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Kämpft für unsere deutsche Demokratie!

Für das Grundgesetz!

Für das Grundgesetz! (Foto: Tobias M. Eckrich/ cc-by-sa)

Ich versuche diesen Aufruf nicht zu pathetisch, nicht zu patriotisch, klingen zu lassen. Ich versuche ihn möglichst kurz zu halten, und bitte euch, ihn zu verbreiten, wenn ihr euch auch nur ein stückweit mit ihm identifiziert. Denn es geht mir um das große Ganze: unsere Freiheit!

In den letzten Monaten werden die Feinde der Demokratie immer lauter. Im Internet, in den Medien, auf der Strasse, in unser aller Umgebungen. Ideologien, die ich lange überwunden wähnte, wie der Nationalsozialismus, oder solche die ich für zu absurd hielt, wie die Reichsbürgerbewegung, blühen zunehmend auf. Oft habe ich deswegen einen Druck auf der Brust, von dem ich befürchte, dass er mir irgendwann die Luft zum Atmen abwürgt.

Rechtsradikale, Rechtsextreme, Nazis, Neonazis, Fundamentalisten jeder Coleur, finden ihre Liebe füreinander, und kämpfen gegen eines: die beste Demokratie, die es bisher in diesem Lande gab.

Den meisten von uns begegnen diese Demokratiefeinde im Internet, dort besonders in den Sozialen Medien, und dort wiederum insbesondere bei Facebook oder Twitter. Wir Demokratiefreunde verbringen viel Zeit darauf, uns über Begriffe zu streiten, sowohl was uns angeht, als auch, ob wir Gruppen wie bspw. die AfD als nationalkonservativ, rechtsextrem, rechtsradikal, völlig vertrottelt oder ewig gestrig beschreiben sollen. Letztlich ist es aber viel einfacher: wir sind für einen freiheitlich-demokratischen Staat, für individuelle Freiheit und Verantwortung sowie für die unantastbare Menschenwürde. Die andere Seite ist es nicht.

Ich bin Verfassungspatriot. Das müssen nicht alle sein, die für die Demokratie und die Freiheit kämpfen. Doch heute eint uns Freunde der Freiheit mehr als uns spaltet. Und dafür müssen wir eintreten, überall, jederzeit – solange es (noch?) geht.

Es werden wieder Kämpfe auf den Straßen geführt. „Lies!“ verteilt seine Hassbotschaften ebenso wie die AfD, DIE RECHTE und andere.  Es ist wichtig, in diesem öffentlichen Raum nicht zu weichen, sondern für die Demokratie einzustehen.  Doch es gibt ebenso andere erbitterte Kämpfe, die wir oft stärker mitbekommen, diejenigen um die Kommentarspalten von Artikel, Videos, Posts, Tweets. Diese Kämpfe kann ein jeder von uns führen – auch mit kleinsten Mitteln, und vom Wohnzimmer aus.

Die Waffen dieser Schlachten um Meinungen sind vielfältig: Informationen, Humor, Spott, Satire, eindeutige Einordnungen, Melden von Straftaten, Likes von Kommentaren mit demokratischer Meinung. Es bringt wirklich etwas. Wer mir nicht glaubt, findet hier eine Studie, die eben dies für Verschwörungstheorien belegt.

Die Deppen sind stark, wenn ihnen niemand widerspricht, wenn sie unter ihresgleichen ihren Absurditäten und ihrem Menschenhass frönen können. Wir schaden der Demokratie, wenn wir ihre Meinungen stehen lassen, wir stärken sie in ihrem Weltbild, wenn sie uns unwidersprochen ihre verfassungsfeindlichen Ausfluß unterbreiten dürfen. Wir müssen „Nein!“ sagen.

Flüchtlinge. Juden. Israelis. Frauen. Männer. Nordafrikaner. US-Amerikaner. EU-Beamte. Demokratische Politiker. Medien. Atheisten. Polizisten. Muslime. Sie alle  – und sicher noch einige mehr – stehen allgemein und pauschal auf der Liste der Demokratiefeinde. Wir müssen gegen diesen Hass und gegen all die Vorurteile „Nein!“ sagen.

Doch „Nein!“-Sagen führt zu Rissen. Wir sind mitunter überrascht bis entsetzt von unseren „Freunden“ auf Facebook und andernorts. Und wollen es nicht wahrhaben, dass es sein kann, dass sich in unserem nächsten Umfeld solche Menschen einnisten konnten. Die Tendenz, nichts dagegen zu sagen, sich still zu verabschieden oder gar zu schweigen, ist verständlich, aber gefährlich. Wenn wir schweigen, kommen nur die anderen zu Wort. Und wenn sie gar die Mehrheit der Meinungsbildung übernehmen, wird uns irgendwann nichts mehr als Schweigen bleiben. Deswegen: Wir müssen „Nein!“ sagen.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Wir werden beschimpft, ausgelacht, „gemeldet“, bedroht. Und trotzdem muss jeder Einzelne von uns ihn führen.
Also: auf in die Sozialen Medien.
Laßt uns „Nein!“ zu den Hassbürgern sagen. Jeder Post zählt!

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56 Kommentare zu “Kämpft für unsere deutsche Demokratie!

  • #51
    abraxasrgb

    #47 Helmut
    #49 W. Stach
    Das 8. Gebot des Soziopathen:
    Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das noch lange nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind 😉

  • #52
    Walter Stach

    Helmut Junge-50-,
    ich gehe davon aus, daß niemand bestreiten wird, daß der Nationalsozialismus als nur eine unter vielen Ausprägungen dessen verstanden werden kann,, was gemeinhin Faschismus genannt wird.
    Herkömmlich werden die Systeme "Mussoline-Italien" und "Franco-Spanien" als typisch für faschistische System genannt.

    Die von Dir -auch regelmäßig von mir- vorgenommen Einfügung des deutschen Nationalsozialimus unter den Begriff "Faschismus" ist allerdings nicht unbestritten.

    Wir könnten also durchaus darüber diskutieren, ob der Nationalsozialismus unter dem Begriff des Faschismus einzuordnen ist oder ob mit dem Begriff Nationalsozialismus eine "eigenständig deutsche Gesellschafts-und Staatsphilosophie/Staatslehre/ Staatspraxis" erfaßt wird, die "nur" Schnittstellen zum "klassischen Faschismus" -sh.Italien, sh.Spanien-aufweist.

    Eine solche Diskussion würde voraussetzen, zunächst zu klären, ob es oder ob es nicht zwischen den Diskutierenden ein Grundverständnis darüber gibt, was "Faschismus" ist.

    Ich denke, so interessant eine solche Diskussion sein würde, letztendlich bringt und diese aber keinen Erkenntnisgewinn, wenn es uns jetzt und hier darum geht, ganz generell Gegner freier-pluralistischer Gesellschaften und Gegner demokratischer Rechtstaaten zu erfassen und zu benennen -Individuen, Parteien, Bürgerbewegungen, hier und heute konkret bezogen auf Menschen in Deutschland wie z.B auf….und auf Parteien/Bürgerbewegungen in Deutschland wie z.B. auf………..
    Gleiches würde gelten mit Blick auf Polen, Ungarn, die Slowakei, Frankreich -sh. den Front National-.

  • #53
    Helmut Junge

    abraxasrgb, ja, ich fühle mich verfolgt! Ich kriege täglich zu mir passende Werbung. Wenn ich nach z.B. Mallorca suche, weiß der CIA, vermutlich auch der KGB, sofort, daß ich da evtl. hin will. Fotografiert wird da übrigens auch meist ganz wild. Das ist klar. Die brauchen Fotomaterial. Obama ist aber noch nie am gleichen Ort aufgetaucht, an dem ich gerade Urlaub mache und hätte mich mit Namen begrüßt. Das ist mir allmählich unheimlich.
    In welche Fallgruppe gehöre ich. Oder sind es mehrere? Vielleicht hat Obama aber nur nicht das Geld sich solch einen Urlaub zu leisten. Das wäre zumindest eine Teilantwort, die mich etwas beruhigen würde.
    Satire aus.

  • #54
    Helmut Junge

    Walter, sobald jemand eine griffige These aufstellt, gibt es auch jemanden, der die dann in Frage stellt.
    Ich habe mich in den sechziger oder siebziger Jahren zu der These, daß der Nationalsozialismus eine Unterkategorie des Faschismus ist, weil das damals allgemein so gesehen wurde, und weil es unzähligemale in der Literatur so geschrieben war. Würde das jetzt umbenannt, gäbe es nur Verwirrung. Vielleicht ist das sogar die Absicht der Bestreiter.
    Was weiß ich.
    Aber wenn man es so sieht wie ich und auch du, dann kann man moderne Strömungen wie bestimmte sektiererischen Religionen, oder den traditionellen Islamismus, ohne Probleme in diese Kategorie einreihen. Und die sind meist nicht national ausgerichtet. Aber darüber gibt es ja auch Streit. Das wollen Viele überhaupt nicht hören. Also nochmal: Der Faschismus ist ein politisches System das auf äußerster Gewalt gegenüber Kritikern basiert. Sollen doch diejenigen, die bestimmte Regimes dieser Art nicht zu den faschistischen Regimes gerechnet sehen wollen, ihrerseits begründen, warum das in diesem oder jenem Fall anders ist. Oder sollen sie sich zieren darüber zu sprechen. Walter, ich habe mich entschieden diese Welt so zu sehen. Und das gilt nur für mich. Und diskutiert habe ich das vor 40 Jahren zur Genüge. Da gab es manche der heutigen Bewegungen noch gar nicht.

  • #55
    thomas weigle

    Historisch macht es Sinn zwischen NS und Faschismus zu unterscheiden, aktuell ist es mir egal, denn als Anhänger unseres Verfassungsstaates hätte ich in beiden Systemen wenig zu lachen. wie auch die allermeisten Blogger hier.

  • #56
    Walter Stach

    Helmut,

    interessant, Deine Anmerkungen u.a. zur Frage " Nationalismus gleich Faschismus oder…!
    Wir sind in der Sache nicht auseinander.

    Ich neige allerdings dazu, die Anwendung äußerster Gewalt gegenüber System-kritikern n i c h t für den den Faschismus ausmachenden Wesenskern zu halten, sondern "nur" für eine unauswechliche, sich aus dem Wesen des Faschismus zwangsläufig ergebenden Konseqenz für praktizierte faschistische Herrschaft.

    Ich denke, diese und ähnliche Differenzierungen sind jedoch, vor allem angesichts der akuten Bedrohung unser freiheitlich-demokratischen Ordnung,

    ( durch " politische Bewegungen in unserer Gesellschaft" und durch Einwirkungen von Außen -sh.IS und andere radikal-islamistische Organisationen)

    relativ belanglos.

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