Es gibt zwei biologische Geschlechter. Punkt.      

Den Aliens muten wir keine postmodernen Spinnereien zu: Darstellung der Menschenheit mit zwei Geschlechtern auf der Pioneer-Plakette der NASA Bild: Vectors by Oona Räisänen (Mysid); designed by Carl Sagan & Frank Drake; artwork by Linda Salzman Sagan Lizenz: Gemeinfrei


Dass ich überhaupt zu dieser Thematik Stellung beziehen würde, dass man diese ganz normalen biologischen Zusammenhänge und Tatsachen jemals infrage stellen würde, daran hätte ich vor einigen Jahren im Traum nicht gedacht. Durch die permanente und äußerst erfolgreiche ideologische Infiltration der Medien, der Politik und der Hochschulen ist es dennoch notwendig darauf einzugehen. Von unserer Gastautorin Dr. Antje Jelinek.

Wenn prominente Fernsehsehleute wie Böhmermann einen angeblichen biologischen Konsens zu einem sogenannten Geschlechterspektrum in die Welt hinausposaunen und es keinen hörbaren Widerspruch dazu gibt, wenn der DFB Strafen für das Plakatieren von klaren naturwissenschaftlichen Fakten verhängt, wenn selbst die Bundeszentrale für politische Bildung behauptet die Binärität des biologischen Geschlechtes wäre konstruiert, muss ich dann doch einmal in meiner Funktion als Biologielehrer und promovierter Naturwissenschaftler dazu Stellung beziehen. Nein, es ist kein biologischer Konsens. Auch wenn es Phänomene wie Intersexualität tatsächlich gibt, ist die geschlechtliche Binärität beim Menschen und im Prinzip bei allen sich geschlechtlich fortpflanzenden Lebewesen unbestritten. Wichtig ist natürlich, dass man Sex und Gender unterscheidet. Sex, also das biologische Geschlecht ist prinzipiell binär und nicht irgendwie definiert, sondern es gibt schlicht und ergreifend in der Natur nur weiblich und männlich. Gender, also das soziale Geschlecht können die Sozialwissenschaftler und Politiker gern definieren, wie sie möchten. Von mir aus kann es auf Facebook 60 Gender und per Gesetz in Deutschland drei (männlich, weiblich, divers) Gender geben. Es ändert aber nichts an den biologischen Tatsachen. Die Queer-Theorie, die in unserer Gesellschaft immer mehr Anhänger und Fürsprecher mit Einfluss auf Medien und Politik findet, besagt, Geschlecht (Gender) ist ein rein soziales Konstrukt und das biologische Geschlecht (Sex) spiele keine Rolle. Diese These der Queer-Theorie geht auf Judith Butler zurück, eine Person die sich in der letzten Zeit mit krassem Antisemitismus hervorgetan hat, indem sie die Hamas-Schlächter, die Kinder lebendig verbrennen und Frauen vergewaltigen bis deren Beckenknochen brechen, als legitime Widerstandsgruppe bezeichnet. Einen Hype dieser von Judith Butler proklamierten Genderideologie gab es dann übrigens 2015 auf Tumblr, wo u.a. neue Genderschöpfungen entstanden und Begriffe wie nonbinär oder Genderfluid kreiert wurden. Das alles ändert nichts an den biologischen Tatsachen, die auch unter Biologen absoluter Konsens sind. Es gibt zwei Geschlechter: männlich und weiblich.

Die beiden biologischen Geschlechter unterscheiden sich durch die biologisch angelegte Fähigkeit, zwei verschiedenartige Geschlechtszellen zu produzieren. Individuen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen produzieren die großen, weiblichen Geschlechtszellen (Eizellen) und Individuen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen kleine, männliche Geschlechtszellen (Spermazellen). Die zwei unterschiedlichen Geschlechtszellen finden wir bei ausnahmslos allen Lebewesen in der Natur, die sich geschlechtlich fortpflanzen. Die Geschlechtsdetermination, also die Festlegung des Geschlechts eines Individuums, erfolgt bei Säugetieren ausschließlich genetisch. Wohingegen die Determination der Geschlechtsentwicklung bei Pilzen, Pflanzen und einigen tierischen Lebewesen auch anders z.B. durch die Temperatur möglich ist. Während bei evolutionsbiologisch niederen Lebewesen echte Zwitter (z.B. Schnecken) oder ein Wechsel des Geschlechtes beim gleichen Individuum (z.B. Clownsfische, Krokodile) möglich sind, gibt es bei Säugetieren ausnahmslos zwei Individuen (männlich und weiblich), die physiologisch für die Produktion der dem Geschlecht entsprechenden Geschlechtszellen ausgestattet sind.

Die Entstehung der beiden Geschlechter wird zwar genetisch, beim Mensch durch XX bzw. XY-Chromosomen, bestimmt, die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale wird aber weitestgehend von Hormonen gesteuert. So kann es zu verschiedenen Abweichungen bei der Ausbildung der primären Geschlechtsmerkmale kommen, bis hin zur Intersexualität, bei der man das Geschlecht des Individuums nicht eindeutig bestimmen kann. Die Geschlechtsmerkmale sind allerdings auch in diesem Fall stets weiblich oder männlich, jeweils in unterschiedlichem Differenzierungsgrad. Merkmale eines biologisch dritten Geschlechtes gibt es nicht. Einzelmeinungen von Soziologen wie Heinz-Jürgen Voß, die die Queer-Theorie vertreten und die Biologie im Sinne ihrer soziologischen Annahmen interpretieren, werden leider oft zitiert und auch die Bundeszentrale für politische Bildung begründet mit dieser einzigen Quelle (!) ihre krude Behauptung, die Geschlechter weiblich und männlich wären konstruiert. Auch werden andere Autoren wie die Biologin Claire Ainsworth in diesem Zusammenhang bewusst missverstanden. Es besteht jedoch in Biologie und Medizin ganz klar ein Konsens über die biologische Zweigeschlechtlichkeit des Menschen. Claire Ainsworth wollte mit ihrem oft fehlinterpretierten Artikel lediglich auf ein Spektrum aufmerksam machen, das die unterschiedliche Ausprägung geschlechtlicher Merkmale beschreibt, nicht aber die Existenz von zwei Geschlechtern infrage stellen. Das dort beschriebe Geschlechterspektrum bezieht sich unter anderem auch auf die kleine Gruppe der intersexuellen Menschen, deren Geschlechtsmerkmale zum Zeitpunkt der Geburt oder auch später nicht erlauben, festzulegen, ob sie insgesamt dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht entsprechen. Das Geschlecht divers (Gender!) trägt diesem Umstand Rechnung.

Die Unterscheidung von Männern und Frauen nach ihrem biologischen Geschlecht ist aus medizinischen und gesellschaftlichen Gründen gut und richtig. Denn wir unterscheiden uns nicht nur in Bezug auf die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, nahezu alle Gewebe und Organe unterliegen einer geschlechtsspezifischen Entwicklung, die durch unterschiedliche Genexpressionsmuster geprägt ist. Die geschlechtsspezifische Genetik führt zu Unterschieden in der molekularen Zusammensetzung aller männlichen bzw. aller weiblichen Zellen. Klar zu erkennen ist dies natürlich an den deutlich sichtbaren Merkmalen, im Körperbau von Mann und Frau. Aber das wissen wir alle noch aus dem Biologieunterricht. Die Grundvoraussetzung für jede Gleichberechtigung ist ganz klar die Unterscheidung von Mann und Frau nach ihrer Biologie. Durch eine Negierung der Bedeutung des biologischen Geschlechtes werden Frauen unsichtbar gemacht und die Errungenschaften der Gleichberechtigungsbewegung ad absurdum geführt.

Im Folgenden möchte ich detaillierter darauf eingehen, warum Mann und Frau so unterschiedlich sind und warum es Menschen gibt, die man keinem der beiden Geschlechter zuordnen kann.

Die erste Prägung und ein äußerst relevanter hormoneller Einfluss auf das biologische Geschlecht und die weitere Individualentwicklung von Mann oder Frau nehmen bereits vor der Geburt ihren Anfang. Beim menschlichen Embryo entwickelt sich zunächst der sogenannte Müller-Gang, eine embryonale Anlage der Geschlechtsorgane, die bei beiden Geschlechtern vorhanden ist. Auf dem Y-Chromosom befindet sich das SRY-Gen, das eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Hoden spielt. Der Hoden produziert Testosteron und induziert damit die Ausbildung der männlichen Genitalien. Beim Menschen tritt der erste Schub der Testosteronausschüttung schon sehr frühzeitig, im Mutterleib am Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels auf. Die sich daraus ergebende Wirkung von Testosteron durch Ausschüttung aus den Hoden führt zu einer dauerhaften Vermännlichung des Fortpflanzungstraktes. Sie führt aber auch bereits im Gehirn zu Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, die das männliche Verhalten in der Pubertät beeinflussen. Außerdem wird in den Hoden das Anti-Müller-Hormon gebildet. Es veranlasst die Rückbildung der Müller-Gänge, aus denen bei Frauen dann der Eileiter, die Gebärmutter und der obere Teil der Vagina entstehen. Besonders in der Pubertät führen geschlechtsspezifische Einflüsse der Sexualhormone bei Mädchen und Jungen zu ausgeprägten und sehr unterschiedlichen körperlichen Veränderungen. Und auch nach der Pubertät werden Zellen mit Androgen- oder Östrogenrezeptoren (Bindungsstellen der jeweiligen Sexualhormone) bei Frauen und Männern weiterhin durch die Hormone geschlechtsspezifisch beeinflusst. Die Kombination aller genetischen und hormonellen Ursachen und die frühzeitige geschlechtsspezifische Entwicklung, die die molekulare Zusammensetzung aller männlichen bzw. aller weiblichen Zellen lebenslang bestimmt, führt zu zwei unterschiedlichen biologischen Systemen bei Mann und Frau. Dass dieses äußerst komplexe biologische System der Geschlechtsentwicklung sehr störanfällig ist, kann man sich sicher vorstellen. So kann es auch zur Intersexualität kommen.

Um das Phänomen der Intersexualität, dass von Genderideologen gern argumentativ angeführt wird, besser zu verstehen, möchte ich auch darauf noch etwas näher eingehen. Intersexuelle Menschen besitzen weibliche und männliche Merkmale in individuell sehr unterschiedlicher Ausprägung meist mit teilweisem oder komplettem Funktionsverlust. Biologisch bilden intersexuelle Menschen eine Ausnahme, deren Häufigkeit mit weniger als 1% angegeben wird. Aktuelle Schätzungen gehen von 1 von 4500 Geburten in Deutschland aus, bei denen das Geschlecht des Neugeborenen uneindeutig ist. Um der Besonderheit intersexueller Menschen gerecht zu werden, war es deshalb gut und richtig das Geschlecht divers (Gender) einzuführen. Zurzeit (Erhebung 2021) gibt es in Deutschland knapp 400 Menschen mit dem Geschlechtseintrag divers, das entspricht 0,0005 % der Bevölkerung. Wie ist diese äußerst geringe Zahl zu erklären? Im Verlauf ihrer Entwicklung können sich viele intersexuelle Menschen durch körperliche Veränderungen, medizinisch notwendige Therapien oder auch nach ihrem individuellen Empfinden selbst einem Geschlecht zuordnen. Das trifft für die überwiegende Anzahl intersexueller Menschen zu. Sie leben demzufolge als Mann oder Frau, sie sehen so aus und sie fühlen sich auch so. Ist dies nicht der Fall, kann in Deutschland der Geschlechtseintrag divers gewählt werden.

Angeborene Abweichungen von der typischen Entwicklung der Geschlechtsmerkmale werden als Varianten der Geschlechtsentwicklung (DSD, Differences of Sex Development) charakterisiert. Diese äußerst heterogene Gruppe von seltenen Fehlentwicklungen der Geschlechtsmerkmale, können durch Abweichungen der X- bzw. Y-Chromosomen oder andere Fehlfunktionen erklärt werden. Veränderungen der Entwicklung der Sexualorgane bei normalem Geschlechtschromosomen (XY oder XX) entstehen dann u.a. durch fehlerhafte Genwirkketten, Rezeptor- oder Hormonfehlfunktionen. Bei Männern kann es z.B. durch einen Rezeptor-Defekt (fehlerhafte Bindungsstelle für Hormone) für das Testosteron zu einer unvollständigen oder zum völligem Ausbleiben der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale kommen. Da weibliche Merkmale durch X-Chromosomen angelegt sind, entstehen, wenn Testosteron komplett unwirksam ist, weibliche Geschlechtsmerkmale wie bei den XY-Frauen (CAIS, Complete Androgen Insensitivity Syndrom). Ist die Funktion des Rezeptors nur teilweise gestört, kann es zur Entstehung intersexueller Genitalien kommen (PAIS, Partial Androgen Insensitivity Syndrome). Eine Virilisierung (Vermännlichung) tritt z.B. bei Frauen (XX) auf, die unter dem androgenitalen Syndrom (AGS) leiden. Hier führt der unterschiedlich starke Einfluss von Testosteron in der vorgeburtlichen Entwicklung zur zusätzlichen Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale in verschieden starker Ausprägung. Intersexuelle Menschen können auch genetisch nicht eindeutig sein. Chimären (46XX/46XY) sind aus genetisch unterschiedlichen Zellen bzw. Geweben aufgebaut, stellen aber ein einheitliches Individuum dar. Die unterschiedlichen Zellen eines solchen chimären Organismus stammen aus verschiedenen befruchteten Eizellen (Zweieiiger Einling). Mosaike (45X0/46YX) sind Individuen mit genetisch verschiedenen Zellen, die aus derselben befruchteten Eizelle stammen. Die genetischen Unterschiede beruhen auf Mutationen in der Frühentwicklung. Bei solchen genetisch nicht eindeutigen Menschen oder wenn ein nur teilweiser Funktionsverlust von Testosterons in der frühen Embryonalentwicklung (PAIS) vorliegt oder die embryonale bzw. fötale Geschlechtsentwicklung durch andere Ursachen massiv beeinträchtigt ist, kann es zur Ausbildung von intersexuellen Genitalien kommen. Diese sind immer mit Fehlfunktionen verbunden ist, die oft auch therapeutische Maßnahmen erfordern. Beispiele für solche genitalen Fehlentwicklungen sind der Sinus urogenitalis, bei dem Vagina und Harnröhre miteinander vereint sind; der Hemiuterus, ein halbseitiger Uterus mit nur einem funktionierendem Eileiter; eine ausgeprägte Hypospadie, also eine Fehlmündung der Harnröhre mit Verkürzung der Harnröhre, eine Verkrümmung des Penisschaftes und einer atypischen, gespaltene schürzenhafte Vorhaut; die gemischte Gonadendygenesie bei Chimerismus oder Mosaiken mit einer asymmetrischen Entwicklung der äußeren und inneren Genitalien, einem fehlentwickeltem Hoden auf der einen Seite und streifenartigen Eierstöcken auf der anderen Seite; Ovotestis, dem Vorhandensein von Hoden- und Eierstockgewebe bei nicht eindeutig ausgeprägten äußeren Genitalien. Allerdings wird bei 90% der Neugeborenen mit intersexuellen Genitalien ein androgenitales Syndrom (AGS) diagnostiziert, diese hormonelle Störung, die beim Fötus zu einer Vermännlichung (Virilisierung) führt. Die Geschlechtsentscheidung ist hier einfach, da es sich um virilisierte später fruchtbare Mädchen handelt. Die übergroße Klitoris und andere männliche Geschlechtsmerkmale bilden sich durch die therapeutisch sowieso notwendige Therapie mit dem Nebennierenrindenhormon Cortisol zurück und es erfolgt i.d.R. eine normale weibliche Entwicklung.

Und wie bereits erwähnt, leben sehr viele Menschen, die formell intersexuell sind, ein ganz normales Leben als Mann oder Frau. Dazu zählen z.B. XY-Frauen, also Menschen mit XY-Chromosomen, die aber phänotypisch und psychisch weiblich sind (CAIS, Swyer-Syndrom), Frauen mit Turner-Syndrom (nur ein X-Chromosom, X0) oder Männer mit Klinefelter-Syndrom (ein zusätzliches X-Chromosom, XXY). Medizinisch fällt hier neben individuell sehr unterschiedlich ausfallenden gesundheitlichen Problemen oft nur die Unfruchtbarkeit besonders ins Gewicht.

Das war mein kleiner Exkurs in die Biologie und Medizin der beiden Geschlechter. Im Diskurs mit Genderideologen und Transaktivisten braucht man schließlich auch Argumente. Leider ist es notwendig geworden diesen die Stirn zu bieten, bevor sie die Errungenschaften der Aufklärung und die Erkenntnisse der Naturwissenschaften aushebeln. Der Natur selbst kann es egal sein, wie wir das alles erklären. Fakten sind Fakten. Zum Glück ist es unter Biologen und Medizinern nach wie vor Konsens, dass diese naturwissenschaftlichen Tatsachen weiter erforscht und nicht für eine Ideologie uminterpretiert werden. Für mich persönlich, also aus beruflicher und feministischer Sicht ist es auch besonders wichtig, dass Mann und Frau unterschieden werden. Als Apotheker betrifft dies vor allem die Sex- und Gender-Medizin, die medizinische Daten speziell für Männern und Frauen sammelt. Hier ist eine Unterscheidung zwischen Mann und Frau essentiell. Nach wie vor sind Frauen bei klinischer Forschung und Arzneimittelstudien unterrepräsentiert. So gibt es den Gender Data Gap, den es zu schließen gilt, um die Diagnostik und Therapie für Frauen verbessern zu können. Als Biologielehrer mache ich mir besonders Sorgen um die Jugendlichen, die mitten in der Pubertät oft existenzielle Krisen durchmachen und oft auch mit ihren Geschlechterrollen hadern. Durch die Genderideologie werden sie noch mehr verwirrt. Im Unterricht werde ich auch weiter die biologischen Zusammenhänge erklären, so wie sie nun einmal sind. Genderdiskussionen können gern im Ethik- oder Sozialkundeunterricht stattfinden. Leider hat die Infiltration des Biologieunterrichts durch Genderideologen bereits begonnen. Schulbücher und Lehrpläne werden mittlerweile schon umgeschrieben. Ebenso werden Transaktivisten oft in Schulen eingeladen. Das finde ich wirklich beängstigend. Hoffentlich wacht man diesbezüglich endlich auf und kehrt wieder zur Vernunft zurück. Dass die Queer-Theorie irrational ist und aus naturwissenschaftlicher Sicht eher in den Bereich der Esoterik gehört, wurde von anderen Autoren gut dargelegt. Darauf gehe ich hier nicht mehr weiter ein. Aus feministischer Sicht ist die Trennung von Mann und Frau, die sich biologisch klar unterscheiden, auch sehr bedeutsam. Insbesondere die körperliche Überlegenheit des Mannes, aus der Machtstrukturen und Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen entstanden sind, gilt es zu beachten. Genauso ist das Vorhandensein eines erigiertbaren Penis, mit welchem Penetrationen vollzogen werden können, nicht unbedeutend. Wegen ihrer körperlichen Unterlegenheit und ihre Fähigkeit Kinder zu gebären und auch stillen zu können sind Frauen besonders schützenswert. Frauen können niemals mit Männern vollkommen gleichgesetzt werden. Das ist auch keine Gleichberechtigung, sondern völlig konträr. Wir sind verschieden, eine Tatsache, die berücksichtigt werden muss. Es darf keine Gleichmacherei geben, sondern echte und vernünftige Gleichberechtigung, die wichtige Grundrechte wie das Wahlrecht, das Recht auf Bildung, körperlicche Unversehrtheit und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für Frauen gewährleistet. Heutzutage müssen diese feministischen Errungenschaften tatsächlich wieder geschützt werden. Wenn Transaktivisten die Biologie außer Acht lassen und man per Sprechakt sein Geschlecht definieren kann, sind diese wichtigen hart erkämpften Frauenrechte bald null und nichtig. Es gibt keine Sicherheit für Frauen mehr, weder im Schwimmbad noch in Gefängnissen. Im Sport gibt es keine Gerechtigkeit und keine Chancen für Frauen auf einen fairen Wettbewerb. In bestimmten Bereichen kann und wird sich auch niemals eine 50%-Rate männlicher bzw. weiblicher Beteiligung erzwingen lassen, auch nicht mit Quoten oder feministischem Dogmatismus. Weil Männer sich von Frauen biologisch unterscheiden, werden immer mehr Männer in Kriege ziehen, mehr Männer im Tiefbau oder technischen Berufen wie KFZ-Mechaniker tätig sein und Frauen häufiger Hebamme, Erzieher, Bürokauffrau oder Hausfrau sein. Entscheidend für die Gleichberechtigung ist vielmehr ein selbstbestimmtes Leben für Frauen mit gleichen Rechten aber mit einer Berücksichtigung ihrer besonderen biologischen Eigenschaften. Dafür muss der Negierung der beiden biologischen Geschlechter aber auch einer Selbstentscheidung für ein Geschlecht per Sprechakt entschieden entgegengetreten werden.

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Wolfram Obermanns
Wolfram Obermanns
2 Monate zuvor

Die Argumentation übersieht das Hauptproblem bei den Verfechtern der Vielgeschlechtlichkeit.
Die Vertreter interessieren sich nicht für wissenschaftliche Fakten, weder der Biologie, noch der Genderwissenschaften noch der Psychologie. Die Verfechter sind beispielhaft irrational.

Biologisch ist, wie die Autorin detailliert ausführt, die Sache klar.
Die Gegenrede hingegen frönt der Konfusion. Eine Biologie, die strikt eine für den Mensch nicht änderbare Zweigeschlechtlichkeit postuliert, sei entwürdigend. So die Gegenrede zur Biologie. Das stimmt und es ist keine Neuigkeit, ein allein biologistischer Blick auf den Menschen ist entwürdigend. Die im 19. und 20. Jh. schicke wissenschaftliche, von Biologen vertretene, Rassenlehre hat ihr entwürdigendes Potential hinreichend belegt. Würde ist keine biologische Größe. Wer in der Biologie Würde sucht, verrührt Naturwissenschaft mit Philosophie oder Religion. Es ist dies im Wortsinne die konfuse Haltung eines mit religiösen Inhalten angereicherten Verständnisses von Biologie, eine unaufgeklärte irrationale Form von Naturreligion fundiert in eher unsinnigem Betroffenheitsgelaber.

Genderwissenschaftlich auch. Geschlechterrollen sind kulturell geprägt. Ein Blick auf die Landkarte und in eine Geschichtsbuch belegen dies eindrücklich. Eine echte Frau, einen echten Mann gibt es aus Genderperspektive nicht.
Den Wunsch Transsexueller echter Mann oder echte Frau zu sein, hat die Genderwissenschaft grundsätzlich und für alle Menschen in das Reich der toxischen Geschlechterrollen verwiesen. Toxisch seien diese Vorstellungen von Geschlecht, weil sie die Freiheit des Individuum, eine gewünschte soziale Geschlechterrolle im Roleplay darzustellen zu können, widernatürlich und künstlich, kulturell geprägt einengen. Wer für Transsexuellen echte irgendwas Geschlechter behauptet, drängt diese ins Rollenklischee und es ist Schluß mit Roleplay als anzustrebende Freiheit. Wobei diese Freiheit doch genau das ist, was ein transsexueller Mensch braucht, um wunschgemäß sein Leben zu leben.

Selbstwahrnehmung und Selbstinszenierung sind von den beiden vorhergehenden Kategorien losgelöst. Sie werden als Plattform genutzt. Je nach Fit oder Misfit mit mehr oder weniger Problemen.
Unser Hirn ist eine ganz wunderbares, unheimlich mächtiges Organ. Unser Hirn formt Wirklichkeit, bzw. unsere Wahrnehmung davon. Die kann mehr oder weniger zutreffend sein. Bei schlimmen Fehlern, bei einem schlimmen Misfit schlägt Darwin unerbittlich zu.
Nun gibt es „Helden“, die meinen, sie wären berufen Darwin aushelfen zu müssen, und dreschen auf Transsexuelle als Misfit ein. Diese exekutieren gewissermaßen einen allein darwinistisch, biologistischen Blick auf den Menschen. Nur ist ein Mensch (s.o.) eben biologistisch völlig unzureichend beschrieben, wie Genderwissenschaft, Philosophie, Religion, ja eigentlich alle Kulturwissenschaften überzeugend darlegen.

Die Streitlinie liegt also eigentlich zwischen zwei ignoranten Lagern von Kulturbanausen mit biologistischem Menschenbild. Die einen darwinistisch geprägt, die andern mit naturreligiösem Bambisyndrom beim Blick auf Biologie, die wie der Weihnachtsmann Wünsche erfüllt. Von diesen beiden Formen des biologistisch, entwürdigenden Blickes auf den Menschen sind offensichtlich Vertreter aller Geschlechteridentitäten betroffen.

Antje Jelinek
Editor
1 Monat zuvor

@Wolfram Obermanns Danke für deine Ausführungen. Es ging in diesem Artikel um die Biologie. Das ist eine Naturwissenschaft. Sie kann nicht zu irgendetwas konträr sein. Sie untersucht und beschreibt Fakten. Der Vergleich mit der Rassentheorie ist natürlich völlig absurd, denn die Naturwissenschaft Biologie hat längst bestätigt, dass es keine Rassen gibt. Ein Fakt. Die genetischen Unterschiede zwischen Menschen aus verschiedenen Regionen sind im Vergleich zu z.B. Gorillas absolut minimal. Es geht schlicht darum, dass man Falschinformationen für das Verbreiten einer Ideologie benutzt. Es gibt keinen Konsens in der Biologie über irgendwelche Geschlechterspektren. Das ist menschengemacht und passt einfach nicht zu biologischen Gegebenheiten. Das ist in keinster Weise diskriminierend. Und das können auch intersexuelle und transsexuelle Personen bestätigen. Wenn wir anfangen, die biologischen Fakten zu leugnen mit der Begründung ethischer Bedenken, wird auch die Ethik ad absurdum geführt.

Wolfram Obermanns
Wolfram Obermanns
1 Monat zuvor

Das ich meine Punkt nicht so deutlich gemacht habe, wie erhofft, hatte ich bereits bemerkt. Nun denn.

„…Biologie. Das ist eine Naturwissenschaft.“
Meistens. Jedenfall erinere ich mich, aus meiner Zeit als Physikstudent Biologen in den N-Gebäuden gesehen zu haben. Als Ingenieur für Bio- und Umwelttechnik war da auch schon immer mal wieder was. Man muß aber nicht Sheldon Cooper heißen, um zu bemerken, daß unter dem Banner der Biologie manches vertreten wird, das Hokuspokus ist. Jedenfalls wurde die Satire von Vince Ebert im Spektrum nach einem Beitrag von ihm zur Evolutionsbiologie a’la Richard Dawkins eingestellt. Vermutlich weil die Leser des Heftes die Satire ernsthaft diskutierten. Ernsthaft diskutiert wurde die Satire, weil dawkinsche Evolutionsbiologen regelmäßig ziemlich genau den gleichen Quatsch ohne satirische Absicht veröffentlichen.
Ohne satirische Absicht wurde auch die Rassenlehre bis mindestens in die 50’er von zahlreichen Biologen vertreten.

Sorry, aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.

Sie haben scheinbar den Satz „Biologisch ist, wie die Autorin detailliert ausführt, die Sache klar.“ überlesen und alles was folgt in den falschen Hals gekriegt.

Und nein, in Ihrem Beitrag geht nicht nur um Biologie, es geht im Fazit um Queertheorie, Feminismus, Gleichstellung, geltendes Recht, Bildung etc.

Meine voherigen Ausführungen heben darauf ab, daß die aktuell vertretene Queertheorie keine Theorie im wissenschaftlichen, sondern bestenfalls im umgangsprachlichen Sinne sei. Was wir sehen steht im Widerspruch zu Biologie, Genderstudies und Psychologie. Sie hebelt außerdem in der Gesetzgebung beim Selbstbestimmungsgesetz bewährte Standards auf, indem allgemeines Recht durch Hausrecht, das obendrein von vornhinein in einen Konflikt mit Persönlichkeitsrechten gesetzt wird, ersetzt wird. Diese Gesetzgebung ist an Schlampigkeit kaum zu überbieten, beeinträchtigt den Rechtsfrieden, und wird queeren Menschen am Ende einen großen Schaden zufügen. (Das ist ein Politik, die die Opfer, um die sie sich kümmern will, gleich selber mit erschafft.)

Was ich außerdem andeuten wollte, aus der Biologie lässt sich so wenig wie aus der Physik direkt irgendwelches Recht ableiten. Der Energieerhaltungssatz führt nicht direkt zu Tempo 50 in der Innenstadt.
Es ist außerdem natürlich auch fragwürdig sich über die Vermengung von nicht biologischen „Theoremen“ mit biologischen Fakten im Unterricht zu beschweren, aber gleichzeitig überall Biologie mit eher oberflächlichen Begründungen normativ einflechten zu wollen.

Sind Erdbeeren Beeren oder Nüsse?
Für Biologen zählt Fragaria zu den Nüssen. Ist damit alles klar? Mitnichten. Noch nie habe ich jemanden in der Küche mit einem Nussknacker auf die Beere losgehen sehen.
Ist die Furche, die ich im Garten mit dem Spaten ausgehoben habe ein Graben? Mitnichten. Eine Geologe würde die dafür notwendigen Riftmerkmale vermissen.
In der Küche wird die Erdbeere trotzdem schon mal ganz schnell zur Nuss, bei Allergikern.
Was lernen wir daraus? Auch Fachbegriffe gelten nicht überall gleich.

Was aber bei Fachbegriffen schon zutreffen sollte ist, die einmal festgelegten Definitionen sollten eingehalten werden, so ist Gendermedizin i.A. eigentlich Sexusmedizin und kein Beitrag zum Ruleplay. Für letztere würde es aber kein Geld geben, falsches Label. Forschung und Wissenschaft zum Thema Gender und Sexus sind ziemlich offensichtlich stark politisch geprägt und ungefähr so frei wie katholische Theologie unter Ratzinger. Was wir als Queertheorien hören ist häufig, und publizistisch meistens, haltloses Gelaber, dem aus geheucheltem Mitleid oder in übergriffiger Paternalisierung zugestimmt wird.

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[…] der die Biologie im Sinne dieser irrationalen Theorie zur Bedeutungslosigkeit der Geschlechter zu interpretieren versucht. Er ist ein vielzitierter Soziologe, der wohl auch mal Biologie studiert hat, und nun glaubt, die […]

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