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Kein Frei.Wild! – Rechtsrock-Band kommt nach Dortmund

Frei.Wild Foto: Pakeha Lizenz: GNI/CC

Die Band Frei.Wild steht auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Die deutschsprachige Band aus Südtirol tourt nun durch die Bundesrepublik, spielt in den ganz großen Hallen. Am 1. November tritt die Band in der städtischen Westfalenhalle in Dortmund auf. Frei.Wild ist in die Fußstapfen der »Böhsen Onkelz« getreten. Die Nazi-Vergangenheit des Sängers scheint – wie beim großen Vorbild – kein Hindernis zu sein, auf Festivals in diesem Sommer spielten Frei.Wild neben großen Bands. Publikative.org, Kein Bock auf Nazis und Ruhrbarone meinen: Schluss damit! Von unseren Gastautoren von Publikative.org.

Im Gegensatz zu den großen Vorbildern der Onkelz, die praktisch jedwede politische Äußerung nach ihrem Ausstieg aus der Nazi-Skin-Szene vermieden und in ihren Songtexten keinerlei im engeren Sinne politischen Aussagen mehr trafen, halten sich Frei.Wild mit solchen Botschaften an ihre Fans alles andere als zurück. So heißt es zum Beispiel in Wahre Werte von 2010:

„[…]Formen und Spalten, Die dein Ich-Gefühl zurückerstatten […],Da, wo wir leben, da wo wir stehen, ist unser Erbe, liegt unser Segen, Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache, für uns Minderheiten eine Herzenssache. […] Wir sind verpflichtet, dies zu bewahren, unser Tirol gibt’s seit 1200 Jahren. Wo soll das hinführen, wie weit mit uns gehen, selbst ein Baum ohne Wurzeln kann nicht bestehen. Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen, wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen. […] Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat, ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk. […] Bräuche, Geschichten, Kunst und Sagen, sehe schon die Nachwelt klagen und fragen: Warum habt ihr das verkommen lassen? Die Wurzeln des Landes, wie kann man die hassen? Nur um es manchen recht zu machen, die nur danach trachten, sich selbst zu verachten.”

In diesen Zeilen steckt alles, was völkischen Nationalismus ausmacht: Die Bezüge auf ein »Erbe«, welches »bewahrt« gehöre und nicht »verkommen« dürfe; die Annahmen von Verwurzelung und organischer Zugehörigkeit, kulminierend in der Formel „Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache“. Obwohl – oder gerade weil – die Band sich offiziell „unpolitisch“ dünkt und „jeden Extremismus“ ablehnt, sind ihre Texte voll von solchen nationalistischen und völkischen Tönen.

Was genau Sänger und Songwriter Philipp Burger damit meint, wenn er davon spricht, dass all das „verkomme“, bleibt unausgesprochen. Allerdings wehrte sich Burger in der Vergangenheit auch mit politischem Engagement für eine Südtiroler Partei, die gegen Einwanderung und „Überfremdung“ kämpft. Auch an anderer Stelle, was Burger meinen könnte. So zum Beispiel, als er vor wenigen Wochen (am 20. September 2012) folgenden Witz auf seinem Facebook-Profil teilt:

„Erster Schultag in Berlin. Der Direktor ruft die Schüler auf:
Mustapha El Ekhzerzi?
Anwesend!
Mohamed Endahra?
Anwesend!
Mel Ani El Sner?
Keine Antwort
Der Lehrer fragt noch einmal: “Mel Ani El Sner?”
Jetzt meldet sich ein Mädchen:
Wahrscheinlich bin ich gemeint, ich heiße Melanie Elsner“

Ja, da lacht das Herz des Provinzrassisten über die vermeintlich fremdvölkische Degenerierung der deutschen Hauptstadt. Burger weiß, was er seinen Hörer/innen und seinem Volk schuldet. Bereits in „Land der Vollidioten“ von 2009 hatte er ausgeführt, wie der Verlust der Heimat zustande kommt: Denn „die Vollidioten“ sorgen u.a. dafür, dass „Kreuze aus Schulen entfernt werden, aus Respekt vor den anders gläubigen Kindern“, wie Burger beklagt.

Auch auf der neuen Platte „Feinde Deiner Feinde“ finden sich reihenweise Versatzstücke, die nahtlos an rechtsradikale Diskurse anknüpfen. Gleich im ersten Stück heißt es:

Wir haben’s getan
Wir haben’s gemacht
Wir haben Leute verdroschen
Über die Folgen nicht nachgedacht
Wir haben die Straßen der Stadt für uns in Anspruch genommen
Keine Gefangene gemacht
Wir haben gesoffen und geboxt
Standen oft vom Richter
Keine Reue, haben darüber gelacht

Von Reue oder Mitgefühl für die Opfer keine Spur, stattdessen wird eine reine Schlägermentalität abgefeiert, die natürlich auch bei gewaltbereiten Neonazis auf Gegenliebe stößt. In „Wir reiten in den Untergang“ heißt es dann:

Nichts als Richter
nichts als Henker
Keine Gnade und im Zweifel nicht für dich
Heut gibt es den Stempel, keinen Stern mehr
Und schon wieder lernten sie es nicht
Und sagst du mal nicht
Ja und Amen
Oder schämst dich nicht für dich
Stehst du im Pranger der Gesellschaft
Und man spuckt dir ins Gesicht
Und ganz vorne stehen die Ärsche
Unterm großen Heiligenschein
Liebevoll und Solidarisch
Treten sie lustvoll in dich rein

Auch diese Zeilen sind sattsam bekannte Versatzstücke aus dem rechtsradikalen Milieu. Das arme Opfer ist der aufrechte deutsche Kämpfer, der seine Meinung nicht äußern könne, weil er von einer heuchlerischen Gesellschaft der Demokraten geknechtet werde. Dazu noch die Anspielung auf den „Stern“, den es heute nicht mehr gibt – fertig scheint das Abziehbild, mit dem Burger sich offenbar selbst zum „neuen Juden“ stilisieren will – ein rhetorisches Motiv, das in Neonazi-Publikationen zum Standard gehört.

Weiter geht es mit „Nur die Dummen sagen Ja und Amen“, wo es u.a. heißt:

Es kehrt zurück
was irgendwann war
Und was verloren schien
Was viele dachten, doch nie sagten
Die Meinungsfreiheit war dahin
Jeder verstellte seine Worte
und Tabus blieben Tabus
Gewisse Themen waren verboten
im Land der Vollidioten
Nimm die Hand vom Mund, sag was Du fühlst
Wenn Du dagegen bist
Und wo Recht zu Unrecht wird
Wird der Widerstand zur Pflicht

Es dürfte sehr schwerfallen, hierin keine lupenreine rechtsradikale Rhetorik zu entdecken. Dass die Meinungsfreiheit dahin sei, weil bestimmte Themen verboten seien, im „Land der Vollidioten“ – auch das kann  man in jeder zweiten Nazi-Postille lesen. Es handelt sich geradezu um klassische radikale Rhetorik gegen die vermeintlich verdorbene Demokratie. Es gibt sogar kaum eine andere Lesart, als diese Zeilen auf den Volksverhetzungsparagrafen und das Verbot der Holocaust-Leugnung zu beziehen – schließlich sind es de facto die einzigen „Themen“, die im heutigen Deutschland überhaupt verboten sein könnten. Das Ganze wird am Ende garniert mit der in Neonazi-Kreisen  mittlerweile mehr als beliebten Parole vom Widerstand, der zur Pflicht wird.

Schließlich wird dem Hass auf alles, was links oder politisch korrekt sein könnte, in „Gutmenschen und Moralapostel“ freier Lauf gelassen:

Es gibt nur ihre Meinung und sie denken nur schwarz-weiß
Sie bestimmen was gut, was böse ist, sie sind das, worauf ich scheiß
Sie richten über Menschen, ganze Völker sollen sich hassen
Nur um Geschichte, die noch Kohle bringt, ja nicht ruhen zu lassen
Nach außen Saubermänner, können sie jeden Fehler sehen
Sind selber die größten Kokser, die zu Kinderstrichern gehen
Ich scheiß auf Gutmenschen, Moralapostel
Selbsternannt, political correct
Der die Schwachen in die Ecke stellt
Und dem Rest die Ärsche leckt
Ich scheiße auf Gutmenschen, Moralapostel
Selbsternannt, sie haben immer Recht
Die Übermenschen des Jahrtausends
Ich hasse sie wie die Pest

Wer mögen die „größten Kokser“ sein, die „zu Kinderstrichern gehen“? Und wer lässt Geschichte nicht ruhen, um sich daran zu bereichern? Mit einem Augenzwinkern darf jeder Neonazi hier verstehen, was er verstehen will, nämlich beispielsweise, dass die Juden, die zu Kinderstrichern gehen, die Deutschen knechten, um sich am Holocaust zu bereichern. Wohlgemerkt: Explizit ausgeführt wird dies nicht, es reichen offenbar schon Versatzstücke.

Die Fans von der NPD

Dass dies in Nazi-Kreisen auf Gegenliebe stößt, kann kaum verwundern. Und so werden Frei.Wild – entgegen ihrer eigenen Behauptungen – natürlich in diesen Kreisen gehört und gefeiert. NPD-Funktionär Patrick Schröder, der ein eigenes Web-TV-Format betreibt, würdigte die neue CD der Band in seiner letzten „Sendung“ ausgiebig und spielte einzelne Songs. Er war sich mit seinem vermummten Co-Moderator einig, dass die von der Band vertretenen Werte eine so große Übereinstimmung zur eigenen Ideologie aufwiesen, dass man über die wenigen Distanzierungen zum Neonazi-Spektrum großzügig hinwegsehen könne. Die Band sei „zwar nicht 100 % auf Linie des nationalen Widerstandes“, aber „das kann man auch nicht erwarten“, dafür sei der öffentliche Druck zu groß.

Alle Anrufer in der Sendung bekannten offen und begeistert zu der Band und gaben an, dass deren Musik ein prima Vehikel sei, um „unsere Inhalte auf der Arbeit, im Kollegenkreis“ oder bei Bekannten zu verbreiten. Man „komme ins Gespräch“ über einzelne Songs und von da aus gehe es dann weiter. Ein Anrufer sagte, die Distanzierungen der Band seien ihm völlig egal, denn „haben wir solchen Zulauf, dass wir es uns leisten könnten, da jedes Wort auf die Goldwaage zu legen?“. Stattdessen solle man sich freuen, ein so riesiges Propagandavehikel für nationale Inhalte praktisch frei Haus geliefert zu bekommen. Daran anknüpfen müsse der Nationale Widerstand dann schon selbst, Frei.Wild würden den Boden dafür bereiten.

Was die Nazis mit der Band aus Brixen teilen, wird auch in deren Heimathymne Südtirol deutlich, in der es u.a. heißt:

“Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik
an diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist“

Kritik an der Heimat wird nicht geduldet, und wem es nicht passt, der oder die soll abhauen. Noch präziser lässt sich ein völkisch-nationalistisches Ressentiment kaum auf den Punkt bringen.

Während der Fußball-Europameisterschaft 2012 veranlasste Burger ein Foto, das eine abgebrochene Deutschlandfahne an einem Auto zeigt, die ein unbekannter Aktivist durch einen Flyer gegen Nationalismus ersetzt hatte, zu folgendem Statement:

„Leider Gottes ist Deutschland auf einem Weg, der jedem Verstand mit Bravour den Atem raubt. Ganz ehrlich, das ist die logische Konsequenz dieser ›Wir alle müssen ewig für die Taten unserer Vorfahren büßen‹-Politik!!! Aber man wollte es so, hat Kinder so erzogen und trägt nun die Konsequenz, selber schuld!!! Ich kann mich nicht erinnern, dass sich Italiener, Russen, Amerikaner oder zum Beispiel auch Chinesen ihrer Herkunft geschämt hätten, obwohl deren Diktatoren und Regime gleich viele und um viele Millionen Menschen mehr auf dem Gewissen haben, als es unter Scheiß-Hitler-Deutschland der Fall gewesen ist.  […] Auch macht man Vergangenes nicht ungeschehen, indem man schon seit Jahrzehnten davon finanziell Profitierende, lechzend nach einer Daseinsberechtigung für ihr klägliches Dasein, weiter unterstützt und ihre Meinung blind unterstreicht, nur um ja nicht dagegen zu pissen.“

Der Journalist Thomas Kuban, der seit Jahren über die rechtsextreme Musik-Szene berichtet, kommt in seinem Buch “Blut muss fließen” zu dem Ergebnis:

„Frontmann Philipp Burger ist der erste Rechtsrockstar im klassischen Sinne, denn sein Wirken ist auf keine Szene beschränkt, er erreicht auch das bürgerliche Spektrum, ohne dass sich bislang politischer oder zivilgesellschaftlicher Widerstand regen würde. Frei.Wild verkauft und etabliert Nationalismus und Anti-Antifaschismus als hippe Protestkultur.“

Ein Jahr nach dem Bekanntwerden der NSU-Terrorserie geht diese Band in Deutschland auf Tournee, spielt in den großen Hallen. Schluss damit! Wir fordern alle Bands, Labels und Veranstalter auf, nicht mehr mit Frei.Wild zusammenzuarbeiten! Wir wollen kein Frei.Wild!

Kein Frei.Wild sind zudem: Feine Sahne Fischfilet, Frittenbude, Egotronic, Audiolith, Twisted Chords, Spring Ducks, Das Bierbeben, Station 17, Livegigs.de, Ox-Fanzine, Notgemeinschaft Peter Pan, Beate X Ouzo, tasse milch recorda, Turbojugend Eslo, Punkrock! Fanzine, Zeitstrafe, Stage Bottles, Grizou, Mondo Bizarro, Auf Bewährung, Krawehl, Sin Fronteras, Uga Uga Tapes, Skankshot, Operation Semtex, Pinkmacabre.de, Neue Zecken Zeitung, Haddocks, Zeckendruck.de, Parachutes (Redfield Records), Bratze – weitere Labels, Fanzines und Bands dürfen sich gerne melden.

Crosspost: Der Artikel erschein bereits auf Publikative

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72 Kommentare zu “Kein Frei.Wild! – Rechtsrock-Band kommt nach Dortmund

  • #51
    Helmut Junge

    @Nini,
    ich hab den Eindruck, dass du solche Musik brauchst, um deinen Frust abzubauen.

  • #52
    Malte

    @ Helmut Junge: Aus dem weiteren Text des Liedes „Nennt es Zufall, nennt es Plan“, das du hier zitierst, kann man Lesen, dass die Protagonisten durch dieses Verhalten Schuld auf sich geladen haben. In der zweiten Strophe, die auf die erste Bezug nimmt heißt es: „Kranke Ideologien, verwirrend falsche Gedanken / Jetzt ist das vorbei“ Also: Was wir gemacht haben war falsch aber es ist trotzdem noch was aus uns geworden. Es folgt: „Was bleibt sind Ruf und Geschichten / Die nerven, doch nicht vernichten“ Warum wird uns das also immer wieder vorgehalten? Warum werden wir darauf reduziert? Mehr als unsere Fehler einzugestehen können wir nicht mehr tun. Ich muss dir hier ähnliche Sinnentfremdungen vorwerfen wie anderen Kritikern. Auszüge aus dem Kontext zu reißen kann keine korrekte Verfahrensweise sein.

    @ Arnold Voss: „Das Land der Vollidioten“ stammt aus dem Text: „Das ist das Land der Vollidioten / die denken, Heimatliebe ist gleich Staatsverrat / Wir sind keine Neonazis und keine Anarchisten / wir sind einfach gleich wie Ihr … von hier“
    Hier steht also die Frage im Vordergrund, warum man im deutschsprachigen Raum gleich als rechtsradikal gilt, wenn man als Rockmusiker seine Heimat besingt. Ich gebe zu, dass es auch für meinen Geschmack etwas übertrieben ist aber dazu äußert sich Burger in einem Video von heute: http://www.youtube.com/watch?v=-IofKlDn7Z8 . Später heißt es: „Ihr seid dumm, dumm und naiv / wenn Ihr denkt, Heimatliebe ist gleich Politik“ Ein klares Bekenntnis dazu, dass der Text nicht politisch zu verstehen ist.

    @ Mario: Zu einem Teil deines Beitrags möchte ich dich an das in diesem Beitrag von mir gesagte verweisen. Andere Teile sind einfach deine Meinung und eigene Meinungen respektiere ich auch wenn ich sie nicht teile. Lediglich die Verbreitung unwahrer Tatsachen stören mich, es steht aber jedem zu, die Band und ihre Texte scheiße zu finden. Dissens ist gut und in allen menschlichen Gesellschaften nötig. Es ist übrigens keine Rede davon, dass linke Journalisten einen Propagandafeldzug führen. Meiner Meinung – auch wenn Frei.Wild das anders sieht – geht es auch nicht um Neid oder den Erfolg der Band. Es ist aber schon lange gesellschaftlich opportun in Deutschland beim geringsten Anlass Personen oder Gruppen als rechtsradikal abzustempeln und für „Journalisten“ kann es deshalb sehr lukrativ sein. Übrigens möchte ich deinen Vorwurf der mangelnden Diskussions – und Kritikfähigkeit nicht auf mir sitzen lassen.

  • #53
    Mario

    @ Malte: Ich habe dir persönlich gar nichts vorgeworfen, freue mich aber, dass du dich dennoch angesprochen fühlst. Ich habe mich auf die Mehrheit der pro-FW Beiträge bezogen, die ich hier gelesen habe. Das herbeibeschwören von „linken Journalisten“, „Antifa“ etc. steht sinngemäß in vielen Kommentaren, nicht nur hier. Kuban, der sich seit Jahren mit dem Thema Rechtsrock befasst,undercover hunderte Konzerte besucht und Gespräche in dieser Szene geführt hat wird wahrscheinlich ein gewisses Gespür und auch die notwendige Kompetenz inne haben, um solche Einordnungen vorzunehmen und keinerlei Interesse, einfach aus unterstelltem Neid, Hass, persönlichen Befindlichekeiten oder weil er ein „Linker“ sein soll, wie hier gelesen, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen.

    Wir sollten uns davor hüten so blauäugig zu sein und anzunehmen, dass rechtes Gedankengut nur in seiner ganzen Stumpf – und Dumpfheit wie etwa bei den klassischen Faschobands transportiert wird. Rechtsrock ist seit Jahren teil einer identitätsstifenden Strategie der Faschos, der sogenannte „Kampf um die Köpfe“ Dazu gibt es diverse interne Dokumente , die das eindeutig belegen. Kannst du gerne mal nachrecherchieren. Was Frei.Wild macht, bewusst oder unbewusst (im Hinblick auf die politische Vergangenheit Burgers und die mehr als fragwürdige Distanzierung wohl eher bewusst) ist Vorfeldarbeit für die Faschos, um Nationalismus, der wie in meinem Beitrag erwähnt eine der ideologischen Ursachen allen Übels der Moderne war, wieder gesellschaftsfähig zu machen, weil unreflektierte, irrationale Feteschisierung oder religiöse Überhöhung auf ein Konstrukt und die Identifikation mit selbigem zu absolutem Gehorsam im Namen der Heimat, ergo gegenüber den Herrschenden, führt.

    Es gibt viele Quellen die eindeutig beweisen, dass es gerade Strategie der selbsternannten „autonomen Nationalisten“ ist, explizit linke Rhetorik und Symbolik zu kopieren und sich als militante „Straßenkämpfer“ zu stilisieren, im Gegensatz zum Biedermann bei der NPD, der bei Jugendlichen zur Zeit wohl eher kein Gehör findet. (Wenn Recht zu unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht ist ein gutes Beispiel hierfür) und für ihre Zwecke zu missbrauchen.Wenn Frei.Wild immer betonen, unplitisch zu sein, warum nehmen sie dann gerade ein Zitat von Bert Brecht??????Das ist doch widersprüchlich ohne Ende. Passt allerdings in die oben erwähnte Strategie.
    Genau so hat es die NSDAP übrigens auch gemacht, die bürgerliche Kapitalpartei gestratet ja demagogisch für Wählerstimmen sorgen musste und erreichen musste, dass die Arbeiter sich gegen ihr eigenes Interesse und somit für sie entscheiden. Daher auch das Wort „Sozialismus“ im Namen, eine Pervertierung desselbigen und ein Schlag in die Fresse all derjenigen echten und aufrichtigen Sozialisten und Kommunisten, die Widerstand gegen die Nazis organisiert haben und unter den Nazis im KZ gesessen haben, später in der BRD teilweise von den selben Nazirichtern aufgrund des „Radikalenerlasses“ wieder in den Knast gesperrt wurden. Alle Arbeiter in der „Volksgemeinschaft“ der Faschos wurden zu rechtlosen Arbeitssklaven oder Kanonenfutter im Sinne der Konzerngewinne.
    Das alles kannst du in wissenschaftlicher Literatur nachlesen, falls du nach Nachweisen für meine Thesen suchst.
    Die Gleichsetzung von Rechts und Links, so wie es Frei.Wild macht, entstammt ebenfalls der längst widerlegten „Totalitarismusdoktrin“, die einfach nur unwissenschaftlich ist, vom bürgerlichen Lager aber immernoch rezipiert wird.

    Ich könnte viele weitere Aspekte anführen, Fakt ist, dass bei Frei.Wild Texten alle Alarmglocken angehen sollten und zwingend Aufklärung über die angebliche „harmlose, romantische Heimatliebe“, die Frei.Wild propagiert, zu leisten ist! Deshalb mein Lob an die Ruhrbarone für den Artikel. Heimat ist ein individuelles Gefühl, kein Volk, kein Land, kein Ersatzgott! Wer das verbindet (egal aus welchem geschichtlichen Kontext er kommt) muss sich den Vorwurf Rechtsrockband gefallen lassen und vor allem damit klar kommen, dass sich Widerstand dagegen organisiert! Für die „Fans“ würde sich die Möglichkeit bieten, mal zu reflektieren, ob das die alten Werte sind, die uns wichtig sein sollten. Dazu ein klares Nein von mir!

  • #54
    Mal kurz gefragt

    Habe ich zwar auch an anderer Stelle zum Thema Fri.Wild geposted. Doch hier passt es genausogut hin.

    Mal ehrlich: Glaubt hier wirklich irgend jemand daran rechtes Gedankengut, Rechtsextremismus, Nationalismus (= Patriotismus, nur das “positive” Wort dafür) könnten aus der Welt geschafft werden indem man solche Bands verbietet. Diese Bands sind nicht die Ursache sondern ein Symptom.

    Jeder der sagt “Wir Deutschen” oder “unser/mein Staat” ist Nationalist (Patriot). Der deutsche Staat und seine Politiker (es ist egal welchen Staat man nimmt) benötigen eine Bevölkerung die ein wenig nationalistisch ist (Patrioten sind.). So kann er die Massen die er im Ernstfall benötigt einfacher mobilisieren. Nehmen wir das Beispiel Bundeswehr. Wer würde denn nach Afgahnistan gehen und sein Leben riskieren, wenn er nicht die Ideologie fahren würde, er würde die “Freiheit der Deutschen am Hindukusch” verteidigen.

    Auch um aussenpolitische Entscheidungen zu rechtfertigen und durchzusetzen, ist eine Bevölkerung die zu “ihrem Staat” steht einfacher von den Zielen/von dem Sinn zu überzeugen als “Freidenker”.

    Oder der altbekannte Spruch “Wir müssen den Gürtel enger schnallen”. Natürlich damit es dem Staat in Zukunft ökonomisch besser geht. Und er so besser für seine Bevölkerung sorgen kann (JA KLAR 😉 ).

    Die Staaten (egal welche) möchten natürlich gerne dass ihre Bevölkerung Patrioten (Nationalisten) sind. Sie möchten nur nicht dass sie zu Extremen werden (und damit zum innen- und/oder aussenpolitischen Problem) wie zum Beispiel der NSU oder einem Anders Behring Breivik. Die z.B. der festen Überzeugung sind zum Wohle ihres Staates und dessen Bevölkerung gehandelt zu haben.

    Wenn man über Nationalismus, Rechtsextremismus und ähnliches diskutiert darf man sich nicht an einzelnen Symptomen (seien sie auch noch so “moralisch” verwerflich oder grausam) festhalten. Man muss sich schon die Mühe machen nach den eigentlichen Ursachen zu suchen. Einfach zu behaupten das seien alles Dumpfbacken oder Wahnsinnige ist nicht grade hilfreich. Genau darin besteht ja die Meinungsfreiheit. Jerder darf eine Meinung oder einen Standpunkt vertreten. Das ist recht einfach. Kann man in jedem Debattierclub oder -kurs lernen (halt irgend einen Standpunkt zu verteidigen). Doch von dem Symptom sich der Ursache zu nähern, ja sogar komplett wissenschaftlich zu erklären muss das eigentliche Ziel sein. Denn sonst wird immer Meinung gegen Meinung stehen. Und jeder darf ja seine Meinung haben und so wird sich nicht ändern und niemand wird sich wirklich was erklären.

  • #55
    Malte

    @ Mario: Kuban werfe ich vor allem vor, dass er was er tut rein aus ökonomischen Interessen tut. Wäre er tatsächlich bei Frei.Wild-Konzerten gewesen und würde objektiv davon berichten, könnte er seine Thesen wohl kaum beibehalten. Mit solcher Vehemenz gegen Rechtsradikalismus zu sprechen, wie es Frei.Wild und Burger tun, wäre meiner Meinung nach einer „Vorfeldarbeit“ auch eher abträglich. Von „Gehorsam“ gegenüber irgendjemandem reden Frei.Wild auch gar nicht, das erscheint mir eher wie eine sehr gewagte Interpretation deinerseits. Auch Nationalismus kann man Frei.Wild kaum vorwerfen, eher einen Regionalismus, da sie Deutschland bisher fast gar nicht besungen haben. Dass die Band sich für unpolitisch hält, kann ich auch nicht nachvollziehen aber sie ist in keiner wirklich extremen Weise politisch. Ich sehe in den politischen Aspekten der Texte allerdings keine Unterschiede zur übrigen Punk-Kultur. Ich kann deine übrige Argumentation zwar nachvollziehen, halte sie aber für an den Haaren herbeigezogen. Verbindungen lassen sich überall finden, wenn man nur lange genug danach sucht. Inwiefern das sinnvoll ist muss ich jedoch bezweifeln. Die Erhöhung zum „Ersatzgott“ finde ich außerdem deutlich überspitzt, weswegen ich dir auch in diesem Punkt nicht zustimmen würde.

  • #56
    LecktMichihrPisser

    Wenn ich das lese fällt mir gleich das lied „Meister der Lügen“ ein. Hier wurden einige Textzeilen falsch interpretiert oder einfach „vergessen“. Ich sehe sie als zeitung in der pflicht sich besser über eine Band und ihre Fangemeinde zu denunzieren. Ich gehe hier jetzt nich auf aussagen aus ihrem „Journalistischen bericht“ nicht ein.
    Ich hätte hier noch ein paar Informationen für sie:
    http://grafik.freiwildserver.de/FW_Gegen_A4_300dpi.jpg
    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Freiwild-Saenger-Ich-verachte-Nazis-aufs-Tiefste;art930,1810079
    http://www.freiwild-supporters-club.de/FWSCe.V._offenerBrief.pdf ( Offizieller Frei.Wild Supporters Clubs )
    http://www.frei-wild.net/Statement_Frei.Wild_Kuban_bei_Jauch.pdf ( Statement zu den aussagen von Thoman Kuban )
    http://www.youtube.com/watch?v=-IofKlDn7Z8&feature=plcp ( ist der Offizielle )

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  • #58
    Marv

    Der Artikel ist Schrott ! 😀

    Frei.Wild sind rechts … ja genau 😀

    „Das ist das Land der Vollidioten,
    die denken, Heimatliebe ist gleich Staatsverrat,
    wir sind keine Neonazis und keine Anarchisten,
    wir sind einfach gleich wie Ihr, von hier.“

    „Wir tanzen keinen Adolf Hitler,
    tanzen keinen Mussolini,
    Wir mögen keinen Berlusconi und schon gar nicht diesen Fini,
    Wir mögen keinen Marx und Engels,
    auf Bush und Hussein wird geschissen,
    also redet jemand anderem ins Gewissen.“

  • #59
  • #60
    franz

    Ich finde FW ja auch besch…aber wenns um Südtirol geht haben sie recht.

    WO sind denn die Statements von Egotronic und CO. zu den 3-4 Hundertausend Ital. Faschisten die dieses Jahr das grösste Faschistische Denkmal in Süd Tirol besucht haben?Wo sind die Statements gegen die Grauen Wölfe,Mili Görus,Fetulah Gülen http://www.mesop.de/2012/10/09/fetullah-gulen-das-machtige-netzwerk-der-frommen-muslime/ die mehr Mitglieder und Unterstützer haben wie die NPD?Traut man sich nicht weil man weiss das man dann die Fresse vollkriegt?

    Die Südtiroler die dort geblieben sind haben sich gegen Nazis und Faschisten(ist ein Unterschied liebe Freunde-Faschisten wurden die Deutschen von der UDSSR erst genannt als sie zum Feind wurden-auch nach dem Angriff auf Polen lieferte der Rote Sozialist an den Braunen Sozialisten Rohstoffe.)gestellt.Wer von euch Laberköppen hätte damals den Mut gehabt?

  • #61
    Nini

    @ Helmut Junge

    Ich habe keinen Frust, bei mir ist alles toll, aber ich finde die Musik einfach gut.

    Und das Konzert war super und es war alles, wie erwartet, sehr friedlich und irgendetwas „rechtes“ war dort auch mal wieder nicht zu beobachten.

  • #62
    Mario

    @ Nini: Ich muss leider feststellen, dass es Menschen gibt, die völlig Erkenntnissgewinnresistent sind, nichts dazu lernen wollen, beipsielsweise dass Faschismus (von den Faschisten selbst in demagogischer Art als Nationalsozialismus bezeichnet) nicht ohne Nationalismus funktioniert/funktionieren konnte und selbiger deshalb werder harmlos, noch „unpolitisch“ ist, sich die Welt so ausmalen, wie sie ihnen gefällt,billige Argumente ihrer „Vorbilder“ unreflektiert zu ihren eigenen machen, nicht von der Hand zu weisende kritische Argumente einfach ignorieren oder relativieren oder verharmlosen etc., ohne nur im geringsten darauf einzugehen. Das ist die eigentliche Gefahr, die von Leuten ausgeht, die „Gutmenschen und Moralapostel“ hassen. Über einen schlechten Musikgeschmack müsste hier niemand ernsthaft diikutieren, das sollte doch klar sein!

  • #63
    Helmut Junge

    @Nini,
    schön, dass es Dich noch gibt.
    Aber ich werde mich zum Thema rechte Musik nicht mehr äußern. Ich mußte nämlich wegen mehrerer Hinweise, dass die hier vorgestellten Texte nicht vollständig wären, und im vollständigen Kontext einen anderen Zusammenhang ergeben, selbst recherchieren. Dabei ist mir aufgefallen, das diese Diskussion in genau dieser Heftigkeit im Jahr 2010 in München, vielleicht auch schon früher, getobt hat. seit dieser Zeit haben sich die gegenseitigen Argumente nicht verändert, und die Band spielt weiter und weiter.
    Offensichtlich profitieren sie sogar von diesen gleichbleibenden Diskussionen und betrachten sie als kostenlose Werbung. Denn überzeugt haben ihre Gegner vermutlich weniger junge Leute, als sie umgekehrt neugierig gemacht haben.

  • #64
    Steve

    Wenn ihr schon das Lied „wahre werte“ hier interpretiert solltet ihr auch mal die Textstellen schreiben:

    „Nicht von gestern,realisten,wir hassen faschisten ,Nationalsozialisten,…“

    zu dem wird im offiziellen Video (auf youtube zu sehen) am anfang der slogan „Frei.Wild gegen Rassismus eingeblendet.

    Frei.Wild zeigt soziale Missstände auf und keine Politische propaganda.

    Nur weil sie keinen kampf gegen rechts führt ist sie noch lange nicht rechts,das selbe habt ihr ja auch schon einmal Rammstein vorgeworfen.

    Ich find eure aktion einfach nur peinlich und unterbelichtet,normaler weise nennt man sowas „Rufmord“

  • #65
    Jojo

    Alter wer schreibt so ein Scheiß.
    Das die dann natürlich die Worte „Wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten“ weglassen is klar. Die wollen doch nur Geld machen diese scheiß Penner. Auserdem was is daran den faschistisch wenn man sich besäuft und sich prüpgelt 😀 das is so peinlich!!!

  • #66
    dream000

    Kurze Rede…….. Meiner meinung nach is das, dass land der vollidoten frei.wild setzt sich für viele projekte uach für “ Menschen aus anderen länder ein “ das problem ist der deutsch rock ansich wen man jetzt mal die heimat musik dazu nimmt singen die im prenzip das selbe… da sagt keiner was .. philipp burger entschuldigt sich für seine damalige einstellung unzählige male sogar, in form von prjekten sie sinen eher gegen die politik als gegeb andere meschen wie damals die onkelz, man sollte bei den meisten texten einfach mal genau zuhören und nich irgendwas posten, was ist den mit den anderen sachen die frei wild singt da steht hier nix von oder mal bilder zeigen wo sie klar gegen „extremismus kämpfen“ das were für medien und politiker zu schwer………

    wir von frei wild wollen unsere freiheit und keine unterdrückung und das sagen meschen die aus ITALIEN kommen

    aber mussolini, hitler, stalin usw
    das sind unsere vorbilder wir warten nur auf krieg deswegen giebts auch keine krawallen auf den konzerten und egal wo man sonst feiern geht 10 an einem abend weil alle so gewalt bereit sind

    manschmal sollte man erst denken dan sprechen

  • #67
    Daniel

    http://www.youtube.com/watch?v=-IofKlDn7Z8

    Sagt doch schon alles 😉

    schlechter beitrag !

  • #68
    Michi

    Sind dann Dritte Wahl auch rechts, da sie zum Beispiel Lieder wie ‚Hoch in’n Norden‘ singen (=Loblied auf Rostock und Mecklenburg….)

    Ihr leidet doch alle unter anerzogenen Schuldkomplexen, wenn ihr behauptet Freiwild wären nationalsozialistisch.
    Ich verstehs nicht!

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  • #70
    Anonymus

    Ich weiß nicht was ihr habt. Man kann Texte in so viele Richtungen interpretieren, sodass es nicht immer zwingend rechtsradikalen Hintergrund haben muss. Ich meine, hallo? Eine Band, die das sagt, was sie denkt und damit evtl. manchen auf den Fuß tritt, muss doch nicht immer zwingend rechts sein. Es gibt auch noch andere Probleme in der Welt. Schade, dass sie Medien von den wirklich wichtigen Problemen der Welt ablenken und gute Musiker in den Dreck ziehen muss. In einem Song heißt es übrigens auch: „Adolf Hilter ‚Ehrenmann‘, war ein Teil vom Arschloch-Klan“. Davon abgesehen sind die hier aufgeführten Lieder noch lange nicht alle von Frei.Wild. Denn es gibt auch Song, die genau das Gegenteil von dem ausdrücken, was hier behauptet wird.

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  • #72
    Martin

    Wast ist an der aussage „.. wenn dir sie mich gefällt, dann kannst du sie doch verlassen..“ falsch? wenn ich iergendwo bin und mit gefällts da ned, dann geh ich wieder weg!

    Auserdem kommen in wahre werte die textzeilen: „wir hassen faschisten, nationalsozislisten“ und „wir sind von keinem menschen die feinde“ vor?

    Oder wollte mann diese zeile nicht höhren, weil man persönlich schon weiß dass des nazi sind, und in dieser meinung schon festgefahren ist?

    Kein lob auf den Autor!!

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