
Die Anhänger der Grünen tun sich schwer damit, andere Meinungen zu ertragen. Selbst AfD-Fans sind entspannter. Kein Wunder: Wer glaubt, zu wissen, wie die Welt zu retten ist, sieht in Widerspruch eine Gefahr.
Für die FAZ hat das Institut für Demoskopie Allensbach die Anhänger der im Bundestag vertretenen Parteien unter anderem befragt, wie sehr es sie aufregt, wenn jemand eine andere Meinung vertritt. Das Ergebnis: Wähler der Grünen tun sich am schwersten damit, andere Ansichten zu ertragen, und besonders intolerant sind Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen.

Quelle: : Institut für Demoskopie Allensbach/FAZ Grafik: Ruhrbarone/ChatGPT
Das Ergebnis ist nicht überraschend: Das Verbreiten von Angst war von Anfang an die Grundlage des grünen Erfolgs. Es geht immer um das große Ganze, das Überleben der Menschheit, die Rettung des Planeten, den Erhalt der Demokratie. Ob Kernkraft, Gentechnik, Rauchverbote, Veggieday, Wachstumskritik, die Ablehnung neuer Technologien von ISDN in den 80er Jahren bis zum Verbrennungsmotor in der Gegenwart – wer eine andere Meinung hat, kann da nicht einfach jemand sein, dem man zumindest theoretisch unterstellt, es vielleicht doch auch gut zu meinen und vielleicht sogar Recht haben zu können. Wer Grünen Kontra gibt, will Mutter Erde meucheln, die Menschheit versklaven und/oder des schnöden Mammon wegen die Gesellschaft ruinieren, ist ein intoleranter Demokratieverächter, dem es entgegenzutreten gilt. Kompromiss ist für viele Grüne und ihre Anhänger Verrat: Der CO₂-Ausstoß muss auf Null gesenkt werden, Strom darf nur mit erneuerbaren Energien erzeugt werden, Kernkraft ist böse, Transfrauen sind Frauen und jede neue Technologie ist eine Gefahr, die es zu bekämpfen gilt. Die Grünen leben wie keine andere Partei davon, Politik und Wirtschaft zu moralisieren, und wer andere Ansichten hat, ist dann eben für viele ihrer Anhänger ein böser Mensch, denn er steht gegen das Gute. Und für das Gute setzen sich die Grünen ein. Der Partei und den Gangs in ihrem Umfeld wie dem BUND, der Umwelthilfe und der Mercator-Stiftung ist es im Zusammenspiel mit ihnen wohlgesonnenen Medien, nirgendwo gibt es mehr Grünen-Fans als in den Redaktionen, verschafften dem grünen Denken lange eine diskursbestimmende Hegemonie, die langsam, aber sicher bröckelt. Der wirtschaftliche Niedergang sorgt dafür, dass sich die Gesellschaft zunehmend gegen sie stellt: Die Zeiten, in denen die Grünen davon träumten, Volkspartei zu werden, sind vorbei. Immer mehr Menschen haben keine Lust mehr, sich den grünen Volkserziehern zu beugen, denn sie spüren die Folgen ihrer Ideologie, die von den anderen Parteien weitgehend übernommen wurde. Ihre Intoleranz, die Unfähigkeit zu lernen und sich selbst zu hinterfragen, wird den Niedergang beschleunigen.
