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Simon-Wiesenthal-Center: Liste „Top Ten der antisemitischen, antiisraelischen Schmähungen 2013“ veröffentlicht

Foto1558Das Simon-Wiesenthal-Center (SWC) hat seine Liste der „Top Ten 2013 anti-Semitic, anti-Israel slurs“ für 2013 veröffentlicht. An die Spitze schaffte es diesmal der iranische „Revolutionsführer“ Ayatollah Khamenei. Den zweiten Platz belegt der türkische Premier Tayyip Erdogan. Auch zwei deutsche Zeitungen sind dabei.

Khamenei nannte Israel den „tollwütigen Hund der Region“, Erdogan machte die „jüdische Disapora“ für die Proteste von Regierungsgegnern verantwortlich. Damit haben sie es auf die Liste der Top Ten der antisemitischen/antiisraelischen Schmähungen geschafft. Auch wird in der Liste die „internationale Gemeinschaft“, die UN und ihre Vertreter dafür gerügt, Judenhass zu schüren. So geht Platz 3 auch an Richard Falk, Sondergesandter des UN-Menschenrechtsrates für die Palästinensischen Autonomiegebiete. Unter anderem verglich er die Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit dem Nationalsozialismus.

Mit ihm und dem Journalisten Max Blumthal, der Platz 9 belegt, sind zwei amerikanische Juden auf der Liste vertreten. Beide seien „jüdische Antisemiten“, so das SWC. Auch auf Platz 9: Die Pulitzer-Preis-Gewinnerin Alice Walker. Platz 4 geht an den Pink Floyd-Gründer Roger Waters, der Israel ebenfalls mit Nazideutschland verglichen hat. Auf Platz 6 steht die „Glorifizierung Hitlers durch Länder mit moslemischer Mehrheit“.

Außerdem stehen verschiedene europäische Karikaturisten auf der Liste (Platz 7), so sind auch die Badische Zeitung und die Stuttgarter Zeitung wegen antisemitischer Karikaturen vertreten (siehe hier und hier). Weiterhin vertreten sind die ungarische Jobbik-Partei für ihren Vorschlag, eine Liste der jüdischen Parlamentsabgeordneten anzulegen, die American Studies Association und die United Church of Canada. Sie forderten einen Israel-Boykott. Platz 8 geht an das Pine Bush New York school district, da es nicht in der Lage sei, jüdische Schüler vor antisemitischen Übergriffen zu schützen.

UPDATE: Die ganze Liste als PDF

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6 Kommentare zu “Simon-Wiesenthal-Center: Liste „Top Ten der antisemitischen, antiisraelischen Schmähungen 2013“ veröffentlicht

  • #1
    TuxDerPinguin

    das Simon-Wiesethal-Center kommt mir vor wie Alice Schwarzer. Eigentlich mit nem guten Anliegen, aber durch Starrköpfigkeit und teilweise übertriebenen Anprangerungen schaden beide ihrem Anliegen eher mehr als sie nützen.

    Ich erinnere mich an die Gelegenheit, als sich sämtliche Medien mit Augstein solidarisierten… die Mehrheit muss nicht im Recht sein, aber das Center hat in dem Fall überreagiert und damit Antisemiten in die Karten gespielt, die sich in einem Vorurteil bestätigt fühlten.

    Hoffe beide lernen für 2014 dazu. Oder überlassen es anderen zu kämpfen.

  • #2
    Stefan Laurin

    Ich vermisse auf der Liste die Süddeutsche Zeitung:
    http://www.ruhrbarone.de/sueddeutsche-auf-stuermer-niveau/

  • #3
    Klaus

    @1 Augsteins Äußerungen waren ein Musterbeispiel des strukturellen Antisemitismus. Das Wiesenthal-Center tat gut daran, den Zeitgeist des sich hinter Israelkritik versteckendem neuen Antisemitismus zu entblößen. Das sich viele (sämtliche ist Quatsch) Medien mit Augstein solidarisierten, war der eigentliche Skandal an der Geschichte.

    @2 Wenn ich es recht in Erinnerung habe, hat sich die SZ wenigstens achtelherzig entschuldigt, während die beiden anderen deutschen Zeitungen nicht kritikfähig waren und es so aus einer Sache des Karikaturisten und der verantwortlichen Redakteurs zu einer Sache der ganzen Zeitung zu machen.

  • #4
    Nansy

    @Klaus:
    Ich bitte um Aufklärung – bisher war mir der Begriff des „strukturellen Antisemitismus“ vor allem bei der Unterscheidung von Finanzkapital und Produktivkapital bekannt, wobei das Finanzkapital mit seinen Repräsentanten identifiziert wird. Diese werden für die Armut und das Leiden des „kleinen Mannes“ verantwortlich gemacht. Es geht also um eine Personalisierung eines angenommenen Problems (Sündenbock).
    Um von Antisemitismus in sinnhafter Weise sprechen zu können, muss eine Identifizierung und Personalisierung eines gesellschaftlichen Phänomens und Verhältnisses im „Juden“ vorliegen. Der Begriff des „strukturellen“ ignoriert diese entscheidende spezifische Personalisierung, die als Eigenschaft notwendigerweise zum Antisemitismus dazugehört.

    Was also haben die Äußerungen Augsteins mit „strukturellem Antisemitismus“ zu tun?

    Wie heißt es in einer Attac-Broschüre: „Wer den Begriffsjoker des „strukturellen Antisemitismus“ benutzt, geriert sich als Herr eines Verdachts, der keine Beweise braucht“

  • #5
    Nanna

    Mit dieser Liste, wird ein gesellschaftlich ernstes Thema ad absurdum geführt.
    Wer kann diese Liste eigentlich noch ernst nehmen, da werden Zeitungen wegen Karikaturen als Antisemitisch gebrandmarkt, weil sie sich nicht dem Shitstorm einiger Selbsternannten Wächter ergeben.
    Ein Schulbezirk landet auf Platz 8 weil er Zitat „Der New Yorker Schulbezirk Pine Bush belegte den achten Platz der Liste, weil er darin versagte, jüdische Schüler vor „antisemitischen Verunglimpfungen und körperlicher Misshandlung durch Schläger“ zu schützen.“

    Man könnte das jetzt fortführen, aber ich übernehme mal den Schlusssatz von Nansy

    “Wer den Begriffsjoker des “strukturellen Antisemitismus” benutzt, geriert sich als Herr eines Verdachts, der keine Beweise braucht”

  • #6
    Arnold Voss

    Der Judenhass grassiert nachwievor in der Welt, man muss nur seine Augen und Ohren aufperren. Ob diese Liste dagegen hilft, weiß ich nicht. Schaden tut sie jedoch auf keinen Fall.

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