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Zum Tod von Josef Krings: „Alt werden ist nichts für Feiglinge“

Josef Krings bei der Kundgebung zum 1. Mai 2015 Foto: Krd Lizenz: CC BY-SA 4.0

Auch Legenden sterben einmal. Eine solche Legende war Josef Krings, der ehemalige Duisburger Oberbürgermeister, der nun im Alter von 93 Jahren starb. Krings repräsentierte  in seiner Zeit das Ideal eines sozialdemokratischen Oberbürgermeisters im Ruhrgebiet. 

Krings, von Beruf Realschullehrer, war ein Brückenbauer zwischen der traditionellen Arbeiter-SPD und den in den 70er Jahren in die Partei verstärkt eintretenden Akademikern. In seiner Zeit Oberbürgermeister von 1975 bis 1997 repräsentierte er die Stadt, Chef der Verwaltung war damals noch der Stadtdirektor. Es war eine Stadt im Niedergang. In Bergbau und Stahl verloren die Menschen ihre Arbeit, die Stadtkasse war leer. Krings machte den Menschen Mut, sprach dieselbe Sprache wie sie und stand bei den Arbeitskämpfen um das Krupp-Werk in Rheinhausen an ihrer Seite. Gleichzeitig setzte er sich für Zukunftsprojekte wie den Innenhafen ein. Klug gelang ihm der Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft.  Doch das Entscheidende war, dass er die Menschen mitnahm, ihnen vermittelte, dass das, was da kommen wird.Teil ihrer Zukunft sein wird.  Er war schon lange nicht mehr im Amt, als er den Kontakt zu den Familien der Opfer der Loveparade suchte. Er brauchte keinen Titel, um für die Menschen da zu sein.

Mitte des Jahrzehnts gab Krings nach kleiner Unfällen und einer Fahrerflucht seinen Führerschein ab. Seine Erklärung dazu begann mit den Worten: „Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Krings hat bis zuletzt gezeigt, was ein Oberbürgermeister sein kann.

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3 Kommentare zu “Zum Tod von Josef Krings: „Alt werden ist nichts für Feiglinge“

  • #1
  • #2
    paule t.

    Ach, das war ein Guter.
    Ich habe ihn als Student erlebt, als er irgendwann nach seiner Zeit als OB an der Duisburger Uni Literaturseminare besucht hat. Da war er ein sehr interessanter Gesprächspartner.

  • #3
    Thomas Müller

    Herr Krings war ein sehr sympathischer Mensch und wirklicher Sozialdemokrat.
    Ich bin dankbar dafür, dass ich ihn als Klassenlehrer vor über 40 Jahren kennenlernen durfte.
    Er hat uns viel vermittelt.

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