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Neue Qualität der Gewalt auf deutschen Theatervorplätzen

In Ruhrgebiet | Am 2 Januar 2013 | Von Michael Kolb

Es sind schockierende Bilder, nur langsam senkt sich der Rauch, die Aufnahmen der Handykamera sind verwackelt…

Flaschen kreisen, der Alkohol enthemmt zunehmend, der Mob johlt, die Stimmungsmusik vom Band ist kaum noch zu hören, Böller und Kanonenschläge explodieren krachend… Neuerlich ist es vor deutschen Theatern zu Platzstürmen gekommen, wir dokumentieren hier Bilder aus Bochum. Wieder wurde unverantwortlich mit Pyrotechnik gezündelt… Kinder auf der Straße, Bremsen quietschen, dem Erziehungsberechtigen fällt die gezündete Rakete aus der Hand… RUMMS… die Situation droht zu eskalieren…

Spaß beiseite, gemessen an den Maßstäben von DFL, Polizei und so ziemlich jedem Innenministerium hätten Bilder wie diese den Ruf nach Konsequenzen laut werden lassen… Gründung und Einsatz der Nationalgarde, Notstand, Aufnahme der Beteiligten in die Kategorie C der Theaterbesucher, Theaterverbot und Abschaffung der Sitzplätze im Parkett… mindestens… Blöd nur, daß diese Bilder nicht aus einem Fußballstadion stammen, sondern von einem Theatervorplatz zu Silvester…


8 Kommentare zu »Neue Qualität der Gewalt auf deutschen Theatervorplätzen«

  1. #1 | Links anne Ruhr (03.01.2013) » Pottblog sagt am 3. Januar 2013 um 06:29

    [...] Neue Qualität der Gewalt auf deutschen Theatervorplätzen (Ruhrbarone) [...]

  2. #2 | Thomas sagt am 3. Januar 2013 um 08:01

    Alles Folklore.

    Auf dem Leidseplein, A’dam, vor Äonen waren die Raketen sogar von den Surinamkids aus Bijlmermeer auf den Touripulk gerichtet, deren Prä-Polenböller wurden auch in die Richtung geworfen.

    Hatte aber alles nix mit Ajax zu tun.

    (:

  3. #3 | Eva sagt am 3. Januar 2013 um 14:43

    Da haste aber so was von recht. In der Silvesternacht kriegsähnliche Zustände tolerieren, aber sich im Stadion über jedes kleine Böllerchen aufregen. Das nennt man mit zweierlei Maß messen.
    Die Frage ist nur: Wie kann man Gleichheit herstellen? Knaller zu Silvester verbieten, oder Pyro-Technik im Stadion erlauben? Das gibt dann aber Geschrei, wenn jemand versucht, das eine oder das andere durchzusetzen.

  4. #4 | Paul sagt am 3. Januar 2013 um 15:36

    Plakativ, zynisch, überspitzt. Erkennbarer Bezug zur gegenwärtigen Krawall-Fan Diskussion. Der Blog als Sprachrohr der eigenen Befangenheit. Ein journalistischer Missstand?

  5. #5 | Axel sagt am 3. Januar 2013 um 16:07

    So witzig ist das absolut nicht: ich habe genau an dem Ort Teile einer Rakete, die von so’n paar Komplett-Abgestürzten in die Menge geschossen wurde(!), ins Gesicht bekommen und freue mich derzeit über dicke Lippen (die ich eigentlich nicht riskieren wollte). Das hätte doch tatsächlich ins Auge gehen können (sowas aber auch). Und die aufkeimende Panik der zurück weichen wollenden Menschen machte die Stimmung auch nicht besser – ebenso wenig das Geschrei und die Tränen einiger hilflos eingekeilter Frauen. Ging so gerade noch gut.

    Aber is ja alles Folklore.

    Weniger verwackelte Aufnahmen: http://bit.ly/UKo60b

  6. #6 | Thomas sagt am 3. Januar 2013 um 17:06

    Ich weiss nicht, was Fansoziologen sagen.

    Der ehrenwerte Gerd Dembowski verficht wohl die These: Reden hülfe.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Dembowski

    Die ehrenwerten Kohortenkids in meiner Stammkneipe sind eher eventorientiert.

    Ich finde, man sollte die Grenzen ausloten.

    Und sitzen is’ eh für’n Arsch. (:

    http://archiv.aktive-fans.de/01a9d793eb002811c/index.html

  7. #7 | Arnold Voß sagt am 3. Januar 2013 um 18:43

    Leute, ist doch nur einmal im Jahr und man muss nicht mal dabei sein. Andere haben das in Echt, jeden Tag, und können nicht weg. Also Kopfhoch! Da bleibt man entweder weg oder man macht selber mit.

  8. #8 | Ulf sagt am 4. Januar 2013 um 12:14

    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Im Gegensatz zu den Pyromanen im Stadion haben die Silvesterballermänner tatsächlich Tradition.

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