
Verdi hat die Streiksaison eröffnet: Da die klammen Arbeitgeber der Forderung nach Lohnerhöhungen zwischen, je nach Tarifstufe, sieben bis zwölf Prozent nicht nachkommen wollen, wird im Nahverkehr, in Verwaltungen und Hochschulen gestreikt. Auch wenn Verdi seine Forderungen nicht ganz durchsetzen wird, ist absehbar, dass die Kosten für Städte, Länder und Nahverkehrsunternehmen steigen werden. Das ist kein Drama, im Gegenteil: Höhere Löhne können ein Booster für die Einführung neuer Technologien sein, die helfen, Personal einzusparen. Je höher die Personalkosten sind, umso eher lohnen sich diese Ausgaben.

Durch den demografischen Wandel und den drohenden Rückgang an Personal muss der Öffentliche Dienst bald ohnehin mehr auf Künstliche Intelligenz in der Verwaltung, Chatbots im Bürgerdialog und autonom fahrende Busse setzen, wenn er seine Leistungen nur halbwegs aufrechterhalten will. Nacht aktuellen Beschäftigtenzahlen liegt der Anteil der über 55-jährigen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei rund 26,4 Prozent. Das bedeutet: etwa jeder vierte im ist 55 oder älter – und damit in den kommenden Jahren besonders stark von altersbedingtem Ausscheiden betroffen. Dazu wird er seine Unternehmen umbauen müssen, mit der Installation von Software ist es alleine nicht getan. Aber auch ein solcher Umbau ist überfällig. Je höher die Löhne steigen, umso mehr nimmt der Druck zu, diesen Weg schneller zu beschreiten. Verdi zündet den Hightech-Booster, und alle werden davon profitieren.
