Virologe Ulf Dittmer kritisiert unzureichende Corona-Datenlage in Deutschland

Klinikum der Universität Duisburg-Essen Foto: Dr.G.Schmitz Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Essener Virologe Ulf Dittmer hat die unzureichende Corona-Datenlage in Deutschland kritisiert: „Die Immunitätslage für den Durchschnitt der Bevölkerung kennen wir nicht, wir sind nicht in der Lage, hier in Deutschland vernünftige Daten dazu zu liefern“, sagte er der Kölnischen Rundschau (Montagausgabe). Hier könne man viel vom Ausland lernen. Dittmer: „Es ist schlecht, dass wir da so unbefriedigend aufgestellt sind. Es gibt ja auch noch andere Krankheitserreger außer Sars-Cov2.“ Seiner Ansicht nach hätte Deutschland die Corona- Pandemie nutzen müssen, um das ein System zu etablieren, mit dem man solche Zahlen verlässlich erfassen kann. „Andere Länder kriegen es hin, wir kriegen es leider nicht hin“, betonte der Virologe: „Das muss man ganz klar sagen.“

Dittmer erklärte weiter, genetische Veränderungen des Coronavirus ließen sich schwer voraussagen: „Ich halte aber die Theorie, im Herbst und Winter komme ein Killervirus ähnlich schwer wie Delta zurück, für relativ unwahrscheinlich.“ Bei Corona-Impfungen riet er den Patienten dazu, zu warten, bis die an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe von Biontec und Moderna zur Verfügung stünden: „Es sind bivalente Impfstoffe, sie enthalten den alten Impfstoff und eine angepasste Variante und lösen eine breite Immunantwort gegen alle bisherigen Varianten aus. Also würde ich bis September oder Oktober warten, bis diese Impfstoffe auf dem Markt sind, und mich dann für die Wintersaison impfen lassen.“ Er riet davon ab, sich alle drei Monate impfen zu lassen, um Masken- oder Testpflichten gemäß dem neuen Infektionsschutzgesetz zu entgehen: „Wenn man Impfungen so oft wiederholt, kann es Veränderungen im Immunsystem geben. Erste Daten zeigen das auch. Einen Booster für den nächsten Winter finde ich sinnvoll, aber nicht alle drei Monate.“

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