61

Grünes Ratsmitglied: „Brennende Polizeiautos sind ideologisch gesehen eigentlich noch ganz gut vertretbar“

Karsten Finke, Revolutionärdarsteller und grüner Hinterbänkler

Karsten Finke, Revolutionärdarsteller und grüner Hinterbänkler

Karsten Finke, ein grüner Hinterbänkler im Rat der Stadt Bochum, der von seiner Partei mit einem  Job bei der  Fraktion im Regionalverband Ruhr durchgezogen wird, mag sich mit  seiner Rolle als Mitglied einer zutiefst bürgerlichen Partei  nicht abfinden. Ab und an bekommt Finke daher einen pubertären Radikalismusanfall. Gestern, nach den Straßenschlachten in Frankfurt war es wieder einmal so weit. In seinem Blog classlessandfree.wordpress.com gab das Mitglied der Ökoautoritären das Revoluzzerchen und schrieb einen Artikel unter der Überschrift: „Das sind doch nur brennende Autos: Beruhigt euch mal wieder!

Bei vielen Demos in Frankreich, Griechenland oder Chile gehört es zum normalen Bild, dass Autos brennen. Deswegen wundert es mich immer wieder, wie die Deutschen ausrasten, wenn hier PKW angezündet werden. Das könnte auch etwas mit dem “Auto-Fetisch” der Deutschen zu tun haben. Trotzdem sind brennende Fahrzeuge nicht unbedingt ein positives Bild. Häufig spielen dabei zwei Faktoren eine große Rolle. Erstens setzen meist junge, “testosterongesteuerte” Männer* Autos in Brand, das hat etwas von martialischer Männlichkeit und gehört genauso zum Problem, wie der Kapitalismus selbst. Zweitens werden solche Feuer aber auch aus Verzweiflung und Ohnmachtsgefühlen gelegt. Dies kann ich ganz gut nachvollziehen. Wenn Menschen immer wieder gegen das menschenverachtende System des Kapitalismus demonstrieren, Monate, Jahre lang und es wird nichts besser, sondern sogar noch schlimmer, entsteht Wut. Noch verstärkend kommt dazu, dass sogar friedliche Proteste häufig mit harter staatlicher Gewalt niedergedrückt werden. Bei Wasserwerfern, Tränengas und Knüppelorgien durch die Polizei, wächst die Verzweiflung noch mehr. Wenn die friedlichen Demos nicht (mehr) helfen, muss zu anderen Mitteln gegriffen werden, denken Einige. So nimmt wenigstens die Öffentlichkeit Notiz von den Protesten.

Ganz dreht Finke weiter unter durch:

Brennende Polizeiautos sind ideologisch gesehen eigentlich noch ganz gut vertretbar, denn hier wird der Staat als Solches angegriffen. Ähnlich ist es mit Sabotageaktionen gegen die Bundeswehr oder Vergleichbares.

Die spannende Frage ist nun: Wann geht das grüne Ratsmitglied Karsten Finke in den Untergrund, um gegen das Schweinesystem zu kämpfen? Und auf welches Konto wird dann die Staatsknete überwiesen?

 

RuhrBarone-Logo

61 Kommentare zu “Grünes Ratsmitglied: „Brennende Polizeiautos sind ideologisch gesehen eigentlich noch ganz gut vertretbar“

  • #51
    Sven

    Der Link zum Blog des Herrn Finke funktioniert nicht mehr, wollte mir das gerne im Original nochmal durchlesen. Das finde ich dann auch richtig schlecht, erst radikale Meinung rausposaunen und dann bei „Gegenwind“ wacker alles wieder löschen?!! So kommt man in einer Demokratie richtig weiter, aber der feine Herr vertritt eh recht extreme Thesen. Leider ist Herr Finke mit seiner Meinung nicht allein, so wie er sehen das auch Politiker in der Landes- und Bundesebene (auch anderer Parteien)…schlimm genug. Genau deshalb werden diese Gewaltorgien, die jedem legitimen Protest schaden, immer weiter gehen. Die gewalttätige links autonome Szene hat halt ihre politischen Unterstützer und wird auch justiziabel nicht effektiv eingebremst, obwohl durch die Gewalt immer wieder Menschen (häufig Polizeibeamte) schwerst verletzt werden und oft nur durch Glück nicht zu Tode kommen. Aber im Weltbild dieser Leute sind die Bullen ja Vertreter des „Schweinesystems“ und ihnen wird ja das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben abgesprochen. RAF Ideologie, die sich bis heute hält. Das sowas weiterhin Unterstützung von Vertretern der Grünen/Linken etc. noch mit Verständnis oder gar offener Unterstützung bedacht wird finde ich erschreckend und abstoßend.

  • #52
    GrüneSchonLangeUnwählbar

    da rennen 300 idioten, die vermutlich vom italienischen geheimdienst geschickt worden sind, stundenlang durch die stadt, greifen schulkinder in straßenbahnen an, werfen mit steinen auf feuerwehrleute, überfallen einen dönerladen, demolieren türen und scheiben an einer flüchtlingsunterkunft, und errichten barrikaden aus fährrädern, die sie irgendwelchen studenten aus dem vorgarten geklaut haben – und erreichen damit, dass 10,000 frankfurter bürger weniger als erwartet auf die offiziellen demonstration kommen, und somit die bewegung inclusive der aktionsform der gewaltfreien blockade geschwächt wird.

    und irgend so ein grüner wichtigtuer, der nicht mal dabei war, meint, er müsse dies bewerten, noch bevor er überhaupt weiß, was wirklich passiert ist.

    da hilft es dann auch wenig, dass er offen zugibt, dass er das ohnehin alles nur idelogisch sieht, und dass teile seiner analyse, insbesondere über die rolle der polizei im kapitalismus, durchaus zutreffend sind.

  • #53
    Jo Frank

    Gerade für einen Grünen sollten brennende Autos als Umweltsauerei ersten Ranges untragbar sein.

    Außerdem ist es ein Auto der Grünen!

    Ok, der anderen Grünen. Und in Frankfurt ist die Polizei ja blau. (Und das im Dienst!!!)

    Inzwischen ist aber raus, daß auch Nazis dabei waren. Würde mich nicht wundern, wenn die da mitgemischt haben, damit die Linken eins aufs Dach kriegen.

    Im Übrigen, trotz des Versagens in Sachen NSU, die „Bullen“, solange sie einen nicht wie in Bayern lange üblich alleine wegen des Online-Seins verfolgen, sind längst nicht mehr Verfechter des „Schweinesystems“ (außer sie sind selbst korrupt, das gibt es natürlich, dann ist es aber auch nicht das „System“), sondern das Einzige, was normale Bürger vor Nazis schützt. Das war 68 sicher noch anders, aber wer heute als Linker gegen „Bullen“ ist, ist doof.

  • #54
    Arnold Voss

    @ Jochen Hoff # 42

    Nein Herr Hoff, die Gewalt in Frankfurt ging nicht von irgendeinem ominösen Kapital aus, das a l l es kontrolliert, sondern von den Demonstranten, und das ominöse Kpital das a l l e s kontrolliert konnte das offensichtlich nicht verhindern.

    Polizeipräsidenten werde in Deutschland übrigens nicht vom Kapital eingesetzt sondern von gewählten Politikern. Wenn die ihnen nicht passen können sie sie abwählen. Dazu brauchen sie allerdings noch ein paar mehr Wähler außer sich selbst, es sei den sie scheißen sowieso auf die Demokratie.

    Sie müssen in Deutschland auch keine braven Parteisoldaten akzeptieren. Sie können die Mehrheiten in Parteien ändern, wenn sie dort genügend Leute überzeugen, bzw. mit genügend Leuten eintreten. Sie können sogar eine eigene Partei gründen.

    Leider brauchen sie auch dafür ein paar andere Menschen bzw. neue Mehrheiten. So ist das in einer Demokratie. Die kann man natürlich auch abschaffen und die Revolution machen. Klappt nur nicht so, wenn die Massen nicht so mitspielen, wie man selber will. Also Jochen Hoff: Viel Spaß in Ihrem Traum. Bitte wachen sie nicht auf. Es würde zu schrecklich für sie sein. 🙂

  • #55
    Bertolucci

    @GrüneSchonLangeUnwählbar:

    Achso der italienische Geheimdienst ist schuld an der Antifa-Randale? War GLADIO auch vor Ort?

    Selten so einen Schwachsinn gelesen…im Infokrieg Forum sind Sie wohl besser aufgehoben!

  • Pingback: Ragecast 02 – Blockupy ImpfGEMA | Ohren-Nahrung

  • #57
    Seppel

    Für alle Interessierten: Da der originale Beitrag von Karsten Finke nicht mehr abrufbar ist, hier ein Verweis auf einen Schnappschuss aus dem Internet Archive: https://web.archive.org/web/20150319170132/https://classlessandfree.wordpress.com/2015/03/18/nur-brennende-autos/
    Alternativlink: https://archive.today/ytjSa

  • #58
    Impartial

    Die spannende Frage ist nun: Wann geht das grüne Ratsmitglied Karsten Finke in den Untergrund, um gegen das Schweinesystem zu kämpfen? Und auf welches Konto wird dann die Staatsknete überwiesen?

    Die spannende Frage dürfte vielmehr sein, ob es denn seitens der Grünen nun irgendwelche Sanktionen gegen diesen Hasskappenträger gibt? Es ist schon ziemlich abenteurlich und hochgradig unverschämt, dass so ein übler Zeitgenosse auf Staatskosten lebt und gleichzeitig den Rechtsstaat abschaffen will, der ihn durchfüttert. Solche Leute sollten mal dringend damit vertraut gemacht werden, wie man für sein Geld jeden Tag selbst schaffen muss statt immer nur die Hand aufzuhalten und Steuerzahler-Geld abzugreifen.

  • #59
    Thomas Weigle

    „Für den Staat gibt es nichts besseres als brennende Autos“ ist unter dem Link zu lesen, den @Seppel dankenswerterweise gesetzt hat. Wenn man das weiterdenkt, kann man sich fragen, wem denn wohl ein toter Demonstrant am meisten nutzen würde. Dem Staat gewiss nicht, wie man am Fall des erschossenen Benno Ohnesorg exemplarisch studieren konnte, jedenfalls nicht dem bundesdeutschen Staat Ein anderer Staat hingegen kochte gerne sein Süppchen auf dem von diesem Schuss angefachten Feuer. Im Stil eines Staatsbegräbnisses wurde der studentische Trauerzug für Benno Ohnesorg nach Hannover über die Interzonenautobahn von der DDR geleitet. Heute wissen wir, dass der Schuss von einem Stasispitzel kam. Tja….
    Dass die Bochumer Linkparteiler ganz bewusst der besagten Resolution nicht zustimmten, finde ich viel interessanter als den Erguss des grünen Wirrkopfes, der ja immerhin heftig zurück gerudert ist und wohl politisch keine große Rolle mehr spielen wird.

  • Pingback: Grüne nicht radikal genug - Ratsmitglied Karsten Finke legt Mandat nieder | Ruhrbarone

  • Pingback: Kreismitgliederversammlung Grüne Bochum: Personelle Überraschungen (nicht zur Oberbürgermeister-Wahl) #kw15bo #kw15bo #ratBO » Pottblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *