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(Update): Ferrero Küsschen und die weiße Wahlparty

1185645_618049364892472_591119618_n„Ferrero Küsschen“ hat momentan Ärger. Und der ist hausgemacht. Mit einem Werbespot unter dem Motto „Deutschland wählt weiss“ zieht die Firma den Unmut der Netzgemeinde auf sich, es werden Rassismus-Vorwürfe erhoben. Nun hat der Süßwarenhersteller eine Entschuldigung veröffentlicht.

Zu sehen ist eine fiktive Wahlkampfveranstaltung US-amerikanischer Prägung. Unter dem Jubel des (weißen) Publikums skandiert eine „Küsschen“-Schachtel Sätze wie: „Wir wollen weiße Ferrero Küsschen für immer!“ und „Weiß muss bleiben! Weiß muss bleiben!“ Am Ende steht der Slogan „Deutschland wählt weiß. Weiße Ferrero Küsschen ab jetzt für immer“.

Die Duisburg-Essener Uni-Zeitung „akduell“ reagierte als erstes und veröffentlichte einen kritischen Kommentar zu dem Spot. akduell-Autor Rolf van Raden schreibt:

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Macher*innen des Spots verballhornen den Wahlkampfslogan des ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama. Es handelt sich um jenen Slogan, der ursprünglich ein Kampfruf der rassistisch diskriminierten hispanischen Landarbeiter*innen-Bewegung in den USA war. Spätestens seit Obamas Wahlkampf bezieht er sich auch ganz eindeutig auch auf den zum Teil erfolgreichen Kampf der schwarzen Bürgerrechtsbewegung gegen Versklavung, Ausbeutung, und für politische Teilhabe.

Ferrero nutzt den Spruch für einen rassistischen Schenkelklopfer: Ein weißes Schokoladenkonfekt, umringt von biodeutschen Zuhörer*innen, will, dass Deutschland weißer wird. Während eines Wahlkampfes, in dem NPD, Pro Deutschland und Co. die Verdrängung der angeblich ursprünglich deutschen Bevölkerung durch Zuwanderung herbei halluzinieren, ruft der Ferrero-Spot in einem eindeutig politisch konnotierten Setting: „Weiß nuss bleiben“ – und das ausschließlich weiße Publikum gröhlt mit.

Zudem verweist der Autor darauf, dass es „gutes Timing“ sei, da der Spot fast zeitgleich mit dem 50. Jubiläum des Marches on Washington veröffentlicht wurde. Bei dem Marsch für Bürgerrechte hielt Martin Luther King 1963 seine berühmte Rede „I have a dream“.

Angesichts der Empörung sieht sich Ferrero nun zu einer Entschuldigung genötigt. Auf Facebook schreibt der Konzern:

Liebe Küsschen-Freunde, es tut uns sehr leid, dass es bei unserem neuen TV-Spot für die weißen Ferrero Küsschen zu Missverständnissen gekommen ist. Uns ist es wichtig zu betonen, dass wir strikt gegen jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus oder Rassismus sind und dass wir uns von derartigen Vorwürfen distanzieren. Die „wählt Weiss“-Aktion dreht sich einzig und alleine um die Ferrero Küsschen-Sorte mit weißer Schokolade und setzt dabei auf Wortspiele rund um das Wort „weiß“ – ganz klar ohne fremdenfeindlichen Hintergedanken. Wir bedauern, wenn diese Produktbotschaft anders aufgefasst wird, denn das war keinesfalls unsere Absicht. Wir bedanken uns für eure Kritik und hoffen, dass wir euch eure Bedenken nehmen konnten. Liebe Grüße, euer Küsschen-Team

Update: Ferrero hat nun eine Überarbeitung des Spots angekündigt:


Liebe Küsschen-Freunde, wir haben alle eure Kommentare zu unserer aktuellen Werbung gelesen und nehmen eure kritischen Stimmen sehr ernst. Daher haben wir uns für eine Überarbeitung der Werbung entschieden. Wie wir gestern bereits hier zum Ausdruck gebracht haben, möchten wir erneut betonen, dass wir ohne Frage strikt gegen jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus oder Rassismus sind und uns von diesen Vorwürfen distanzieren. Wir hoffen, dass die Überarbeitung der Werbung weiteren Missverständnissen vorbeugt. Viele Grüße, euer Küsschen-Team

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42 Kommentare zu “(Update): Ferrero Küsschen und die weiße Wahlparty

  • #1
    Peter Podewitz

    Also ich bin mir absolut sicher, daß da JEDER sofort an den Kampfruf der hispanischen Landarbeiterbewegung in den USA denken MUSS! Darüber hinaus weißt das Bild auf Produktverpackung auch deutlich darauf hin, daß die arisch weiße Schokolade einen braunen Kern hat!
    Mal ehrlich: ich weiß gar nicht, was lächerlicher ist: das übergroße Sehnen eine rassistische Teufelei aufgedeckt zu haben oder das Sternchengegender.

  • #2
    MArek

    Diese weissen Teufel mit ihren Langnasen(Asiatische BEzeichnungen für uns)…die wahren Rassisten haben ihr Gesicht gezeigt nämlich die die bei Süssigkeiten an Rassen denken.Habt ihr keine anderen Probleme?Es gibt die Cocktails White Russian und Black Russian,welcher ist jetzt Rassistisch?

  • #3
    Sören

    Wir befinden uns im Bundestagswahlkampf.
    Die NPD macht Wahlkampf mit der Parole: Deutschland den Weissen.
    Der Rassismus kocht gerade an überall hoch und Flüchtlingsheime werden vom rassistischen Bürgermob belagert (Duisburg/Bergheim, Berlin/Hohenschönhausen).

    Ferrero macht Werbung in Bezug auf den Wahlkampf mit der Parole:
    Deutschland wählt weiß.
    weiß muß bleiben
    für immer

    Ehm ich finde eindeutiger gehts kaum. Das ist eine ganz bewußte Provokation der Werber von Ferrero um das eigene Produkt bekannt zu machen. Und sie ist geschmacklos und gefährlich.

  • #4
    Müller

    Man kann auch hinter jedem Bullshit Rassismus wittern. Ob Harald Schmidts Nazi-Ampel wieder anschlägt?

  • #5
    Müller

    Guckt man sich auf Facebook die Beiträge an, dann ist die Zahl der negatien Kommentare im Übrigen deutlich kleiner als die Kommentare der Nutzer, die nicht unter Rassimus-Paranoia leiden. Die „Netzgemeinde“ scheint gelassener zu sein als es uns der Autor glauben lassen möchte.

  • #6
  • #7
  • #8
    Thomas Friedrichs

    Wir sind offenbar in einer deutschen McCarthy-Ära angekommen – nur diesmal richtet sich die hysterische Hexenjagd und Karrierevernichtung nicht gegen vermeintliche Kommunisten, sondern gegen angebliche „Rechte“ und „Rassisten“.

    Übrigens: Ich bin weiß, esse Mohrenköpfe, Zigeunerschnitzel und Wiener Würstchen gerne und, was erschwerend dazu kommt, bin nicht mal ein Gender, sondern ein Mann!

    Muss ich mich jetzt mehrfach schämen?

  • #9
    Sociologist

    Hier noch ein weiterer Bericht: http://www.noz.de/deutschland-und-welt/kultur/fernsehen/74310102/spielt-ferrero-spot-mit-rassismus

  • #10
    discipulussenecae

    Humor- und ironiefreie Gutmenschen dieser Nation! Ich will Euch nicht! Ich will Zigeunerschnitzel und kein Studierendenfutter essen.

    Und denkt immer daran: Das Vollkornbrot wurde schon vor fast 80 Jahren propagiert!
    http://www.deutschland.net/sites/default/files/esst_vollkornbrot.jpg

  • #11
    Arnold Voss

    Wer so überdeutlich rassistisch erscheint, ist es in der Regel nicht. Rassismus und Ironie sind allerdings ein schwieriges Paar. Die braunfarbene Nuss mit dem weißen Kern läd jedoch jeden kreativen Werbefuzzi geradezu ein damit zu spielen. Auch und gerade als Provokation, und die ist dem Ferrero-Team eindeutig gelungen. Cool down, Martin.

  • #12
    KClemens

    #5 | Müller

    Die “Netzgemeinde” scheint gelassener zu sein als es uns der Autor glauben lassen möchte.
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Und als die „Empörten“ befürchten………….

  • #13
    eminem

    was ist mit der gleichartigen Kampagne von mars für m&m’s mit dem Slogan „die blauen bleiben!“? kein aufschrei von schluempfen? rassismus muss unbedingt bekämpft werden – ja! … aber das?

  • #14
    der, der auszog

    „Die Duisburg-Essener Uni-Zeitung „akduell“ reagierte als erstes und veröffentlichte einen kritischen Kommentar zu dem Spot“… Vermutlich werden morgen auch die drei anderen großen deutschen Zeitungen, Spiegel, Süddeutsche und titanic von dem Fall berichten.

    Weihnachten wird es übrigens, eine Neuauflage von Ferrero Rocher geben, mit diesem High Society Pinsel in der Werbung, der sich von seinem Buttler ein Tablett reichen lässt, das mit diesen Pralinen gefüllt ist, was der Pinsel dann mit den Worten kommentiert: „ich geb mir jetzt die Kugel.“ Rolf van Raden wird dann sehr wahrscheinlich vor adeligen Selbstmordattentätern warnen…

  • #15
  • #16
    Günter

    Eine Frage brennt mir jedoch noch immer auf der Zunge: was, wenn Ferrero Werbung für braune Schokolade gemacht hätte? Wäre es dann okay, Rassismus gegenüber Weißen odr gar Neonazismus?

  • #17
    Frank

    Ironie und Humor wären doch das beste Mittel gegen echten Rassismus. Ferrero war auf der richtigen Spur, hat sich von den Selbsternannten aber leider ins Bockshorn jagen lassen.

    Die GH Duisburg-Essen zeigt, was man unter Spießer 2.0 versteht.

  • #18
  • #19
    John

    Es ist beschämend, was für verharmlosende Kommentare bzw. Begründungen man hier zu lesen bekommt. In einem Land wie Deutschland mit seiner Vergangenheit (Nazi) und seiner Gegenwart (NSU) soll man nicht vorsichtiger bzw. sensibler sein, wenn es um die Themen Ausländer, Hautfarbe usw. geht? Warum müssen die Deutschen immer warten bis alles aus dem Ruder geraten ist, bevor sie überhaupt handeln? Na ja, es ist ja bekannt, dass überwiegend mehr Deutschen über rechtes Gedanken verfügen.

  • #20
    David

    »Eine Frage brennt mir jedoch noch immer auf der Zunge: was, wenn Ferrero Werbung für braune Schokolade gemacht hätte? Wäre es dann okay, Rassismus gegenüber Weißen odr gar Neonazismus?«

    Eine Assoziazion von »Deutschand wählt braun« wäre aufgrund der Parteifarbe noch einigermaßen nachvollziebar. Bei »Deutschland wählt weiß« wird weiß offenbar mit der Hautfarbe assoziiert. Warum wird hier auf die Hautfarbe geschlossen? Diese Tatsache und die Art wie das hoch gekocht wird finde ich vor dem Hintergrund, dass tatsächlicher Rassismus uns gerade wieder vor Augen geführt wird, viel beschämender.

    Wenn ich Ende des Winters feststellte, ich sei »Käseweis«, würde das nach der gleichen Logik meinen bessonders rassistische Haltung zum Ausdruck bringen. Dito, wenn ich einem Freund gerade aus dem Urlaub kommenden Freund sage: »Du bist aber braun geworden«.

    Würde die FDP mit einem fiktiven Slogan »Deutschland wählt gelb« auch Rassismus unterstell, weil Rösler asiatischer Abstammung ist?

    Man kann Farbbezeichnungen immer in irgend ein rassistischen Kontext bringen. Aber was drückt das über die eigene Haltung aus?

  • #21
    Yilmaz

    Mein Problem an diesem Artikel ist, dass dadurch der wirkliche und alltägliche Rassismus verharmlost wird.

  • #22
    Eckarhard

    …warum äußert sich der „Autor“ nicht mal zu seinem „Artikel“?

    gruß
    Ekki

  • #23
    KClemens

    #21 | Yilmaz,

    einmal das. Aber wie man bei einem Schokoladenprodukt überhaupt auf Rassismus schließen kann erschließt sich mir nicht.

    Das Ferrero jetzt auch noch die Werbung ändert, nur weil eine Handvoll Hysteriker und Hysterinnen! irgendeine Form von Rassismus daraus liest, wäre ein Grund diese Produkte genau deshalb nicht mehr zu kaufen, wenn ich sie denn kaufen würde.

  • #24
    KClemens

    #22 | Eckarhard

    Was soll der „Autor“ denn sagen? Ist ja nicht „seine“ Werbung, sondern er hat nur darüber berichtet.

    Damit hat die Möglichkeit gegeben darüber zu diskutieren. Aber er ist, glaube ich, nicht verpflichtet, an dieser Diskussion teilzunehmen.

    Also kein Grund für irgendeine Form von #aufschrei :-))

  • #25
    Ana

    „albern“ und „hysterisch“ finden das immer nur diejenigen, die das Privileg haben niemals Rassismuserfahrung gemacht haben zu müssen.

  • #26
  • #27
    Martin Niewendick Artikelautor

    @Ecki, wer das Problematische daran nicht sieht, will es nicht sehen. Und Leute von ihrer selbstverschuldeten Blindheit zu heilen ist nun wirklich nicht meine Aufgabe. Ansonsten bekommt Kommentar #24 meine volle Zustimmung.

    Viele Grüße

  • #28
    chris

    Es bewegt sich was in der Gesellschaft und allein das ist es wert. Wie immer disikutieren Nichtbetroffene über die „Befindlichkeiten“ von Betroffenen, wie bei jedem Rassismusvorwurf. Ich bins leid und mich macht diese Ignoranz und das ins Lächerliche ziehen, das Absprechen von hervorgerufenen negativen Gefühlen, wie immer, eigentlich noch viel betroffener als der Kern des Anstosses. Rafft es endlich, unzählige schwarze Deutsche haben keinen Bock mehr auf solche unterbelichteten Scherze, die manche selbst nach dem 10 Anschauen nicht sehen können, weils an Empathie fehlt oder es aus reiner deutscher Sturheit/ Überlegenheitsgefühl nicht wollen. Aber wenns um Dicke, Raucher etc geht, dann gehts auf die Barrikaden……..Ich könnte kotzen…

  • #29
    KClemens

    #28 | chris

    Aber es geht doch gar nicht um Deutsche unterschiedlicher Hautfarben.

    Es geht um eine Süßigkeit. Die Aussage lautet ganz platt: „Kauf das Zeug mit der weißen Schokolade“.

    Die Aussage lautet nicht: „Weiße Hautfarbe ist besser als dunklere Hautfarben“.
    Wer das aus dieser Werbung herausliest, hat meiner Meinung einen am Triesel.

    Das ist ja hier schlimmer als im Nonnenkloster, wo alles was weltlich ist, mit Sex und somit mit Schweinkram assoziiert wird.

    Ich kann das beurteilen, ich war auf einem Nonnenkloster etliche Jahre in der Schule.

  • #30
    Clemens

    Ich arbeite in der Werbung und das schon lange genug um zu erkennen welche Kommentare hier wohl authentisch und welche von der Firma Ferrero sebst stammen bzw. der verantwortlichen Werbeagentur in Auftrag gegeben wurden. Neben diesem erbärmlichen, geschmacklosen und hirnlosen Spot ist die vermeindliche Schadensbegrenzung fast noch bemitleidenswerter. Ihr armen Würstchen!

  • #31
    Rockdj

    Ah, die Stunde der Authentischen ist schon angebrochen. Die eine war wirklich in der Nonnenschule“, der andere arbeitet ganz bestimmt in der Werbung und dadurch kriegt man ganz viel Cred!1!! Leute, das nimmt Euch doch eh keiner ab. Und zwar nicht, weil in Foren alle lügen oder Verfolgungswahn haben, sondern weil es schlicht nicht um Cred gehen kann. Nur um Meinungen ohne Ansehen der Person“. Das nervt manchmal, OK, aber es ist albern hier zu behaupten, dass die Hälfte der Leute gekauft sind… Das ist lächerlich und verdirbt es einem überhaupt noch was zum Thema zu schreiben.

  • #32
    Klaus Lohmann

    @#30 | Clemens: Richtig, die mit der gespielten Aufgeregtheit und dem ernsten Anspruch *müssen* alle von Ferrero bezahlt sein, denn die ziehen den Plot ja werbewirksam erst richtig in die Länge – das müssten Sie als Kenner der Guerillamarketing-Szene doch eigentlich wissen, oder warum nennen Sie ihre „erkannt-authentischen“ Rösser und Reiter nicht?

  • #33
    der, der auszog

    @Clemens
    Wenn Sie uns schon in Ihrer hellseherischen Ahnungslosigkeit als arme Würstchen beschimpfen, dann sagen sie uns bitte auch, ob es sich bei uns um Weisswürstchen handelt oder nicht.

  • #34
    abraxasrgb

    Achtung Ironie (war, glaube ich beim letzten Mal, nicht deutlich genug 😉

    Manchmal, ist es nicht der Sender eine Botschaft, sondern der Empfänger, der sie in den falschen Hals bekommt?

    Wenn man den Hersteller beim Slogan so Ernst nimmt, warum dann nicht logischerweise auch bei seiner Aussage, dass es genau so eben nicht gemeint war? Hm, mal ist es buchstäblich und wortwörtlich so, was geschrieben steht, ist vorgeschrieben zu denken bzw. zu verstehen? Und dann kommt eine weitere Aussage aus derselben Quelle, die aber nicht für voll genommen wird? Da liegt aber ein ziemlich simpler Denkfehler vor, mea culpa …

  • #35
    Frank

    Der Vorwurf/Beleidigung „Rassist!“ oder „Rassismus!“ ist von den Politisch Korrekten durch Missbrauch inhaltlich entwertet worden. Es ist eine Allerweltsbeleidigung geworden, von Paranoikern gegen alles und jeden, während das, was mal wirklich unter „Rassismus“ zu verstehen war, in Deutschland merklich zurückgegangen ist.
    Es ist deshalb schlicht keine Beleidigung mehr, niemand muss da noch zusammenzucken, wenn er als Rassist beschimpft wird.

  • #36
    Axel

    Schon eine schnelle Internet-Recherche macht klar, dass Schokolade ein brisantes Thema ist. Gewiss handelt es sich hier nicht einfach nur um eine „Süßigkeit“.

    Stichworte: Kolonialismus, Sarotti-Mohr, Ausbeutung

    http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/Rez-Sarotti-Mohr.htm

    http://majimaji.tanzania-network.de/werkstatt/index.php?option=com_content&task=view&id=27&Itemid=48&limit=1&limitstart=1

    http://www.dortmund-postkolonial.de/?p=710

    Dass die verantworliche, von Ferrero beauftragte Agentur, statt auf Schwarz nun auf Weiß setzt ist ein Spiel mit den herkömmlichen Attributen und funktioniert eben nur vor diesem Hintergrund. Auch Assoziationen (Weiß = gut, rein/Schwarz = böse) sind Teil der Kalkulation. Zur Psychologie von Werbung, und wie diese mit unseren Erfahrungen und Erwartungen verfährt, sie manipuliert usw., gibt es genug Informationen.

    Bei einem Auftrag in dieser Größenordnung hätte man mehr erwarten dürfen. Mehr Sensibilität, mehr Geschichtsbewusstsein, vor allem eine gründlichere Recherche von Anfang an. So ist tatsächlich eine biedere Werbung („Schenkelklopfer“) herausgekommen, die versucht rassistische Sterotypen zu verballhornen – und genau an diesem Versuch scheitert.

  • #37
    KClemens

    #31 | Rockdj,

    ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber im Gegensatz zu Dir, dessen Nick hier neu auf dem Tableau erscheint, treibe ich mich schon eine kleine Weile länger hier ‚rum. Und wer meine Posts zu verschiedenen Themen gelesen und verstanden hat, der kann leicht erkennen, daß ich kein Astro-Turfer oder Marketing-Guerilla bin.

    Im Gegensatz zu Dir war ich tatsächlich auf einer Klosterschule. Einer Schule nur für Mädchen mit lauter „Mädchen“ (Nonnen) als Lehrkörper.

    Eines habe ich dort ganz schneller gelernt als englische oder französische Vokabeln: Nämlich den frommen Sprüchen grundsätzlich nicht zu trauen, und immer versuchen, auch hinter die lächelnde Fassade zu schauen.

    Alleine dafür hat sich das Schulgeld meiner Eltern gelohnt, wenn auch in einem anderen Sinne als geplant.

  • #38
    KClemens

    #30 | Clemens,

    und ich arbeite in der Marktforschung und erkenne auch so einiges. Besonders dann, wenn man anfängt Nicks geschickt zu kapern.

  • #39
    Clemens

    Ehrlich gesagt muss man nicht besonders helle sein um das zu erkennen. Aber glaube doch einfach weiterhin an den Weihnachtsmann, den Osterhasen und eine Welt ohne Nicks, lieber Rockdj. Irgendwie süß!

    p.s. und NEIN die Jungs bei Ferrero sind keine Rassisten ABER mit Sicherheit auch nicht besonders pietätvoll oder von hohem geistigen Niveau. Wer mit derart billigen Methoden versucht Aufmerksamkeit zu erheischen und sich dabei nicht scheut möglicherweise andere Menschen zu beleidigen oder ihnen zumindest knallhart vor den Kopf zu stoßen, sollte sich mal fragen, ob es nicht andere Mittel gibt. Mit derartigen Schwachsinn sind die methodischen Mittel der Werbung bestimmt noch nicht ausgereizt.

  • #40
    Stefan Laurin

    @Clemens: Die meisten Kommentatoren die sich kritisch mit dem Artikel auseinandergesetzt haben sind Stammkommentatoren dieses Blogs. Dein Verdacht ist also reiner Unfug.

  • #41
    KClemens

    #39 | Clemens

    Wer mit derart billigen Methoden versucht Aufmerksamkeit zu erheischen und sich dabei nicht scheut möglicherweise andere Menschen zu beleidigen oder ihnen zumindest knallhart vor den Kopf zu stoßen, sollte sich mal fragen, ob es nicht andere Mittel gibt. Mit derartigen Schwachsinn sind die methodischen Mittel der Werbung bestimmt noch nicht ausgereizt.
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Da Sie ja selbst in der Werbung arbeiten, können Sie sicher schnell herausfinden, welche Grundmotivation es für diesen Spot gab.

    Ich gehe davon aus, das man einfach den Termin, wo bestimmte Ferrero-Produkte nach der „Sommerpause“ wieder neu in den Handel kommen, auf geschickte Weise mit dem Wahltermin verknüpfen wollte. Als besonderen Hingucker.

    Mit Sicherheit haben da keine rassistischen Motive zugrunde gelegen. Schauen Sie sich doch einmal das beworbene Produkt noch einmal genau an. Da geht es, denke ich, sogar um eine Produktneuheit. Ferrero-Küßchen nicht mit dunkler, sondern mit weißer Schokolade.

    Und soweit ich weiß, gibt es diese Produkte immer erst nach dem 15.9 wieder im Handel. Als jemand in der Werbebranche tätiger sollten Sie das aber auch wissen.

  • #42
    der, der auszog

    Die Facebooklawine ist losgetreten und mittlerweile berichten neben der Unizeitung aus Essen/Duisburg auch noch andere Blätter über die neue weiße Praline von Ferrero. Auffälligerweise und allen voran die bei uns beheimatete WAZ und die Ruhr Nachrichten, die sich beide auf den Artikel in akduell beziehen und vermutlich wird das eine oder andere Blatt noch folgen.

    So richtig eindeutig einleuchtend scheint die Argumentation von Rolf van Raden, dem sich noch der Hamburger Rassismusforscher
    Prof. Dr. Wulf D. Hund angeschlossen hat, den Redakteuren Jan Falk (RN) und Arne Schlef (WAZ) allerdings doch nicht zu sein. Schlef lässt beispielsweise auch Menschen zu Wort kommen, die das nicht so krass beurteilen und Falk lässt die Leser sogar abstimmen. Zwar hat der Fall mittlerweile den Deutschen Werberat erreicht, weil die Deutsche Gründlichkeit diverser Gutmenschen sowas natürlich zur Anzeige bringen muss. Allerdings scheint man dort den Fall relativ entspannt zu betrachten:

    „Das Ganze ist so eindeutig auf das Produkt bezogen, dass man das als kabarettistisch einsortieren kann“, so Nickel. Man solle nicht übermoralisieren. Auch wenn er die Form für durchaus gewagt halte – „Rassismus zu unterstellen, geht mir hier zu weit.“ (Quelle: WAZ)

    Egal wie die ganze Sache ausgehen wird: die Werbestrategen von Ferrero können zufrieden sein. Da wird ein Produkt frisch auf dem Markt eingeführt und schon ist es in aller Munde, wenn auch vorerst nur in der Form, dass sich die halbe Welt den Schnabel darüber zerreißt.

    Wer Ferrero hier einen rein würgen wollte, hat wahrscheinlich genau das Gegenteil erreicht.

    Nicht überall, wo man Rassismus drauf schreibt, ist auch Nutella drin. Hier gehts zur WAZ:
    http://www.derwesten.de/wirtschaft/ferrero-will-werbung-nach-rassismus-vorwurf-ueberarbeiten-id8370367.html
    und hier zu den RN:
    http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/welt/vermischtes/Deutschland-waehlt-weiss-Ferrero-zieht-Werbung-nach-Rassismus-Vorwuerfen-zurueck;art29854,2107840

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