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Ja, wo laufen sie denn…? Pegida Demonstrationen… unser Liveticker

Foto(1)„Ja, wo laufen sie denn…?“ (oder wo laufen sie heute eben dann doch nicht) möchte man heute, angesichts erneuter Demonstrationen unterschiedlicher PEGIDA Ableger und Derivate und dem zu erwartenden Gegenprotest, gerne laut fragen. Wir versuchen zumindest einen Teil dieser Frage zu beantworten und tickern heute live aus Duisburg über das dortige Demonstrationsgeschehen (und versuchen auch noch, vielleicht den einen oder anderen Blick auf die Landeshauptstadt Düsseldorf zu richten).

20.10 Uhr: Dann gab es doch noch Gerenne und Geschubse im Hauptbahnhof zwischen DUIGIDA Sympathisanten und der Polizei. Nach kleineren Auseinandersetzungen sind nun aber so ziemlich alle in ihre Züge gestiegen und machen sich auf den Heimweg und wir machen jetzt auch Feierabend. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.

19.57 Uhr: Bis zum jetzigen Zeitpunkt funktioniert das Einsatzkonzept der Polizei beinahe perfekt. Weder im Verlauf der Veranstaltung, noch jetzt im Bahnhof treffen die unterschiedlichen Gruppen direkt aufeinander, die Trennung funktioniert.

19.52 Uhr: DUIGIDA hat seine Veranstaltung beendet und wird von der Polizei in den Bahnhof geführt. Dieser war schon vorher komplett gesperrt worden, um die Abreise der Demonstranten zu erleichtern. Immer noch stehen vor dem Bahnhof gut 1000 Gegendemonstranten und verabschieden mit lauten „Alerta“ Rufen die Teilnehmer der DUIGIDA Demonstration, woraufhin diese mit Beleidigungen antworten.

19.49 Uhr: Da sind wir gespannt, wie sie das erreichen wollen… Bei der Kundgebung reden die Veranstalter von DUIGIDA davon, dass sie PEGIDA in NRW etablieren wollen… dabei wollen sie sich nicht von Neonazis instrumentalisieren lassen…

19.43 Uhr: DUIGIDA erreicht den Kundgebungsort vor dem Hauptbahnhof.

19.39 Uhr: DUIGIDA nähert sich wieder dem Hauptbahnhof und trifft dort auf lauten Gegenprotest. Nur 50 Meter liegen zwischen den Gegendemonstraten und DUIGIDA. Polizisten haben z.T. die Helme aufgesetzt.

19.34 Uhr: „Wir wollen keine Salafistenschweine“… Das war dann selbst den Veranstaltern von DUIGIDA etwas zu heftig. Dieser Ruf wurde unterbunden, da man niemanden diskriminieren wolle. Nur halbherzig gelingt es den Demoveranstaltern, die Kaperung der Demonstration durch Dortmunder Neonazis zu verhindern.

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19.30 Uhr: Politisch korrekt will man bei DUIGIDA nicht sein, aber schon mal so gar nicht, da kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und auf den gewedelten Deutschland Fahnen für pi-news Werbung machen. Konzeptionelle Probleme scheint es bei der Durchführung des Schweigemarsches zu geben, immer wieder wird „Antifahurensöhne“ und „Wir sind das Volk!“ skandiert.

19.22 Uhr: Nachdem sie mutmaßlich vorher Steine und Gegenstände geworfen haben sollen, versuchten vor knapp 20 Minuten linke Autonome sich in der Demonstration „Gegen die Duisburger Zustände“ zu verstecken. Nach dem darauf folgenden harten Polizeieinsatz wurde die Demonstration von den Veranstaltern für beendet erklärt und aufgelöst.

19.17 Uhr: Wenn sich gleich der DUIGIDA Schweigemarsch in Bewegung setzten wird, dann wird er das wohl ohne schmuckes Banner tun müssen. Es ist ja nicht so, dass man nicht gewollt hätte, aber aus Angst hätte sich die Druckerei geweigert, ihnen eines zu drucken… Muss man wissen!

19.11 Uhr: Mit Paul Schwedlich predigt in Soutane nun ein Kaplan aus Emmerich auf der DUIGIDA Veranstaltung. Und schimpft gleich mal auf seine Vorgesetzten indem er kritisiert, dass bei einer ähnlichen Veranstaltung in Köln, die Beleuchtung des Kölner Domes abgeschaltet worden ist. Seiner Meinung nach gehört der Islam nicht nach Deutschland und Christen hätten immer gegen den Islam gekämpft… Ah ja…

19.08 Uhr: Angesichts dessen, was sich bei bei DUIGIDA gerade abspielt hat Michael Rubinstein recht wenn er in seiner Rede vor dem Theater davon spricht, dass der „Kit der Zivilisation“ sehr dünn ist und man sich deshalb gegen PEGIDA stellen muss.

19.03 Uhr: 400 Teilnehmer sollen es jetzt bei DUIGIDA, gemeinsam mit den Neonazis grölt man nun das unvermeidliche „Wir sind das Volk“

19.01 Uhr: „Wir zeigen Pegida die rote Karte – oder, wie es die Duisburger Philharmoniker gerade musikalisch vorgemacht haben: Wir blasen denen den Marsch!“ So der Duisburger OB Sören Link bei seiner Rede, die er gerade vor Gegendemonstranten hält.

18.56 Uhr: Der Wirt der örtlichen Pizzeria Mama Leone findet das gar nicht mehr lustig, was sich dort vor dem Bahnhof in Duisburg abspielt. Er stünde unter Schock und hätte seinen Laden schließen müssen, als vor einiger Zeit Flaschen und/oder Steine gegen seine Schaufenster geflogen sind.

18.50 Uhr: So schnell kann es gehen, gerade war es noch eine stramm rechtskonservative, und nun noch strammer nationalsozialistische Veranstaltung. „Lügenpresse“ grölt der Block der Neonazis. Bevor die 50 Neonazis von der Polizei zur DUIGIDA Demo geleitet worden sind, sollen sie in der Duisburger Innenstadt randaliert haben. Dabei sollen Gegendemonstranten mit Steinen und Knüppeln angegriffen worden sein.

18.45 Uhr: Aus Dortmund ist gerade ein kompletter Block von Neonazis eingetroffen und werden von den DUIGIDA Demonstranten mit Applaus begrüßt. Unter den Neonazis befinden sich mit Michael Brück und Claus Cremer führende Kader der Neonazi Parteien Die Rechte und NPD.

18.37 Uhr: Werfen wir einen Blick darauf, was DUIGIDA bislang zu sagen hat. Im Wesentlichen lässt es sich mit „uns hat niemnad lieb“ zusammenfassen. Hauptredner Nobile betont noch einmal, der Duisburger OB hätte kein Recht gehabt, zur Gegendemonstration aufzurufen, außerdem bestünde beinahe das komplette Orga Team aus Zuwanderern, weswegen man ja schon per Definition gar nichts gegen Zuwanderer haben könne. Ah ja. Aus der Lautstärke des Applauses lässt sich ziemlich genau ablesen, was der durchschnittliche DUIGIDA so alles toll findet und was eben nicht. Betreuung für traumatisierte Flüchtlinge? Geringer Applaus! Zero tollerance für kriminelle Ausländer? Lauter Applaus! Forderung nach Bürgerentscheiden? Begeisterter Applaus! Enge Zusammenarbeit mit Russland? Jubelnder Applaus!

18.34 Uhr: Vor dem Bahnhof soll irgendwer Pyrotechnik eingesetzt worden sein und irgendeiner hat irgendetwas in Richtung des TUI Reisezentrums geworfen. Wie auch immer, die Polizei verstärkt ihre Präsenz und trennt die Gruppen deutlicher.

18.29 Uhr: Also… um das mal aufzudröseln… laut den Veranstaltern von DUIGIDA distanziert man sich deutlich von den Kollegen von DÜGIDA, die DÜGIDAs sind gar keine echten PEGIDAs sondern… auch egal, echte PEGIDAs sind jedenfalls nun und nur die DUIGIDAs… und überhaupt, alle lügen, alle… nur sie nicht.

18.24 Uhr: Wenn man schon glaubt, das Volk zu repräsentieren, dann nimmt man sich auch gleich mal Großes vor und gibt sich volksnah. PEGIDA möchte in Zukunft nun jeden Montag in Duisburg demonstrieren, nun gut. Für die heutige Demonstration haben die Veranstalter angekündigt, dass es nach den Rednern auch noch ein offenes Mikrophon geben soll…

18.21 Uhr: 200 Teilnehmer müssen reichen, denken sich die Veranstalter von DUIGIDA und marschieren los, falsch, sie spazieren los. Das sind ungefähr genauso viele Menschen wie noch im Bahnhof warten, um auch gegen PEGIDA zu demonstrieren… Das verdeutlicht die ungefähren Zahlenverhältnisse.

18.09 Uhr: Das Warten scheint sich für die PEGIDA Demonstranten in spe langsam zu lohnen, 150 bis 200 sollen es jetzt doch geworden sein die, von der Polizei dicht abgeriegelt, knapp 150m von den Gegendemonstranten entfernt noch herumstehen. Aber man macht es ihnen auch nicht leicht, so kam es gerade im Bahnhof zu Rangelleien mit der Polizei, als Gegendemonstranten versuchten, den Ausgang des Bahnhofs zu versperren. Allerdings löste sich die Sitzblockade auch beinahe sofort wieder auf, unter den Blockierern befand sich auch ein Landtagsabgeordneter der Piratenpartei.

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17.55 Uhr: PEGIDA verschiebt hier in Duisburg den Beginn der Veranstaltung um 30 Minuten nach hinten. 20 Teilnehmer sind aber auch ein wenig popelig, wenn man „Wir sind das Volk“ brüllen möchte. Vor allem auch in Anbetracht dessen, was sich ihnen an Gegenprotest entgegenstellt. Die Polizei spricht von aktuell ca. 1000 Menschen, die gegen das Duisburger PEGIDA Derivat vor dem Hauptbahnhof protestieren. Laut protestieren! 1000 Demonstranten sollen sich auch beim DGB bereits eingefunden haben, dort läuft zur Zeit noch das Vorprogramm.

17.50 Uhr: Die ersten Impressionen…

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17.40 Uhr: Mit deutlich mehr als 200 Leuten auf dem Bahnhofsvorplatz sind die Prognosen und Erwartungen der Veranstalter des Duisburger Netzwerkes wohl schon übertroffen und es treffen weitere Menschen ein, die gegen PEGIDA protestieren wollen. Die Polizei steht dabei vor der nicht immer einfachen Aufgabe den Überblick darüber zu behalten, wer da gerade am Bahnhof ankommt und wohin derjenige dann will… PEGIDA? NOPEGIDA? Oder Fußball Anhänger, die zum Freundschaftsspiel der Meidericher gegen Werder Bremen wollen?

17.20 Uhr: Die ersten Informationen aus Duisburg. Vor dem Hauptbahnhof soll gleich die Demonstration des Duisburger Netzwerkes gegen Rechts beginnen. Vor wenigen Minuten waren es ca. 120 Leute, die sich dort bereits versammelt hatten und einen stetigen Zulauf erhalten. 600 Meter von dort entfernt, vor dem Theater Duisburg ist man noch nicht so weit und baut noch in aller Ruhe auf.

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13 Kommentare zu “Ja, wo laufen sie denn…? Pegida Demonstrationen… unser Liveticker

  • #1
    Etna

    >> 19.22 Uhr: Nachdem sie mutmaßlich vorher Steine und Gegenstände geworfen haben sollen, versuchten vor knapp 20 Minuten linke Autonome sich in der Demonstration “Gegen die Duisburger Zustände” zu verstecken. Nach dem darauf folgenden harten Polizeieinsatz wurde die Demonstration von den Veranstaltern für beendet erklärt und aufgelöst. <<

    kann das bestätigt werden, auf wenn wurden denn was geschmissen und warum?

  • #2
    Thomas Weigle

    in Bielefeld wurde heute auch demonstriert, 10.000 Menschen, laut Polizei, waren auf einer angenehm kurzen Veranstaltung, ca 60 Minuten, um für ein „buntes Bielefeld“ einzutreten.

  • #3
    Stefan Laurin

    @Etna: Wenn wir es nicht wüssten hätten wir es nicht geschrieben. In der Meldung steht doch alles drin.

  • #4
    Etna

    @ Stefan:

    Nun habe ich euch nicht unterstellt was falsches zu sagen, mehr geht es darum zu erfahren warum diese autonomen den, mutmaßlich, sachen geschmießen haben. Aus dem Ticker erkenne ichd as irgendwann Steine und oder Flaschen auf eine Pizzaria flogen, ein eher untypisches Zeil für Linke.

    Vllt. überlese ich es ja auch einfach nur!? Falls das nicht weiter ausgeschmückt gehört auch ok…

  • #5
    jogena

    es gab eine auseinandersetzung zwischen nazis die scheinbar die gegendemo angreifen wollten und autonomen, bei der ein haufen sachen geflogen ist. kreuz und quer. das waren harte kämpfe

  • #6
    bob hope

    Der Name des Priesters ist übrigens Paul Spätling. Nomen erst Omen. Die Pius-Brüder dürften stolz sein.

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  • #8
    Astrid Günther

    Danke für den informativen Bericht! Da ich es wichtig finde, dafür einzutreten, daß Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Stadt keinen Platz haben, war ich auch vor Ort – bei der glücklicherweise friedlich verlaufenden Versammlung vor dem Stadttheater. Warum es abr 3 Gegendemos gab und sich nicht alle zusammentun können, verstehe ich bis heute nicht.

  • #9
    bob hope

    Mal gespannt wie PEGIDA-NRW damit umgeht, dass mit NPD-Mann Claus Cremer ein Mitglied der militanten Neonazi-Szene auf der Bühne stehen durfte (war sogar als Redner vorgesehen). Dass die völkische Ausrichtung der „Bewegung“(Ethnopluralismus, Einheit von Volk und Nation, Betonung der Volksgemeinschaft, autoritärer Staat, Feinderklärung nach innen und außen) bei den braunen „Kameraden“ gut ankommt, ist nicht überraschend. Die Frage ist nur, ob sich „PEGIDA-NRW“ zahlenmäßig leisten kann, ganze Gruppen auszuschließen. Eine klare Absage an NPD, „Die Rechte“ oder Kameradschaften habe ich nicht gehört.

    Übrigens: Paul Spätling hat gestern seine letzte Predigt im Namen der katholischen Kirche gehalten. Ihm wurde von Bistum Münster die Befugnis entzogen. Seine Aufrufe zum Glaubenskrieg muss er in Zukunft als Privatmann unters Volk bringen. Ist dann wohl der erste Märtyrer der „Bewegung“ in NRW: Ein durchgeknallter, reaktionärer Priester. Respekt!

  • #10
    Klaus Lohmann

    @bob hope: Dem wundersamen Wanderprediger Spätling wurden dann heute auch gleich die Hammelbeine strammgezogen: http://www.derwesten.de/staedte/emmerich/bischof-felix-genn-entzieht-emmericher-predigterlaubnis-id10255766.html 🙂

  • #11
  • #12
    bob hope

    Je länger ich drüber nachdenke: Eigentlich passt auf den Pfaffen auch der Begriff Hassprediger. Welch Ironie.

  • Pingback: Fotos von Dugida- spät, aber hochaktuell | Die Freiheitsliebe

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