6

Wie geht plumpe Eigen-PR? Machs wie Polisphere!

Karte der deutschen Medienlandschaft

Was macht  ein Laden wie „Polisphere„, der sich selbst als „Denkfabrik“ sieht, aber irgendwo zwischen Lobby-Klitsche und PR-Bude changiert, um im Wahljahr ins Gespräch zu kommen? Er haut eine Karte der deutsche Medienlandschaft raus. Das ist nicht dumm, denn vor allem Medienleute interessieren sich für Medien und reden danach ganz fürchterlich viel über sowas. Und der gemeine Wutbürger ist auch nicht unglücklich, wenn er von irgendwas, was nicht nach einem Haufen Irrer aussieht, Stoff zum Argumentieren bekommt. Sowas kann man ordentlich machen, in dem man sich intensiv mit Medien auseinandersetzt. Oder man kann es machen wie Polisphere:

„Unsere Übersicht ist selbstverständlich nur eine Diskussionsgrundlage und keine wissenschaftliche Ausarbeitung, beruht auf persönlichen Einschätzungen (nicht nur des polisphere-Teams) und ist natürlich nicht abschließend (ja, die großen Regionalzeitungen fehlen…). Wir freuen uns auf konstruktives Feedback!“

Sieht so aus, als habe man mit ein paar Kumpels am Tresen geplaudert und dann mal alles aufgeschrieben, was denen nach ein paar Bieren so einfiel.  Zum Beispiel, dass man die Jungle World besser nicht lesen soll, aber die Junge Welt mehr „Basisinformationen“ bereit stellt.  Und ARD und ZDF, die beiden Vergnügungsdampfer  für Senile, verlässliche Nachrichtenquellen sind. Augsteins Wochenpostille für Pseudointellektuelle, Der Freitag, gilt dann als analytisch und nt-tv wird höher eingeschätzt als Spiegel-Online. Dazu der kumpelige Ton „Einfach nein“, „Besser nicht lesen“ – mit so einem Kram schafft man schnell Reichweite in den sozialen Medien bekommen, was dieser Artikel ja belegt, allerdings zeigt man auch, dass Kompetenz nicht gerade die eigene Stärke ist. Es ist nicht gut wenn alle darüber reden, dass man keine Ahnung hat. So geht plumpe Eigen-PR, die nach hinten losgeht.

Und dann gibt es da noch eine gewisse Nähe zu den gelobten Medien. Martin hat dazu etwas auf den Salonkolumnisten geschrieben.

RuhrBarone-Logo

6 Kommentare zu “Wie geht plumpe Eigen-PR? Machs wie Polisphere!

  • #1
    Klaus Lohmann

    Und die geistige Eigenleistung dieses Blasenkanisters ist ebenso "beeindruckend" – beim fast wortwörtlichen Abkupfern:
    https://www.facebook.com/vanessa.otero.9619/posts/10155006385626062

  • #2
    Martin Gohr

    Zum Glück kann diese grafische Darstellung nur von medienkundigen Menschen vernünftig gelesen & verstanden werden… upps… ihr habt sie ja auch gelesen 😉
    Ernsthaft: Bloß weil man mit diesen "Schubladen" unsichtbar im Kopf rumläuft, ist man noch lange nicht besser. Die Schubladen mal zu visualisieren, ist ein erster Schritt zur Transparenz. Macht doch mal eine eigene Fassung. Dann lernen wir Leserinnen und Leser auch mal was über eure Sicht der Dinge…

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Martin Gohr: Man kann so etwas ordentlich machen – dann nutzt man Analysetools oder befragt Leser. Oder man setzt sich an den Tresen und schreibt auf, was einem so durch den Kopf geht. Ersteres ist ein Aufwand, den wir nicht leisten können. Letzteres ist uns zu blöd.

  • #4
    Pommeskind

    Ach, und ich dachte die ganze Zeit, es handele sich um ein Schaubild zur Erläuterung der Hufeisentheorie. Mein persönliches Highlight ist die Verortung der Jungle World zusammen mit den rechten Nachdenkseiten als linksextremistischer Clickbait.

  • #5
    Moritz Flesch

    Zumindest wird anerkannt, dass Cicero und die Achse des Guten wesentlich komplexere Darstellungen liefern als bspw die Zeit oder der Tagesspiegel. Einsicht ist der erste…usw.
    😉

  • #6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.