
Oft wird von ihren Protagonisten die Existenz einer Trans- oder Genderideologie bestritten. Dabei ist sie mit den Diskussionen über das Selbstbestimmungsgesetz, mit den Unisex-Toiletten und der Gendersprache in unserer Gesellschaft überall präsent und wurde in vielen Bereichen bereits zur Normalität erklärt. Nicht nur durch den trotzigen Satz „Transfrauen sind Frauen. Punkt.“ ist der Erfolg dieser Ideologie, die keine sein will, kaum zu übersehen.
Die Trans- oder Genderideologie ist eine Ideologie, die besagt, dass das Geschlecht zugewiesen wird und man sein Geschlecht selbst definieren kann. Das ideologische Denken fängt im Prinzip damit an, dass man vom „bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht“ spricht. Bei fast allen Menschen ist das Geschlecht aber unmittelbar nach der Geburt ganz eindeutig und ohne weitere Untersuchungen erkennbar. Falls ein Fall von extrem seltener Intersexualität vorliegen sollte, können diese biologischen Ausnahmen bei den nach der Geburt folgenden Standarduntersuchungen leicht festgestellt werden.
Der Grundstein für die Transideologie wurde von Judith Butler gelegt, die das Geschlecht als komplexen Prozess, der durch wiederholte Handlungen und gesellschaftliche Normen, nicht aber als biologische Realität sieht. Jede Person hat nach ihren Theorien das Recht, ihr gelebtes Geschlecht frei und ohne Diskriminierung zu definieren. Entscheidend hierfür war die Einführung des Begriffes Gender für soziales Geschlecht als Ersatz für Sex, das biologische Geschlecht.
Durch die Social-Media-Plattform Tumblr wurden dann die beiden Geschlechter männlich und weiblich, die den biologischen Gegebenheiten entsprechen, durch Phantasiegeschlechter wie z. B. nonbinär oder genderfluid ergänzt und verbreitet. Der Trans-Umbrella kennt eine Vielzahl von Geschlechtern. Diese ändern jedoch nichts daran, dass es biologisch nur zwei Geschlechter gibt. Aber selbst das wird von den Ideologen bestritten, und man versucht, ein biologisches Geschlechterspektrum zu etablieren, das weder fortpflanzungs- noch evolutionsbiologisch einen Sinn ergibt. Die Sprache soll sich in Form des Genderns und der Verwendung von Phantasiepronomen an die Ideologie anpassen.
Die Transideologie von der freien Wählbarkeit der Geschlechter hat in vielen Bereichen Schaden angerichtet und zu Ungerechtigkeit gegenüber Frauen geführt. Hier seien Frauenquoten erwähnt, die nun auch für Männer, die sich als Frau identifizieren, gelten. Aber auch sensible Bereiche wie Frauenumkleiden, Frauensaunen, Frauengefängnisse oder Frauenhäuser, wo biologische Frauen besonderen Schutz und Intimsphäre benötigen, wurden buchstäblich für Männer geöffnet. Die Ungerechtigkeiten im Frauensport, wo nun Transfrauen die Erfolge einstreichen, sind besonders deutlich erkennbar, da sie auf klaren, physiologisch begründbaren Vorteilen biologischer Männer beruhen.
Nicht nur in den Naturwissenschaften versuchten Genderideologen herumzupfuschen, auch im Bereich der Medizin wurde viel Schaden angerichtet. Transsexualität wurde zur affirmativen Wunschdiagnose erklärt und Geschlechtsangleichungen geradezu angepriesen, und dabei Risiken und Nebenwirkungen durch hormonelle oder operative Maßnahmen heruntergespielt.
Widersprüche bis hin zur Absurdität, die sich vor allem in der Gendersprache und bei der Umsetzung des Selbstbestimmungsgesetzes offenbaren, konnten die erfolgreiche Etablierung der Transideologie nicht verhindern. Im Folgenden werden drei wichtige Strategien der Transaktivisten vorgestellt, die dazu geführt haben, dass die Transideologie mittlerweile sehr viele Lebensbereiche, insbesondere aber Medien, Politik, Medizin und Jugendkultur, beeinflusst und im Sinne der Ideologie transformiert.
Geschickte Infiltration vieler Bereiche der Gesellschaft
Die Medien, die nicht nur für eine weite Verbreitung der Ideen der Transideologie sorgen, sondern auch die Einstellung vieler Menschen im Sinne der Ideologie beeinflussen können, spielen für die Etablierung der Transideologie eine entscheidende Rolle. Besonders das Aufkommen von Wokeness als Begriff und als vermeintlich positive und progressive Einstellung gegenüber unseren Mitmenschen wird von Transaktivisten genutzt, um die Transideologie zu etablieren. Unkritisch werden deren Narrative unter dem Vorwand, für eine tolerante Gesellschaft essenziell zu sein, vor allem von linken Journalisten übernommen und mit aktivistischem Elan als vermeintlich normale Ansicht verbreitet. Mittlerweile ist es so weit gekommen, dass sich Journalisten für Sexualstraftäter stark machen, die sich zur Frau erklären und in Frauengefängnisse verlegt werden wollen.
Die Politik wandte sich in den letzten Jahren mehr und mehr einer vermeintlich progressiven Identitätspolitik zu. Die Bevorzugung von Opfergruppen steht dabei im Mittelpunkt politischen Handelns. Die Identifizierung mit einem bestimmten Geschlecht, das nicht dem eigenen entspricht, ermöglicht es besonders gut, sich einer diskriminierten Gruppe zuzuordnen. Die Hautfarbe ist angeboren, genauso wie das biologische Geschlecht. Das gefühlte Geschlecht jedoch, das niemand überprüfen kann, ist für angeblich Betroffene geeignet, sich einer marginalen Gruppe zuzuordnen, auch ohne dass eine echte Diskriminierung vorliegt. Die Lobbyarbeit der Transaktivisten reicht dabei in viele Parteien, besonders aus dem linken Spektrum, hinein. Der größte Erfolg dieser Lobbyarbeit war die Verabschiedung des Selbstbestimmungsgesetzes, das nun jedem ermöglicht, sein Geschlecht frei zu wählen, ohne jede Überprüfung auf Notwendigkeit. Vorher war eine Änderung des Geschlechtseintrages nur möglich für Menschen mit Geschlechtsdysphorie und einem entsprechenden Nachweis.
Transaktivisten nutzen gezielt NGOs zur Missionierung und zur Erstellung und Verbreitung von Material, aber auch für Informationsveranstaltungen. Diese finden auch in großem Umfang in Bildungseinrichtungen statt. Feministische Vereine werden unterwandert, und ihre Arbeit für biologische Frauen wird auf Männer, die sich nicht als Männer identifizieren, erweitert. Wie z. B. der Fall Inge Bell zeigt, ist man sich dabei nicht zu schade, sich durch Intrigen vermeintlicher Kritikerinnen zu entledigen.
In der Wissenschaft arbeiten die Transaktivisten fleißig daran, die Binarität des biologischen Geschlechts abzuschaffen. In Deutschland werden dafür vor allem die Thesen des Soziologen Heinz-Jürgen Voß bei jeder Gelegenheit zitiert und verbreitet. Mit der Begründung, niemanden diskriminieren zu wollen, werden pathologische Abläufe und seltene biologische Ausnahmen in ein künstlich erschaffenes Geschlechterspektrum eingefügt. Eine extrem seltene Uneindeutigkeit des biologischen Geschlechts ist aber keineswegs ein Beweis für die Existenz von mehr als zwei biologischen Geschlechtern. Sie beruht fast immer auf medizinisch bedeutsamen Fehlfunktionen. Betroffene besitzen auch nur genau zwei Arten von Geschlechtsmerkmalen, weibliche und männliche. Ein drittes Geschlecht und entsprechende Merkmale gibt es nicht. Das neu heraufbeschworene Geschlechterspektrum ändert nichts daran, dass Intersexualität eine extrem seltene Ausnahme ist. Deshalb ist sich die übergroße Mehrheit der Biologen auch darüber einig, dass es biologisch nur zwei Geschlechter gibt. Die falsche These von der „Biologie, die sich weiter entwickelt hätte“, wird jedoch überall verbreitet. Selbst die Bundeszentrale für politische Bildung behauptet, dass die Binarität des biologischen Geschlechts konstruiert wäre.
Im medizinischen Bereich waren die Entpathologisierung von Intersexualität und Geschlechtsdysphorie durch die WHO der Anfang aller Probleme mit dem Geschlecht. Das geschah vorgeblich, um Betroffene nicht mehr zu diskriminieren. Das Problem ist aber, dass medizinische Maßnahmen durchgeführt werden sollen, ohne eine vernünftige Diagnose. Bei der Geschlechtsdysphorie wird sogar eine Differentialdiagnostik, die zum Ausschluss anderer Ursachen für ein Unbehagen mit dem eigenen Geschlecht notwendig wäre, abgelehnt. Geschlechtsdysphorie ist vordergründig ein psychologisches Problem. Die Psychotherapie kann aber gar nicht mehr durchgeführt werden, wenn der affirmative Ansatz gilt. Dieser verbietet jedes Hinterfragen einer Selbstdiagnose. Die meisten vermeintlich Betroffenen wollen aber oft eine medizinische Maßnahme erhalten. Und auch wenn es „nur“ Hormone sind, sind sie nicht ohne Risiko und gehören in die Hände eines Arztes. Es sind Arzneimittel. Ihre Anwendung erfordert eine Diagnose. Auch bei der Intersexualität ist die Entpathologisierung nicht unproblematisch. Denn Abweichungen in der geschlechtlichen Entwicklung sind oft mit der Notwendigkeit medizinischer Maßnahmen verbunden.
Transaktivisten sind auch im Untergrund, also in linksradikalen Kreisen und in der Punkszene, fleißig und etablierten hier vor allem den Begriff FLINTA für Frauen, Lesben, Intersexuelle, Nonbinäre, Transgender und Abinäre. Kritisiert man diese Kategorie, die im Prinzip einfach nur Cis-Männer, also Männer, die auch Männer sein wollen, ausschließt, ist man in der Punkszene nicht mehr willkommen.
Instrumentalisierung sensibler Gruppen
Sensible Gruppen, die von Diskriminierung betroffen sind, werden geschickt benutzt, um die Transideologie zu verbreiten. Dabei nutzt man Frauen, Homo- und Bisexuelle, Intersexuelle und Transsexuelle gezielt aus. Das Akronym LGBT wurde in LGBTQ* umgewandelt und so quasi für jedermann geöffnet, der real oder vermeintlich vom heteronormativen Mainstream abweicht. Der Begriff „queer“ ist heute nicht mehr eindeutig zuzuordnen. Viele Schwule und Lesben wollen mittlerweile nicht mehr queer genannt werden, da sie sich von der Queertheorie, die die Grundlage der Transideologie darstellt, vereinnahmt fühlen. Die Queertheorie ist für homosexuelle Menschen nicht unproblematisch. So wollen verständlicherweise Lesben keine Transfrauen daten, die ihre männlichen Geschlechtsmerkmale noch besitzen und gern benutzen, denn sie fühlen sich von weiblichen Geschlechtsmerkmalen angezogen.
Bevor die geschlechtsangleichenden OPs aus ästhetischen Gründen bei Kindern verboten wurden, wurde intergeschlechtlichen Menschen viel Leid angetan. Auch sind sie so selten, dass sie oft schlicht nicht erfasst wurden. Das hat sich mittlerweile geändert. Da sich die meisten Intersexuellen trotz ihrer Abweichung bei der Geschlechtsentwicklung einem der beiden Geschlechter zuordnen können und wollen und oft gar nicht als Außenseiter wahrgenommen werden, sind sie kaum von Diskriminierung betroffen. Sie werden aber, wie erwähnt, dazu benutzt, die Binarität des Geschlechts infrage zu stellen.
Transsexualität, die früher selten war und nur Menschen mit ausgeprägter Geschlechtsdysphorie betraf, wird durch neu erschaffene Geschlechter (Gender) erweitert und für jedermann zugänglich gemacht. Die Anzahl der Menschen, die sich als „trans“ bezeichnen, ist stark angestiegen, weil sie für die Ideologie geöffnet wurde und nicht, wie behauptet, durch ein vermehrtes Outing von Menschen mit Geschlechtsdysphorie.
Frauen sollen dem neumodischen Queerfeminismus folgen, der sie nicht nur in eine Opferrolle drängt, sondern den Kampf um Frauenrechte auch für Männer öffnet, die sich zur Frau oder irgendeiner der neuen Gendervarianten erklären.
Besonders Kinder und Jugendliche sind empfänglich für neue Trends. Ein Unbehagen mit dem eigenen Geschlecht ist in der Pubertät vorübergehend und nicht ungewöhnlich. Auch das wird gezielt von Transaktivisten ausgenutzt. Der Geschlechterwechsel ist zu einer Modeerscheinung der Jugend geworden.
Konsequentes Unterbinden von Kritik
Die erfolgreiche Etablierung der Transideologie wäre nicht möglich gewesen ohne eine konsequente Unterbindung jeder Art von Kritik. Gegner werden diffamiert und als Nazis abgestempelt. Frauen, die für die Rechte ihres biologischen Geschlechts kämpfen, werden als TERF (trans-exklusive Radikalfeministin) gebrandmarkt. Eine wichtige Rolle bei der Unterbindung von Kritik spielt die Cancel Culture. So werden Menschen, die die Transideologie kritisieren, ausgegrenzt und mundtot gemacht. Selbst über Transpersonen wie Lynn Kirchner oder Till Randolf Amelung fällt man her. Feministinnen wie Alice Schwarzer, die Großartiges für Frauenrechte geleistet haben, werden geächtet und sollen aus den öffentlichen Diskursen verbannt werden.
Kritik braucht Transparenz. Geschickt wird aber bei jeder Gelegenheit verleugnet, dass es eine Transideologie überhaupt gebe. Neu geschaffene Begriffe für „Frau“ wie „Menschen mit Vagina“ oder „gebärende Person“ sind nicht nur Ausdruck von Frauenverachtung, sondern sie machen Frauen auch unsichtbar. Durch die Abschaffung der Kategorie der biologischen Frau werden Transparenz und die Relevanz von Statistiken zerstört. In Großbritannien ist man der Problematik mit den ungenauen Daten bereits auf den Grund gegangen. Die Gleichsetzung von biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität führte hier zu unbrauchbaren Daten in wissenschaftlichen Untersuchungen und statistischen Dokumentationen. In Gewaltstatistiken erscheinen nun auch biologische Männer als Frauen, da es keine Unterscheidung zwischen biologischen Frauen und Transfrauen gibt. Die Intransparenz, die durch die Transideologie geschaffen wurde, wird besonders deutlich, wenn man die Situation in den Gefängnissen betrachtet. Es gibt weder genaue Zahlen zur Anzahl von Transpersonen in den JVAs noch darüber, wie viele Transfrauen in Frauengefängnissen einsitzen. In einigen Bundesländern ist es allerdings schon Standard, dass Transfrauen unabhängig von ihren primären Geschlechtsmerkmalen in Frauengefängnissen untergebracht werden.
Auch die sogenannte kollektive Denkstörung spielt eine Rolle. Da es ein Tabu ist, gegen die vermeintlich diskriminierte Minderheit zu sein, trauen sich mittlerweile viele Menschen in der Gesellschaft nicht mehr, die Wahrheit, dass es nur zwei Geschlechter gibt, laut auszusprechen. Tun sie dies, wie beispielsweise Boris Palmer, werden sie massiv von Transaktivisten und den ihnen wohlgesonnenen Medien angegangen. Petitionen werden gestartet, und auch der Shitstorm bleibt nicht aus. Nur durch die geschickte Diffamierung aller Kritiker und die damit verbundene kollektive Denkstörung ist es zu erklären, dass die Transideologie sich gegen jede Vernunft so gut in der Gesellschaft festsetzen konnte.
Durch die cleveren Strategien der Infiltration der Gesellschaft, der Instrumentalisierung sensibler Gruppen und der Diffamierung aller Kritiker wird es schwierig sein, die Erfolge der Transideologie zurückzudrehen und hinsichtlich des Umgangs mit den Geschlechtern wieder Vernunft und Common Sense zu etablieren.
