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Update: Wie hält es Fridays for Future mit dem Antisemitismus?

Irritierende Aussagen finden sich bei der Rhein-Sieg Ortsgruppe der Klimabewegung Fridays for Future. Dort wurden gestern Posts verbreitet, die wohl die dortigen Personen als „Palästinensersolidarisch“ bezeichnen würden. Von unserem Gastautor Trevor Rhûnparth.

Natürlich sind es die üblichen Lügen vom Landraub, von der großen Katastrophe, die sich nur in den palästinensischen Opfernarrativen wiederfinden. Altbekannt und langweilig sind. Man könnte so Leuten natürlich eine Frage stellen: Ob sie sich gegen die Hamas engagieren, denn letztendlich ist ja diese für die Misere im Gazastreifen verantwortlich. Aber dann würde das Feindbild Israel eben wegfallen, dass so Leute ja fleißig pflegen – und wem schiebt man Ungerechtigkeiten lieber in die Schuhe als dem Judenstaat, was natürlich mit Antisemitismus nichts zu tun hat. Meinen so Leute jedenfalls.

„Israelkritik ist legitim, aber gerade wir als Deutsche, mit dem Erbe, sollten uns klar gegen Antisemitismus stellen“, wie ein Kommentator da schrieb ist natürlich auch nicht schlecht. Vor ein paar Jahren las ich einen klugen Satz, leider erinnere ich mich nicht mehr an den Autor, der so Aussagen wie folgt auf den Punkt brachte:

„Dass Deutschland, so leid es ihm auch tut, auch Israel regieren muss, ist der deutschen Vergangenheit geschuldet: Müssen nicht gerade wir zusehen, dass die Juden sich bei den Arabern nicht auch so unbeliebt machen wie bei den Ariern, sie haben doch gesehen, wohin das führt.“ Aber keine Sorge: Die Juden sind heute schon in der Lage sich gegen die zu verteidigen, die sie vernichten wollen, auch wenn das manchen nicht gefällt.

Natürlich kennt man all sowas schon. Problematisch allerdings erscheint, dass – egal wie man zu den Zielen von Fridays for Future steht – offenbar durch die Umweltbewegung Jugendliche mit antisemitischen Lügen indoktriniert werden sollen. Eine Stellungnahme von Fridays for Future steht  noch aus, allerdings sollte sich die Jugendbewegung genau überlegen mit was sie aufgrund einiger Ortsgruppen in Verbindung gebracht wird.

Update:

Fridays for Future haben inzwischen reagiert und ein Statement veröffentlicht und sich klar positioniert. Bleibt zu hoffen, dass auch personelle Konsequenzen gezogen werden. Derzeit scheint aber für Antisemitismus wenig Sensibilität zu herrschen, denn auch in der offiziellen Facebook Gruppe posten Personen derartige Statements:

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4 Kommentare zu “Update: Wie hält es Fridays for Future mit dem Antisemitismus?

  • #1
    MARTIN MAHADEVAN

    Ich habe diese schwachsinnige Unterstützung
    von "Free Palestine" und Ähnlichem noch nie verstanden.
    Nach 1945 wurden ca. 12 Mio. Deutsche aus den
    Gebieten östlich von Oder und Neisse vertrieben.
    Die wurden in den folgenden Jahren relativ problemlos in die BRD und die DDR integriert.
    Eine der grössten Leistungen der Nachkriegszeit.
    Die Palästinenser verließen Israel 1948. Das ist
    72 Jahre her. Warum leben die immer noch
    teilweise in unsäglichen Flüchtlingslagern?
    Weil das der Wille der palästinensischen Führer
    und anderer Araber ist ! Man will immer mehr
    Unzufriedene und Gewaltbereite heranzüchten !
    Was würde eigentlich passieren, wenn in der
    BRD ständig Leute mit Transparenten wie
    "FREE EAST-PRUSSIA " oder " FREE SILESIA"
    durch die Gegend ziehen würden ? Die
    würden für bekloppt erklärt.
    Die Lage der Palästinenser ist in allererster
    Linie Schuld der Palästinenser und anderer
    Araber. Sie ist gewollt und wird gefördert und
    ständig politisch ausgebeutet.

  • #2
    discipulussenecae

    @ MARTIN MAHADEVAN:

    Das perfide an der Situation der "palästinensischen Flüchtlinge" ist, daß sich der "Flüchtlingstatus" durch Abstammung, Heirat oder gar durch Adaption erlangen läßt. So wurden aus einstmals ca. 600.000 inzwischen ca. 3,7 Millionen "palästinensische Flüchtlinge".

    Daß damals auch ca. 700.000 Juden aus den arabischen Ländern vertrieben wurden oder nach Israel emigrierten, dort bereitwillig aufgenommen und integriert wurden, wird zudem immer gern verschwiegen.

    Ihre Anmerkung zu "Free East-Prussia" oder "Free Silesia" ist natürlich völlig richtig – wenn dann aber auch der Ruf nach "Free West-Prussia" oder "Free Bohemia" nicht fehlen dürfte!

    Weiß jemand noch, daß Stalin damals ca. 450.000 Karelier aus Finnland vertreiben ließ, um Platz für die von ihm vertriebenen Ukrainer zu schaffen, deren Heimat wiederum von Russen besiedelt wurde? Und selbst die Polen sind damals nicht in die ehemals deutschen Gebiete übergesiedelt, weil ihnnen dort die Landschaften und die Städte besser gefielen …

    Von Tibet, der Westsahara oder dem griechisch-türkischen "Bevölkerungsaustausch" will ich gar nicht erst anfangen. Aber mir ist zumindest nicht bekannt, daß die UN für eine dieser Bevölkerungsgruppen ebenfalls ein eigenes Hilfswerk finanzieren …

  • #3
    thomas weigle

    @ disci. "Im Jahre 1945 beherbergte die arabische Welt in ihrer Mitte eine Minderheit von fast 900.000 Personen. Davon ist heute noch ein Rest von 4500 übrig geblieben." Nathan Weinstock: "Der zerrissene Faden," S.13.
    Ansonsten volle Zustimmung.
    @Martin Mahadavan Ganz so einfach war das nicht,v.a. in den Jahren bis 55. Da wurden bspw. "Mischehen" von den Kanzeln verdammt. Allerdings nicht die zwischen Kathos und Protos, sonder zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Buchtip dazu:"Die kalte Heimat," ist `ne ziemliche Neuerscheinung, Autor ist mir grade nicht erinnerlich, aber sehr,sehr spannend.

  • #4
    MARTIN MAHADEVAN

    @ Thomas Weigle
    Ja sicher, Hanna Schygulla berichtete z.B. , dass
    sie als "die aus dem Osten" in den 1950ern
    gemobbt wurde. Es wird doch immer jemand wegen
    irgendwas gemobbt. Das war doch eine Nebenerscheinung. Heute wissen sehr viele
    gar nicht, dass ihre Grosseltern bzw. Urgrosseltern
    vertrieben wurden. Wer hat heute noch wegen der
    Vertreibungen Ressentiments gegen Polen ?

    Bei Palästinensern verhält es sich genau gegenteilig
    Da wird Hass auf Israel systematisch
    gezüchtet und von Generation auf Generation
    übertragen.

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