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Ruhr-Uni Prof vs. Antifa: „Vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“?

800px-AudimaxRUBNachdem Antifaschisten einen Neonazi-Aktivisten in einer Jura-Vorlesung an der Ruhr-Uni Bochum „geoutet“ haben, erhebt die Universitätsleitung schwere Vorwürfe. Der anwesende Professor soll von einem Unbekannten ins Gesicht geschlagen worden sein. Auf einem Video der Aktion entsteht nun allerdings der Eindruck, dass der Professor zuerst handgreiflich geworden sein könnte.

„Jedwede Form der Gewaltanwendung ist absolut indiskutabel. Wir können es nicht dulden, dass Mitglieder unserer Universität so massiv angegangen werden. Das verletzt die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen und ist nicht hinnehmbar“, sagt Rektor Elmar Weiler in einer aktuellen Stellungnahme der Ruhr-Uni Bochum. Zwar möge man auch keine Neonazis, „aber unsere Methode in der Auseinandersetzung damit ist der Diskurs und nicht Menschenhetze oder Gewalt“. Das folgende auf Facebook veröffentlichte Video zeigt die Aktion in bewegten Bildern.

Ab Minute 00:25 sieht man einen Mann, offensichtlich der besagte Professor Georg Borges, wie er zielstrebig auf einen der Aktivisten zuläuft – und augenscheinlich ein Handgemenge anfängt. Im weiteren Verlauf gehen auch seine Hände in Richtung Gesicht eines Störers, er nimmt einen als Weihnachtsmann verkleideten Mann in den Schwitzkasten. Ist das der „Diskurs“, den die Uni als ihre Strategie ausgibt? Dass das Rektorat Prof. Borges Verhalten dann auch noch als „vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“ bezeichnet, wirkt angesichts dieser Bilder recht merkwürdig.

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67 Kommentare zu “Ruhr-Uni Prof vs. Antifa: „Vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“?

  • #51
    Helmut Junge

    Arnold, wenn Du die Flasche mit @der, der auszog köpfst, solltest Du gleich mehrere mitbringen. Eine stünde mir zu. Aber auch andere langjährige Diskutanten hätten einen Anspruch. Da müßtest Du eigentlich schnell zu überzeugen sein, denn Du hast doch kürzlich erst an Nansy in
    http://www.ruhrbarone.de/artikel-38-die-mitgliederbefragung-der-spd-ist-eine-degradierung-der-abgeordneten/
    geschrieben: „Im übrigen nehme ich mich selbst von solchen Erregungen nicht aus, wie sie an machen meiner eigenen Beiträge sicherlich schon festgestellt haben. Erregung kann nun mal echt Laune machen.“
    Also kauf mal gleich mehrere Flaschen. Den Termin und den Ort kannst Du natürlich selbst bestimmen. Ich freu mich schon drauf.

  • #52
    Arnold Voss

    Helmut, das kommt jetzt so rüber, als hätte ich euch Schmerzensgeld in Form von Weinflaschen zu bezahlen. Ist es wirklich so schlimm mit mir? 🙂

  • #53
    Helmut Junge

    Arnold, sag ich jetzt „nee, ist gar nicht so schlimm“, gibt es mit Sicherheit auch keinen Wein. Sag ich, dass Du das selbst entscheiden müßtest, gibt es auch keinen Wein (denk ich mal). Du wirst Wege finden, Dich vor Dir selbst zu rechtfertigen.
    So bin ich zu der diplomatischen Floskel gekommen, zu sagen: Arnold, wir alle empfänden es als eine nette Geste von Dir, wenn Du uns „reinen Wein“, aber diesmal als edle Füssigkeit, einschenken würdest.

  • #54
    Malimal

    Hey, also Hausfriedensbruch gabs schon öfter an der RUB. Die Senatsbesetzung, als es um die Abschaffung der Studiengebühren ging. Naja, das endete mit Polizeiaufgebot und der Androhung auf Anzeige seitens des Rektorats. Wie man uns da damals rausgetragen hat. Hehe

  • #55
    bockbuster

    @klaus lohmann

    ich lese wohl nicht richtig. mein kommentar ist also ein ausfall. du selbst ernannter experte für hochschulpolitik. ich bin nicht so blöd zu glauben, das am tag der rückkehr der lili rein zufällig beim borges die clown show veranstaltet wird…

    wenn ihr wirklich wissen wollt, was das soll. es gibt eine einfache regel in bochum. achtet mal im stupa wahlkampf auf die kriterien…aufmerksam machen, fertig machen und abkassieren…

    also erzählt mir alle keine märchen und ausgefallen ist nur einer, der borges, der keine ahnung von der stud. hochschulpolitik hat…

  • #56
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge

    Ich schenke euch hier dauernd „reinen Wein“ ein. Zumindest aus meiner Sicht. Mag sein, das meine Argumente euch nicht immer „sauber“ erscheinen. Ich selbst bin in der Regel mit meiner Meinung jedoch im „Reinen“. Ich denke, dass das für euch selbst, bzw. für euer Verhältnis zu euren Argumenten genauso gilt.

    Das sollte erst recht ein Motiv sein, ein paar Flaschen realen Weins zusammen zu köpfen. 🙂

  • #57
    Klaus Lohmann

    Wurde das schon erwähnt?

    http://www.bo-alternativ.de/2013/12/06/borges-hatte-kein-hausrecht-brueck-darf-geoutet-werden-vermummung-ist-erlaubt/

    Nur mal so für die hier versammelte Law&Order-Truppe, die unserm lieben Borges ja gottgleiche Machtbefugnisse andichten wollte.

  • #58
    @ Klaus Lohmann

    Danke für den Link, Klaus! Der Gedanke, dass der Vorgang durch ein anderes Verhalten von Professor Borges einen ganz anderen Ausgang hätte nehmen können, kommt den meisten der Ordnungsapostel hier leider erst gar nicht. Er hätte nämlich ohne jede Probleme die Aktionisten wieder ziehen lassen können um danach den Geouteten zu fragen, ob das stimmt was die Antifaleute gesagt haben.

    Alles zusammen wäre eine wunderbare Gelegenheit gewesen mit den Studenten über die Rechtsproblematik dieses Vorfalls und vor allem darüber zu diskutieren, ob ein führender und militanter Neonazi das Recht hat, Recht zu studieren, obwohl er die Verfassung und die darauf basierende Rechtsordnung nicht nur ablehnt sondern aktiv bekämpft.

  • #59
    Jenni

    @#57 | Klaus Lohmann :

    http://de.wikipedia.org/wiki/Festnahme#Jedermann-Festnahme

    Noch Fragen ?

  • #60
    paule t.

    Ich habe meine Meinung zu dem Vorfall gründlich geändert, nachdem ich Videos gesehen habe und konkretere Infos zum Ablauf der Aktion gelesen habe. Das ganze lässt den Dozenten, der völlig unnötig und – da ohne Hausrecht – auch ohne Rechtsgrundlage gewalttätig wurde, ganz schlecht aussehen. Dito das Rektorat, das sich unkritisch hinter diesen stellt und den führenden und als solchen öffentlich bekannten Nazi-Aktivisten vor einer angeblichen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts schützen will, die ja aber nur darin bestand, den Nazi einen Nazi zu nennen.

    Ich halte lediglich die gewählte Aktionsform weiter für ungeschickt. Vorlesung stören, dazu maskiert, ist nun mal sehr provokant bis bedrohlich wirkend und birgt die Gefahr der Eskalation schon stark in sich. Da hätte man sich besser einfach mit Flugblättern, Transparent etc. vor den Vorlesungssaal gestellt – damit hätte man ja auch alle Teilnehmer der Vorlesung erreicht. Dennoch ist die Kriminalisierung der Aktion hanebüchen. Denjenigen, denen jetzt Verfolgung droht, ist sehr anzuraten, Gegenazeige wegen Körperverletzung zu stellen.

  • #61
    paule t.

    @ #59 Jenni:
    Ja, Frage: Welche Straftat soll denn überhaupt begangen worden sein (bevor der Dozent gewalttätig wurde), die eine Festnahme begründen würde?
    In Frage käme ja höchstens Hausfriedensbruch; der ist bei einem öffentlich zugänglichen Gebäude wie einer Uni aber nur denkbar, wenn ein Hausverbot vorläge; das kann der Dozent aber ohne Hausrecht nicht aussprechen, auch wenn er noch so laut „Raus hier!“ schreit.
    Den Straftatbestand „Vorlesung stören“ gibt’s ja wohl noch nicht.

  • #62
    Klaus Lohmann

    @#59 | Jenni: Nein, bei dermaßen wenig juristischem Basiswissen sind Fragen an Sie nur vergeudete Lebenszeit.

  • Pingback: Nazis im Hörsaal – wie reagieren?

  • #64
    der, der auszog

    @Arnold, @Helmut

    ich habe hier eine Menge Schelte bekommen, weil ich die Meinung vertrat, dass die Aktion der Antifawichtel vor knapp 10 Monaten den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllten und der Bochumer Professor Georg Borges meiner Meinung nach lediglich von seinem Hausrecht Gebrauch machte.

    Offensichtlich sind auch die beteiligten Wichtelmännchen der Antifa zu dieser Einsicht gelangt und leisten demnächst jeweils 100 Sozialstunden ab, weil die Oberstaatsanwalt Bochum ihnen so die Möglichkeit gibt, sich einer Verurteilung wegen Hausfriedensbruchs zu entziehen.

    Die Antifaweihnachtsmänner haben noch mal richtig Massel gehabt und ich eine Flasche Wein gewonnen 😎

    http://www.derwesten.de/staedte/bochum/sozialstunden-nach-outing-aktion-in-bochumer-jura-vorlesung-id9881453.html

  • #65
    Arnold Voss

    Völlig korrekt, mein Lieber. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass der Professor die Sache hätte abwarten und die „Wichtelmänner“ wieder hätte ziehen lassen können, aber in diesem Lande bestimmen aus guten Grund die Richter, was legal ist und was nicht. Ich bin ab dem 10 Oktober sehr wahrscheinlich wieder im Lande und im Ruhrgebiet.

  • #66
    Helmut Junge

    Arnold, du hattest in Kommentar 56 einen Vorschlag gemacht! Der ist zwar fast verjährt, aber ich frage noch eimal nach, ob er noch gilt. Damals hatte ich keine Zeit, aber jetzt würde es klappen.

  • #67

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