Wirtschaftserfolg in Dortmund

Der Discounter TEDi will seinen Verwaltungsstandort in Dortmund zur Europazentrale ausbauen. Insgesamt sollen vor Ort 650 zusätzliche Arbeitsplätze in der Logistik, im kaufmännischen Bereich und in der Informationstechnologie entstehen – das teilte die Stadt Dortmund gerade mit. Das Land NRW hat nach Angaben der Stadt Dortmund "grünes Licht" für die Vergabe von Mitteln aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm gegeben. "Die dauerhafte Ansiedlung von TEDi ist eine gute Nachricht für den Logistikstandort Nordrhein-Westfalen", sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Die Zentrale von Tedi ist die zweite große Logistikansiedlung aus dem Handel in Dortmund nach dem Bau des IKEA-Großlager.

Während sich Dortmund über den Erfolg freuen kann und erneut Steuergelder von einem Schwerreichen Handelshaus privatisiert werden, drängt sich die Frage auf, was ist eigentlich mit den anderen öffentlich geförderten Logistikstandorten? Vor allem der in Herne ansässigen Initiative Last Mile Logistik Netzwerk? Immerhin wurde das Projekt von 2006 bis 2008 mit 550.000 Euro aus Mitteln des NRW-EU-Programms für Ziel 2-Gebiete gebuttert, ungefähr die gleiche Summe sollte von Sponsoren eingesetzt werden? Passiert da auch was? Oder ist das Konzept der überall verstreuten Logistikcluster gescheitert?

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5 Kommentare

  1. #1 | Stefan Laurin sagt am 3. Dezember 2008 um 11:35 Uhr

    Die Logistikflächen laufen im Ruhrgebiet sehr gut – zum teil gibt es sogar Probleme passende Flächen zu finden. Auch viele Lat-Mile-Flächen sind gut vermarktet worden.Fördermittel für Ansiedlungen sind sicherlich problematisch – aber dafür müsste es eine europäische Lösung geben. Das Ruhrgebiet kann es sich kaum erlauben daraus als Erster auszusteigen, zumal die Förderquoten im Osten deutlich höher sind.

  2. #2 | David Schraven sagt am 3. Dezember 2008 um 11:48 Uhr

    Ich weiß nicht. Mit kommt Deine Aussage zu blauäugig vor. Und die Geschichte mit den Ansiedlungserfolgen zu gesundbeterisch.

  3. #3 | Arnold Voß sagt am 4. Dezember 2008 um 00:46 Uhr

    @ Stefan

    Für diese Ansiedlung sind Fördermittel mehr als problematisch. Sie sind hier nichts anderes als rausgeschmissenes Geld! Oder glaubt den wirklich jemand, dass ein Konzern den Standort seiner Europa!-Zentrale nach der Vergabe von Förderrmitteln aussucht? Wer beschließt soetwas in Zeiten allerhöchster öffentlicher Geldnot und brüstet sich auch noch damit?

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 4. Dezember 2008 um 08:42 Uhr

    @Arnold: Es gibt mehr als ein Beispiel dafür, wie Unternehmen Standorte wegen solcher Fördermittel gegeneinander ausgespielt haben (Brand-Wegzug aus Hagen). Deswegen gehören sie generell abgeschafft – aber damit kann eine einzelne Stadt nicht beginnen.

  5. #5 | Arnold Voß sagt am 4. Dezember 2008 um 12:32 Uhr

    Mag sein, dass unterschiedliche Geldmitnahmemöglichkeiten auf engstem Raum zu Standortabweichungen innerhalb eines (meist regional abgegrenzten) Zielgebietes führen, was ja in Ruhr auf Grund seiner Verwaltungskonstruktion faktisch immer der Fall ist. Aber selbst da baut man einen vorhandenen Standort, sofern PLatz vorhanden ist, wesentlich günstiger aus, als dass man in eine andere, obendrein nahe gelegene Stadt wechselt.

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