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Afghanistan: Wir sollten gehen…

Ich war für den Krieg in Afghanistan - aber jetzt sollten wir raus.

Frauen in Burkas. Foto: Wikipedia

Es gab viele gute Gründe für den Versuch, die Macht der Taliban zu brechen: Die Menschenrechtsverletzungen, die Unterdrückung der Frauen, die Spengung von antiken Kulturdenkmälern, die Unterstützung von Al Qaida. Kurzum und vielleicht etwas naiv: Ich fand es gut, dass die Bundeswehr auch mit daran wirkte, das Mädchen in die Schule gehen konnten. Nicht überall, aber zumindest in ein paar Teilen des Landes.

Mir war zwar klar dass unsere "Partner" dort beinahe alles Schwerstkriminelle waren, aber ich glaubte auch, es gäbe dazu keine Alternative. Nun, nachdem Afghanistans Ministerpräsident Karzai ein Gesetz unterschrieben hat, dass Frauen zum Sex mit ihren Männern zwingt…

Ich war für den Krieg in Afghanistan – aber jetzt sollten wir raus.

Frauen in Burkas. Foto: Wikipedia

Es gab viele gute Gründe für den Versuch, die Macht der Taliban zu brechen: Die Menschenrechtsverletzungen, die Unterdrückung der Frauen, die Spengung von antiken Kulturdenkmälern, die Unterstützung von Al Qaida. Kurzum und vielleicht etwas naiv: Ich fand es gut, dass die Bundeswehr auch mit daran wirkte, das Mädchen in die Schule gehen konnten. Nicht überall, aber zumindest in ein paar Teilen des Landes.

Mir war zwar klar dass unsere "Partner" dort beinahe alles Schwerstkriminelle waren, aber ich glaubte auch, es gäbe dazu keine Alternative. Nun, nachdem Afghanistans Ministerpräsident Karzai ein Gesetz unterschrieben hat, dass Frauen zum Sex mit ihren Männern zwingt, ihnen das Verlassen des Hauses untersagt und das zahlreiche weitere barbarische Regeln enthält, ist es Zeit für uns zu gehen. Ein solches Regime will ich mit meinen Steuergeldern nicht unterstützen. Es ist nicht das Leben eines einzigen westlichen Soldaten wert.  OK. es gäbe eine Alternative: Wir machen Afghanistan zur Kolonie, aber das wird nicht klappen. Also gehen wir raus. Wir haben in Afghanistan keine Partner um das Land zu zivilisieren. Aber wenn wir gehen, dann mit allem: Keine Soldaten, aber auch keine humanitäre Hilfe. Keine Straßen, keine Krankenhäuser, keine Entwicklungshilfe. Sie wollen Mittelalter? Sie könnne es haben. Dann aber auch mit allem was dazu gehört. Und den Frauen und Mädchen können wir nicht in Afghanistan helfen – also lasst sie uns rausholen: Jede Frau aus Afghanistan bekommt im Westen Asyl. Pauschal.

 

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15 Kommentare zu “Afghanistan: Wir sollten gehen…

  • #1
    Torti

    Spätestens jetzt muss auch dem dümmsten klar werden das am Hindukusch nichts verteidigt wird.

    In Afghanistan wird nicht die Freiheit verteidigt sondern die islamische Barbarei.

    Die Bundeswehr muss da schnellstens weg.

  • #2
    Thomas

    >Ich war für den Krieg in Afghanistan..

    Du warst mal für Krieg?

    Sehr leichtfertig, das.

    Ich war mal in einem drin. Kurdistan. Nordirak – Turkiye, die Grenze.

    Gar kein gutes Gefühl, wenn einem dumme anatolische Bauernsöhne die Brieftasche rausholen und neben dem paßbildgroßen Bild ihrer ersten kleinen Tochter das postkartengroße Bild der erlegten PKK-Kämpferstrecke ihres Platoons zeigen.

    Auf der anderen Seite der Grenze übrigens genauso.

    Krieg ist Scheiße.

    Freut mich, dasste zur Einsicht gekommen bist.

  • #3
    David Schraven

    Mich erschreckt die Erkenntnis, dass selbst im Umfeld von Karsai offenbar schwerkriminelle Drogenbarone rumhampeln. Es heißt, sogar sein Bruder sei in das Business involviert. Es soll sogar vorkommen, dass sich die Amis und die Natotruppen bei Killerkommandos von einem Drogenkartell gegen ein anders instrumentalisieren lassen. Der Vorwurf dann, der jeweils andere sei ein Taliban.

    Dazu kommt es immer wieder vor, das Killerkommandos per heilkopter wie in Vietnam in Dörfern einschweben. Töten und verschwinden. Die Amis sind sogar bis in die Region der Bundeswehr geflogen und haben dort ein kleines Massaker veranstaltet.

    http://www.stern.de/politik/ausland/:Afghanistan-US-Operation-Bundeswehr/658653.html

    http://www.nytimes.com/2009/03/23/world/asia/23afghan.html?_r=1&scp=3&sq=Manan%20afghanistan&st=cse

    Wem also helfen wir gegen wen? Und was tun unsere Truppen selbst?

    Das ganze erinnert mich an ein Buch,. dass ich mal gelesen habe. Es hieß Afghanzy und war von einem russischen Afghanistan-Veretan geschrieben. Das Buch handelte von den Heli-Einsätzen gegen die Mudschahedin. Wie dabei Kinder getötet wurden und Dörfer verbrannten. Mein Eindruck ist, die Nato macht jetzt so ziemlich dassselbe in Afghanistan.

    Ganz einfach auch deshalb weil man da sonst wenig machen kann. Die Leute haben dort nichts, was man ihnen nehemen kann, außer das Leben.

    Tut sich überhaupt irgendwas tolles für die Bevölkerung? Nöö, wir bezahlen einfach Soldaten dafür dass sie Unsinn tun. Oder besser gesagt, bezahlen wir sie dafür, dass sie ihren eigenen Po an der Wand halten und möglicht wenig tun. Zu sterben lohnt es sich nicht in Afghanistan.

    Dann noch eine andere Frage: Wozu ist Afghanistan überhaupt nutze?

    Ja, man kann die Drogen-Spinner da nicht einfach vergessen. Aber ist es der richtige Weg, ihnen beim Kampf um Drogenclaims zu helfen und sich vom einen Spinner gegen den anderen ausspielen zu lassen? Oder muss man nicht eher den Drogenmarkt hier austrocknen? Vielleicht sogar indem man das Drogennehmen hier in irgendeiner Form legalisiert und die enormen Gewinne abschöpft.

    Auch ich fand es richtig, Afghanistan damals anzugreifen und die Taliban zu vertreiben – nach 2001. Aber irgendwann ist Schluss.

    Wir fördern die Diktatur in Usbekistan wegen Afghanistan. Wir paktieren mit Drogenbaronen – wegen Afghanistan. Wir lassen Menschen töten – wegen Afghanistan.

    Was kann man noch mit den Worten „wegen Afghanistan“ begründen?

    In meinen Augen ist das Ende der Mission jetzt erreicht.

  • #4
    Marcus

    Der Beitrag irrt gleich am Anfang. Weder die „Menschenrechtsverletzungen“, die „Unterdrückung der Frauen“ und schon gar nicht die „Spengung von antiken Kulturdenkmälern“ waren die Gründe für den Afghanistaneinsatzes.

    Der alleinige Grund für den Krieg in Afghanistan war, dass sich unter der Partonage der Taliban Al Kaida in Afghanistan festsetzen konnte, die nach Erkenntnissen von westlichen Geheimdiensten den Terroranschlag auf die Twin Towers in New York geplant hat.

    Die Zerstörung der Al Kaida in Afghanistan war folglich das Kriegsziel. Anfänglich schien die von der USA geführten Koaltion Erfolg zu haben. Die Talibanherrschaft verschwand und Al Kaida war auf der Flucht. Jedoch konnten sich sowohl Taliban als auch Al Kaida wieder in Afghanistan und im pakistanischen Grenzland zu Afghanistan reaktivieren und sie werden täglich stärker. Die Gründe für dieses Widererstarken muss die Nato finden und versuchen dagegen zu wirken, erst danach kann sie Afghanistan verlassen und kaum vorher. Afghanistan lehrt jedoch, dass man das Problem nicht wegbomben kann. Eine der Möglichkeiten dafür könnte sein, zu versuchen, die Taliban gezielt wieder in Afghanistan einzubinden und sie so von dem internatioanlen Terrornetzwerk zu trennen.

  • #5
    Andreas

    Ich sehe das anders; jetzt erst recht muß die Vorneverteidigung durchgehalten werden.
    Bis auch im letzten afghanischen Dorf ein Frauenhaus eröffnet, wo der ordnungsgemäße Vollzug der männlichen Befriedigungspflichten von Sozialarbeiterinnen kontrolliert wird.

  • #6
    Arnold Voß

    Nur wer die Menschenrechte bei sich zu Hause schon länger weitestgehend realisiert hat (im übrigen durch erhebliche und äußerst verlustreiche militärische Hilfe von außen)kann so naiv über den Sinn und Unsinn von Krieg parlieren.

    Was wäre denn, wenn der Terrorismus verbunden mit einem martialischen bis bestialischen Patriarchat und einem damit eng verknüpften Drogenhandel etwas näher an Deutschland läge. Sagen wir mal in Raketenreichweite. Sagen wir mal mit nur 10 Minuten Vorwarnzeit.Würdet ihr dann eure Argumente für den Rückzug aus Afghanistan aufrecht erhalten?

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Arnold: Dann würde man militärisch deutlich robuster vorgehen. Ich verstehe Dein Argument und bin froh, dass Afghanistan nicht unser Nachbar ist. Vielleicht geht es den Afghanen noch nicht schlecht genug, um sich selbst von den Irren zu befreien – oder sich Gedanken zu machen, wie das Leben besser laufen könnte. Ich hatte mal einen Geschichtsprogessor an der Uni, der uns erklärte, dass es Kriege gibt, die ausbluten müssen (Wörtlich: ausbluten) Irgendwann einmal kann eine gesellschaft nicht mehr Krieg führen – auf den Feldern wächst nichts mehr, die Verwundeten können nicht mehr versorgt werden, alle sind am Ende – und dann ist irgendwann einmal Schluß. Entweder wir gehen richtig rein – was niemand will – oder wir lassen es. Wenn man es richtig machem will, müsste man auch in die Stammesgebiete in Pakistan eindringen – was kaum jemand macht. In ein paar Jahrzehnten haben die Finanziers der Taliban und der anderen Irren wie Saudi Arabien kein Geld mehr um sie alle durchzufüttern – dann könnte sich etwas ändern.

  • #8
    Arnold Voss

    @ Stefan

    Das Dilemma deiner Argumentation ist ein zutiefst moralisches. Denn sowohl das „richtig Reingehen“ als auch das „es sein lassen“ hat erhebliche zusätzliche Opfer zur Folge. Nur das es im zweiten Fall nicht mehr „die Unsrigen“ sind sondern nur noch die der „Anderen“.

    Was das Patriarchat als solches betrifft, so stimmt es zwar, dass es nur schwer ausschließlich von außen zu bekämpfen bzw. zu verändern ist. Dafür ist es zu tief und fest in den kollektiven Werten und Bräuchen und in den familiären Strukturen verankert.

    Was aber machen die Frauen die sich in diesem Meer des geschlechtlichen Elends auf die wenigen zivilisierten und humanisierten Inseln gerettet haben bzw. retten wollten und durften. Was machen all die Mädchen, die – selbst wenn sie es wollten – da nicht mehr hin können,weil diese Schutzräume weg sind.

    Ohne sie gäbe es in Afghanistan ein noch viel blutigeres Rollback für die Frauen als es jetzt schon unter dem „Besatzungsschutz“ passiert. Auf diesem Gebiet würde ein totaler Rückzug dazu führen, dass über viele viele Jahrzehnte jede neue innere Emanzipationsbewegung verhindert respektive gar nicht erst entstehen wird. Und genau das wollen die talibanischen Hardliner. Jede Spur dieser „Frauenspuks“ vernichten und verwischen.

    Die Hauptangst der islamischen Fundamentalisten, ja der meisten gläubigen männlichen Muslime, ist nämlich nicht die vor der Gottlosigkeit oder dem westlichen Materialismus sondern vor dem dauerhaften Verlust ihres weiblichen Sklavenheeres.

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Arnold: Inseln wie Botschaften und Konsulate erhalten (und vielleicht Posten an den wichtigen Grenzübergängen und Flughäfen) – und eine großzügige Asylregelung für Frauen. Wir holen einfach soviele raus wie es geht…

  • #10
    jens

    tja, und wenn die entwicklung hier in deutschland so weitergeht, siehts in ein paar jahren aus wie in afghanistan.

    siehe neuer „ehrenmord“ in rees…

  • #11
  • #12
    Pretty

    Find ich nett von euch wenn ihr allen afghanischen Frauen Asyl gewähren wollt. Auch ÖSTERREICH hat genug Platz. aber auch schöne Männer würden mich interessieren. Friede sei mit euch. Der traum vom Frieden in Afghanistan

  • #13
    Arnold Voß

    @ Pretty
    Es soll Frauen/Männer geben, die bei ihrem männlichen Partner auf die Kombination von schön und brutal stehen. Erst recht wenn die Schläge aus gutem Grunde korrekt (z.B. wegen Ungehorsam und Widerworten) ausgeteilt werden. Dazu passt die Burka dann auch perfekt, denn mann kann dann die Verunstaltung des Gesichtes hinter einem extrem eleganten Kleidungsstück verstecken. Warum fahren sie nicht einfach hin, Pretty, und besorgen sich beides selbst: (männlichen)Taliban plus (weibliche) Burka.

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