Wann startet Pro NRW die Opfermasche?

Markus Beisicht

Pro NRW und die anderen rechtspopulisten Gruppen haben im Augenblick eine schlechte Presse. Nazi-Kontakte werden aufgedeckt und immer mehr Menschen fragen sich, wer denn hinter den extrem rechten Politsekten steht. Wie werden sie auf diesen Druck reagieren?

Natürlich könnte Pro NRW mit der Hetze gegen Andersdenkende oder Minderheiten aufhören, aber das scheint nicht ihre Taktik zu sein. Heute noch wurde der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach von Pro NRW als „Hassprediger“ bezeichnet, gestern ging es gegen Sinti und Roma.

Pro NRW könnte sich natürlich auch radikalisieren. Viele Mitglieder kommen aus der Nazi Szene, Kontakte sind vorhanden und die personell ausgezehrte NPD würde sich wahrscheinlich sogar über Beisicht, Rouhs und Molau freuen. Aber das glaube ich, wird auch nicht passieren. Neonazi zu sein, das ist Pro NRW bekannt, ist im Westen nicht sonderlich lukrativ. Da kann man als Rechtspopulist besser von Mandatsgeldern und Aufwandsentschädigungen  profitieren.

Ich glaube, Pro NRW wird etwas anderes tun: Sie werden sich als Opfer darstellen. Kann gut sein dass wir in den nächsten Tagen wilde Geschichten über brave und friedliebende Pro NRW Mitglieder hören, die von blutrünstigen, linken, schwulen, Moslems überfallen wurden, als sie gerade christlichen Kindern beim Weg in die Sonntagsschule über die Straße helfen wollten.  Warten wir mal ab, wer das Opfer geben wird.

 

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6 Kommentare

  1. #1 | Benedikt sagt am 28. Juli 2011 um 00:19 Uhr

    Die NPD müsste den Pro Funktionären bezahlte Jobs anbieten, sonst wechseln die nicht. In Geld schwimmt die NPD auch nicht, daher würde so etwas nichts. Die Radikalen hat die NPD fest eingebunden.

    Ich denke die rechten Sitzen das einfach aus, in der Hoffnung, dass in ein paar Wochen davon keiner mehr spricht.

  2. #2 | Werner Jurga sagt am 28. Juli 2011 um 01:21 Uhr

    Es geht schon los, siehe Volker Weiß: Weltbild des norwegischen Attentäters. Rechter Bruder der Dschihadisten.
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,776735,00.html

    „Entsprechend sieht die ´Junge Freiheit`nach den Massakern ihre Felle davonschwimmen. Ein Kommentar ist betitelt mit „Der Reichstagsbrand von Europa“ und setzt sie bereits in die Rolle des eigentlichen Opfers.“

  3. #3 | Markus sagt am 28. Juli 2011 um 10:19 Uhr

    „… und die anderen rechtspopulisten Gruppen …“
    Welche sind damit außer Pro NRW gemeint?

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 28. Juli 2011 um 10:28 Uhr

    @Markus: In NRW die UBP im Kreis Recklinghausen, dann gibt es noch „Die Freiheit“, eine von einem ehemaligen CDU-Politiker in Berlin gegründete Partei. PI hat auch Gruppen die sich mehr oder weniger regelmässig treffen. Auch die Republikaner-Reste würde ich diesem Spektrum zuordnen.

  5. #5 | Markus sagt am 28. Juli 2011 um 16:51 Uhr

    @Stefan Fahren diese Gruppen den gleichen Kurs – Opfermasche, ehemalige NPDler, Nazis etc. – wie Pro NRW?

  6. #6 | Stefan Laurin sagt am 28. Juli 2011 um 16:55 Uhr

    @Markus: Die Opfermasche ist eine Spezialität von Pro NRW. Ich habe noch nie eine so weinerliche Partei erlebt. Die Freiheit legt großen Wert darauf, keine Ex-Nazis in ihren Reihen zu haben.

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