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Radikales Rauchverbot: Rot-Grüne Volkserzieher in NRW beschließen Aus der Kneipenkultur

Grüne Volkserzieherin: Barbara Steffens

Während die Niederlande gerade ihre Rauchergesetze liberalisieren, haben sich SPD und Grüne heute für ein umfangreiches  Volkserziehungsgesetz entschieden: NRW soll ein Rauchergesetz wie  Bayern bekommen.

Die SPD hat beschlossen, den Grünen hinterherzudackeln:

Der von Gesundheitsministerin Steffens vorgelegte und vom Kabinett ebenfalls gebilligte Entwurf zur Novellierung des Gesetzes zum Schutz von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern in Nordrhein-Westfalen wird jetzt den kommunalen Spitzenverbänden und weiteren zu beteiligenden Verbänden zur Anhörung übermittelt. Wenn das Ergebnis der Anhörung vorliegt, wird sich das Kabinett – voraussichtlich im ersten Quartal 2012 – erneut mit der Novellierung befassen und anschließend dem Landtag einen Gesetzentwurf zur Einleitung des parlamentarischen Verfahrens zuleiten. Das weitere Verfahren wird dann ganz in der Zuständigkeit des Parlaments liegen.

Wesentliche Eckpunkte des Entwurfs:

  • Verbesserter Schutz für Kinder und Jugendliche beispielsweise durch ein Rauchverbot an Schulen auch bei nicht-schulischen Veranstaltungen sowie ein Rauchverbot für ausgewiesene Spielplätze.
  • Uneingeschränktes Rauchverbot in Gaststätten.
  • Aufhebung der Ausnahmen für Brauchtumsveranstaltungen, Festzelte und Raucherclubs
  • Ausschluss der Errichtung von Raucherräumen in Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.
SPD und Grüne gerieren sich als Volkserzieher und beerdigen die Szenekneipen in NRW.
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88 Kommentare zu “Radikales Rauchverbot: Rot-Grüne Volkserzieher in NRW beschließen Aus der Kneipenkultur

  • #51
    ove

    mit selbigen überheblichen populismus hat auch der untergang der fdp begonnen. es wird zeit, das diese grünen spinner, die ihre ideale vor langem verkauft haben, von der bildfläche verschwinden. an denen ist nichts mehr authentisch.

  • #52
    rtq

    @ 1 Mao aus Duisburg:

    Richtig, die Kneipenkultur in Berlin besteht trotz Rauchverbot immer noch. Schlicht weil es größtenteils komplett ignoriert wird. Ist zwar von Bezirk zu Bezirk etwas unterschiedlich, aber ich kenne in jedem Raucherkneipen. Während ein Rauchverbot in Steglitz-Zehlendorf vielleicht noch durchzusetzen wäre, halte ich es in Friedrichshain-Kreuzberg für, vorsichtig gesagt, extrem problematisch. Aber es käme auf einen Versuch an. Als Testballon empfehle ich freitagabends den Trinkteufel in der Naunynstr. Viel Spaß 🙂

    Ganz anders sieht das in Bayern aus. Dort habe ich, zumindest auf dem platten Land, lauter leergefegte Gasthöfe gesehen. Interessant ist das in Mittenwald. Dort konnte ich mir, mittags gegen 14.00 Uhr, aussuchen, in welchem der schönen, großen (200 Plätze +) Gasthöfe ich meine Weißwurst alleine essen wollte. Die Wirtin meinte noch, daß es so seit dem Rauchverbot sei, vorher wäre das Gasthaus um diese Zeit auch nicht voll gewesen, aber eben doch besucht. Ganz anders 6 km weiter in Scharnitz/Österreich. Dort waren die Kneipen um diese Zeit zwar nicht voll, aber doch gut besucht. Dort darf man, in den meisten Gaststätten, rauchen.
    Wo sind Herr Frankenberger und die unzähligen Nichtraucher, die nur ein Rauchverbot brauchten, um dann die Gasthäuser zu stürmen?

  • #53
    walli

    die komplette kneipenkultur wird zerstört durch verbote und überteuerte preise. Wer nicht raucht und trinkt zahlt auch keine entsprechenden steuern. Die wirte verdienen weniger oder gar nichts mehr. Somit fallen auch wirte früher oder später dem staat zur last. Der staat gägelt seine bürger über das maß des erträglichen.

  • #54
    Perun

    Hallo Leute,

    als Nichtraucher bin ich froh, dass die Restaurants, in denen ich in den letzten Monaten war, rauchfrei sind. Man kann das Essen besser genießen und man muss nicht komplett alle Klamotten nach 1h Restaurant-Aufenthalt waschen.

    Dennoch stört mich der Fanatismus mit der man an die Sache herangeht und das man sofort jeden, der in dieser Hinsicht anders denkt, sofort auch auf persönlicher Ebene attackiert.

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass diverse religiöse Fanatiker aus dem Mittelalter als Kampf-Nichtraucher, -Veganer und -Atheisten wiedergeboren wurden.

    Wenn jemand seine eigene Kneipe als Raucherlokal deklarieren möchte: fein. Ich werde dann halt nicht hingehen und es wird auch keiner gezwungen in der Kneipe zu arbeiten.

    Das es Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen gibt und überall dort wo sich Kinder aufhalten müssen/sollen (Schulen, Spielplätze etc.) finde ich gut.

    Aber der Staat sollte sich nicht zu viel in die private Wirtschaft einmischen. Wo zu das führt, der solle sich mal einfach die ehemaligen sozialistischen Länder anschauen.

  • #55
    belstyle

    DAS Buch „RAUCHVERBOT“

    Der Autor, GIUSEPPE CELLURA, ist leidenschaftlicher Gastronom
    und erfolgreicher selbstständiger Unternehmer.
    2008 setzte er sich intensiv mit dem Phänomen „Rauchverbot“
    auseinander und löste durch einen seiner Betriebe den längsten
    Rauchverbot-Prozess in Deutschland aus.

    In seinem Buch beschreibt er unter Anderem, warum das
    Rauchverbot-Gesetz in Deutschland zur Zerstörung vieler
    Gastronomiegewerbe sowie Existenzen geführt hat,
    wieso die Politik diesbezüglich versagt hat und weshalb das Gesetz
    anders verabschiedet hätte werden sollen.

    Ein Buch welches auch den Ursprung und die Inhaltsstoffe der Zigarette beschreibt, die Folgen des Rauchens/Gesundheitsgefahren aufzeigt, sowie die Anzahl an Rauchern in Deutschland demonstriert und die Folgen des Nichtraucherschutzgesetzes genau beleuchtet (die Ausnahmen in allen Bundesländern, Folgen, Geschichten von Wirten …). Das Buch setzt sich kritisch mit dem Nichtraucherschutzgesetz und der Politik auseinander!

    Ab Sofort im Handel!

  • #56
    Werner Krusenbaum

    Um seine eigene Sucht, die anderen ebenfalls durch Passivrauchen schadet, gesetzlich nicht einschränken zu lassen, wird auf die Hifskrücke „Kneipensterben“ verwiesen. Wie jämmerlich ist das denn?

  • #57
    Zofe

    ich fordere sofortiges ALK-Verbot in Kneipen, es könnte sich ja mal Jemand mit der uneffektieven Landesregierung lautstark auseinander setzen! 😉

  • #58
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Werner Krusenbaum: Es ist keine Hilfskrücke. Ich geh gerne in Kneipen und will da Bier trinken und rauchen. Es sollte auch Kneipen für Leute geben, die Bier trinken und keine Rauch dabei mitbekommen wollen. Es geht um Auswahl. Das alte Gesetz hat sie ermöglicht, Volkserzieherin Steffens will sie abschaffen.

  • #59
    Thomas

    Leider wird das Rauchverbot in Berlin komplett ignoriert; überall weltweit kehrt Vernunft ein, nur ich muss mich hier durch das rücksichtslose und asoziale Verhalten meiner rauchenden Mitmenschen belästigen und schädigen lassen. Neulich hatte ich durch eine vollgequalmte Kneipe danach Probleme beim Einschlafen, musste stundenlang dauerhusten. Dasselbe in Wartehäuschen im Öffentlichen Nahverkehr. Bei strömenden Regen muss ich als Nichtraucher draussen stehen, nur weil sich drei oder vier Raucher unterstellen in das enge Wartehäuschen, damit sie noch schnell wieder auf ihren Nikotinpegel kommen können, bevor in zwei Minuten der Bus kommt.

    Es hilft alles Nichts: um dem ein Ende zu setzen muss endlich ein totales, radikales, ausnahmsloses Rauchverbot her. Zuwiderhandlung muss als Körperverletzung ahndbar werden.

  • #60
  • #61
    Thomas

    @Stefan Laurin.

    Typische unsachliche und trotzige Raucherantwort. Ich lehne die volkspädagogischen Anti-Rauchen-Kampagnen auch ab, m.E. hat der Staat hier nicht Hirnwäsche zu betreiben. Bitte begreifen Sie es: Es geht (mir) nicht darum, Ihnen das Rauchen prinzipiell zu verleiden, nur darum, dass ich dadurch nicht belästigt und geschädigt werde.

    Gehen Sie doch mal auf mein Beispiel mit dem Wartehäuschen ein – muss ich mir das denn gefallen lassen? Sie sehen doch gerade an diesem Beispiel gut, dass offenbar nur eine gesetzliche Regelung mit einem radikalen Verbot Abhilfe schaffen kann.

    Nochmal: zumindest in BERLIN wird überall (ausser in reinen Restaurants) gequalmt, das bestehende (in Berlin leider durch Ausnahmeregelungen aufgeweichte) Rauchverbot wird überall ignoriert, man kann dem bestialischen Gestank, der zudem Migräne, Augenbrennen und Husten (von den Spätfolgen will ich gar nicht reden) verursacht NICHT entkommen.

    Was bleibt einem da als Nichraucher, der noch am Sozial- und Nachtleben teilnehmen will, noch übrig, als radikale Massnahmen zu fordern?

  • #62
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thomas: In NRW gibt es klare Regeln die ausreichen – es gibt ein Rauchverbot und einige Ausnahmen. Im Bochumer Kneipenviertel sind von ca. 60 Betrieben nur 4 reine Raucherkneipen. Alle anderen haben große Nichtraucherbereiche. Wartehäuschen sind hier normalerweise offen – sind sie geschlossen herrscht Rauchverbot und das ist natürlich auch ok. Es gibt in NRW also keinen Handlungsbedarf. In Berlin war ich zuletzt im vergangenen Herbst. ich musste fast überall draussen rauchen. Auch auf einer privaten Feier – Rauchverbot im Lokal auch bei geschlossener Gesellschaft. Also: Immer locker bleiben…

  • #63
    Thomas

    Die Wartehäuschen in Berlin sind auch offen, aber es reicht ja, wenn man dort eng beieinander mit zwei, drei Rauchern steht, um belästigt zu werden und den ungesunden Gestank einatmen zu müssen. Muss ich mir das gefallen lassen? Was Sie über Berlin schildern, kann ich als Berliner leider nicht bestätigen. Sie müssen dabei auch unterscheiden zwischen „normalen, erwachsenen“ Kneipen und der ambitionierten „Szene-Gastronomie“ („Szene“-Bars und Clubs mit eigenem anspruchsvollem DJ-Programm), in denen sich überwiegend jüngere Leute aufhalten. Dort nämlich wird es konsequent und durchgehend ignoriert! Spätestens gegen 2 Uhr Nachts fallen alle Hemmungen, der erste fängt an, dann verstohlen der zweite – und binnen 20 Minuten rauchen gleichzeitig Dutzende Leute … in einem nicht oder schlecht belüfteten Raum, und man steht als Nichtraucher mittendrin, nachdem man Eintritt bezahlt hat, um in rauchfreier Atmosphäre auszugehen …

    Was sagen Sie dazu? Wie lässt sich das denn lösen? Soll ich etwa jeden rauchenden Gast einzeln Prügel androhen? Ist das meine Aufgabe?

  • #64
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thomas: Bei den Wartehäuschen seh ich kein Problem. Da übertreiben Sie. Und zur Szenegastronomie: Gründen sie doch eine rauchfreien Club. Wenn es viele wie Sie gibt wird das sicher ein Bombengeschäft. Ansonsten finde ich das alles für mich ziemlich hoffnungsvoll klingt. Schön dass sich die Menschen nicht alles vorschreiben lassen und die Volkserzieher an der Realität scheitern.

  • #65
    Bertram F. Dühlig

    Mit hoher krimineller Energie wurden von den Verantwortlichen bei Envio jahrelang die Arbeiter vorsätzlich dem weltweit geächteten Gift PCB ausgesetzt. (hier)

    Wo jetzt genau der Unterschied ist, seine Arbeitnehmer vorsätzlich einem Gift auszusetzen und sie vorsätzlich einem anderen Gift auszusetzen, erschließt sich mir irgendwie nicht.

  • #66
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Bertram F. Dühlig: PCB in höchsten Dosierungen ist schon noch eine andere Liga. Und niemand will das überall geraucht wird. Ich bin nur dafür, dass es für auch für Raucher noch Kneipenangebote gibt. Ich will niemanden etwas vorschreiben, ich will Auswahl. Und das jetzige Gesetz ermöglicht genau dies.

  • #67
    Thomas

    Die von mir geschilderten Clubs SIND (!!) ja bereits rauchfreie Clubs! Sie sind qua Gesetz und am Eingang schon als rauchfrei deklariert. DENNOCH kommt es zum geschilderten asozialen und rücksichtslosen Verhalten der Raucher, getrieben durch deren Sucht … und nun?

  • #68
    Bertram F. Dühlig

    @66

    Und auch in Raucherkneipen wird irgendwer kellnern müssen. Und der muß dann Raucher sein (was keine freie Berufswahl zulässt) oder bereit sein, sich wider besseres Wissen einer Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz auszusetzen – oder arbeitslos zu sein. Die Wahl ist ja nun keine Wahl.

  • #69
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Hier eine Pressemitteilung der CDu-Fraktion NRW zu dem Thema:

    NRW-Nichtraucherschutzgesetz hat sich bewährt
    „Das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz hat sich bewährt. Es schützt dort, wo der Schutz gebraucht wird, und es lässt die Eigenverantwortung dort, wo die Menschen eigenverantwortlich handeln. Die grüne Gesundheitsministern Steffens holt dagegen jetzt den großen Dampfhammer heraus und schlägt alles platt, was sich regt. Das entspricht dem Staatsverständnis von SPD und Grünen: Der Staat über alles, der mündige Bürger hintenan.“ So bewertet der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hubert Kleff, den gestern von der grün-roten Minderheitsregierung vorgelegten Entwurf für ein Nichtraucherschutzgesetz.

    Kleff erinnert daran, dass es das Nichtraucherschutzgesetz der Regierung Rüttgers aus der vergangenen Legislaturperiode war, das das Rauchen in öffentlichen Gebäuden untersagte. Wenn es aber nach den Vorstellungen von SPD und Grünen gehe, dann könne ein Geburtstagskind zukünftig zum Beispiel nicht mehr darüber entscheiden, ob auf der Geburtstagsfeier, also privaten Feier, in einem Wirtshaus oder Festzelt geraucht werden dürfe oder nicht. Das gleiche gelte für Brauchtumsveranstaltungen. Kleff: „Das ist ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Wir sind der Ansicht, dass man die Menschen nicht gängeln sollte. Unser Gesetz war und ist ein guter Kompromiss. Man muss daran nichts ändern.“

  • #70
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Bertram F. Dühlig: Als Nichtraucher würde ich in einer Raucherkneipe nicht kellnern. Auch Raucher schon. Ja, es gibt da eine Wahl. Es ist in Ordnung wie es ist.

  • #71
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thomas: Suchen Sie sich andere Clubs. Berlin ist groß, das Leben ist bunt.

  • #72
  • #73
    Jürgen

    #59 | Thomas:
    1. Eröffne eine eigene, rauchfreie Kneipe, die Nichtraucher und auf Zigaretten verzichtenden Kneipengänger werden deinen Laden stürmen, und Du wirst zum Trendsetter. Deinem Beispiel folgend, werden Nichtraucherkneipen wie Pilze aus dem Boden schießen.
    2. Bushaltestelle und Raucher: In dem Fall solltest Du eher dafür plädieren, den motorisierten Kraftfahrzeugverkehr zu verbieten, zumindest solange, wie dieser mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. was da alles an Dreck raus kommt, meine Güte
    3. Deine Argumentation läuft darauf hinaus, dass Du jegliches Verhalten, dass du als störend oder krankmachend empfindenst, grundsätzlich verbieten möchtest. Tut mir leid, so kann keine Gesellschaft funktionieren.

  • #74
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Bertram F. Dühlig: Ganz einfach: Kein Arbeitnehmer sollte gewzungen werden können in einer Raucherkneipe zu arbeiten. Davon ab: In den Läden in die ich gehe jobben rauchende Studenten. Wie gesagt: es gibt kein Problem und es gibt in NRW keinen Regelungsbedarf.

  • #75
    Bertram F. Dühlig

    @ 73

    1. ist es ja eben nicht ‚ganz einfach‘, weil es da dem entgegenstehende Vorschriften gibt.

    2. mag es ja sein, daß in den meisten Kneipen Raucher arbeiten. Vielleicht aber auch deswegen, weil die Nichtraucher sich gegen den Verdienst entschieden haben oder, weil aktives Rauchen Einstellungsvoraussetzung war. Was beides der Möglichkeit zur freien Arbeitsplatzwahl widerspricht. Der Freiheit der Wirte und der Freiheit der Raucher steht nämlich die Freiheit der Kellner/Thekenkräfte/Wasauchimmer entgegen. Naheliegend, daß Ihnen Ihre eigene Freiheit näher liegt. Aber eben nicht gesellschaftsdienlich, sondern egoman.

    3. Sehr ichbezogen ist eben auch Ihr gesamter Zugang zur Diskussion: anstatt sich mit den immerhin explizit angegebenen Gründen für das Gesetzesvorhaben zu beschäftigen (eben Arbeits- und Gesundheitsschutz), gehen Sie ungefragt davon aus, das Gesetzesvorhaben ziele darauf, Sie ganz persönlich oder Ihre peer group zu erziehen. Als ob beispielsweise das Gesundheitsministerium irgendein Interesse an Ihnen hätte.

    4. sei Ihnen Ihr Egoismus sehr gegönnt. Wenn er aber zum einzigen/hauptsächlichen/einzig wahrnehmbaren Gegenstand und Motor des journalistischen Wirkens wird, dann hört dieses Wirken damit auf, ernstzunehmender Journalismus zu sein, und wird Geschwafel und Meinungsmache.

  • #76
  • #77
    Jörn Hahn

    Ich habe mir in meinem Stadtbezirk (s. PCB-Skandal) alle(!) Kneipen angesehen und exakt eine gefunden, die keine Raucherkneipe ist, dafür aber ständig „Brauchtumsveranstaltungen“ anbietet. Wer behauptet, dass es eine Wahl durch das aktuelle Nichtraucherschutzgesetz gibt in NRW möge mir mal erklären, worin die für mich besteht. Ich erkenne nur eine: rauche ich passiv oder bleibe ich zu Hause.

  • #78
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jörn Hahn: ich kenne in der Nordstadt nur zwei Kneipen: Im Subrosa ist das Rauchen nur in einem Nebenraum und auf der Terasse erlaubt. Der Hauptrum mit der Theke ist Nichtraucher. Im Sissi ist im hinteren Teil das Rauchen verboten – alle halten sich dran, es gibt keinen Ärger und es gibt keinen Bedarf an grünen Nannies.

  • #79
    Puck

    Es ist doch ein eigenartiger Widerspruch, daß angeblich die Mehrheit für strenge Nichtrauchergesetzte ist – aber andererseits beklagt wird, daß Kneipen, in denen noch geraucht werden darf einen Wettbewerbsvorteil hätten. Wenn ich keinen Zigarettenqualm möchte, gehe ich eben nicht in Kneipen, in denen noch geraucht werden darf und gut ist! Wenn die Mehrheit gegen das Rauchen in der Kneipe ist, sagt doch die Logik daß rauchfreie Kneipen einen Wettbewerbsvorteil haben müßten.
    Von so Albernheiten wie Rauchverbot auf dem Bahnsteig mal ganz abgesehen.
    Aber es soll ja schon Zeitgenossen gegeben haben, die dreimal versehentlich (!) in ein und denselben Raucherclub gegangen sind, und dann eine Anzeige angeleiert haben, weil dort geraucht wurde (was ungefähr so ist, als ob sich ein Veganer zu Maredo verirrt und sich dann aufregt, daß dort Steaks serviert werden).
    Da zeigt jemand in Baden Helmut Schmidt an, weil der sich in Hamburg zum Neujahrsempfang im Theaterfoyer eine Zigarette ansteckt.
    Einer Politikerin aus der letzten Reihe ist eine Schlagzeile sicher, wenn sie allen Ernstes anregt, das Rauchen im eigenen (!) Auto zu verbieten.
    In Essen bekommt man eine Ordungsstrafe aufgebrummt, wenn man seinen Zigarettenstummel auf die Straße wirft, was durchaus okay wäre, dürfte nicht jeder unbehelligt sein Kaugummi auf den Gehweg spucken (Wer schonmal das Pech hatte, einen Kaugummiflatschen unter der Sohle zu haben, wird verstehen, was ich meine).
    Auch in anderen EU-Ländern stehen die Raucher inzwischen vor der Tür – aber nur in D werden sie auch dafür angezickt, weil offenbar einige Zeitgenossen einfach nicht ertragen können, daß überhaupt noch jemand raucht.

    Ich werde einfach den Verdacht nicht los, daß es den ganz forschen Aktivisten vor allem um eines geht: ums Rechthaben.

    Das ist aber durchaus verständlich. Man hat so selten Gelegenheit, Recht zu haben. Der Chef nervt, die Kollegen mobben, am Supermarkt schnappt einem der fette SUV den letzen Parkplatz weg, obwohl man schon seit einer halben Stunde den Blinker gesetzt hat und nur ein Stück zurück fahren mußte, damit der Rentner mit seinem Astra endlich die Kurve kriegt, an der Supermarktkasse besteht die Kassiererin darauf, daß die Möhren mit 2,59 EUR ausgezeichnet waren, weil sie weiß, daß sie alle in der langen Schlange hinter einem auf ihrer Seite hat, und wenn man abends seinen Möhreneintopf zu sich nimmt, hört der Nachbar schon wieder zu laut Musik…
    Da tut es natürlich unendlich gut, wenn man auf dem Bahnsteig einen Raucher forsch darauf aufmerksam machen kann, daß er sich aber einen Meter außerhalb des gelb markierten Bereiches befindet und sich gefälligst in die für Seinesgleichen bestimmte Zone trollen soll.
    Insofern ist das neue Gesetz unbedingt zu begrüßen. Nicht auszudenken, was die Frustrierten anstellen würden.

  • #80
    Puck

    @Bertram F. Dühlig
    Ich finde es ganz, ganz toll, wie Sie sich hier für die Belange von Arbeitnehmern, besonders im Gastro-Gewerbe, einsetzen.
    Besonders was die Emissionen durch Raucher betrifft.
    Und erst für all diejeningen, die schweren Herzens auf einen entsprechenden Job verzichtet haben, um ihre Gesundheit nicht zu gefährden, wenn sie gelegentlich den Raucherbereich betreten müssen.
    Ich gebe aber zu bedenken, daß nicht wenige der letzteren möglicherweise auf besagten Job verzichtet haben, weil sie nicht bereit waren, für den in der Branche üblicherweise gebotenen Dumping-Lohn zu arbeiten, besonders wenn man die ausgesprochen unkommoden Arbeitszeiten bedenkt.
    Bei einem so engagierten Zeitgenossen wie Ihnen warte ich daher schon gespannt auf flammenden Appelle gegen Feinstaubemissionen aus Kopierern und Farblaserdruckern in Büros, Ausdünstungen von Chemikalien in Bekleidungsgeschäften, Lösungsmitteldämpfe im Lackierergewerbe etc., alles Schadstoffe, denen Arbeitnehmer nicht nur temporär, sondern permanent ausgeliefert sind.
    Das ist ein wenig heikler, zugegeben.
    Aber für jemanden, der so mutig und engagiert ist wie Sie, ist das sicher kein Problem.

  • #81
    Jürgen

    #75 | Bertram F. Dühlig:

    Nein, Sie liegen völlig falsch, es ist einfach, eine rauchfreie Kneipe zu eröffen (gut, sie brauchen etwas Startkapital, aber das sollte sich auftreiben lassen, wenn gar nichts mehr geht, wird die Kneipe im Rahmen eines Nichtraucherkollektivs gegründet). Und es verbietet Ihnen keiner, das Rauchen in der Kneipe zu verbieten, genauso wie das öffentliche Kopulieren in derselben.

  • #82
    Puck

    @Thomas von der Haltestelle
    Kann es sein, daß Sie ein wenig empfindlich sind? Daß Sie förmlich danach suchen, belästigt zu werden?
    Was ist mit Leuten, die eine Kopfschmerz verursachende Parfumwolke mit sich rumschleppen? Parfumverbot?

    Im übrigen verstehe ich die andauernden Klagen nicht, es würde noch immer überall geraucht. Das kann nur einer gestörten Wahrnehmung geschuldet sein.
    Wahr ist allerdings, daß sich nicht wenige daran stören, wenn draußen geraucht wird, weil man deshalb, um eine Kneipe zu betreten, „an den ganzen Rauchern vorbei muß“. Vermute ich recht, daß auch Sie zu dieser Spezies gehören?

  • #83
    Korbi

    Ich kann dich beruhigen. In Bayern gibt es auch ein Rauchverbot ohne Ausnahmen und dort gibt es weiterhin eine gut besuche Kneipenkultur. Auch von den Szenekneipen musste keine schließen.

    Oder war das Wort „radikal“ so gemeint, dass das Rauchen generell überall komplett verboten wird?

  • #84
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Korbi: Erzähl keinen Quatsch:
    http://www.ruhrbarone.de/rauchverbot-in-bayern-leiden-die-kneipen/
    http://www.ruhrbarone.de/raucherverbot-in-nrw-woanders-funktioniert-es-doch-auch/
    Ich kenn genug Bayern, ein Halbbruder von mir wohnt in Nürnberg… Ich will diesen neopuritanische Mist nicht.

  • #85
    Susanne

    „Helmpflicht beim Blumenpflücken“ – grüne Gedanken schaffen das normale Leben weitestgehend ab.

    Es ist längst kein Geheimnis mehr: in Deutschland haben sich einige aufgemacht, dem scheinbar unmündigen Bürger ein grandioses Erziehungsprogramm zuteil werden zu lassen. Man könnte meinen, dass nur grüne Lebenskünstler und ein paar selbsternannte Volkserzieher wissen, worum es im Leben geht. An diesem Erziehungswesen soll das ganze Volk genesen. Rauchverbote, E-Zigarettenverbot, Zucker -, Fett -, Cola -, Alkohol – Verbote und sicher noch weitere „Schädlingsbekämpfungsideen“ machen die Runde. Die politisch Verantwortlichen glänzen durch Lemmingverhalten und folgen dem Diktat auf
    Schritt und Tritt. Von Abwägung und demokratischer Gerechtigkeit ist nur wenig zu sehen. Eine komplette Veränderungen innerhalb der politischen Landschaft ist erkennbar. Hervorgerufen durch schamloses Eingreifen in persönliche Lebensführung. Wehrt sich der Bürger dagegen? Scheinbar nicht. Noch ist kein allgemeiner Aufschrei zu hören. Möglicherweise stellt die Alltagsbewältigung viele vor andere Probleme, die gemeistert werden wollen. Da zählen Verbote vielleicht nicht zu den Prioritäten, es sei denn, man ist irgendwann selbst betroffen. Doch dann ist es zu spät. Gesetz ist dann Gesetz, Nachbesserungen scheitern dann an parlamentarischer Trägheit und Feigheit gegenüber dem vielzitierten Mainstream. Dann folgt Wut, Enttäuschung und häufig virtuelle Bestürztheit. Danach setzt Lethargie ein. Eine Spirale, mit der es sich prima planen und erziehen lässt. Das wissen die Protagonisten der Diktatur über den Körper sehr genau. Und deshalb scheint es zu gelingen. „Helmpflicht beim Blumenpflücken“ ist deshalb keine Satire, sondern könnte bald Wirklichkeit werden. Nur der gesund und überversichert lebende Mensch wird dann wertvoll sein. Alle anderen gehören geläutert und gegebenenfalls bestraft. Gerne auch als Unterschicht tituliert, finden sich dann Menschen in der Ausgrenzung, die soeben noch der Meinung waren, sie tragen ihren Teil zum Volkswohl bei. Der Liberale wird zum Außenseiter, der Raucher zum Killer und der Weintrinker zum Abszess der Gesellschaft. Viel Vergnügen im Jahr 2012. Was immer auch Vergnügen dann noch sein mag?

    Wer sich zum Beispiel gegen eine Verschärfung des Rauchverbots in Nordrhein-Westfalen aussprechen möchte, der erhält die Gelegenheit dazu in einer Petition, die durch BFT e.V. Bürger für Freiheit und Toleranz auf den virtuellen Weg gebracht wurde. Bis Anfang März 2012 läuft diese Solidaritätsbekundung im Internet. Alle Unterzeichner werden dann an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft übermittelt, damit diese den NRW-Landtag über Volkes Meinung informieren kann. Man darf aber gespannt sein, inwieweit sich die Bürgerinnen und Bürger für ihre eigenen Belange motivieren lassen. Wenn sich eine große Anzahl von Unterstützern der Petition aufmacht, dann dürfte dieses vom Landtag in Düsseldorf kaum ignoriert werden. Zudem die Reihen der Befürworter eines absoluten Rauchverbots in NRW nicht geschlossen sind. Hier ist jeder Abgeordnete selbst gefordert, ob er das Übermaß an Volkserziehung zulässt, oder er in freier Entscheidung gegen eine weitere Verschärfung der Bürgerdrangsale votiert.

    Abstimmen kann man hier:
    http://www.openpetition.de/petition/online/kein-neues-nichtraucherschutzgesetz-in-nordrhein-westfalen

  • #86
    ruhrgeorg

    Sehr geehrter Herr Laurin,

    ich lese mir doch lieber die TAZ durch bei der Arbeit, die ist jetzt wieder freigeschaltet.

    Wie wäre es, wenn sich die Raucherfundis für die Einrichtung von Clubs für alle Raucher einsetzen würden, auch für die Raucher die z.B. etwas Wirksames in Ihrer Zigarette haben wollen ähnlich wie in den Niederlanden.

  • #87
    juppppppppppp

    Ich hoffe das dies scheiss grünen bald in orkus der geschichte landen!!

  • #88
    smokie

    Hallo grüne volkserzieher
    solltet ihr mich jemals mit irgendwelcher wahlwerbung nerven, die bekommt ihr kostenpflichtig zurück!!!!Ich hasse euch!!!!

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