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Buchholz’sche Solidarität mit dem kurdischen Widerstand

Christine Buchholz Foto: Facebook

Christine Buchholz Foto: Facebook


Der folgende Text fand sich kurz auf Jakob Augsteins Hobby Freitag.de. Dann wurde er gelöscht, der Autor ausgesperrt. Wir finden den Artikel so gut, dass wir ihn nun in diesem Blog veröffentlichen. 

Christine Buchholz ist verteidigungspolitische Sprecherin der Fraktion der Linkspartei im Deutschen Bundestag. Ob sie in dieser Funktion den Schwachsinn verzapft hat, den sie verzapft hat, weiß ich ich nicht, doch urteilen Sie selbst. Von unserem Gastautor Thomas Heck.

„Solidarität mit dem Widerstand in Kobane – US-Bombardement stoppen!“ steht auf dem Pappschild. Ich will hier gar nicht mit Logik kommen, denn was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich glaube, sie weiß es selbst nicht, was wieder einmal beweist, dass verteidigungspolitische Sprecher egal welcher Fraktion sich nur so bezeichnen dürften, wenn sie auch nur annähernd etwas vom Militär verstehen würden. Ich vermutete zunächst, dass sie ihre militärischen Kenntnisse aus der Mitgliedschaft der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) der ehemaligen DDR bezogen hatte, doch ein kurzer Blick in Wikipedia belehrt mich, dass die Dame in Hamburg geboren wurde. Und, dass sie, zumindest offiziell, nicht zur RAF gehörte, schliesst eine militärische Ausbildung durch die NVA ebenfalls aus. Inwiefern eine Mitgliedschaft im trotzkistischen Linksruck, im ATTAC oder als Vertrauensfrau der ÖTV eine Ausbildung an Waffen

beinhaltete, vermag ich nicht zu sagen. Aus hygienischen Gründen halte ich mich von solchen Organisationen fern und kann das demgemäß nicht beurteilen. Dieser einfache Satz von der Solidarität bedeutet aber, dass man gar nicht dumm oder unlogisch genug formulieren kann, wenn es darum geht, den großen Satan verbal einen Schlag zu versetzen.

Doch zur Lage der Kurden hat sie eine klare Meinung. Sie sollen verrecken. Sie erklärt sich zwar mit dem Widerstand in Kobane solidarisch, doch in der Praxis ist es nichts wert, zumal die Fraktion der Linkspartei im Bundestag geschlossen die Waffenlieferung Deutschlands an die Kurden ablehnte.
„Über Sieg und Niederlage im Krieg entscheidet nicht die bloße militärische Stärke. Es handelt sich um eine soziale Frage. Die US-Luftbombardements haben den IS politisch gestärkt.“ Es handelt sich vermutlich um den ersten militärischen Konflikt, der durch die Beantwortung sozialer Fragen gelöst wird, ein Novum in der Weltgeschichte. Hätten wir doch die Nazis so besiegt… will Sie uns für dumm verkaufen? Glaubt sie das, was Sie da schreibt?
„Die US-Luftbombardements haben in Syrien allein in der ersten Woche mindestens 22 Zivilisten getötet und die Getreidespeicher der Stadt Manbidsch in der Provinz Aleppo zerstört. In derselben Woche konnte der IS in der Provinz mehr als 200 neue Kämpfer gewinnen.“ Daraus den Schluss zu ziehen, eben auch diese 200 neuen Kämpfer zuständigkeitshalber den 72 Jungfrauen zu überstellen, auf diese Idee kommt sie nicht. Auch die Frage, wie viele Kurden und Jesiden die IS in dieser Zeit geköpft hatten, kann sie nicht beantworten. Nicht der IS steht mit seinem Terror gegen Zivilisten am Pranger, nein die USA.
„Um den „Islamischen Staat“ schlagen zu können, muss man verstehen, warum Menschen für ihn kämpfen. Der IS ein Produkt des Krieges, den die USA 2003 gegen den Irak führten. Nach dem Sturz der Diktatur Saddam Husseins installierten die USA ein Regime, in dem Machtpositionen nach einem ethnisch-religiösen Proporz aufgeteilt werden. Dies hat zu einem Poker um Einfluss und Ressourcen unter schiitischen, sunnitischen und kurdischen Eliten geführt. Die gesamte Gesellschaft richtete sich zunehmend entlang dieser ethnisch-religiösen Linien aus.“ Tja, da müssen die Kurden in Kobane einfach Opfer bringen und diese „Fakten“ akzeptieren, dass der 18jährige IS-Kämpfer von den USA geradezu gezwungen wird, die in seinen Augen Ungläubigen zu schlachten, weil die USA in seinem zarten Alter von 7 Lenzen Krieg gegen den Irak führten. Das kurdische Opfer muss dankbar sein, dass ihm angesichts des Todes noch die Augen geöffnet werden und er sagen kann: „Ja, ich verstehe, warum ich sterben muss“. Dümmer geht es nimmer, denkt man, doch es kommt noch besser.
„Der IS kann nur geschlagen werden, wenn er innerhalb der sunnitischen Bevölkerung im Irak und Syrien auf massiven Widerstand stößt. Luftangriffe durch imperialistische Staaten sind diesbezüglich politisch kontraproduktiv. Hingegen hilft der Widerstand der Kurden, die mit der Waffe in der Hand ihre Ortschaften und ihre Familien verteidigen.“ – Doch die Waffen will die Linkspartei nicht liefern. Und Waffen imperialistischer Staaten (das ist übrigens alles ausser Russland, Kuba, Nordkorea und islamistischen Terrorbanden der Hamas und Hisbollah) sind per se schlecht.
Doch sie bietet auch eine Lösung an.
„Solidarität mit dem kurdischen bewaffneten Widerstand in Kobane ist das Gebot der Stunde. Dazu gehört die Forderung nach der Aufhebung des Verbots der PKK ebenso wie der Widerstand gegen jede Beteiligung der Bundesregierung an dem Bürgerkrieg im Irak. Die US-geführte Kriegskoalition darf nicht weiter unterstützt werden, weder durch Waffenlieferungen, noch durch Entsendung von Bundeswehrsoldaten. Der IS kann nur von unten, aus der irakischen und syrischen Gesellschaft heraus geschlagen werden. Es gibt in den arabischen Städten des Iraks und Syriens Kerne einer politischen Linken, die den Bezugspunkt für die internationale Linke bilden müssen. Der kurdische Widerstand ist Teil dieses Kampfes gegen die herrschenden Klassen in der Region.“ Christine Buchholz… DAS… IST… JA… BRILLIANT… warum sind wir nicht auf diese Idee gekommen? Was raucht diese Frau? Wie weit kann der Hass auf die USA denn überhaupt gehen, wenn man dafür die Kurden in Kobane verrecken lässt?

Wer den gesamten Text lesen will, findet hier den Link.

Doch Vorsicht… für Ihr Wohlbefinden übernehmen wir hier keine Verantwortung.
Christine Buchholz ist jedoch keine Pazifistin, diesen Fehler in der Beurteilung dieser Person sollte man nicht machen. Sie sympathisiert ganz offen mit terroristischen Organisationen wie der Hamas und der Hisbollah und unterstützt deren Terror gegen Israel. Am Holocaust-Gedenktag 2010 blieb sie nach der Rede des israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres demonstrativ sitzen, weil sie die Rede als „ideologische Aufrüstung für eine neue Runde von Kriegen“ empfand.
Dummheit hat ein weiteres Gesicht. Das von Christine Buchholz. Vielleicht sollte sie sich mit Margot Käßmann zusammentun, nach Kobane reisen und ihre Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung über Sit-Ins, gemeinsame Gebete und Strassenblockaden demonstrieren. Kleiner Tip, Frau Buchholz. Warten Sie nicht zu lange, sonst gibt es keine Kurden mehr, denen sie ungefragt ihre Solidarität um die Ohren schleudern können. Sollte die IS erfolgreich sein, hoffe ich inständig, Sie werden an den obligatorischen Gedenktagen dem Bundestag fern bleiben. Aus Scham gegenüber den Opfern. Sie sind eine Schande für den Deutschen Bundestag, Sie sind eine Schande für ganz Deutschland. Ich werde es zu meiner Lebensaufgabe machen, zu verhindern, dass Sie und Ihre Partei jemals in Deutschland auf Bundesebene Regierungsverantwortung übernehmen werden. Dass bin ich dem kurdischen Volk schuldig.
Crosspost: Der Artikel erschien auch auf Heck-Ticker dem Blog von Thomas Heck

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12 Kommentare zu “Buchholz’sche Solidarität mit dem kurdischen Widerstand

  • #1
    rsi

    Auch eine Idee, ein warmer Händedruck reicht auch. Lippenbekenntnisse sind viel kostengünstiger.

  • #2
    Gerd

    Der Kommunismus hatte schon immer ein Problem mit der Realität und selbstverständlich mit den USA. Hier sind die USA der Beschützer der Schwachen. Das passt nicht zur kommunistischen Wahrnehmung der USA, also wird die Realität geleugnet.

    08/15 Vorgehensweise aller radikalen Ideologien.

  • #3
    Detlef Obens

    Viele fragen sich: Wie kann man so gedanklich beschränkt und ideologisch dermaßen verblendet sein?

    Das geht durchaus! Ganz leicht, geht quasi mit „Links“ …

  • #4
    genervt

    Der Gesichtsausdruck ist auch so geil, „Hach, da habe ich mir jetzt aber mal eine ganz raffinierte Position zugelegt! Sie ist gut durchdacht, und bietet die Möglichkeit, kritische Solidarität zu üben und dennoch dem Imperialismus die Stirn zu bieten! Die Kurden, naja, die werdens natürlich nicht schaffen, aber das darf man nicht so offen sagen und solidarisch bin ja schon auch irgendwie! Man muss aber auch das große Ganze im Auge behalten, und da sterben doch sowieso dauernd Leute. Hauptsächlich wegen dem US-Imperialismus, natürlich! Wegen diesen Bombardements, und dagegen protestiere ich! Ich mach jetzt einfach mal ein Selfie.“

    Bestimmt findet sie auch dass es die Menschen unter den Diktatoren Assad oder Gaddafi doch ganz gut hatten, wenn dann nur nicht der verdammte Imperalismus, etcpp. Das ist ja alles so eine ideologische linksautoritäre Linie, streng nach Schema F, und eigentlich ziemlich anschlussfähig zu den Kopp-Verlag-Spinnern und Truthern und Co. Aber für sie selbst darf es natürlich schon MdB sein.

    Was für eine unangenehme, narzistische blöde Tante. Solange die im BT sitzt, wähl ich die Linke nicht, sorry.

  • #5
    Welehamm

    Mit Verlaub, ich bin da anderer Meinung. Man sollte Respekt haben vor der Meinung dieser Frau. Wer polemisch ihr ein „zur Lage der Kurden hat sie eine klare Meinung. Sie sollen verrecken.“ unterjubelt, handelt unredlich. Das Töten von Menschen ist keine Lösung, sondern Teil des Problems.
    Warum gibt es die IS, wer hat sie bewaffnet? Darüber sollte mal berichtet werden. Im Schutz dieses sehr vereinfachten „Rettet die Kurden“ bombardiert der NATO-Verbündete nicht die IS, sondern seine Kurden. Wer die Hintergründe dieser Konflikte nicht versteht, sollte Eisbären retten gehen.

  • #6
    Renate Piotrowski

    Ich sehe keinen Grund für diese Art von Zynismus und kann mich nur meinem
    Vorredner anschließen! Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten kann nicht die
    alleinige Lösung diese Wahnsinns sein! Viele Argumente von Frau Buchholz kann
    Ich unterstützen, auch wenn dieses Bild mit der selbstgemalten Pappe wirklich nicht sehr überzeugend ist!

  • #7
    Hans Meiser

    @welehamm, mit Sicherheit haben nicht die USA dem IS die Waffen in die Hand gedrückt. Diese stammen aus geplünderten Waffenlagern des irakischen Milltärs. Aber anstatt ihrer Solidaritätsbekundung für diese Buchholz, entnehme ich Ihrer holen Aussagen absolut nichts. Wie soll der IS den aufgehalten werden? Durch kostenlose Kitaplätze? Oder besser durch Umverteilung von hart erarbeiteten Vermögen? Man, das religiöse sadistische Fanatiker die unterm dem Wort „sozial“ lediglich vorstellen jemand zuerschießen, anstatt ihm langsam den Kopf abzuschneiden. Dem IS ist aber auch mit Bomben nicht beizukommen, lediglich ein massiver Einsatz von Bodentruppen von allen Seiten mit einem vielfachen an Menschen und Material bringt einen Erfolg. Ein wegbeten oder wegdemonstrieren ist genauso fatal wie ein unterstützen des IS durch die Linken!

  • #8
    Welehamm

    @Hans Meiser: Da kommen eine Handvoll Kuhhirten und rauben Waffenbestände in einem gigantischen Ausmaß. Zufällig haben die hochausgebildete Ingenieure dabei, die alle Wartungshandbücher beherrschen und die Geräte bedienen können. Weitere spezialisierten Hirten beherrschen die taktischen Operationen, entwickeln Nachschubwege, besorgen Munition (mal so eine Frage zwischendurch: Wer liefert die eigentlich?), organisieren das Futter für die Allahu-Akbar-Brüller und das alles vom Gesparten der Oma.
    Das Märchen von den geplünderten Waffenlager kann ich nicht mal mehr meinem Enkelchen erzählen. Waffen schaffen Frieden ,mehr Waffen schaffen noch mehr Frieden und zu viel Waffen schaffen zu viel Frieden. Ein tolles Konzept!

  • #9
  • #10
    abraxasrgb

    Heck-Ticker gelesen und für gut befunden und „Favorisiert“. Blog as blog should be.
    Gruß von einem Ex-OF-4 😉

  • #11
  • #12
    Gerd

    #8 Welehamm,

    viele islamische und nicht islamische Terroristen kommen aus der Mittelschicht. Die des 11. September und die der RAF. zum Beispiel. Da ist Know How durchaus vorhanden.

    Was die Bewaffnung der Isis angeht, wenn sie die Berichte verfolgt haben, ist ihnen sicher nicht entgangen, dass die schiitischen Soldaten der so genannten irakischen Armee panikartig vor ISIS geflohen sind. Dabei haben die große Mengen an Ausrüstung zurückgelassen.

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