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?Ein Zeichen der Solidarität?

Im Schlafzimmerfenster von Michael P. hing eine Israelfahne und auf seinem Balkon eine weitere. Zwei gute Gründe für die Polizei, seine Wohnung aufzubrechen.

Duisburg: Zwei Wohnungen gestürmt

Michael P. sitzt in der Küche seiner Wohnung in der Duisburger Innenstadt und trinkt Kaffee. Am Samstag hatte die Polizei genau diese Wohnung aufgebrochen um zwei Israelfahnen, eine aus dem Fenster seines Schlafzimmers und eine vom Balkon, zu entfernen. Die Fahne auf dem Balkon wurde von einem Polizeibeamten bei der Aktion abgerissen.  Anti-Israelische Demonstranten hatten auf ihrem Marsch durch Duisburg vor der Wohnung mit den Israelfahnen Halt gemacht, antijüdische Parolen skandiert, das Haus beworfen und versucht, das Haus zu stürmen – bis die Polizei klein bei gab und die Fahnen entfernte.

Im Schlafzimmerfenster von Michael P. hing eine Israelfahne und auf seinem Balkon eine weitere. Zwei gute Gründe für die Polizei, seine Wohnung aufzubrechen.

Duisburg: Zwei Wohnungen gestürmt

Michael P.* sitzt in der Küche seiner Wohnung in der Duisburger Innenstadt und trinkt Kaffee. Draußen an der Tür zu seiner Wohnung sieht man schemenhaft einen Fussabdruck. Die Tür selbst ist intakt. Das gleiche Bild einen Stock tiefer. Am Samstag hatte die Polizei die Wohnung von Michael P. und die Wohnung darunter aufgebrochen, um zwei Israelfahnen, eine aus dem Fenster seines Schlafzimmers und eine vom Balkon, zu entfernen. Die Fahne auf dem Balkon wurde von einem Polizeibeamten bei der Aktion abgerissen.  Anti-Israelische Demonstranten hatten auf ihrem Marsch durch Duisburg vor der Wohnung mit den Israelfahnen Halt gemacht, antijüdische Parolen skandiert, das Haus beworfen und versucht, das Haus zu stürmen – bis die Polizei klein bei gab und die Fahnen entfernte.

„Ich stand gegenüber auf der anderen Straßenseite und konnte die ganze Sache nur noch beobachten.“ Der Schilderung des Sprechers der Duisburg Polizei, Ramon van der Maat, er habe feixend am Straßenrand gestanden und sich über das „Theater, das er verursacht hat amüsiert“ widerspricht P.: „Ich hatte Schiss. Es ist kein gutes Gefühl, wenn man sieht, dass ein Polizist auf deinem Bett steht und eine Fahne aus dem Fenster nimmt, während die Menge unten auf der Straße steht und Allah uh Akbar schreit.“

Nicht nur seine Tür wurde von den Beamten mit einem beherzten Fußtritt aufgetreten: Auch die Tür einer leer stehenden Wohnung ein Stockwerk darunter wurde aufgebrochen – die Polizei hatte sich in der Etage geirrt. Als ein Freund von P. später auf seinem Balkon stand, um eine Zigarette zu rauchen, empörte auch das einzelne Gruppen von  Demonstranten. Wieder war die Duisburger Polizei hilfsbereit: Der Raucher bekam einen Platzverweis und durfte fortan nicht mehr den Balkon betreten. Wer den Schaden der Polizeiaktion bezahlt, ist bis jetzt auch noch nicht klar –  P. ist auf der Suche nach einem Anwalt.

Eine Israelfahne im Fenster zu zeigen, ist für P. nichts außergewöhnliches: Er hat sie zum 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel herausgeholt und zum 27. Januar, dem Tag an dem die 60. Armee der 1. Ukrainischen Front das KZ Auschwitz befreit hat. Und natürlich am vergangenem Samstag, als die radikalislamische Organisation Milli Görüs in Duisburg zu einer Demonstration gegen die Militäraktion Israels in Gaza aufgerufen hatte: „Die Fahne hing an diesem Tag nicht aus Zufall im Fenster. Für mich war es ein Zeichen meiner Solidarität mit Israel. Immerhin ist es die einzige Demokratie im Nahen Osten und die Heimstatt der Holocaust-Überlebenden. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet.“ Für P. sind die Demonstrationen gegen die Israelis, die im Moment beinahe täglich in den europäischen Städten stattfinden, die größten antisemitischen Kundgebungen seit dem Ende des 2. Weltkriegs: „Da wird doch nicht gegen die Politik Israels demonstriert, sondern gegen den Bestand des Staates Israel und gegen die Juden.“

Dass die Polizei sich auf die Seite des, wie P. es nennt, „antisemitischen Mobs stellt“  hat ihn erschreckt: „Ich weiß von Freunden aus den USA, dass dort die Polizei dafür sorgt, dass auch Demonstrationen für Israel in der Nähe arabischer Demonstranten stattfinden können und keine israelischen Fahnen verschwinden müssen.“ In Düsseldorf dagegen hätte die Polizei vor wenigen Tagen Gegendemonstranten einer pro-palästinensischen Kundgebung Platzverweise erteilt.

Es hat lange gedauert, bis P. am Samstag in seine Wohnung zurückkehren konnte. Noch Stunden später, die offizielle Demonstration war längst weitergezogen, gingen sie an  seinem Haus vorbei und riefen Sprüche wie „Juden raus“ und „Scheiß Juden“ – auch das für die Duisburger Polizei kein Grund einzugreifen.

Nun überlegt P. umzuziehen. Das Haus in der Duisburger Innenstadt ist in den letzten Tage berühmt geworden und sicher fühlt sich P. nicht mehr. „Eigentlich unvorstellbar“, so P., „dass man Angst haben muss, weil man eine israelische Fahne im Schlafzimmerfenster hatte.“

Hier das Video. Man sieht, wie die Polizei die Fahne aus Michael P.s Fenster runterreißt.

 

 

* Name geändert

Mehr zum Thema:

"Vergast die Juden"

Demonstranten forden Judenvergasung – Duisburg: Polizei entfernt israelische Fahne

Hauptsache Ruhe

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66 Kommentare zu “?Ein Zeichen der Solidarität?

  • #51
    Aufgeklärter Bürger

    Eine Demonstration, bei der die Polizei Angst haben muss, dass sie eskaliert, ist vom Grund her schon keine friedliche Demonstration mehr. Und deshalb durfte man sie gar nicht erst genehmigen. Es war schon im Vorfeld klar, dass es hier zu mehr oder weniger lautstarken und religiös motivierten Protestaktionen kommen wird. Aber es ist was anderes, wenn ich gegen Israel protestiere oder antisemitische Parolen rufe. Das friedliche Protestieren ist ein Grundrecht (das Fahne-Raus-Hängen übrigens aus), die Verunglimpfung der jüdischen Mitbürger auf die Art und Weise, wie dies passiert ist, ist ein Unding – und sogar strafbar. Doch das konnten die Polizisten ja gar nicht mehr höhren, denn sie waren ja mit der Stürmung der Wohnung beschäftigt.

  • #52
    Jens Kobler

    @ Das Grauen:
    Mögen „P.“ und andere das alles gerne lesen, aber vor allem aus der Sache lernen, d’accord. Und selbst dafür wäre es allerdings hilfreich, dass die Behörden und auch die uniformierten Menschen im Staatsdienst sich (vorbildlich) demokratischen (Alltags-)Gepflogenheiten gewachsen zeigen, von Accessoires bis hin zur Demonstration. Darum geht es hoffentlich vor allem, auch in dieser Diskussion. (Ganz im Sinne auch von Beitrag 31 und der zweiten Hälfte von 48.)

    @ Ralf:
    Das ist ja der Fehler, dass die Exekutive der Demokratie eben nicht(!) den Schutz der Minderheitenmeinung (gegen eine größere Minderheit) durchgesetzt hat. Es mag diffizil sein zu mutmaßen, wer sich im umgekehrten Falle zu welchem weiteren Handeln bestätigt gesehen hätte. Das nur zum Thema Augenmaß. So ein plumpes, auf den Moment bedachtes De-Eskalationsverständnis lehrt jedenfalls nicht die Werte, Rechten und Pflichten in einer Demokratie.
    Und noch schlimmer ist dass eben beiden „Parteien“ Schaden zugefügt wird. Und zwar genau über das Zulassen der Verbreitung von Angst – durch Vertreter des deutschen Staates. Das müssen die Verantwortlichen sehen und daraus Konsequenzen ziehen, ansonsten verstehe ich diejenigen die davon sprechen, dass man sich sonst unglaubwürdig macht und mit Ressentiments gegenüber den Vertretern von Stadt, Land und Staat rechnen muss, innerhalb wie außerhalb Deutschlands, und zwar gerade von Demokraten, Liberalen und weltoffenen Menschen. Denn dass letztlich Minderheiten gegeneinander ausgespielt werden, das darf kein Ergebnis dieser Fehlentscheidung sein. Und, wie bereits einmal geschrieben, auch kein Sicherheitswahn. Duisburg muss jetzt wachsen an der Sache. Viel Erfolg!

  • #53
    Das Grauen

    „Raten sie mal, wieso Israel so aufgerüstet ist?“
    Aus reinem Selbstschutz natürlich, Herr Voss, sicher. Und, rechtfertigt das, diese geballte militärische Macht einzusetzen, anstelle eine mögliche politische Lösung zu suchen? Nein.

    „Palästina hatte damals das Angebot für einen eigenen Staat bekommen,den die Völkergemeinschaft auch sofort anerkannt und entsprechend geschützt hätte.“
    Die „Volksgemeinschaft“ hat gar nichts geschützt, und tatenlos dabei zugesehen, wie Jordanien sich die Westbank einverleibte. Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser? Pustekuchen.

    „Weil die Palästinenser und ihre Verbündeten aber der festen Überzeugung waren, dass sie mit ihrer Übermacht die Israelis vertreiben respektive alle töten könnten, haben sie dieses Angebot nicht angenommen.“
    Nochmal, „die Palästinenser“ hatten keine einheitliche Fürhrung, und für die Kriegstreiberei der Nachbarlönder sind sie nicht verantwortlich.

    „Weil es eine große Gruppe in Palästina gab und gibt, die jeden Versuch auf Versöhnung torpediert haben.“
    Ist diese Gruppe größer als die entsprechende in Israel? Man kann ja wohl nicht einfach ignorieren, daß es in Israel starke, sogar parametarisch vertretene Kräfte gibt, die sich ganz Palästina unter den Nagel reißen wollen. Wieviele „Siedler“ sind in der Westbank? 300000?

    „Die Israel mit dem Terror von Selbstmordattentätern überzogen haben und dauerhaft, d.h. fast durchgehend über 8! Jahre, unter Beschuss genommen haben.“
    Selbstmordattentäter vs. „bedauerliche Todesfälle“ durch „legale Aktionen“ israelischer Soldaten. Insgesamt sind wesentlich mehr Palästinenser ums Leben gekommen. Das dieses Ungleichgewicht, und die andauernde Diskriminierung, Terroristen hervorbringt ist unausweichlich.

    „Aber ihnen vorzuwerfen, dass sie langsam keine andere Lösung mehr sehen als diesen Krieg , ist schlicht unredlich.“ Unredlich? Na hören sie mal, seid etwa 30 Jahren lese ich alles, was ich über den Konflikt in die Finger bekomme, von beiden Seiten, und meine Meinung ist auf jeden Fall nicht unredlich, auch wenn sie Ihnen vielleicht nicht in den Kram passt. Sie können sicher viele Dinge anders einschätzen, aber ich hoffe doch, auch Sie sehen, daß sich die Meinung in Israel von einer Untewrstützung politischer Aktionen hin zu einer überwiegenden Befürwortung militärischer Maßnahmen gewandelt hat! Das ist meiner Meinung anch unübersehbar. Um Himmels Willen, die Ha’aretz schreibt von 4-5%, die dem Gaza-Krieg ablehnend gegenüberstehen, obwohl es im Grunde doch nur der gleiche, strategisch fragwürdige Wahnsinn ist wie der letzte Libanon Krieg. Da kann man doch wohl nicht von einer Kompromissbereitschaft der Israelis sprechen. Die beinah einhelige Meinung in Israel scheint inzwischen zu sein, man könnte einen Frieden zu den eigenen Bedingungen erzwingen. Sowas hat allerdings noch nie langfristig Bestand gehabt.

    Und, abschießend, wie ich den Beschuß gestoppt hätte? Nun, ich hätte Verhandlungen gestartet, nötigenfalls über einen Vermittler, und versucht, eine Einigung über die gleichzeitige Beendigung des Raketenbeschusses und Aufhebung der Blockade zu erreichen (einseitiges Entgegenkommen zu erwarten ist unrealistisch). Egal was die proklamierten Ziele der Hamas sind, hier geht es erstmal nur um Beendigung der Gewalt. Dementsprechend würde ich auch keinen unprovozierten Aktionen der IDF zustimmen, die einen solchen Waffenstillstand torpedieren würden. Eine wirtschaftliche Unterstützung der PLA in der Westbank wäre sicher auch eine gute Idee, um die moderaten Kräfte innerhalb der Palästinenser durch Erfolge zu stärken. Ein weiterer Ausbau der illegalen Siedlungen wäre selbstverständlich unvorstellbar, statt dessen müßte ine Programm zur Umsiedlung aller, außer evtl. der direkt grenznahen (Ost-Jerusalem) israelischen „Bewohner“ gestartet werden. Politisch gesehen wäre dies wohl nur durchsetzbar, wenn die arabische Minderheit geschlossen dies Programm unterstützen würde (7 von 122 Sitzen bei 20% Anteil ist ja wohl noch nicht das maximal mögliche). Dadurch könnte der Einfluß der radikalen Parteien reduziert werden und Bewegungsreiheit für eine solche Initiative gewonnen werden.

    Natürlich müßten auch Aufbauprogramme des Auslands für die Westbank eingefordert und unterstützt werden, so daß klar wird, das die zwei Staaten Lösung für moderate Palästinenser eine echte Zukunft hat. Dies positive Beispiel würde hoffentlich auch zu einer Stärkung friedensorientierter Gruppen in Gaza führen. Nicht zuletzt wäre dies auch im Israelischen Interesse, denn nur eine Abwanderung arabischer Israelis kann langfristig einen jüdischen Staat sichern, die Demographie zeigt dies eindeutig. Ja, ich denke, mit dem nötigen politischen Willen, und dem entsprechenden Mut, wäre vieles möglich, wie Jitzchak Rabin gezeigt hat. Aber je mehr die israelische Bevölkerung selbst nur noch radikale, gewalttätige Lösungen bevorzugt, desto schwerer wird es.

    Vielleicht bin ich naiv, kann sein, aber vor dem Steineschmeissen bitte erstmal mit einem besseren Plan ankommen. Von meiner Seite aus beende ich damit jedenfalls diesen Teil der Diskussion. Ich hab das Gefühl, das den Blogbetreibern die Ausweitung des Themas langsam zu viel wird…

  • #54
    gh45

    Richtig peinlich ist die Duisburger Polizei vorallem auch deswegen, weil anscheinend gezielt kritische Kommentare von Benutzern im Gästebuch nicht erscheinen (werden nicht durch Moderator erlaubt). Zwei meiner Kommentare kamen so nicht an die Öffentlichkeit.

    M.M.n. müssen Polizisten demokratisches Grundwissen haben bzgl. Unverletzlichkeit der Wohnung und Meinungsfreiheit. Wer in solch einem Beruf keine entsp. Kenntnisse hat, ist dafür ungeeignet.

  • #55
    Arnold Voss

    @ Grauen
    Tut mir leid Herr „Grauen“ so einfach kommen sie hier nicht weg. Und den Betreibern wird dieses Thema auch nicht zuviel, und zwar weil es so vedammt wichtig ist. Deswegen noch mal eine Rückantwort.

    Natürlich hatten die Palästinenser keine einheitliche Führung, was schlicht daran liegt das Palästina als Land und die Palästinenser als Volk zu diesem Zeitpunkt weder über eine klare Identität noch über klare Grenzen verfügte. Erst in der Auseinandersetzung mit den Israelis hat sich das, und zwar gleich als Gegnerschaft zu den Israelis und ihrem neuen Land Israel, herausgebildet. Aber es gab Vertreter der Palästinenser und es gab dieses Angebot.

    Wenn also, wie sie richtig feststellen, die Jordanier sich Teile des offiziell gar nicht existierenden Landes Palästina angeeignet haben, warum haben dann die Palästinenser nicht gegen diese oder andere ihrer gierigen Nachbarn gekämpft und stattdessen zusammen mit denen gegen die Israelis? Weil die das klarere und zugleich doppelte sichtbare Feinbild boten. Sie hatten Land bekommen, was auch von den sogenannten Palästinensern bewohnt wurde und sie waren Juden und nicht Muslime.

    Das ist der verammte Geburtsfehler dieses verdammten Konfliktes. Die Chance überhaupt zu einem offiziellen Land Palästina zu kommen haben die Palästinenser selbst vergeben und haben sich stattdessen in eine letztlich aussichtlose Auseinandersetzung mit Israel gestürzt , wobei sie obendrein immer wieder von ihren muslimischen Nachbarn angestachelt oder als Prellbock,ja sogar als Kanonenfutter benutzt wurden.

    Aber sie haben dabei auch selbst immer mitgemacht und sich diesen Schuh selber angezogen. Bis sie sich endlich auch als Volk fühlten und zugleich als Opfer der Israelis. Was sie im übrigen immer wieder auch waren. Aber sie waren dabei von Anfang an auch Täter und wurden dabei, von Misserfolg zu Misserfolg, immer radikaler und unversöhnlicher.

    Das Existenzrecht des Staates Israel haben sie jedoch von Anfang an bestritten und die Hamas tut es bis heute. Die Fatah hat es erst nach langen und sehr blutigen Auseinandersetzungen und auch dann nur mit höchstem Widerwillen anerkannt, war doch die Feindschaft zu Israel die eigentliche Legitimation ihrer Existenz.

    Wie sehr sich die Palästinenser in dieses Feindbild verannt haben konnte man dann an den äußerst gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Fatah und der Hamas sehen. Und wie sehr es den sogenannten Freiheitskämpfern nur noch um ihre eigenen Interessen ging und nicht um die ihres Volkes. Bei ihnen ist das meiste Geld zum Aufbau ihrer Nation gelandet und hat ihrer Führer zu Multimillionären gemacht.Gleichzeitig wurde in Ermangelung militärischer Erfolge zum puren Terror übergegangen, bei dem natürlich auch wieder nur das eigene fanatisierte Fußvolk und natürlich israelische Zivilisten getötet und verletzt wurden. Das sich je einer der palästinensichen Anführer in die Luft gesprengt hätte, davon ist zumindest mir nichts bekannt.

    Sie Herr „Grauen“ finden das eine „normale Reaktion auf das Ungleichgewicht und die ständige Diskriminierung“. Ich an ihrer Stelle würde doch erst Mal feststellen, dass ein Volk, das das Existenzrecht eines Nachbarvolks nicht anerkennen will, sich nicht wundern muss, dass es von diesem diskriminiert und drangsaliert wird. Dass ein Volk, das ein anderes komplett von der Erdoberfläche verschwinden lassen will, sich nicht wundern muss, dass dieses andere sich bis zu den Zähnen aufrüstet bzw. von seinen Bündnispartnern aufrüsten lässt und dadurch am Ende das von ihnen zu Recht festgestellte Ungleichgewicht entsteht. Aber selbst Unterlegenheit und Unterdrückung und Diskrimierung sind kein Grund beliebige Zivilisten systematisch umzubringen. Die sichtbare Unbesiegbarkeit eines Nachbarvolkes könnte doch statt zu einem asymetrischen Krieg auch zum Einlenken, zumindest aber zur Anerkennung des Existenzrechtes dieses Volkes führen.

    Stattdessen bevorzugten die Palästinenser das, worüber sie sich heute vehement und zu recht empören. Das Umbringen der Zivilbevölkerung. Das sie damit angefangen haben, und zwar nicht als Kolateralschaden offen sichtbarer und angekündigter Militäraktionen (was auch schon grausam genug ist), sondern als heimtückische und gezielte Aktion direkt gegen unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder , wird dabei gerne von ihren Unterstützern vergessen und verschwiegen. Sie Herr „Grauen“ gehen aber so weit, dass sie das für eine geradezu natürlich Gegenwehr der Schwächeren halten.

    Die Palästinenser waren zwar die Schwächeren, aber keineswegs die Ausweglosen. Sie hätten nur Frieden mit den Israelis schließen brauchen und das Geld wäre in Strömen geflossen und der eigene erfolgreiche Staat wäre möglich gewesen. Das Geld ist allerdings auch so in großen Mengen geflossen, allerdings mehr für Waffen und das Luxusleben ihrer Anführer als für den Aufbau respektive Wiederaufbau eines eigenen Landes.

    Sie haben recht, wenn sie sagen, dass es bei den Israelis sehr wohl und immer eine Fraktion gegeben hat, die ebenso wenig kompromissbereit war. Diese Leute, landläufig Zionisten genannt, wollten dieses eigene Land für die Juden, und das auf Biegen und Brechen. Sie haben auch die aggressive Siedlungspolitik betrieben, die das Friedenschließen zusätzlich erschwert hat. Aber auch dafür gibt es einen ziemlich überzeugenden Grund: den Holocaust in Europa. Für den konnten die Palästinenser zwar nichts. Aber sie haben den in Palästina ankommenden Juden letztlich mit nichts anderem als mit einem Zweiten gedroht und die Hamas tut das bis heute. Dass die kompromisslose Fraktion der Israelis von der Minderheit zur Mehrheit geworden ist haben sich die Palästinenser deswegen fast ausschließlich selbst zuzuschreiben.

    Es ist schon eine wundersame Form der Dialektik, wenn nun die Palästinenser heute von sich selbst als Opfer eines Holocaust reden, den die Israelis an ihnen vollbringen wollen. Und es ist genauso eine irre Logik, wenn sie mir Parteilichkeit für die Israelis vorwerfen, weil ich ihr für nicht mehr und nicht weniger als ihr schlichtes Existenzrecht eintrete. Das dieses Recht bei Angriff zur Verteidigung wird, gehört allerdings dazu. Wer wie die Palästinenser lange Zeit und immer wieder anderen mit dem Tod droht und dies auch, da wo es irgendwie möglich ist, in die Tat umsetzt, der muss sich doch nicht wundern, dass er dafür am Ende auch den Preis zu bezahlen hat. Das der äußerst bitter ist, ist offensichtlich und macht mich keineswegs froh. Im Gegenteil.

    P.S. Ihr Friedensplan in allen Ehren, aber wenn sie ehrlich sind und alle Wenn und Abers zusammenzählen, dann müssen sie zugeben, dass dessen Umsetzung, wenn er überhaupt alle Widerstände passieren würde, für die Israelis nichts anderes bedeuten würde, als noch viele weitere Jahre unter Beschuss und unter Terrorgefahr zu leben. Und, wie sie mal locker in einem Nebensatz erwähnen, keinewegs die Anerkennung ihres Existenzrechtes beinhaltet.

  • #56
    anne78

    Oben gab es ja schon den Hinweis auf die türkische Fahne, die unter ähnlichen Umständen bei einer Nazidemo entfernt wurde und auch Transparente gegen den Besuch des US-Präsidenten Bush in Deutschland wurden schon „gewaltsam“ entfernt (http://de.indymedia.org/2005/02/107831.shtml). Das macht den aktuellen Vorfall zwar nicht besser, zeigt aber klar, dass es sich hier nicht um Antisemitismus handelt, sondern um ein allzu voreiliges Handeln von Polizisten.

  • #57
    Ludwig Schimmler

    @anne78: Es mag zwar sein, dass es auch bei anderen Demonstrationen ähnliche Vorgehen der Polizei gab und hier gegen „Provokationen der Demonstranten“ durch Plakate etc.vorgegangen wurde. Meiner Meinung ist das noch nicht mal das Schlimmste (auch wenn beim Sturm auf die Wohnung in Duisburg die Polizisten jegliches Augenmaß vergaßen). Das, was für mich antisemitisch war, waren die Demonstrationsrufe wie etwa „Tod den Juden“ oder „Juden sind Kindermörder“. Hier wurde eben nicht der Staat und damit der Zionismus genannt, sondern klar die Religion als Feindbild aufgebaut – und das ist nun mal antisemitisch und dagegen hätte die Polizei vorgehen müssen. Doch wenn man mit dem Sturm auf eine Studentenwohnung beschäftigt ist, kriegt man das natürlich nicht mit.

  • #58
    Jette

    Shame on the police, shame on Deutchland! What we see, is what we saw 1932. What will come next? „Juden raus“ or „kauft nicht beim Juden“?
    Fachism is marching through Europe, fachisme called islam and „socialisme“: the green/red alliance!
    Shame all of You miserable journalistcowards!

  • #59
    someone

    „Shame all of You miserable journalistcowards!“

    Who are you swearig at? Apart from being not that sure wheter it’s a cowardly act to defacate into a forum as you do or not, I don’t see any journalists involved in this story. BTW: „Fachism is marching through Europe, fachisme called islam“ – this is not that far from the old well known hate propaganda about the ‚Judentum‘ as the source of all evil. Did you recognise that? Some things obviously never change …

  • #60
    Jette

    @Someone
    What the hell is wrong critizising religion and politic? It has NOTHING to do with hate propaganda. It has to do with the reality we are facing in the western world: facism: alliance between socialisme and islam! Islam is not ONLY religion. Islam is MOST political structure. To look the other way is to accept!
    Shame on those who do not defend the west: democracy, freedom and equality!

  • #61
    Arnold Voss

    @ Somenone

    Was soll hier diese pseudointernationale Englisch-Nummer? Und dann noch in diesem Stolperton? Du bist Deutscher, wie ich in diesem Blog an anderer Stelle lesen konnte (und dein Englisch ist auch genau so). Tu dir selbst und uns einen Gefallen und mach dich hier nicht lächerlich!!

  • #62
    Enzy

    Hallo Leute! Könnte mir jemand genaueres über den vorfall mit dem 13 jährigen mädchen was die türkische fahne bei einer rechtendemo aus dem fenster hielt sagen? das ist schon ein paar jahre her… ich finde leider nichts im netz

  • #63
  • Pingback: Jahresrückblick 2009: Januar » ruhrbarone

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