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Parteichef oder Außenminister – Ein Rücktritt ist muss.

westerwelle_public_domainParteichef, Vizekanzler, Außenminister, Bundestagsabgeordneter: Von einem dieser Jobs wird sich Westerwelle trennen müssen, wenn er nicht scheitern will. Und er muss sehr schnell lernen, sein Partei- und Privatleben vom Amt zu trennen.

Der Außenminister ist normalerweise einer der beliebtesten Politiker Deutschlands. Die Gründe dafür liegen in seiner geringen innenpolitischen Bedeutung: Außenminister sagen schwerstichtig klingende Sätze in Mikrofone, äußern sich mit Bedacht zu Konflikten, die die meisten Bürger nicht direkt betreffen und tun vor allem nichts, was die eigener Bevölkerung gegen sie aufbringt: Sie erhöhen keine Steuern, sie kürzen keine Sozialausgaben und sie wollen keine Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen.

Selbst der blasse Kinkel war beliebt. Von Stars wie Fischer, Brandt und Genscher ganz zu schweigen. Außenminister stehen immer ein wenig über den Parteien - zumindest seit den Ostverträgen.

Mit dem Job des Parteivorsitzenden verträgt sich das nicht: Der muss polarisieren, die Konturen seiner Partei scharf herausstellen und sich als Generalist zu allen denkbaren Themen äussern. Eine allzu große Nähe zur Partei passt nicht zur staatstragenden Aura des Aussenministers. Man kann nur einen der beiden Jobs richtig machen: Kinkel war eine Null als Parteivorsitzender, Fischer interessierte sich für seine Partei überhaupt nicht und Steinmeier war der wohl windelweichste Kanzlerkandidat aller Zeiten.

westerwelle_public_domainParteichef, Vizekanzler, Außenminister, Bundestagsabgeordneter: Von einem dieser Jobs wird sich Westerwelle trennen müssen, wenn er nicht scheitern will. Und er muss sehr schnell lernen, sein Partei- und Privatleben vom Amt zu trennen.

Der Außenminister ist normalerweise einer der beliebtesten Politiker Deutschlands. Die Gründe dafür liegen in seiner geringen innenpolitischen Bedeutung: Außenminister sagen schwerstichtig klingende Sätze in Mikrofone, äußern sich mit Bedacht zu Konflikten, die die meisten Bürger nicht direkt betreffen und tun vor allem nichts, was die eigener Bevölkerung gegen sie aufbringt: Sie erhöhen keine Steuern, sie kürzen keine Sozialausgaben und sie wollen keine Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen.

Selbst der blasse Kinkel war beliebt. Von Stars wie Fischer, Brandt und Genscher ganz zu schweigen. Außenminister stehen immer ein wenig über den Parteien – zumindest seit den Ostverträgen.

Mit dem Job des Parteivorsitzenden verträgt sich das nicht: Der muss polarisieren, die Konturen seiner Partei scharf herausstellen und sich als Generalist zu allen denkbaren Themen äussern.
Eine allzu große Nähe zur Partei passt nicht zur staatstragenden Aura des  Aussenministers. Man kann nur einen der beiden Jobs richtig machen: Kinkel war eine Null als Parteivorsitzender, Fischer interessierte sich für seine Partei überhaupt nicht und Steinmeier war der wohl windelweichste Kanzlerkandidat aller Zeiten.

Westerwelle will beides machen und stößt an seine Grenzen. Er ist ein Terrier, im Auftreten noch immer mehr Generalsekretär als Parteivorsitzender. Er polarisiert und sucht den Konflikt. Immer. Westerwelle ist alles, nur kein Diplomat. Will er einer werden, muss er sich vom Parteivorsitz trennen. Ein Außenminister darf auch keine Parteispender bevorzugen. Er muss die Interessen Deutschlands vertreten und  nicht die ihm lieb gewonnener privater oder politischer Freunde.
Das Westerwelle die Kritik an sich als infam bezeichnet ist albern.
Wie groß wäre der Aufschrei gewesen, wenn Fischers Frau ihn auf Dienstreisen begleitet und die Gelegenheit zur Schaffung von Geschäftskontakten genutzt hätte? Nein, Westerwelle hat keinen Grund sich über die Kritik an sich und seiner Amtsführung zu beschweren.

Als Parteivorsitzender kann man anders agieren als ein Minister, solange es offen geschieht. Der Wähler kann sich dann ja entscheiden, ob er einer solchen Partei vertraut oder nicht. Westerwelle ist nicht der Außenminister der FDP, er ist der Außenminister der Bundesrepublik. Versteht er das nicht, ist er für dieses Amt nicht geeignet. Ohnehin hat man das Gefühl, dass da einer auf der Karriereleiter mindestens eine Sprosse zu hoch geklettert ist. Das Peter Prinzip – es könnte auch Guido Prinzip heißen.

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13 Kommentare zu “Parteichef oder Außenminister – Ein Rücktritt ist muss.

  • #1
    Abnick Grabotki

    Dr. Westerwelle nimmt seinen/e Partner mit damit er sich nicht mit Journalisten einlassen muss. Siehe die Ergebnisse bei Schrüder, Fischer ect.

  • #2
  • #3
    Dirk Haas

    Ob Georg Seeßlen nicht auch genau dieses Foto vor Augen hatte, als er vom „bösen Clown des späten Neoliberalismus“ schrieb, eine kleine Serie über den „Idioten der Familie“ begann, sie aber bereits mit der dritten Folge jäh zu Ende gehen ließ und dabei eingestehen musste: „Zu Guido Westerwelle fällt mir nichts mehr ein“?
    http://www.seesslen-blog.de/2010/02/12/der-idiot-der-familie-1/

  • #4
  • #5
    blitzmerker

    Könnte man nicht einfach vielleicht … Westerwelle und den Papst … tauschen?

  • #6
    Thomas Rodenbücher

    Interessant. Ich habe schon vor Wochen diese Möglichkeit diskutiert und bin zu dem Schluss gekommen, das Westerwelle Parteivorsitzender bleibt. Er ist jung und kann als Fraktionsführer wieder seine Angriffe fahren, ohne selbst Schaden zu nehmen. Er ahnt, dass er als Außenminister keine zweite Amtszeit bekommen wird (was nicht nur in seiner Person, sondern viel mehr in der fehlenden Möglichkeit der FDP begründet ist). Ich kann mir schon seine salbungsvollen Worte in der PK vorstellen: „Ich werde jetzt meine ganze Kraft im Dienste meiner FDP stellen, denn wir brauchen in Deutschland ein einfacheres und gerechteres Steuersystem, in dem die Geringverdiener und der Mittelstand endlich entlastet werden“ 😉

  • Pingback: Die Leiden des jungen Guido W. « Andreas Grieß // Blog

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  • #9
    Christian H. Köpfer

    Der Beschrieb der übergeordneten Rolle, die einem Aussenminister zukommt beziehungsweise von ihm allgemein erwartet wird, dass er sie annimmt und entsprechend ausfüllt, ist absolut zutreffend. Dass der Herr Westerwelle dies im beschriebenen Sinne auch durchaus könnte, steht meines Erachtens ausser Frage. Vielmehr geht es darum, ob er dies auch so will. Die Antwort ist da eher nein. Ganz offensichtlich will er es anders – auf seinem eigenen Weg – angehen. Neues und damit eher Ungewohntes erzeugt jedoch immer erst einmal Kritik und Skepsis. Es mag gut sein, dass er diese «natürlichen Reaktionen» etwas bis stark unterschätzt hat.

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