Nationalpazifismus und Appeasement

Kiew am 24. Februar nach einem russischen Raketenangriff Foto: Arrikel Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es gab 1945 viele gute Gründe, Deutschland nie wieder in den Kreis der zivilisierten Staaten aufzunehmen: Der Holocaust, die Verbrechen in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten, der begonnene Krieg mit seinen Millionen Toten. Aber die Alliierten, die unter ungeheuren Opfern Deutschland niederkämpften, entschieden sich in einem beispiellosen Akt der Humanität anders: Vor allem die Westmächte sorgten dafür, dass die Bundesrepublik schnell zu einem demokratischen und wohlhabenden Staat aufsteigen konnte, der später auch wieder international geachtet wurde und sich mit der DDR wieder vereinigen durfte. Deutschland hatte all das nicht verdient. Doch aus der Aufnahme in den Kreis der demokratischen Staaten wächst eine Verpflichtung, der das Land nicht gerecht wird. Anstatt wie die USA, Großbritannien, die Niederlande und Tschechien er Ukraine, die in diesen Stunden gegen die russischen Invasoren mit Tapferkeit und Opferwillen um seine Freiheit kämpft, zumindest mit Waffen zu unterstützen, pflegt man einen widerwärtigen Nationalpazifismus. In der Europäischen Union setzte sich die Bundesregierung sogar dafür ein, das Russland nicht mit dem Ausschluss aus dem Zahlungsabkommen SWIFT wirtschaftlich zu isolieren. Die Bundesrepublik hat dafür gesorgt, dass Putin seinen Krieg weiter finanzieren kann und bezahlt die Kugeln, mit denen die Ukrainer erschossen werden.

Es zeigt sich, dass es ein Fehler war, die Ukraine weder in der NATO noch in die EU aufgenommen zu haben. Um beides bat das Land, der Westen lehnte es ab. Auch da war mit Angela Merkel (CDU) eine Kanzlerin der Bundesrepublik in der ersten Reihe derjenigen, die der Ukraine die entscheidende Unterstützung versagte.

Deutschland hat sich der Gnade der Alliierten als unwürdig erwiesen. Es ist nicht einmal bereit, einem Land alle Hilfen zu gewähren, die es im Kampf um seine Freiheit erbittet. Die brutale Kälte des deutschen Nationalpazifismus und die noch immer betriebene Appeasementpolitik gegenüber Russland zeigen, dass Deutschland wirtschaftlich ein Teil des Westens ist. Ein Teil der westlichen Wertegemeinschaft ist es nicht.

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2 Kommentare

  1. #1 | der, der auszog sagt am 26. Februar 2022 um 13:18 Uhr

    Um eine Neubewertung der Lebensleistung der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel und ihrer Großen Koalitionen, sowie eine Neubewertung der Leistungen des derzeitigen Bundespräsidenten und damaligen Außenmisters Frank Walter Steinmeier, werden Biographen, Politologen und Historiker nicht herumkommen. Kaum ein Duo im Westen hat Europa in den letzten 1 Jahren so dermaßen destabilisiert, wie diese zwei Deutschen.

  2. #2 | Christian Scharlau sagt am 26. Februar 2022 um 13:46 Uhr

    Spricht mir vollkommen aus der Seele, danke!!! Eigentlich war im letzten Dezember der Umstand, daß mit Auswärtigem Amt und Wirtschaftsministerium (zuständig für die unsägliche Pipeline) die beiden wichtigsten Kabinettsposten im Fall einer sich bereits damals deutlich abzeichnenenden Eskalation der Putlerschen Aggressionspolitik an die Grünen gingen, eine der positiveren Personalien der Ampel. Schließlich muß man den Grünen lassen, daß sie sich seit vielen Jahren so klar wie keine andere deutsche Partei gegen das faschistische Regime in Moskau positionieren.

    Aber ihr Herumeiern jetzt, wo in der Ukraine Stunde für Stunde Menschen dem Putlerschen Terror zum Opfer fallen, ist nur noch peinlich. Klar, am Dienstag hat wenigstens Habeck den kleinen Olaf über den Tisch gezogen und ist in Sachen Pipeline vorgeprescht. Aber wenn man jetzt sieht und hört, mit welch verlogenen Argumenten Frau Baerbock die deutsche Ablehnung eines SWIFT-Ausschlusses Rußland schönredet, wird einem nur noch übel. Und da sind wir noch nicht einmal beim Thema Waffenlieferungen!

    ХАЙ ЖИВЕ ВІЛЬНА УКРАЇНА!!!
    ES LEBE DIE FREIE UKRAINE!!!

    СМЕРТЬ ПУТЛЕРОВСКИМ ФАШИСТАМ!!!
    TOD DEN PUTLER-FASCHISTEN!!!

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