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ZAPP: “Sie lügen durch Unterlassung”

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Nachdem unser Gastautor Ralf Fischer einen Beitrag in ZAPP über Aluhüte kritisiert hat, gab es  eine offizielle Reaktion durch die Redaktion. Und auf die antwortet Ralf Fischer nun erneut. Die Links zu der gesamten Debatte befinden sich unter dem Artikel.

Sehr geehrte Frau Leiterer,

in Ihrer Antwort auf meinen offenen Brief lügen Sie mit der Wahrheit. Niemand bezweifelt die Tatsache, dass im letzten Jahr das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Medien stark gesunken ist. Sie schreiben selbst in der Auswertung: „Längst hat die Kritik an der Berichterstattung zur Ukraine-Krise eine Eigendynamik entwickelt. Und es sind bei Weitem nicht nur „Trolle“ oder „Spinner“, die sich diese Kritik zu eigen machen.“ Wieso kommen dann aber in ihrem Beitrag beinahe nur „Trolle“ und Spinner“ zu Wort?

Völlig einseitig suggerieren Sie, dass die Kritik an den Mainstreammedien nur von Seiten der „Putin-Versteher“ kommt. Dabei gab es genügend Kritik von ganz anderer Seite, wie zum Beispiel nach dem gänzlich unkritischen Interview Ihres NDR-Kollegen Hubert Seipel mit Wladimir Putin. Doch dazu verlieren Sie kein Wort bzw. lassen niemanden in dem Beitrag zu Wort kommen. Deshalb müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es Ihnen wichtiger war, irrlichternde Friedensaktivistinnen in ihrem Wahn zu porträtieren, anstatt ausgewogen über die sehr heterogene Medienkritik zu berichten.

„Ein Problem, das Sie ansprechen, beschäftigt uns bei ZAPP schon lange in vielen Beiträgen: Wie kann bei Nutzern, Lesern und Zuschauern die Bereitschaft erhöht werden, für Qualitätsjournalismus Geld zu bezahlen? Wer das will, kommt unseres Erachtens nicht umhin, sich damit zu beschäftigen, wie viele und welche Menschen sich aus welchen Gründen von den Medien abwenden.“

Sie geben vor diesen Gründen nachzugehen, haben deshalb eine Studie in Auftrag gegeben und trotzdem unterschlagen Sie dabei ein wichtiges Ereignis, welches im letzten Jahr die Notwendigkeit einer Kritik an der deutschen Medienberichterstattung sehr deutlich machte: Der Konflikt zwischen der Hamas und Israel. Die Kritik an der einseitigen Berichterstattung bezüglich der israelischen Selbstverteidigung wird seit Jahrzehnten formuliert. Unter anderem bewies 2002 die Journalistin Esther Schapira mit der preisgekrönten ARD-Dokumentation „Drei Kugeln und ein totes Kind – Wer erschoss Mohammed Al-Durah?“, welch unglaubliche Tatsachenverdrehungen in diesem Konflikt an der Tagesordnung sind. Und Sie?

Sie lügen durch Unterlassung. Der Fokus Ihrer Studie liegt nur auf drei Ereignissen des letzten Jahres (Lokführerstreik, IS im Irak und Syrien und der Konflikt in der Ukraine). Wenn Sie wirklich „weiterhin Beispielen falscher Berichterstattung nachgehen“ wollen, dann wäre eine erste Maßnahme, Ihren eigenen Bericht noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Und kommen sie mir bitte nicht noch einmal mit Ihrer unglaublich repräsentativen Umfrage, Statistiken sollte man nur glauben, wenn man sie selbst gefälscht hat… .

Mit freundlichen Grüßen,
Ralf Fischer

Links:

ZAPP reagiert auf Kritik an Aluhut-Sendung

Offener Brief an Medienmagazin ZAPP: “Die allgemeine Stimmung gegenüber der „Lügenpresse“ ist ein antidemokratischer Reflex”

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3 Kommentare zu “ZAPP: “Sie lügen durch Unterlassung”

  • #1
    Peter Neuenkämpfer

    Ich verstehe Ihre Kritik an ZAPP nicht im geringsten. Was ist ein Aluhut? Was soll das ganze?

    Wenn schreiben:

    “Wieso kommen dann aber in ihrem Beitrag beinahe nur „Trolle“ und Spinner“ zu Wort?

    frage ich mich, ob Sie den Beitrag überhaupt zu Ende gesehen haben. Da kommen doch auch Stefan Niggemeier, Ingo Schulze, Andreas Anton, Bernhard Pörksen, Mathias Drescher zu Wort. Alles “Trolle” und “Spinner”?

    Und dann kommen am Anfang, und zudem noch im Folgebeitrag die “betroffenen” Journalisten zu Wort, Kai Gniffke von der ARD und Friedbert Meurer vom Deutschlandfunk am Anfang sowie Ines Pohl (taz), Heribert Prantl (SZ), Bernd Ulrich (DIE ZEIT) und noch einmal Kai Gniffke im Folgebeitrag.

    Solch eine ausgewogene und differenzierte Berichterstattung würde dem Beitrag von Herrn Frisch auch gut tun.

    Richtig ist natürlich, dass es falsch ist, “die Medien” pauschal als “Lügenpresse” oder “Mainstream” zu diffamieren. Und nicht alle behandeln angeblich irrational argumentierende Kritiker oder mutmaßlich auf fremde Rechnung schreibende Kritiker sogleich als “Trolle” oder “Spinner”, was man schon daran erkennen kann, dass ZAPP sich die Mühe macht, auf den Beitrag von Herrn Frisch auch noch angemessen freundlich zu antworten.

  • #2
    Hapi

    “Statistiken sollte man nur glauben, wenn man sie selbst gefälscht hat”

    Warum beendet man den Text mit einem Spruch des Reichspropagandaministeriums?

  • #3
    der, der auszog

    Dies ist jetzt der dritte Beitrag in Folge zu ein und demselben Zapp-Beitrag und ich bin immer noch nicht schlau daraus geworden, was er diese Beiträge sagen sollen, weshalb ich mir erlauben möchte, an Ralf Fischer ein paar “offene Fragen” zu stellen:

    Sehr geehrter Ralf Fischer

    Offensichtlich haben Sie ein Interesse daran, dass ihre Kritik an der ZAPP Redaktion soviele Menschen wie möglich erreicht, sonst würden Sie diese nicht öffentlich auf dieser Internetplattform äußern. Das ihre Rechnung, eine gewisse Öffentlichkeit herstellen zu wollen, aufgegangen ist, können Sie daran erkennen, dass ihr erster Artikel 29 mal kommentiert wurde. Das ist für einen Gastbeitrag bei den Ruhrbaronen schon eine bemerkenswerte Leistung, die dadurch gesteigert wird, dass ihr Beitrag sowohl Zustimmung als auch Ablehnung hervorgerufen hat, also die optimalen Voraussetzungen für eine kontroverse Diskussion gegeben waren.

    Frage: Wieso haben Sie sich nicht in die Diskussion eingeklinkt, zumal ja auch die Zapp-Redaktion in persona Daniel Bröckerhoff Bereitschaft signalisiert hat, mit zu diskutieren?

    In einem weiteren Beitrag haben Sie dann das Antwortschreiben der Zapp Redaktion veröffentlicht, wogegen eigentlich nichts einzuwenden wäre, wenn dieser Beitrag von Ihnen in der Überschrift nicht mit “Zapp reagiert auf Kritik an Aluhut-Sendung” kommentiert worden wäre. Bei mir hatte diese Überschrift Irritationen ausgelöst und Fragen aufgeworfen, auf die sie leider nicht reagiert haben, weshalb ich sie gerne noch einmal und zwar ‘öffentlich’ stellen möchte:

    Frage: Was genau macht den Zapp-Beitrag zu einer ‘Aluhut’-Sendung? Das bloße zeigen von Verschwörungstheoretikern? Die Kritik an der Berichterstattung vieler Medien in Deutschland über den Ukraine-Konflikt? Die Zapp-Autoren?

    Es würde mich freuen, mein lieber Herr Fischer, wenn Sie sich diesmal die Zeit nehmen würde, meine Fragen zu beantworten, zumal ich damit rechne, dass sie jetzt jede Woche einen Gastbeitrag zu dieser Zapp-Sendung bei den Ruhrbaronen veröffentlichen werden und ich sie gerne verstehen möchte.

    Viele dank im Voraus und schöne Grüße aus Gelsenkirchen

    Johannes Fischer

    P.S. nein, wir sind weder miteinander verwandt noch verschwägert.

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