen Bürger in die Parade zu fahren und ihm vorzuschreiben was er zu tun und zu lassen hat weil jemand „da oben“ meint zu wissen was gut für alle ist.

    Dinge wie „nicht nackt herum laufen“ und „nicht morden“ sind auch ohne Gesetze gesellschaftlicher Konsens in diesem Land (andere Länder, andere Sitten) – weil aber niemand mehr dem mündigen Bürger zutraut, bei anderne Themen auch einen Konsens zu finden und uns das Denken ja mehr und mehr abgenommen wird, deswegen muss uns jetzt vorgeschrieben werden was gesund ist.

    Statt aber den Leuten Bildung zu ermöglichen oder die Ermöglichung von fairen Einkommen, so dass sich sogar Familien am Existenzminimum gesund ernähren könnten, nein, es kommt die Bevormundung über einen Veggie Day. Alle werden zwangs-gesund-ernährt in der Kantine. Wems nicht passt, kann ja wie die Raucher, vor die Tür gehen. Wir teilen die Bevölkerung in die bösen vor der Tür und die guten im Haus.

    Nur mal so am Rand – glaubt denn wirklich irgendjemand, das Essen in der Kantine, das auf Kante genäht wird, bei Fleisch *und* bei Gemüse, wäre dann gesund?

    Für Leute, die sich gerne bevormunden lassen, die das Denken einstellen und sich unterordnen, mögen die Grünen eine tolle Partei sein. Für mich sind sie genauso unwählbar wie eine CDU/CSU.
    Aber vermutlich bilden genau die beiden dann die nächste Koalition.

  • #8
    verdammtnochmalerhataberauchrecht

    Liebe OMG,

    du hast Recht. Natürlich sind die Beispiele vom Nackt Herumlaufen und Morden überspitzt. Es hätten sich auch zahlreiche andere Beispiele gefunden, wo die gesellschaftlicher Konsens und Gesetzeslage sich nicht überlappen. Leider hast du den Punkt nicht verstanden, dass lediglich der Spaß-Faktor angegriffen wird, der im Blog so verteidigt wird, als wäre es das höchste Recht.

    An dem Grünen-Vorschlag kann man berechtigte Kritik äußern. Was in dem Blog verfasst wird, ist absurd, darauf zielte mein Kommentar ab.

    Absurd ist auch, das wesentlich elementarere Recht derzeit massiv verletzt werden, und das zumindest unter der Toleranz aber eher mit Mitwirkung der letzten Regierungen, die Leute sich aber mehr aufregen, wenn sie ein Steak weniger die Woche konsumieren können.

    Cheers

  • #9
    1ng0

    @stefan laurin

    volkserziehung wird auch „gesetzgebung“ genannt. wird ja die meiste zeit nicht als erziehende maßnahme begriffen (und war auch keine erfindung der grünen) bzw. sogar begrüßt, wenn die ziele geteilt werden.

    die grünen haben immer wieder betont, dass das thema vegetarismus vor allem aus klimaschutzgründen eine rolle für sie spielt. wenn ich die berichte bei euch über datteln etc. richtig erinnere, ist euch das doch auch nicht ganz unwichtig.

    aber halt, natürlich nicht, wenn es um die wurst geht. da versteht der deutsche lokalblogger keinen spaß.

  • #10
    Ungesundheitsminister

    Düsseldorf. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) ist Vorwürfen entgegengetreten, sie plane die schrittweise Einführung einer Alkohol-Prohibition. Tatsächlich plädiere sie lediglich für die Einführung eines alkoholfreien Tages in der Woche. Welcher Wochentag dies letztlich sein werde, sei das Ergebnis der demnächst anstehenden Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD, erklärte die Ministerin. Persönlich empfehle sie, den Samstag zum Anti-Alkohol-Tag zu machen. Das Verbot, alkoholhaltige Getränke anzubieten, müsse sowohl den Einzelhandel als auch die Gastronomie umfassen. Dabei dürfe man auch nicht zwischen Innen- und Außengastronomie unterscheiden. Alkohol sei drinnen und draußen gleichermaßen schädlich. Auch bei Brauchtums- und Sportveranstaltungen dürften an solchen Tagen keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt werden, forderte Steffens. Sie erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass samstags insbesondere die Spiele von Jugendteams ausgetragen werden. Erwachsene müssten dabei eine Vorbildfunktion erfüllen. Intensiv müsse darüber diskutiert werden, ob an Anti-Alkohol-Tagen Nahrungsmittel, Süßigkeiten oder Medikamente verkauft werden dürfen, wenn sie in geringen Mengen Alkohol enthalten. Im medizinischen Bereich stünden homöopathische Alternativen bereit, so Steffens.

  • #11
    Nansy

    Alles nur ein Mißverständnis? Niemand will uns etwas vorschreiben?

    Schauen wir uns doch mal den Beschluss der 32. Ordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz (aus dem Jahr 2010) an:
    „BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen den „Veggie-Day“

    „Die Einführung eines fleischfreien Tages in der Woche ist ein wichtiger Schritt dahin, mehr Menschen zum Nachdenken über „eingefleischte“ Konsumgewohnheiten zu bewegen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen die „Veggie-Day“ Kampagne und setzen sich auf allen politischen Ebenen und in ihren eigenen Veranstaltungen und Gremien für die Umsetzung ein…..“

    Noch ein bemerkenswerter Satz aus diesem Beschluss:
    „Das Private ist politisch, das gilt besonders für den Einkaufskorb und führt dazu, die Politik in die Pflicht zu nehmen für neue Rahmenbedingungen.“

    Der Bürger darf also privat nicht mehr die volle Entscheidungsfreiheit über seinen Einkaufkorb haben? – Schon wieder ein Mißvertändnis? Das schöne Wort Rahmenbedingungen soll über die wahren Absichten wohl hinwegtäuschen.

    Vergleiche wie “nicht nackt herum laufen” und “nicht morden“ sind für mich nur der jämmerliche Versuch, die Einmischung der Grünen in die privaten Konsumgewohnheiten kleinzureden.

    Bevormundung, Volkserziehung und missionarischer Bekehrungseifer – so wird ein Schuh draus…

  • #12
    der, der auszog

    Je größer die Wahrscheinlichkeit ist, eine Wahl nicht zu gewinnen, desto bekloppter werden die Forderungen, Wünsche und Versprechungen.

    Peer Steinbrück bildet sich ein, 10 Mio. Nichtwähler aus der Reserve locken zu können und Renate Künast zeigt wie man´s macht, nämlich mit der Möhre…

  • #13
    Erwin Kröttenkötter

    @TuxDerPinguin: Bravo zum hellsichtigen Meta-Kommentar. Beleg und Weiterführendes bei Stefan Niggemeier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/veggie-day-wie-man-aus-alten-fleischabfaellen-der-bild-zeitung-nachrichten-macht/

  • #14
    Stefan Laurin

    @Erwin Kröttenkötter: Ich hab es gestern schon geschrieben und wiederhole es jetzt gerne: Das Verdienst der Bild war es sich nicht vom Grüne-Neusprech vom Veggie-Day beeindrucken zu lassen, sondern die Grünen Pläne von Veggie-Day Standard als das zu beschreiben was es ist: Ein partielles Verbot von Fleisch, nicht die Möglichkeit für alle die es wollen vegetarisch zu essen:
    „Deshalb fordern wir mehr Verbraucheraufklärung zu den gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen des Fleischkonsums.
    Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein „Veggie Day“
    sollen zum Standard werden.“
    Ansonste all ihr Freunde der grünen Öko-Übermenschenideologie macht Euch mal klar dass es irgendwann auch Euch erwischt: Weil ihr Alkohol trinkt, zu viel Salz nehmt, Süßigkeiten (Droge Zucker !!!) mögt oder zu dick seit. Es sind immer nur kleine Eliten die der wahren Lehre gerecht werden und dadurch ihren Herrschaftsanspruch und ihre Deutungshoheit beziehen. Und Eliten brauchen immer viel Volk 🙂

  • #15
    Hase

    Ja super, dann kann ich ja auch einfach meinem Nachbarn ein paar in die Fresse hauen. Ist zwar nicht nett, verursacht bei ihm Schäden… aber mir macht’s einfach Spaß!!! Und den will ich mir doch von niemanden verbieten lassen…

  • #16
  • #17
    Martin Böttger

    @ 6 Stefan
    „besser als Bild ging nicht“, dann ist das hier wohl unter Bild-Niveau?
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/veggie-day-wie-man-aus-alten-fleischabfaellen-der-bild-zeitung-nachrichten-macht/
    Jürgen Becker hat mal gesagt: „Parallelgesellschaften schaffen wir selber; da brauchen wir keine Ausländer dafür.“

  • #18
    Stefan Laurin

    @Martin Böttger: Den Niggemeier Text habe ich schon mehrmals kommentiert. Bild hat rausgearbeitet das hinter dem Grünen-Neusprech vom Veggie-Day nichts anderes als ein partielles Verbot steckt. Das ist schon eine gute Leistung, die natürlich der Grünen-PR nicht passt.

  • #19
    paule t.

    Okay, Stefan Laurin hält also die Lüge, „Unterstützung einer Kampagne für einen fleischfreien Tag in Kantinen“ mit „So wollen uns die Grünen das Fleisch verbieten“ gleichzusetzen, für „rausgearbeitet“ und eine „gute Leistung“. Na, das merke ich mir doch für das Niveau der Ruhrbarone.

  • #20
    Peter Podewitz

    @verdammtnochmalundsoweiter #8
    Die Analogie mit dem nackt herumlaufen eignet sich hervorragend für das Rauchverbot – allerdings mit der Erweiterung das dann die Grünen ein Verbot ALLER FKK-Einrichtungen beschlossen hätten. Für den Veggie-day müsste man es wegen der Verhältnismäßigkeit umdrehen: das nämlich die Grünen einen verpflichtenden Nackt-Tag einführen wollen.

    @ #2 #3
    Kurz gesagt: ihr haltet das für richtig und deshalb ist es gut, dieses allen anderen aufzuzwingen. So in etwa?

  • #21
    Stefan Laurin

    @paue-t: Grüne: “Deshalb fordern wir mehr Verbraucheraufklärung zu den gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen des Fleischkonsums.
    Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein „Veggie Day“
    sollen zum Standard werden.” Ein Veggy-Day ist schlicht ein Tag an dem es kein Fleisch gibt – Volkserziehung pur. Wer das fordert, fordert das Verbot von Fleisch an bestimmten Tagen.

  • #22
    Stefan Laurin

    @Peter Podewitz: „Kurz gesagt: ihr haltet das für richtig und deshalb ist es gut, dieses allen anderen aufzuzwingen. So in etwa?“ Das ist so, wenn autoritäre Organisationen kleinen Geistern das Gefühl geben, Teil einer Elite zu sein 🙂

  • #23
    1ng0

    @ #20 jetzt hör doch auf mit diesem geheule wegen zwang.

    das leben ist voller zwänge, auch deins. und ein teil davon wird von der politik ausgeübt. du wirst gezwungen, nicht besoffen auto zu fahren, nicht deine kinder zu schlagen, nicht die umwelt zu verschmutzen. uswusf.

    ihr könnt ja gerne euer persönliches wohl (fleisch schmeckt, alles andere wird ausgeblendet) über das gesellschaftliche wohl (die folgen der fleischproduktion für umwelt, gesellschaft und ethische verfasstheit) zu stellen. aber spielt euch dann doch bitte nicht so heuchlerisch auf, sondern genießt eure würste und schnitzel im stillen, anstatt einen auf jeanne d’arc zu machen.

  • #24
    Klaus

    Als die Grünen das Rauchen verboten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Raucher.
    Als sie die Fleischesser aussperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja Vegetarier.
    Als sie die Biertrinker ausgrenzten, habe ich geschwiegen; ich war ja Abstinenter.
    Als sie mir meinen Spaß verboten haben, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

  • #25
    paule t.

    @ #21 Stefan Laurin

    Eben – es ist ein Tag in der Kantine, sofern der Betreiber sich an einer von der Regierung unterstützten Kampagne beteiligen möchte.
    Wer das nicht ertragen kann, einen Tag in der Woche – höchst sinnvollerweise – mal kein Fleisch zu essen, geht zum Imbiss um die Ecke, bringt sich was mit, oder, wenn es genug Leute sind, die das wollen, protestiert beim Betreiber, bis der Veggietag wieder abgeschafft wird. Ich als Nicht-Vegetarier, der aber gerne weniger Fleisch essen möchte, würde mich jedenfalls darauf freuen, im vegetarischen Bereich mal einen Tag in der Woche mehr als ein Gericht zur Auswahl zu haben.

    Das hat mit „Fleischverbot“ aber so viel zu tun wie die „Bild“-„Zeitung“ mit Journalismus, nämlich gar nichts.

  • #26
    Stefan Laurin

    @paule t.: Ich bin dabei wenn es darum geht, dass es überall auch Angebote für Vegetarier geben sollte. Nur grüne Volkserziehung mag ich nicht. Angebote für alle – das reicht. Aber hey – das würde ja Toleranz bedeuten…

  • #27
    steffie

    Auf was für einem Niveau die Ruhrbarone dieses Thema aufgreifen ist ja unfassbar. Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Wer sagt denn, dass ihr Fleischesser am Veggie-Tag in der Kantine essen müsst? Niemand. Der Veggie-Tag ist doch kein Verbot, sondern lediglich ein Angebot. Ich finde die Idee gut, weil dann einen Tag in der Woche in Kantinen (die wollen, NICHT MÜSSEN) frisches, vegetarisches Essen angeboten werden kann. Das kommt nämlich oft zu kurz, weil alle Köche damit beschäftigt sind, die Schnitzel, Currywürste und das Gulasch zuzubereiten.

    „man kommt auch mit einem Knapp Brot über die Runden“ Was haben denn der Autor und auch Herr Laurin für eine Vorstellung von vegetarischem Essen? Da bleibt mir echt die Spucke weg. Die ganze Diskussion um den Veggie-Tag wird auf Bild-Niveau verfälscht, weil die Ruhrbarone eine persönliche Vendetta gegen die Grünen führen müssen. Ich frag mich nur, ob ihr schlecht recherchiert habt, weil ihr nur bestimmte Dinge sehen wolltet oder ob ihr den Vorschlag absichtlich falsch darstellt, weil ihr die Grünen hasst.

    Sicher wäre es besser, der Mensch wäre ein vernünftiges Wesen welches begreifen könnte, wieviel Schaden durch die industrielle Argrarwirtschaft und dem übertriebenen Fleischkonsum auf der ganzen Welt und für alle entsteht. In letzter Zeit häufen sich die Dokumentationen im Fernsehen genau darüber. Sind sogar im Internet noch anschaubar. Aber nein, der Deutsche schreit direkt auf, wenn man ihm vorschlägt, doch mal einen Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten. Reicht das Salamibrot zum Frühstück denn nicht? Nein, es muss täglich ein Schnitzel sein, oder was?

    Ja, das ist ein Eingriff in das private Leben der Bürger. Aber ein berechtigter. Früher war es auch ein „katastrophaler Eingriff in das Privatleben der Bürger“, wenn man eingeworfen hat, seine Frau einfach schlagen und vergewaltigen zu dürfen ist vielleicht doch nicht so töfte. Argument: Ist ja Privat, nicht öffentlich, geht niemanden was an. Tja, isses aber halt nie gewesen. Und Fleischkonsum ist in dieser Gesellschaft nun mal auch nicht privat, sondern öffentlich. Denn er hat Konsequenzen für Menschen, Umwelt und Tier.

  • #28
    Stefan Laurin

    @steffie: Ein Angebot wären vegetarische Gerichte und keine Volkserziehung durch Fleischverbot. Übrigens: Würdest Du bei Fleischtage in Kantinen sagen: „OK, dann essen die VegetArier eben draussen?“ Eher nicht… Aber übe Dich ruhig weiter im grünen Neusprech – vielleicht darfst Du ja einmal einen ganzen Häuserblock kontrollieren 🙂

  • #29
    Nansy

    Bezeichnend: jetzt geht das Gequengel bei den Anhängern der Grünen los: „mein Gott, es ist ja nur ein Tag….“ oder „ihr werdet ja wohl auf ein Schnitzel in der Woche verzichten können…“
    Die Antwort darauf ist einfach, wird aber wohl nie von den Ideologen verstanden werden: natürlich kann ich ein Schnitzel weniger essen, oder auch zwei, oder drei – das liegt aber in meiner Entscheidung wie, wann und ob ich das mache. Aber wie gesagt, notorische Weltverbesserer werden dieses Argument nie zulassen.

    Eingriffe in die Konsumgewohnheiten der Menschen mit Morden, Vergewaltigungen, oder Schlagen von Frauen zu vergleichen (wie hier wiederholt geschehen), ist offensichtlich das Eingeständnis völliger Hilflosigkeit beim Verteidigen eines neuen schwachsinnigen Reglementierungsversuches der deutschen Verbotspartei…

  • #30
    Wolfgang

    Ruhrbaron schreibt

    „Fasst man das zusammen, dann kommt man z.B. auf eine Zahl von 48 Millionen Menschen die zwar nicht rauchen, aber Fleisch essen oder Tierprodukte verwenden.“

    selbst strikte Veganer verwenden regelmäßig Tierprodukte zB Schuhe und selbst wenn sie in Hanfschuhen herumlaufen, fahren sie Rad oder Auto- und in den Reifen sind auch Tiermaterialien (Teile von Rinderhirn)enthalten.

  • #31
  • #32
    der, der auszog

    Wie wäre es eigentlich mit einem Rauchertag pro Woche, also einen Tag in der Woche, an dem in Kantinen, Mensen, Gaststätten, Restaurants und Kneipen geraucht werden darf?

    Diejenigen, die nicht rauchen wollen, können an diesem Tag ja an einen Ort gehen, an dem sie nicht rauchen brauchen…

    Diesen einen Tag in der Woche könnte man dazu nutzen, um darüber nachzudenken, welche ideologischen und physischen Ergüsse beispielsweise einem Daniel Cohn-Bedit kommen, wenn er eben keinen reinen Tabak raucht, sondern sich mit Bewusstseins erweiternden Stoffen aus rein ökologischen Anbau (versteht sich) die Hucke voll knallt, um seiner Aufgabe als Erzieher in einem Kindergarten gerecht zu werden…

  • #33
    Stefan Laurin

    Also: Mal abgesehen von den Fanatiker-Honks die hier heute aufschlagen gibt es auch sehr vernünftige Veganer:
    „Nicht einmal der Vegankoch und Buchautor Attila Hildmann („Vegan for Fit“) hält den Grünen-Vorstoß für überzeugend. „Ich halte nichts davon, wenn man Menschen etwas aufzwingt. Das ist nicht meine Philosophie“, sagte Hildmann der „Neuen Presse“. „Ich animiere die Menschen, diese genussvolle, bunte Küche selber auszuprobieren. Dann kommt die Motivation von allein, ganz ohne Zwang. Es ist doch viel schöner, wenn jemand selber entscheidet: Ich esse ein veganes Gericht in der Woche, um mir selber etwas Gutes zu tun“, sagte er.“
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/spd-gegen-veggieday-ein-ganz-seltsames-bevormundungsmodell/8599426-2.html

  • Pingback: Wie fleischlos wollen die Grünen? | Ruhrbarone

  • #35
    Helmut Junge

    @Steffie
    „Wer sagt denn, dass ihr Fleischesser am Veggie-Tag in der Kantine essen müsst?“
    Natürlich geht das nicht soweit, dass die Menschen gezwungen werden, an einem solchen Tag in der Kantine essen zu gehen. Kommt vermutlich noch, aber nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.
    Wenn es keine Alternative zur Kantine gibt, werden die schon kommen.
    „Der Veggie-Tag ist doch kein Verbot, sondern lediglich ein Angebot.“
    Ach? worüber sprechen wir eigentlich?
    Ich verstehe die Idee als Wahlkampfthema doch nicht als Angebot. Das gibt es doch längst als freiwilliges Angebot. Ich verstehe den grünen Vorschlag so, dass es einen Tag in der Woche, vielleicht am Freitag kein Fleisch geben darf. Das hatten wir schon.
    Das ist sicherlich auch im Sinne des Papstes.
    Es soll meiner Einschätzung nach ein Gesetz werden, selbst wenn es vorsichtiger formuliert wird. Mehrere Medien zitieren so: „Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein ‚Veggie Day‘ sollen zum Standard werden.“
    Also @Steffie, wenn daraus kein Gesetz werden soll, was soll es den sonst sein? Eine Spaßnummer etwa?
    Laurin hat Recht, wenn er von „Neusprech“ redet. So klingt das besser, als wenn man sagen würde, dass der Koch, der sich nicht daran hält, sich strafbar machen wird. Da werden dann Speiseproben gesammelt und auf tierische Rückstände hin analysiert werden müssen. Wenn es erst Gesetz ist. Kneipen werden auch kontrolliert, ob dort geraucht wird. Anders kann man Gesetze gar nich durchsetzen.

  • #36
    Peter Podewitz

    @ #23
    Fleischkonsum ist in Deinen Augen also mit betrunkenem Autofahren und häuslicher Gewalt gleichzusetzen? Echt jetzt? Dann stellt Fleischkonsum also demnächst eine Straftat dar, ja? Danke für die Ehrlichkeit.
    Oder wolltest Du nur rumheulen, weil die dummen, dummen Menschen wieder sooo uneinsichtig sind, daß man sie leider, leider zwingen muß. Papas Liebe kann eben manchmal wehtun …

  • #37
    Hase

    @ # 36 Durch Flesichkonsum verenden täglich Millionen Lebewesen, die oft weniger als ein Lebensjahr unter schlimmsten Bedingungen dahinvegitieren mussten, qualvoll. Wertvolle Getreide und pflanzliche Lebensmittel werden abgeerntet, um den künftigen Burgern was zu futtern zu geben. Lebensmittel, mit denen man locker Milliarden Menschen ernähren könnte. Fleischverzicht würde also den Hunger in der Welt stoppen.

    Du hast also Recht: Fleischkonsum mit betrunkenem Autofahren gleichzusetzen ist tatsächlich töricht. Letzteres richtet viel weniger Schaden an.

  • #38
  • #39
    Christian

    Der Vergleich von Rauchen und Fleischessen bzw. der geforderten/eingeführten „Einschränkungen“ hinkt an so vielen Stellen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

    Wie wäre es hiermit: Rauchen schadet in erster Linie dem Verursacher (und in zweiter Linie anderen Menschen, die sich aber gut wehren können), während Fleischessen in erster Linie anderen schadet (Tieren, die sich nicht wehren können) und erst in zweiter Linie, wenn überhaupt, dem Verursacher.

    Auf der Basis dieser Betrachtung wäre ein Fleischess-Verbot einfacher zu rechtfertigen als ein Rauchverbot.

    Schonmal so gesehen?

    Metainformation zur Hilfe bei der Schubladisierung meiner Person/meines Beitrags: Ich bin gelegenheitsrauchender Wenig-Fleischesser. Sorry.

  • #40
    Peter Podewitz

    @39 Christian
    Darf ich das dann so verstehen, daß Du ein absolutes Rauchverbot für überzogen und ein totales Fleischverbot für überfällig hältst? Das habe ich wirklich noch nicht so gesehen. Werde ich wohl auch nicht, weil ich beide Verbote für Folge einer einseitigen luxusüberfütterten Wohlstandsmeierei halte.

    @37 Hase
    Und die Millionen Lebewesen, die bei der Produktion von Salat, Mais, Bohnen und sonstigen pflanzlichen Nahrungsmittel mit Konsumentenziel Mensch gemordet werden? (Insektenvernichtungsmittel (Chemie oder natürlich) , Vereinnahmung des natürlichen Lebensraumes etc.) oder den sonstigen tierischen Opfern, die Deinen Lebensweg pflastern? Oder glaubst Du, die Insekten haben die Wiese freiwillig geräumt, bevor darauf das Haus, in dem Du wohnst, die Strasse auf der Du … (ups, Vorsicht!) fährst? Egal: … gebaut wurde?
    Aber egal: Deiner Sichtweise zufolge ist Fleischkonsum also Mord/Folter/Terror und gehört konsequenterweise als Straftat verfolgt, richtig? Mehr wollte ich ja nicht wissen.

  • #41
    Christian

    Peter, was meinst du mit „Folge einer einseitig luxusüberfütterten Wohlstandsmeierei“? Welche Art von Verboten hältst/hieltest du denn für richtig? Welche für falsch? Und warum? Was sollten deiner Meinung nach die Kriterien für ein staatliches Verbot (und damit zwangsläufig Einschränkung individueller Freiheiten) sein?

  • #42
    steffie

    Wow, Laurin, jetzt machst du noch einen Blockwart aus mir? Tja, wer keine Argumente hat…

    Ich würde gerne mit dir diskutieren, geh doch mal auf meine Argumente ein, anstatt mich beleidigen zu wollen. Was hältst du denn von den Umweltschäden, die die Fleischwirtschaft verursacht? Wie ist denn dein Vorschlag zur Vermeidung dieser Schäden? Mein persönlicher ist ja der Vegetarismus, aber ich höre auch gerne noch deinen Vorschlag, vielleicht ist er ja besser.

    Oder was ist dein Vorschlag zum Thema Gifte im Fleisch. Z.B. Kühe können keinen Mais vertragen, sie bekommen davon eColi Bakterien im Pansen. Trotzdem werden Kühe, aus wirtschaftlichen Gründen mit Mais gefüttert. Die Bakterien gehen dann auch ins Fleisch, deswegen muss das Fleisch noch mal extra behandelt werden, denn Menschen können von den Bakterien sterben (ist schon passiert). Also, dein Vorschlag? Und komm jetzt nicht mit „Regulierung der Agrarindustrie“, das wäre ja ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft.

  • #43
    Stefan Laurin

    @Steffie: Ich neige nicht zu Ökohysterie. Was mich freut ist das durch Wirtschaftswachstum und Agratechnik sich die Ernährungssituation der Menschen verbessert hat. Meine Lösung? Mehr Kapitalismus, offene Grenzen, keine Subventionen, mehr High-Tech, mehr Wachstum. Mais und Kühe? Keine Ahnung. Wenn es übel ist, soll es verboten werden. wenn es die übliche Öko-Paranoia ist, wovon ich ausgehe, ist es mir egal.

  • #44
    Peter Podewitz

    @41 Christian
    Mit der Wohlstandsmeierei meine ich diese schon hektisch anmutende Suche nach Problemen, welche tatsächlich und bei näherer Betrachtung entweder gar keine sind, bzw. deren vermeintliche Lösung nicht nach den Ursachen greift, sondern durch ein nutzloses, möchtegernsymbolisches „Hier können wir was tun“ ein verantwortungsvolles Bewußtsein suggerieren soll.
    Beispielsweise führt Hase unter #37 den Hunger in bestimmten Regionen ins Feld. Zu kurz gedacht, denn durch Fleischverzicht geht der nicht weg. Die Ursachen für die Schieflage in der Welternährung sind eher in Profitorientierung, staatlicher oder wirtschaftlicher Vereinnahmung und tausenderlei mehr zu suchen (ob man sie da auch findet? Eher, als im Fleischkonsum, meinst Du nicht auch?).
    Verbote finde ich da gut, wo sie das unmittelbare oder offensichtlich zusammenhängend mittelbare Miteinander der Menschen betreffen. Ein Fleischverbot für Bruder Schwein und Schwester Kuh oder das für Weltklima oder gegen den Hunger in der dritten Welt gehören für mich in die Gruppe der mangelhaft hinreichenden Gründe.
    Sind wir wieder Freunde? Dann gehe ich jetzt händeringend in Ostafrika benötigte Weizenflächen kahltrinken.

  • #45
    Puck

    @Steffi

    Wissen Sie, was das Problem ist? Das ist nicht das vegetarische Essen, das schmeckt mir ganz gut, und ich esse vegetarisch, wenn mir danach ist, und Fleisch und besonders gerne auch mal Fisch, wenn mir danach ist.

    Das Problem ist das Sendungsbewußtsein einer gewissen Sorte Vegetarier – besonders die Veganer sind da sehr auffällig – die sich automatisch mit dem Verzicht auf Fleisch auch stets als die besseren Menschen präsentieren.

    Das nervt.
    Und es überzeugt keinen, das ist das Schlimmste: Es erzeugt Abwehrhaltungen.
    Das wiederum nährt einen klammheimlichen Verdacht: Eine gewisse Sorte Vegetarier /Veganer wollen gar keinen überzeugen, sondern sich als exclusiver Club fühlen, der auf den Rest der Menschheit runterblickt.

  • #46
    Raucher

    Der Mythos des vegetarischen Führers war in erster Linie gedacht um dem Volk zu zeigen dass ihr Diktator mit gutem Beispiel voran geht und gesund lebt. Den Nazis waren gesunde, fruchtbare Bürger ja wichtig, es gab z.B. auch eine anti- Raucher Kampagne
    http://www.vegetarierforum.com/threads/13796-Hitler-und-die-Vegetarier

    wieso werde ich immer daran erinnert, wenn ich das „Grün“ sehe, höre, lese..?

  • #47
    Christian

    @44 Peter

    Bei den von Ihnen so bezeichneten „Problemen, welche… gar keine sind“ handelt es sich doch hier im Kern und unabhängig von allen gegenseitigen Bezichtigungen, was denn notwendig und was übertrieben, was unverantwortlich und was hysterisch sei, um die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit von (massenhaftem) Konsum von Tierprodukten, welche zunächst mal auf die Frage hinausläuft, welche Rechte man Tieren zugestehen will.

    Mit Ihrer Formulierung „Miteinander der Menschen“ schließen Sie Tiere kategorisch aus staatlicher/gesellschaftlicher Fürsorgepflicht aus. Halten Sie also das Verbot der Tierquälerei für überflüssig und sehen Sie es als unnötige Einschränkung persönlicher Freiheit? (Die veralbernde Formulierung „Bruder Schwein und Schwester Kuh“ lege ich Ihnen jetzt mal nicht so aus, dass Sie Rechte nur Ihren Familienmitgliedern zugestehen wollen.)

    Oder erkennen Sie die wissenschaftlich gut fundierte Feststellung an, dass die Fähigkeit, Schmerz, Leid und Angst zu empfinden bei Mensch und zumindest bei „höheren“ Tieren ähnlich ist und sich daraus für den Umgang mit Tieren bestimmte Verhaltensregeln und -verbote ergeben, so z.B. für die Schlachtung von Tieren?
    Dann wären Sie nur noch einen Schritt davon entfernt, anzuerkennen, dass im Verhältnis von massenhaftem Töten und vorherigem lebenslangem Leidenlassen einerseits und dem Genuss andererseits (beim Fleischessen) ein ethischer Konflikt besteht, der sich zwar nicht einfach auflösen lässt, dass sich aber weniger Fleisch- und Tierproduktekonsum als Schritt zur Lösung anbietet.

    Und so wie ich den Vorstoß der Grünen, über den hier so heiß debattiert wird, verstehe, ging es um nichts anderes, als genau das zu fördern und fordern.

    Um auf Ihre vorherige Frage zurück zu kommen: Ich halte weder etwas von einem generellen Rauch- noch von einem Fleischkonsum-Verbot, aber ich halte Initiativen aus der Politik, die Angebote zur Reduktion fördern/fordern, für sinnvoll.

    PS: Dass fleischarme/-freie Ernährung alleine den Hunger in der Welt beseitigt, glaubt hier wohl niemand. Dass sie einen Beitrag dazu leisten könnte, steht dagegen für viele außer Frage, siehe z.B. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/heutiges-ackerland-koennte-vier-milliarden-menschen-mehr-ernaehren-a-914457.html bzw. http://iopscience.iop.org/1748-9326/8/3/034015

  • #48
    Peter Podewitz

    @ Christian
    Ich erachte das menschliche Leben einfach für höherwertig. Und nach der Deinerseits unterstellten Haltung gegen Tierquälerei bin ich raus. Ich sag dann einfach mal: wenn Du meinst. Und gut is.

  • #49
    KClemens

    #14 | Stefan Laurin

    Ich denke, das ist vergebene Liebesmüh, an den Verstand zu appellieren und auf andere mögliche Verbote zu verweisen.

    Ich denke mal, der Bodensatz derer, die am Trauma der späten Geburt leiden, dürfte bundesweit locker an die 25% reichen, bei den Grünen aber die 50% spielend überschreiten.

    Vermutlich hat sich Frau Künast nun entschieden, kein Fleisch mehr zu essen. So wie sie, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört hat, plötzlich für sich das Recht reklamierte, über all auf der Welt rauchfreie Gastronomie vorfinden zu können.

    Kein Scherz, das hat sie tatsächlich im Vorlauf zu den Rauchverboten in Deutschland so in den Medien gesagt. (Bin momentan nur zu faul zum googeln)

    Da kann man nur hoffen, daß kein Grüner und keine Grüne plötzlich eine der Weltreligionen für sich entdeckt, oder dem Sex abschwört.

  • #50
    KClemens

    #24 | Klaus

    Etwas ähnliches habe ich zur Einführung der Rauchverbote bei SPON geschrieben. Es hat 3 Tage gedauert, bis das Post nach mehrmaligem Einstellen veröffentlicht wurde.

    Das sagt schon viel über die Geisteshaltung über das „Sturmgeschütz der Demokratie“ und die Medien als „4. Gewalt im Staat“.

  • #51
    KClemens

    #25 | paule t.

    Eben – es ist ein Tag in der Kantine, sofern der Betreiber sich an einer von der Regierung unterstützten Kampagne beteiligen möchte.
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Und wenn er nicht will, so wie die Gastwirte sich gegen die kompletten Rauchverbote gewehrt haben, wird er per Gesetz gezwungen.

    Denn das allererste bundesweite Rauchverbot wurde eingeführt, bevor es eine mit der DEHOGA vereinbarte Evaluierung über den Anteil von Nichtrauchergastronomie gab. Der vereinbarte Termin wurde fallen gelassen und seinerzeit von Frau Bätzing so kommentiert, daß vor Ablauf einer bestimmten Frist, die Gastwirte die Quote nicht erfüllen würde, und deshalb gäbe es jetzt eben ein bundesweites Rauchverbot. Das allerdings später in der verabschiedeten Form vom BVerfG wieder zerschossen wurde.

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Wer das nicht ertragen kann, einen Tag in der Woche – höchst sinnvollerweise – mal kein Fleisch zu essen, geht zum Imbiss um die Ecke, bringt sich was mit, oder, wenn es genug Leute sind, die das wollen, protestiert beim Betreiber, bis der Veggietag wieder abgeschafft wird.
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Das wird man nicht zulassen. Statt dessen wird mittels Guerillamarketing und Astroturfing in den Medien der Eindruck erzeugt, Vegetarier und Veganer stellten eine bedeutende Mehrheit der Bürger dar.

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Ich als Nicht-Vegetarier, der aber gerne weniger Fleisch essen möchte, würde mich jedenfalls darauf freuen, im vegetarischen Bereich mal einen Tag in der Woche mehr als ein Gericht zur Auswahl zu haben
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Und schon geht es los mit der Kampagne. Wie die Raucher, die sich darauf freuten, wenn ihnen die Zigarette zum Bier verboten wird, weil sei dann endlich, endlich weniger rauchen würden.

    Wenn Sie weniger Fleisch essen wollen – essen Sie einfach keins! Das geht ganz einfach, Fleisch im Laden angucken und nicht kaufen!

  • #52
    KClemens

    #29 | Nansy

    Eingriffe in die Konsumgewohnheiten der Menschen mit Morden, Vergewaltigungen, oder Schlagen von Frauen zu vergleichen (wie hier wiederholt geschehen), ist offensichtlich das Eingeständnis völliger Hilflosigkeit beim Verteidigen eines neuen schwachsinnigen Reglementierungsversuches der deutschen Verbotspartei…
    >>>>>>>>>>>>>>>>>

    Wundert Sie das? Seit gestern sitzen da anscheinend eine Menge Kampagnisten und tippen sich die Finger wund, wie gut das doch eigentlich wäre, mit diesem Veggie-Day, oder das würde alles gar nicht stimmen, und das wäre doch nur eine Idee, die die Bildzeitung übertrieben und falsch darstellen würde.

  • #53
    Christian

    @ Peter

    Äh, ich habe doch gar nichts unterstellt. Nur gefragt.

    Schade. Jetzt, wo die Gemeinplätze abgefrühstückt sind und wir zum inhaltlichen Kern der Debatte kommen, wird der erstbeste Ausstieg genutzt.

    Tschüss!

  • #54
    Peter Podewitz

    @ Christian
    Stimmt: Du hast mir nix unterstellt – da hab ich gestern wohl ein Weizenfeld zuviel kahlgetrunken. Raus bin ich trotzdem, weil ich den inhaltlichen Kern nicht sehe. Die Grundfrage ist, ob wir Tiere essen dürfen oder nicht. Und were sagt, nein, dürfen wir nicht, der ist für mich einfach ein … äh … wenig guter Mensch, tschuldigung.

  • #55
    Steffie

    Es ist so krass, wie hier nur gelesen wird, was gelesen werden will.

    Ich habe doch gar nicht die legale Unterdrückung der Frauen mit Fleischessen verglichen. Ich habe lediglich gesagt, dass die gleichen Argumente zum Erhalt des Status Quo genutzt werden, nämlich das des „Privaten Lebens“. Die einzigen, die unvernünftig sind in dieser Diskussion und statt Argumente immer wieder nur Paranoia anbringen („Zu Hülf, die Ökofaschisten wollen mir alles verbieten“) sind ja wohl die Verfechter der „Wahlfreiheit des Essens in der Kantine“.

    Leider gilt diese Wahlfreiheit für Vegetarier offensichtlich nicht.

    Wenn Ihr alle der Meinung seid, dass die Menschen von alleine und durch Aufklärung Vernunft annehmen müssen, anstatt sich mit einem fleischlosen Tag in der Kantine rumärgern zu müssen, warum seid Ihr dann so resistent dagegen, Euch mal wirklich zu informieren? Bringt man hier ein fundiertes Argument an, welches sich leicht googlen lässt, wird es als Ökohysterie bezeichnet.

    Weil Ihr gar nicht recherchieren oder wissen wollt. Weil Ihr lieber euren Bauch mit nem Steak stopft, anstatt auch nur mal eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen, was dieses Steak eigentlich angerichtet hat, bis es auf Eurem Teller landete. Und die Vegetarier sind die Unvernünftigen? Die Meisten ernähren sich vegetarisch, weil sie sich informiert haben und das Fleisch nicht mehr essen möchten aufgrund der Informationen. Sei es über den Grad der Tierquälerei, die Medikamente und Gifte im Fleisch oder weil in der sog. 3. Welt Leute verrecken, weil der reiche Nordwesten jeden Tag ne Currywurst bereit haben will.

    Ihr fühlt Euch einfach persönlich angegriffen. Natürlich zurecht, ist ja auch ein Angriff auf Euren Lebensstil. Aber versucht doch bitte nicht, Euch hier permanent als Opfer darzustellen, wo Ihr doch die Ursache für ein Problem seid mit Eurem Lebensstil. Wenigstens bessere Vorschläge würde ich von Euch erwarten, wenn Ihr mit so viel Leidenschaft diese Debatte führt. Oder Vorschläge, von denen Ihr denkt, sie seien besser. Stattdessen nur pure Hetze gegen einen Vorschlag.

  • #56
    Christian

    @ 54 Peter

    Also keine inhaltliche Auseinandersetzung mit Argumenten, sondern eine nicht weiter begründete Abwertung anderer Menschen aufgrund ihres Standpunkts?

    OK…

  • #57
    Nansy

    @Steffie:
    In der Tat, Deine Ansichten sind krass.

    Menschen müssen nicht von alleine (sozusagen freiwillig) Vernunft annehmen – wo steht das geschrieben? Und wer maßt sich an, festzustellen was vernünftig ist? Du? Und Aufklärung findet schon gar nicht per Zwangsmaßnahme statt.

    „Freiheit bedeutet auch die Freiheit, Fehler zu machen“ (Ludwig von Mises, Vom Wert der besseren Ideen). Wobei noch die Frage zu stellen wäre, wer bei politischen Auseinandersetzungen definieren darf, was ein Fehler ist.

    Wir stellen uns hier nicht als Opfer dar, sondern wir versuchen die „Täter“ rechtzeitig aufzuhalten – das ist ein Unterschied!

  • #58
    Kritischer Leser

    Dass Kantinen u.a. vegetarische Gerichte anbieten finde ich gut und richtig. Ich bin allerdings nicht bereit mir einen „Veggy Tag“ von einigen durchgeknallten Polit Fuzzies aufoktroyieren zu lassen.
    Selbst, wenn es dumm und blöde ist kein Vegetarier zu sein, wer sind bitte diejenigen, die mir vorschreiben wollen was ich essen soll?
    Früher gab es bis 1945 einmal einen Eintopfsonntag, jeder der an dem Tag keine Erbsensuppe mampfte, schloss sich angeblich aus der ominösen Volksgemeinschaft aus, will man das jetzt demnächst auch noch einführen?
    Frei nach Schiller:
    „Wir wollen sein ein einig Volk von Vegetarieren“ und Erbsenzählern.

  • #59
    KClemens

    #58 | Kritischer Leser

    Die Tatsache, daß in den meisten Kantinen täglich mindestens 1 vegetarisches Gericht angeboten wird, wird von den Grünen mal wieder ignoriert.

    So wie die Tatsache, daß es schon ausreichend Gastronomie gab mit Nichtraucherbereichen, oder komplett rauchfrei.

    Wenn jetzt der zusätzliche Veggie-Day käme, bei dem alle dann zwangsweise kein Fleisch essen sollen, legt eher die Vermutung nahe, daß ein paar extrem empfindliche Vegetarier, oder eher Vegetarierinnen! es nicht ab können, wenn der Tischnachbar Fleisch ist und sie selber nicht.

    Das ist wie bei manchen Ex-Rauchern, die es nicht ertragen können, wenn an der Theke einer raucht, obwohl man sich selbst das Rauchen abgewöhnt hat.

    In beiden Fällen geht es nicht mehr um Gesundheit, sondern wohl eher darum, die Entscheidung (nicht rauchen, kein Fleisch essen) nur durchhalten kann, wenn alle anderen sich auch so verhalten.

    Das erinnert an Liebesdramen. Wenn ich „sie“ nicht haben kann, soll „sie“ auch kein anderer haben dürfen.

    Zurück zum Veggie-Day. Wäre ich Kantinenbetreiber würde ich nach Einführung des Veggie-Days auch nur noch an diesem Tag fleischlos auftischen. Und nicht wie zuvor an allen Tagen der Woche.

    Ich höre schon förmlich das Geschrei, wenn durch diese Regelung dann an den anderen Tagen keine vegetarischen Gerichte mehr angeboten werden würden.

    Ich würde dann sagen, wäre ich Kantinenbetreiber, sorry, ich hatte 5 Tage die Woche Vegetarisches im Angebot, wenn ihr das nur noch an einem Tag der Woche wollt, bitte schön, spart Arbeit und Kosten und mehrt meinen Gewinn.

  • #60
    Nansy

    Angeregt durch die heftigen Reaktionen in der Öffentlichkeit auf den „Veggie Day“ und in dem Bemühen der Diskussion eine positive Wende zu geben, haben Bündnis90/Die Grünen jetzt Vorschläge für ein besseres Image der vegetarischen Bewegung auch im Unterhaltungsfilm gemacht – in Anlehnung an bekannte Blockbuster-Titel wurden folgende Verbesserungsvorschläge gemacht:

    „Für eine Hanvoll Tofu“
    „Das Gemüsehobelmassaker“
    „Kill Dill“
    „Fluch der Karotte“
    „Krieg der Kerne“
    „Mango Unchained“
    „Der Feind in meinem Mett“

    Wie solche Filmplakate gestaltet werden könnten, kann man hier sehen:
    http://www.stern.de/kultur/film/gruene-blockbuster-zum-veggie-day-von-krieg-der-kerne-bis-kill-dill-2048081.html

  • #61
    Klaus Lohmann

    @#59 | KClemens: „Das ist wie bei manchen Ex-Rauchern, die es nicht ertragen können, wenn an der Theke einer raucht, obwohl man sich selbst das Rauchen abgewöhnt hat.“

    Schön auf den Punkt gebracht. Und es sind nicht manche, sondern viele Ex-Raucher, die sich einbilden, dass ihre monatenlange Schweiß-und-Tränen-Entwöhnung sie moralisch über den Rest der Menschheit hebt. Nur wollen diese Ex-Süchtigen nicht begreifen, dass sie selbst den Sucht-Schalter im eigenen Gehirn noch längst nicht umgelegt haben, wenn sie ihre Scheitern-Ängste auf Andere projizieren.

  • #62
    OMG

    @Steffi
    Sie haben *nicht* das Vergewaltigen von Frauen mit Fleischessen gleichgesetzt? „Zitat“: „Ja, das ist ein Eingriff in das private Leben der Bürger. Aber ein berechtigter. Früher war es auch ein “katastrophaler Eingriff in das Privatleben der Bürger”, wenn man eingeworfen hat, seine Frau einfach schlagen und vergewaltigen zu dürfen ist vielleicht doch nicht so töfte. Argument: Ist ja Privat, nicht öffentlich, geht niemanden was an. Tja, isses aber halt nie gewesen. Und Fleischkonsum ist in dieser Gesellschaft nun mal auch nicht privat, sondern öffentlich. Denn er hat Konsequenzen für Menschen, Umwelt und Tier.“

    Ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, dass wenn es darum geht mit unpassenden Vergleichen aufzuwarten, krass zu schreiben und zu verallgemeinern Sie aus meiner Sicht ganz weit vorne stehen. Ich lese das nicht als lediglichen Verweis darauf dass hier ja nur das gleichen Argument der Privatheit genutzt wurde. So wie sie schreiben (Frauen zu schlagen und Fleischkonsum ist nicht privat sondern öffentlich) stellen sie beide Dinge in einen direkten Zusammenhang. Sie versuchen aus meiner Sicht Totschlag-Argumente anzubringen – und beschweren sich, dass andere genauso kontern.

    Wenn ich Sie hier krakelen lese, dass Sie als Vegetarier keine Wahlfreiheit haben spucke ich fast meinen Laugenbrezel mit Butter auf die Tastatur – es gibt so viele Möglichkeiten (auch an Hauptgerichten) für Vegetarier sich vegetarisch zu ernähren – wo bitte sind Sie eingeschränkt? Natürlich liegt das an der erfolgreichen „Öffentlichmachung“ von dem Wunsch sich vegetarisch zu ernähren und es ist nur angebracht, dass den Interessen von Leuten, die kein Fleisch essen wollen, auch Rechnung getragen wird.

    Aber genausowenig wie ich für einen staatliche verordneten Fleischtag in allen Kantinen, einen staatliche verordnen Korn-Tag (rettet die einheimischen Brenner und Streuobstwiesen!) oder einen staatlichen Jute-Tag bin (die globalen Auswirkungen von Plastiktüten!), genauso wenig bin ich für einen staatlich verordneten Vegetarischen Tag.

    Die hier oft aufgeführten Vergleiche von Frauenunterrdrückung etc hinken – warum? Weil es sich um Rechte handelt, die von unten mühsam nach oben erkämpft wurden. Nicht von oben nach unten durchdelegiert wurden. Ich finde es einen massiven Unterschied, ob es eine Interessengruppe schafft durch Aufklärung, Kampf und Überzeugung den anderen klarzumachen, dass man so nicht weiter machen kann (Suffragetten, Blaustrümpfe, Feministinnen usw.) so dass sich *dann* die Gesetze ändern, der gesellschaftliche Konsens sich ändert – oder aber ob sich ein paar Leute hinstellen, mir erklären dass sie die besseren Menschen sind und mir deswegen vorschreiben was ich zu finden und zu meinen habe.

    Arbeiter, Frauen, Schwule, Lesben – waren alle mal Minderheiten und/oder unterdrückt. Sie sind dafür auf die Strasse gegangen, haben gekämpft und tun es noch.
    Wo sind die Demonstrationen der Veganer? Wo laufen 1000sende von Vegetariern blutbeschmiert durch die Städte um zu zeigen dass wir falsch liegen? Wo ist der Aufschrei?
    Es hat m.W. auch nirgendwo Demos von Nichtrauchern gegeben – es gibt jetzt aber sehr wohl Demonstrationen von Rauchern die die Schnauze voll haben.

    Wenn also der Fleischkonsum genauso widerwärtig ist wie die Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen, dann möchte ich bitte Demos, Ansprachen, feurige Reden hören. Überzeugen Sie mich. Schaffen Sie den gesellschaftlichen Konsens das kein Fleisch essen genauso wichtig ist wie Frauen nicht vergewaltigen.

    Da Sie ja Fakten wollen aber keine Liefern – hier mal ein kleiner sachlicher Artikel von HG Butzko (auf seiner Facebook-Seite zitiert) warum eben Vegetarier & Veganer falsch liegen, dass es eben *doch* nicht ohne Fleisch geht – es geht da nicht nur darum, dass wir Omnivore sind, sondern eben darum, dass Kühe, Schafe und Ziegen eigentlich nicht mal Nahrungskonkurrenz sind. Die fressen GRAS (wenn man sie lässt) – etwas, was wir nicht können. Die brauchen keinen Mais oder andere Getreide.
    Da aber nicht jede Fläche Ackerland sein kann ist sehr sinnvoll, Tiere weiden zu lassen, weil sie erst diese Flächen nutzbar machen.

    https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=505249552887836&id=315834008496059

    Für die ohne FB – hier der gleiche Artikel aus der taz (!) …
    http://www.taz.de/!120197/

    Natürlich sollen keine Regenwälder für Ackerland gefällt werden, natürlich ist industrielle Tierhaltung nicht in Ordnung. Aber es möge doch bitte aufhören, dass es ständig heisst „wenn wir nur aufhörten Tiere zu essen wäre alles gut“.

  • #63
    KClemens

    #61 | Klaus Lohmann

    Und es sind nicht manche, sondern viele Ex-Raucher, die sich einbilden, dass ihre monatenlange Schweiß-und-Tränen-Entwöhnung sie moralisch über den Rest der Menschheit hebt.
    >>>>>>>>>>>>>>>>

    Das sind aber meistens die, die sich das Rauchen nicht freiwillig abgewöhnt haben, sondern weil irgendjemand sie dazu gedrängt hat.

    Die meisten, die von heute auf morgen aufhören zu rauchen, haben mit rauchenden Thekennachbarn kein Problem.

  • #64
    KClemens

    Edit:

    Die meisten, die von heute auf morgen von sich aus aufhören zu rauchen, haben mit rauchenden Thekennachbarn kein Problem.

  • #65
    Klaus Lohmann

    @#63 | KClemens: Richtig, diese Erfahrung habe ich selbst vor gut einem halben Jahr durchgelebt. Und ich hätte, ohne dass ich mich lang theoretisch vorbereitet habe, danach auch nie gedacht, dass mir Tabakqualm selbst in den eigenen 4 Wänden eigentlich überhaupt nix ausmacht;-))

    Aber „gedrängt“ werden Menschen ja nicht nur durch z.B. ihre Partner oder übersensible Freunde, sondern eben auch durch den Gesundheitswahn von Politik (speziell den Grünen), Medizin und Pharmaindustrie. Und durch die äußerst spießbürgerlichen Grünwähler auf ihrem moral-gepimpten Ross.

    Und auch wenn ich „gezwungen“ werde, das Rauchen aufzugeben, ist das immer noch kein Grund für das übertriebene Ausschütten von moralinsauren Pseudofakten in Diskussionen. Da schimmert eben dieser teutsche Spießbürger durch, der Anderen mit Gewaltandrohung das verbieten muss, was man ihm selbst verboten hat.

  • #66
    KClemens

    #65 | Klaus Lohmann

    Da schimmert eben dieser teutsche Spießbürger durch, der Anderen mit Gewaltandrohung das verbieten muss, was man ihm selbst verboten hat.
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Ich fürchte, das ist zu kurz gesprungen. Denn z.B. der Krieg gegen den Tabak hat seinen Anfang in den USA und hat sich dann mittels WHO über die EU auch nach Deutschland ausgebreitet.

    Ich sehe anderes da mit im Spiel. Angefangen vor Jahrzehnten mit der „Zero Tolerance“-Politik des wackeren OBs von New York, dessen Politik mit dazu geführt hat der öffentliche Raum zusehends privatisiert und kommerzialisiert wurde und zum Verlust von persönlichen Freiheiten geführt hat. Jetzt haben nicht mehr Politiker, sondern Manager das Sagen.

    Auch diese schleichende Privatisierung des öffentlichen Raums hat schon lange in Deutschland begonnen und wird munter mit jeder Mall und jedem Shoppingcenter weiter fortgeführt. In England gibt es schon Straßen, die nicht mehr in kommunaler Hand sind, sondern privaten Eignern gehören.

    Hier geben ganz andere den Ton an, als Gesundheitsexperten. All diese Verbote, wie z.B. Rauchverbote und jetzt der Ansatz für die fleischfreie Gesellschaft sind meiner Meinung nach Ausdruck in der Optimierung des Menschen, der sich und seine Leistungskraft nur für die Gewinnmaximierung zu erhalten hat, und dabei möglichst wenig Kosten verursacht.

    Eine zutiefst amerikanische Sichtweise, da es dort neben den privaten Versicherungen schon immer eine staatliche Gesundheitsversorgung gab für alle, die sich keine Krankenversicherung leisten konnten. Niemand ist da wegen eines Blinddarms verreckt, weil er nicht operiert wurde.

    Hinzu kommen in den USA, noch mehr als in Deutschland, Einflüsse von puritanisch-religiösen evangelikalen Gruppierungen, ohne die man keine Wahl gewinnen kann.

    Aber auch hier wittern die Puritaner Morgenluft und haben keine Hemmungen sich mit willfährigen Politikern zu zeigen. Mit Frau Steffens zum Beispiel oder mit Frau Bätzing, die nach Einführung des bundesweiten Rauchverbots, das dann vom BVerfG kassiert wurde, umgehend die Trommel für Alkoholrestriktionen gerührt hat.

    Unvergessen dazu eine n-tv Diskussion mit Rainer Brüderle, als Frau Bätzing dem Journalisten sagte, daß „wir“ das beschlossen haben. Als der Journalist sofort nachhakte, geriet sie ins Stottern und lenkte vom Thema ab. Auch ein späteres Nachfragen wurde wieder blockiert. Es ging an dem Punkt um Werbeverbote für Alkohol im Fernsehen, wenn ich mich recht erinnere.

    Und schon bevor die Rauchverbote hier Gesetz wurden, gab es eine Mehrheit, die davor gewarnt hat, da man aufgrund dieser Verbote und der vorher abgespulten Agenda auch alles andere, was gewisse Kreise nicht für schicklich hielten verbieten zu wollen.

    Und ich kann mich noch an die übergroße Abwehrreaktion der Rauchverbotsbefürworter erinnern. Das wäre überzogener Quatsch, Hysterie und Verdrehung der Tatsachen.

    Und was macht man am anderen Ende der Welt, während wir hier über Veggie-Days diskutieren?

    Richtig, sie machen Nägel mit Köpfen:

    http://tvnz.co.nz/national-news/alcohol-plain-packaging-next-step-deter-drunks-5…

    und

    http://www.couriermail.com.au/news/queensland/graphic-images-plain-packaging-on-agenda-in-bid-to-combat-growing-obesity-problem/story-fnihsrf2-1226679821508

    Damit wird nicht nur in die persönliche Wahlfreiheit von Kunden eingegriffen, nein hier werden legale Unternehmen dazu gezwungen ihre Produkte unattraktiv zu machen, damit sie niemand kauft. Ein erheblicher Eingriff in alle möglichen Rechte von Unternehmen.

    Und damit sich die Kunden und die Unternehmen nicht näher kommen oder gar im Protest zusammenschließen, gibt es allerlei NGOs und natürlich auch die Grünen, die seit Jahren dem geneigten Publikum einreden, alles industriell erzeugte sei eigentlich Teufelswerk.

    Ganz besonders dann, wenn es sich um Tabakprodukte, Alkoholprodukte, und industriell gefertigte Lebensmittel handelt.

    Dabei lassen sei geflissentlich außer Acht, daß auch Tofuwürstchen und Dinkelburger nicht vom Baum geflückt werden, sondern von der gleichen „Lebensmittelmafia“ hergestellt wird, wie andere Lebensmittel.

    Im übrigen pflegen die Grünen hervorragende Beziehungen zu den USA, etliche Grüne waren und sind Transatlantiker, und eignen sich besser als jede andere Partei in Deutschland neokonservative und antiliberale Strömungen zum Mainstream zu machen.

    In diesem Zusammenhang sei noch einmal an Hartz 4 und die Agenda 2010 erinnert, die alle Grünen eifrigst mitbeschlossen haben. Aber hier unterliegen sie dem gleichen Gedächtnisschwund wie aus den Anfangsjahren, als man Pädophile hat gewähren lassen.

    Daß so viele Menschen dieser Verbotpolitik zustimmen, oder sie zumindest nicht offener ablehnen ist dann wieder etwas, was man auch in Deutschland während der Nazizeit beobachten konnte. Man ist plötzlich „Mehrheit“ und Teil der Elite. Bzw. wird im Glauben gelassen, Teil dieser Elite zu sein. Bis zu dem Moment wo es an die Ostfront ging. Da trennten sich die Wege von Elite und Plebs.

    Und so wird es auch hier wieder kommen. Wenn die Mehrheit der Mitläufer wach wird, werden sie in einer Diktatur aufwachen, wenn nichts passiert.

  • #67
    Nansy

    @ KClemens:

    Wenn jetzt in Neuseeland über neutrale Einheitsverpackungen für Alkohol und in Australien über neutrale Einheitsverpackungen für Fast-Food nachgedacht wird, heißt das zwar nicht, dass diese Vorhaben unmittelbar umgesetzt werden, aber es zeigt die Richtung an, die diese Bevormundungspolitik und der Gesundheitswahn in den nächsten Jahren nehmen wird.

    Gerade Länder wie Neuseeland, Australien und Kanada sind die Vorreiter bei den Überlegungen zu Schockbilder auf alkoholischen Getränken und auf Pizza-Schachteln und Softdrink-Dosen – jetzt also auch Einheitsverpackungen. Und wer glaubt, diese Länder seien doch weit von Europa entfernt, der vergisst, dass gerade die englische Regierung (nach eigener Aussage) die „Erfolge“ der neuseeländischen Einheitsverpackungen für Zigaretten genau beobachtet, bevor sie selbst solche Maßnahmen umsetzen will.

    Und was in Großbritannien auf dem Gebiet der Bevormundung und Volkserziehung geschieht, wird wahrscheinlich auch irgendwann Eingang in das Parteiprogramm der Grünen finden….

  • #68
    Christian

    Die hier geführte Diskussion um die aufgezwungene Gesundheit ist doch nur eine Nebelkerze jener, die nicht über die nicht-persönlichen Folgen ihres Konsums nachdenken/diskutieren möchten, ein klassischer Pappkamerad-„Fehlschluss“: http://ratioblog.de/entry/fehlschluss-10-pappkamerad-strohmann

    Was die eigenen Gesundheit des Fleischkonsums angeht, kann ich mich den letzten Kommentatoren durchaus (größtenteils) anschließen: Der aufgezwungene Gesundheits- und Optimierungswahn auf Kosten persönlichen, „privaten“, Genusses und Sinnesfreuden (Rauchen, Trinken, Essen) und eine Verbotspolitik à la USA etc. ist abstoßend. Ein jeder möge so ungesund leben, wie es ihm beliebt – so lange er dies nicht auf Kosten der Lebensqualität anderer tut. So weit, so einfach.

    Fleischkonsum in den Mengen, wie er in Deutschland stattfindet, ist aber zwangsläufig mit massivem Leid fühlender, leid- und angstfähiger anderer (Tiere) verbunden und fördert massive ökologische und soziale Probleme (anderer Menschen) in Drittweltländern. Die Fakten sind bekannt. Darüber nicht diskutieren zu wollen (wie in den Kommentaren hier) und so zu tun, als hätte es mit der Debatte nichts zu tun, ist sehr schwach.

    Ein jeder rauche, saufe und fresse doch, bis der Arzt oder der Totengräber kommt, aber nur sein eigener!

    (Die inhaltiche Debatte zu verweigern, da sie von den grünen „Öko-Sittenwächtern“ angestoßen wurde, ist darüber hinaus ein klassischer „Vergiften des Brunnens“-Fehlschluss: http://ratioblog.de/entry/fehlschluss-9-vergiften-des-brunnens)

  • #69
    Klaus Lohmann

    @Christian: Wieviel Energie wird eigentlich durch das Anlegen/Tippen, Versenden und Verbreiten eines solchen Kommentars verschwendet – wenn man schon mal über ökologische „Kollateralschäden“ nachdenkt und sich explizit *nicht* dem hiesigen Artikelthema zuwendet?

  • #70
    Nansy

    @Christian: Worüber möchten Sie denn gerne hier diskutieren, wenn ich mal auf ihre Klage eingehe? Fleischverbot aus Gründen des Tierschutzes? Oder bessere Produktionsbedingungen in Zucht-, Mastbetrieben oder in der Fleischindustrie? So ganz wird das nämlich nicht klar. Also, bevor Sie uns hier vorwerfen, die inhaltiche Debatte zu verweigern, müssen Sie erst einmal selbst „Butter bei die Fische“ geben….

  • #71
  • #72
    Nansy

    Na gut, Sie machen es sich einfach und verweisen auf voher gesagtes – ist ihr gutes Recht. Sie halten gemäß eigener Aussage nichts von einem generellen Fleischverbot – beklagen aber das Verhältnis von massenhaftem Töten und vorherigem lebenslangem Leidenlassen…

    Zum Punkt „Leidenlassen“ sollten doch wohl Veränderungen möglich sein, wenn man es denn will, oder? Ich habe allerdings, da Sie das Thema angestossen haben, dazu noch keine Vorschläge von ihnen gehört.

    Der andere Punkt (das massenhafte Töten) irritiert mich allerdings – ist das für Sie jetzt nur ein Mengenproblem – wären geringere „Mengen“ an Tierschlachtungen für Sie akzeptabel? Ich habe ein Problem damit, eine moralische Kategorie von der Menge abhängig zu machen.

    Ihre Forderungen sind mir leider noch nicht klarer geworden….

  • #73
    Christian

    Klarstellung: Es geht mir um das Verhältnis von massenhaftem Töten und lebenslangem Leidenlassen auf der einen und unserem (Fleichesser-)Genuss auf der anderen Seite.

    Ich meine sehr wohl, dass es hier – wie bei vielen ethischen Fragestellungen – keine ultimative richtig/falsch-Bewertung geben kann. Um ein verwandtes Beispiel zu nennen: Ich finde nicht, dass es grundsätzlich falsch ist, Haustiere zu halten, dass es aber sehr auf die Art und Weise ankommt, wie dies geschieht, also ob die Tiere ein „gutes Leben“ haben. Weitere Beispiele, in denen die Menge/Masse Einfluss auf die ethische Vertretbarkeit hat, auf Anfrage…

    So ist m.E. Nutztierhaltung zur Lebensmittelproduktion zu bewerten: Wie gut haben es die Tiere auf der einen Seite und wie viel bringt es uns Konsumenten auf der anderen Seite? Es geht hierbei um Interessensabwägung, und da spielt die Masse von tierischen Produkten, die konsumiert wird, sicher eine Rolle in der Bewertung, denn je mehr das Stück Fleisch zum industriell gefertigten Produkt wird (inkl. Massentierhaltung, Tiertransporte, Preisdruck in der „Produktion“, etc.), desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es mit enorm viel (vermeidbaren) Leid „hergestellt“ wurde.

    Das Leid abschaffen, das ist m.E. aus verschiedenen Gründen keine realistische Möglichkeit. Das Leid zu reduzieren sehr wohl. Konkrete Forderungen? Hier eine Auswahl: http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/parteien_bundestag_gross.jpg

    …sowie und insbesondere: Aufklärung, Förderung und Forderung der Reduktion von Tierprodukte-Konsum, z.B. durch Einführung eines fleischfreien Tages in Kantinen. 😉 Während ich persönlich dies bei einer Anregung belassen würde, da es beinhaltet, Menschen in ihrer Wahlmöglichkeit einzuschränken, würde ich die Alternative, Kantinen dazu anzuhalten, an _jedem_ Tag der Woche mindestens ein vegetarisches oder sogar veganes Gericht anzubieten, mit mehr mehr Nachdruck fordern, da es die Wahlmöglichkeit der Menschen erhöht.

  • #74
    Nansy

    @Christian:
    Änderungen in der Lebensmittelproduktion und in der Massentierhaltung kann man ja politisch fordern und auch für vernünftig halten. Das ist aber nicht der Ansatz der Grünen: erst kommt die Verbotsforderung – und wenn man merkt welchen Widerstand es gibt, dann kommt der halbe Schritt zurück (war ja nicht so gemeint) und man begründet den Vorstoß mit Umwelt- und Tierschutz.

    Solange die Grünen keine anderen politischen Methoden als die Forderung nach Verboten (die lange Liste der Verbotsforderungen ist ja bekannt) kennen, werden sie bei den Leuten Widerstand erzeugen – egal wie gut gemeint oder edel ihre Motive sind. Sie reagieren immer ungehaltener auf den Vorwurf der Verbotspartei, könne ihn aber aus verständlichen Gründen nicht entkräften.

    Nächster Punkt: Ihre Auffassung zu den ethischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutztierhaltung zur Lebensmittelproduktion mögen ehrbar sein, sind aber wohl nicht mit der Einstellung der Mehrheit kompatibel – will sagen, die meisten Menschen sehen das anders.. was ja nicht bedeutet, dass man seine eigene Einstellung ändern muss.

    Nach meiner Beobachtung gibt es in den meisten Kantinen bereits mindestens ein vegetarisches Gericht an jedem Tag der Woche, also kann das wohl kaum das Ziel des Vorstoßes der Grünen sein. Während Sie es – nach eigener Aussage – bei einer Anregung belassen würden, um die Menschen in ihrer Wahlmöglichkeit nicht einzuschränken, ging es in diesem Beitrag hier aber um die Möglichkeit ein staatliches Zwangselement einzuführen, nämlich dort, wo Kantinen nicht von sich aus “zur Vernunft kommen”.
    Ich kann ihnen nur den Tipp geben, ihre Argumentation nicht mit der der Grünen zu koppeln, sonst werden Sie nur auf Widerstand stossen….

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