50

Vor Ghana-Spiel: Sixt schaltet rassistische Werbung

schlandVor dem Spiel zwischen Ghana und Deutschland heute Abend sorgt der Autovermieter Sixt mit einer rassitischen Werbe-Anzeige für Unmut. Unter dem Slogan „Der Sixt WM-Tipp: Ghana – Das könnte eng werden.“ stehen sich ein arischer Opel Mercedes modernster Bauart und ein völlig überladener, schmutziger Pick-Up Truck gegenüber. Die Botschaft ist klar: Der saubere und ordentliche Deutsche, technisch überlegen, trifft auf den chaotischen Hinterwäldler. „Eng“ wird’s hier höchstens auf der Ladefläche des afrikanischen Vehikels. Im Netz kommt das nicht so gut an. Ein User kommentiert ironisch: „haha es ist witzig weil ghana arm ist …. -.-„. Ein anderer schreibt: „Zur ‪#‎WM‬ sind ja alle GAGA, aber was ihr euch da geleistet habt… Vielleicht mal ein paar hunderttausend an den Verein ‪#‎lampedusaHH‬ zahlen!“

Edit: Das motiv ist schon einige Jahre alt und somit nicht Teil einer aktuellen Werbekampagne.

RuhrBarone-Logo

50 Kommentare zu “Vor Ghana-Spiel: Sixt schaltet rassistische Werbung

  • #1
    Carsten Stoffel

    Bei den niedrigen Gehältern der Journalisten (Berufspräkariat) ist es nicht verwunderlich, dass der Kollege offenbar Opel und Mercedes nicht auseinander halten kann.

  • #2
    Jens

    Das Motiv ist unterste Schublade.

    … aber auch einige Jahre alt, soviel ich weiß. Das macht es nicht besser, den x Jahre alten Sch… weiter zu verbreiten aber auch nicht.

  • #3
    discipulussenecae

    Die Bemerkung „arischer Mercedes“ finde ich viel bescheuerter! Kommt da wieder der altlinke deutsche Selbsthass durch? Das Plakat selbst finde ich auch nicht so besonders lustig, aber bitte: Wenn jetzt jeder Furz vor das Gericht der politisch korrekten Meinungsprüfer gezogen wird, dann leben wir demnächst in einer völlig spaßfreien, durchreglementierten und selbstzufriedenen Gesinnungsdiktatur!

  • #4
    SteLu

    # 3 genau, wo kommen wir da hin, wenn nich einmal mehr rassistische Klischees unterster Schublade als Witz „vermarktet“ werden dürfen. Da geht die deutsche Spaßgesellschaft wohl endgültig denn Bach runter. Das geht ja nun wirklich nicht. Das ist dann wohl die Spaßvariante von: Das wird man ja nochmal sagen dürfen. Alles klar. Herr Disciplusssenecae.

    Ach, bevor ichs vergesse. Nehmen Sie meinen Kommentar nicht zu ernst. Der stammt von einem sich selbst hassenden, linksextremistischen gesinnungsprüfenden Antidemokraten. Ich geh derweil dann mal Mercedes werfen und Steine anzünden

  • #5
    Arnold Voss

    Jetzt mal ganz ehrlich Leute, wer kommt da sympathischer rüber? Der protzige menschen- und flusenreine Mercedes oder die voll bepackt dreckig-fröhliche Ghanakarre? Also kommt auf den Teppich.

    Ach ja, sollte heute Abend Ghana gewinnen, dann werden auch die Fans der Political Correctness diese Anzeige in ihrer tieferen Ironie begreifen. Drücken wir also Ghana (heimlich) die Daumen.

    PS. Natürlich gibt es auch in Ghana Mercedesfahrer die ganz alleine in ihrer Luxuslimousine sitzen und dazu gehören mit Sicherheit auch einige der Nationalspieler.

  • #6
    SteLu

    #5 Ja, wer das Plakat nicht lustig findet, begreift die Ironie nicht und hat schon längst den Teppich verlassen. Wie gut, dass es die gibt, die es den verknöcherten Political Correctnes-Typen erklären können. Da bin ich sehr froh und dankbar, ehrlich. Jetzt sehe ich das natürlich mit ganz anderen Augen.

    Mich nerven einfach die klischeehaften Afrikabilder aber ganz Deutschland wird natürlich die tiefere Ironie begreifen, wenn Ghana ersteinmal gewonnen hat – außer natürlich die PC-Typen aber für die gibt es ja die Erklärer – Gottseidank. Aber das sagte ich ja schon.

  • #7
    Arnold Voss

    Einfach mal von den eigenen Klischees lösen, SteLu. Für viele Afrikaner ist eine Mercedes der ultimative Traum von einem Auto. Gefahren wird er aber in der Regel von der korrupten schwarzen Elite ihrer Länder. D.h. nicht nur ich sondern die meisten Afrikaner haben mehr Sympathie für den vollbepackten Jeep auf dem Plakat als für den leeren und provokativ weißen Mercedes.

    Ich drücke übrigens wirklich heute Abend der Mannschaft von Ghana die Daumen. Der Mercedes-gesponsterte deutsche Fussball-Nationalismus geht mir nämlich schwer auf den Sack. Aber natürlich soll am Ende der Bessere gewinnen. Und wenns die Deutschen sind, auch gut.

  • Pingback: Wir so, die so… | Das Kraftfuttermischwerk

  • #9
    Dash

    Dass Deutsche und Ghanaer in zwei verschiedenen Teams spielen müssen, ist bereits rassistisch. Wann checkt Ihr das?

  • #10
    SteLu

    # 7 „Für viele Afrikaner ist eine Mercedes der ultimative Traum von einem Auto“.

    Eben, verbunden wird der Mercedes aber nicht mit Afrikanern. Warum nicht? Weil die meisten Afrikaner keinen fahren? Ich bezweifel, dass die meisten Deutschen das oben gezeigte Auto fahren. Und es ist doch völlig egal ob die meisten Afrikaner mehr Sympathie für den vollgepackten Jeep haben. Die meisten Afrikaner werden dieses Plakat nämlich gar nicht wahrnehmen. Entscheidend sind die Afrikabilder in den Köpfen der Deutschen. Mag sein, dass die Macher des Plakats tatsächlich ironisch mit Kischees spielen wollten. Gut gemacht ist das noch lange nicht. Denn auch wenn Ghana gewinnt, wird wohl auch zukünftig kaum jemand den Mercedes mit Afrika verbinden, sondern weiterhin den vollgepackten Jeep. Auf das das auf ewig so bleibe. Dann hat halt der vollgepackte Jeep gewonnen. An den Bildern in den Köpfen ändert das noch lange nichts.

  • Pingback: blognetnews » Wir so, die so…

  • #12
    abraxasrgb

    Der „Jeep“ ist ein Toyota 😉

    Ansonsten … Sixt arbeitet mit Jung von Matt … 😉

    Fußball ist mir eigentlich wumpe …

    Gesinnungspolizisten finde ich noch unausstehlicher als betrunkene, grölende Fußballfans. YMMV

    Die Titulierung „arisch“ für den Mercedes finde ich dagegen völlig daneben, sorry.
    Geht im Zeitalter von PC-Neusprech nur im Zusammenhang mit Veget- 😉

  • #13
    Arnold Voss

    Ghana hätte fast gewonnen. Das Spiel war spannend. Ich bin zufrieden. Aufs Plakat übertragen: Es wurde wirklich eng für die deutsche Mannschaft. Technisch und von der Power hätten 2 nagelneue Mercedes aufs Plakat gehört. 🙂

  • #14
    Arnold Voss

    @ Dash # 9

    Schon gemerkt? Es gibt kaum noch eine einfarbige Nationalmannschaft im Weltfussball und das ist gut so.

  • #15
    Robin Patzwaldt

    @Arnold: Das Plakat ist ja wohl aus 2010. Und auch damals war es schon richtig eng als Deutschland gegen Ghana spielte.

  • #16
    abraxasrgb

    War übrigens schon damals in einem befreundeten Blog:

    http://www.pottblog.de/2010/06/23/der-sixt-wm-tipp-ghana-das-koennte-eng-werden/

  • #17
    Dash

    @ Arnold #13

    Beim Fußball ist es egal, aus welchem Land Du kommst. Bei der FIFA WM dagegen nicht. Kann man nun auch für Olympische Spiele, European Song Contest etc. durchdeklinieren. Das ist die Grundlage dafür, dass es so eine Sixt-Werbung überhaupt gibt.

  • #18
  • #19
    Nansy

    War eigentlich irgendeiner von den sich empörenden „Political Correctness-Typen“ mal in Afrika, Indien usw. ?
    Natürlich fahren dort sämtliche Transportfahrzeuge sauber geputzt herum (weil ja die Strassen so gepflegt sind – Laterit-Wege gibt es ja eher in Europa), natürlich werden dort die Zuladungsvorschriften peinlichst eingehalten und natürlich sind die Fahrzeuge dort in einem technisch einwandfreien Zustand (den frontangetriebenen Pick-Up mit fehlendem rechten Hinterrad muß ich wohl woanders gesehen haben)!

    Über die Gründe für diese Zustände kann man sich ja gut unterhalten, nur – sie gehören dort zu den täglichen Gegebenheiten. Also was machen wir denn nun?
    Verschweigen, Bilder retouchieren, nur noch die Mercedes-Fahrzeuge der herrschenden Oberschicht zeigen?

    Das politisch korrekte Gequengele mancher Wohlstandskinder kehrt sich langsam ins absurde – ich empfehle eine Reise nach Afrika oder Asien oder alternativ die Lektüre dieses Artikels:

    http://novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001618

  • #20
    SteLu

    Ja Nansy, war ich schon. Hier geht es um Fussball und um Symbole, die für ein Land gewählt werden. Und selbstverständlich muss für Ghana das Symbol des schmutzigen, chaotischen, vollgepackten Transportfahrzeugs gewählt werden. Andere Seiten hat das Land natürlich nicht. Und für Deutschland das Symbol des perfekten Mercedes. Andere Seiten hat dieses Land nämlich auch nicht. Bleiben wir bei diesen simplen Vorstellungen. Das ist insbesonders was die sogenannten „Entwicklungsländer“ betrifft so schön folkoristisch und da wollen wir auch nicht, dass sich was ändert, wo soll denn dann noch hingefahren werden. Schließlich wollen wir den Folklorismus (im Urlaub) genießen und uns gleichzeitig der „deutschen Überlegenheit“ erfreuen.

    Zum Quengeln. Ja, das ist genau mein Job. Nur deswegen bin ich hier. Wir sind uns nämlich nicht ganz so unähnlich Her Nansy. So wie bei Ihnen immer wieder das Quengeln in und die Ablehnung in Bezug auf die Grünen aufblitzt, lehne ich die selbstgerechte sogenannte politische Mitte ab. Die selbsternannten Hüter von Demokratie und Freiheit, für die Homophobie, Rassismus und Antisemitismus nur dann eine Rolle spielt, wenn sie an den politischen Rändern zu verorten ist. Ansonsten interessiert sie das nämlich nicht, die perfekten Demokraten.

    Mein Quengeln nervt? Wunderbar das freut micht.

  • #21
    Nansy

    Nun STeLU – dann quengel ich doch gern zurück 😉

    Afrikaner, Asiaten verbinden mit Mercedes den Traum von Ansehen, Macht und Wohlstand – nicht umsonst setzt die herrschende Oberschicht alles daran, solch ein Fahrzeug zu besitzen. Und natürlich mit Fahrer – am besten in Uniform mit weißen Handschuhen.
    Aber Deutschland ist in den Köpfen der Menschen in den armen Ländern nicht nur „das Symbol des perfekten Mercedes“ – auch Kühlschränke und andere Küchengeräte von Bosch und Co. sind immer noch Symbole für „perfekte“ deutsche Wertarbeit, auch wenn das schon lange nicht mehr stimmt.

    Entscheidend sind „die Afrikabilder in den Köpfen der Deutschen“? Aber ja, die Afrikabilder in den Köpfen der Wohlmeinenden sind mehr Klischee als das hier gezeigte überladene Transportmittel – das gehört nämlich zum Alltag in „Entwicklungsländern“. Die Welt ist halt nicht ganz so einfach und schön, wie es sich die politisch korrekten, perfekten Demokraten gerne vorstellen…

    Und was die angeführte “deutschen Überlegenheit” angeht, die Menschen in den Entwicklungsländern haben sich in solche Vorstellungen gearadezu verbissen – auch ohne unsere Nachhilfe. Ich habe immer versucht solche Vorstellungen zu relativieren…

    Aber ich quengel mal weiter: wie hätten wir es denn gern? Solche Bilder nicht mehr zeigen? Oder vielleicht nur noch in einem anderen Zusammenhang (und in welchem?).

  • #22
    Arnold Voss

    Hier ist natürlich jedem klar, dass wir, indem wir dieses Plakat heftig und kontrovers diskutieren, schon auf diese Art der Werbung reingefallen sind. Sie will ja genau das: kontroverse Aufmerksamkeit.

    Die gewählte Symbolik ist auch genau darauf angelegt. Interessanterweise sitzt aber im Mercedes Niemand. Ich schließe daraus, dass die Macher sich über die rassistischen Komponente klar waren, denn sonst hätten sie die Provokation vollendet und in den Mercedes auch noch einen einzigen Weißen respektive ein weißes Paar gesetzt.

  • #23
    Helmut Junge

    Daß Mercedes ein Symbol für Deutschland sein soll, ist wohl ein wohl auch so ein Vorurteil. Ich besitze kein derartiges Fahrzeug, und fühle mich auch falsch einsortiert, wenn mich jemand unter diesem sogenannten Markenzeichen reduziert, bzw. abklassifiziert. Die riesige Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen kann sich solch ein Fahrzeug überhaupt nicht leisten. Und für die Obdachlosen in Deutschland ist es ein Hohn, wenn sie mit dieser Marke in Verbindung gebracht werden. Nur verwöhnte Kinder aus den Elternhäusern der Besserverdienenden können auf die Idee kommen, solche Gegenüberstellungen, reiches Deutschland, armes Ausland überhaupt zu thematisieren.

  • #24
    SteLu

    Also, erstmal ist das Plakat vermutlich nicht in Afrika zu sehen gewesen, also ist es in diesem Zusammenhang nicht ganz so relevant, welche Vorstellungen Afrikaner und Asiaten von Deutschland haben. Das gleich gilt dafür, dass sie sich in die Vorstellung von der „deutschen Überlegenheit“ vebissen haben. Wir könnten jetzt ellenlange Diskussionen darüber führen, warum das vermutlich so ist aber das möchte ich jetzt vernachlässigen. Mir geht es tatsächlich um die Bilder in den Köpfen „der Deutschen“.

    Ja, das überladene Transportmittel gehört zum Alltag. Und jetzt? Genauso wie viele verschiedene andere Aspekte zum Alltag gehören. Warum jetzt im Zusammenhang mit einem Fussballspiel genau dieser Aspekt herausgepickt werden muss um Ghana zu symbolisieren erschließt sich mir immer noch nicht. Besonders dann nicht, wenn als „Gegensatz“ der Mercedes konstruiert wird. Wenns schon um Transportmittel gehen muss, hätte man ja auch einen wegen Überhitzung lliegengebliebenden Zug nehmen können, um Deutschland zu symbolisieren ( ja ich weiß auch nicht super, aber ich hätte dieses Plakat sowieso nicht gemacht).

    Warum sollten diese Bilder nicht mehr gezeigt werden? Wie Sie schon richtig gesagt haben, gehören die zum Alltag. In einem Bericht der ein „rundes“, ausgewogenes Bild über eines dieser Länder vermittelt, ist das überhaupt kein Problem. In diesem Fall aber ist das sehr wohl ein Problem. Da die Transportmittel als das typische Symbol für das Land präsentiert werden. Ich weiß nicht in wievielen Köpfen das hängen bleibt. Ghana? Ach ja, das ist das Land mit den überfüllten Transportmitteln, insbesonders bei Leuten, die sich nicht die Mühe machen sich überhaupt mit diesem Land zu beschäftigen.

  • #25
    SteLu

    # 23 ja richtig, auch der Mercedes ist Klischee und hat mit „deutschen Realitäten“ nicht viel zu tun

    „Nur verwöhnte Kinder aus den Elternhäusern der Besserverdienenden können auf die Idee kommen, solche Gegenüberstellungen, reiches Deutschland, armes Ausland überhaupt zu thematisieren.“

    Wenn Sie mich damit gemeint haben sollten, muss ich Sie enttäuschen. Ich komme aus einem Arbeiterelternhaus, in dem verschiedene Formen von Gewalt und Missbrauch an der Tagesordnung waren. Ach ja, Geld war auch keins da. Soviel dann zu dem „verwöhnten Wohlstandskind“.

  • #26
    Klaus

    Ist die Gleichsetzung des Autors (und vieler Kommentatoren) von Nationen mit Rassen nicht der wahre Rassismus hier?

  • #27
    SteLu

    Ach noch eins Nansy: Ich bin kein perfekter Demokrat. Ich stecke voller Vourteile, Rassismen und Klischees und Ressentiments und Destruktivität. Da bin ich genauso anfällig wie jeder andere Mensch auch. Was mich vielleicht, aber auch nur vielleicht, von einigen anderen unterscheidet, ist der Versuch mir darüber bewusst zu werden und die Scheiße nicht unter den Teppich zu kehren, bzw. auf irgendwelche „Ränder“ zu projizieren. So das wars. Für heute habe ich die Schnauze gestrichen voll. Ehrlich

  • #28
    Arnold Voss

    Klaus # 26

    Das ist das Problem des heutigen Nationalismus, bzw. ist es gar kein Problem sondern die Lösung des Problems. Die Nationen werden in sich immer internationaler, multikultureller und und multiethnischer, was man übrigens auch an der deutschen Nationalmanschaft gut sehen kann.

    Gleichzeitig wird ein künstlicher Nationalismus erzeugt der in Anbetracht der realen Verhältnisse immer lächerlicher wirkt. In diesem Zusammenhang ist das Sixt-Plakat mehr als platt, bzw. genauso platt wie die Gleichsetzung von Nationen mit Rassen.

    Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Marke Mercedes – übrigens auch als Lastwagen – im Ausland mehr für die Marke Deutschland steht, als viele Deutsche wahrhaben wollen, und das völlig unabhängig davon, wer sich in Deutschland diesen Autotyp, zumindest in seiner Luxusfassung, leisten kann.

  • #29
    Arnold Voss

    @ abraxasrgb # 12

    Dank für den Hinweis. 🙂 Aber für die Symbolik dieses Plakates ist es unerheblich ob es sich um einen Jeep der Marke Jeep oder der Marke Toyota handelt.

  • #30
    Helmut Junge

    @SteLu, auch wenn Sie etwas überhitzt diskutieren, Sie hatte ich nicht gemeint. Alle Aussagen, die ein „wir“ oder ein „uns“ („uns“ geht es gut) suggerieren, sind plakativ und auch falsch. Uns geht es eben nicht gut. Vielen hier geht es gut, und früher gab es eine kurze Zeit in der es fast allen gut ging.
    „DEN“ Deutschen gibt es darum auch nicht. Wenn ich solche Aussagen höre oder lese, vermute ich doch nicht zu unrecht, daß der Sprecher eine große Gruppe der Bevölkerung geistig ausklammert. Das machen übrigens viele Politiker, die gerade an der Macht sind, um ihre Arbeit zu schönen, aber eben auch Leute, die keinen Kontakt zu den ärmeren Bevölkerungsschichten haben. (Gentrifizierung und so). Das „wir“ verändert sich, je nach sozialem Blickwinkel. Sixt arbeitet auch mit diesem falschen „Wir-Gefühl“, wohl wissend, daß viel Leute hier in Deutschland sich gerne dazurechnen. Um überheblich zu sein, bedarf es einer Referenzgruppe, die leicht zu erkennen ist. Früher war es die DDR, heute bemüht man andere Klischees. Das muß also nicht immer rassistisch sein. Wichtig ist die Hervorhebung der eigenen Gruppe. Das gilt wortarmen Zeitgenossen zwar schon als „Rassismus“, aber mir nicht. Darum sehe ich auch eher eine kollektive Anmaßung oder Überheblichkeit gegen ärmere Zeitgenossen, die Sixt anspricht und vermutlich auch Erfolg damit hat. Diese Überheblichkeit durchbricht eventuell vorhandene ethnische Schranken locker und ist global zu beobachten. Und auf dem Markt, auf dem Sixt sich bewähren muß kann man aber nur Geschäfte machen, wenn man viele Leute anspricht. Sixt spricht also zu potenziellen Kunden, die sich ein Auto leihen wollen. Die Werbung muß also bei vielen Leuten ankommen, auch bei Migranten, denn deren Marktanteil ist groß.
    Die gewachsene Zahl der Migranten, die hier leben, haben das Bild auf den Straßen mehr in Richtung einer vielfältigen Gesellschaft verändert, was gegen die angesprochene Rassismustheorie spricht. Da wären die Werbestrategen von Sixt wohl ziemlich kontraproduktiv, wenn sie rassistisch sein wollten. Und, wie @Arnold Voß bereits schrieb, ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mittlerweile eine multiethnische Truppe geworden. Die beiden Brüder Boateng haben sogar in beiden gegnerischen Mannschaften gespielt. Geld werden beide haben, vielleicht auch einen Mercedes. Auch fast alle anderen WM-Teilnehmer-Mannschaften haben mittlerweile eine multiethnische Zusammensetzung. Viele werden dieses Auto fahren und auch diese Vorurteile gegen andere Menschen, auch gegen arme Leute in Ghana.

  • #31
    Arnold Voss

    Das mit der Sixt-Werbestrategie sehe ich ähnlich, Helmut. Ich erinnere mich noch an eine Anzeige zum Angebot von Offroad-Miet-SUVs, auf der drei völlig verdreckte und verschlammte Menschen Zeugnis dafür zu geben hatten, wie es ist, wenn man nicht so eine riesige Karre fährt, sondern ihr als Fußgänger außerhalb asphaltierter Straßen in die Quere kommt.

  • #32
    SteLu

    # 30 Mit dem überhitzt diskutieren haben Sie sicherlich Recht. Eine meiner großen Schwächen ist mein Zorn, der zu oft mit mir durchgeht. Und auch sonst kann ich in weiten Teilen zustimmen. Das die zunehmende Vielfalt gegen die Rassismustherie spricht, sehe ich allerdings nicht. Zumindestens in meinem Umfeld sehe ich auch unter Migranten die Tendenz sich abzugrenzen insbesondere gegen Sinti / Roma und gegen Flüchtlinge – verbunden mit den entsprechenden Zuschreibungen. Sixt hatte sicherlich nicht die Absicht rassistisch sein zu wollen. Nichtsdestotrotz wird hier mit Klischees gearbeitet, die sich meiner Meinung nach nicht gegen ärmere Zeitgenossen an sich richten, eher eine kollektive Überheblichkeit gegenüber „Afrikanern“ anspricht. Ichglaube nicht, dass es ein Zufall ist, dass ausgerechnet ein Spiel gegen Ghana ausgewählt wurde um diese Werbung zu veröffentlichen.

  • #33
    Saibic

    Natürlich ist das Plakat völlig an der Realität vorbei. Ich komme gerade aus Armenien. Habe nirgends so viele Luxus-Geländewagen der Mercedes G-Klasse gesehen wie in Yerivan. In Deutschland habe ich noch nie einen gesehen.

  • #34
    Klaus Lohmann

    Sollte Sixxt der einzige Autoverleiher auf der ganzen Welt sein und sollte ich einen perfekten, haltbaren Wagen für einen Umzug benötigen – is´klar, meine Wahl, oder?;-)

    Ansonsten würde ich bei diesem bayrischen Oberkapitalisten noch nicht mal ein Matchbox-Auto mieten und pannenerfahrene Proll-Benze sowieso nicht, die sterben langsam aus.

  • #35
    Vomitorium

    Ah, da isser‘ wieder!

    Der linksgrüne Gutmenschen-Wadelbeisser ohne jeglichen Humor, dieses Mal in Form eines Ruhrbarone-Schreiberlings.

    Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn der stumpfsinnige pseudo Linksjournalismus mal nicht etwas zum Meckern gefunden hätte, oder?

    Sixt hatte bei diesen zu erwartenden Reaktionen schon von Anfang an gewonnen, kostenlose Publicity (nicht PR!), Aufmerksamkeit, Backlinks etc…

    Grüße

  • #36
    Klaus Lohmann

    Ui, hat ja nich lange gedauert, bis der egomane Oberalleswisser-BWL´ler hier seinen Wischiwaschi-Müll über „kostenlose Publicity (nicht PR!), Aufmerksamkeit, Backlinks“ etc. abladen muss.

    Ich darf daran erinnern, dass Sixt sich mit seiner Gustl-Mollath-Kampagne nicht allzu lange her ziemlich tief in den „Dümmer geht´s nicht“-Sumpf gezogen hatte. Nicht jeder Dreck generiert Umsätze…

  • #37
    abraxasrgb

    #33 Ist Yerevan nicht eine wunderbare Stadt? Und Armenien ein tolles Land?
    Das Taxi zum Flughafen in Yerevan hatte einen WLAN-Hotspot …

    In solchen Ländern sind G-Klasse, Cayenne, Range Rover genau so angebracht, wie im Ruhrgebiet. Sie machen aus Wegen, die den Namen Straße nicht wirklich verdienen, zu jeder Jahreszeit komfortable und luxuriöse Fortbewegung.

    Ähnlich Russland, China, UAE etc.. Kann ich nachvollziehen …

    Einer der Gründe dafür, dass ich hier im Ruhrgebiet etwas britisches / indisches mit Luftfederung fahre 😉

    Wobei … so ein Toyota J4, wie in der Werbung, hat etwas sympathisch archaisches, wird nur leider nicht mehr in Deutschland vertrieben, aber immer noch gebaut. Spitzname dieses Typs weltweit: Buschtaxi 😉

  • #38
    Vomitorium

    Hi Klaus,
    angeschossene Hunde bellen usw., nicht wahr 😉
    (Ob Mollath daneben war, ist unstrittig – aber dem Google Ranking hats garantiert nicht geschadet)
    Grüße

  • #39
    Klaus Lohmann

    @#38 | Vomitorium: Der Sixt-Erich ist wohl der Allerletzte, der sich auf sein dolles Google-Ranking einen pellt – im Gegensatz zu so manchem Marketing-Hilfsgehilfen.

  • #40
    discipulussenecae

    #35 hat es auf den Punkt gebracht: Wir leben nun einmal im Kapitalismus, und dieser hat sich durchgesetzt – oder gewonnen, wie mann will. Warum sollte SIXT also mit anderen Autos als blitzsauberen Mercedes-Karossen werben? Mit Trabis „Made in Germany“ vielleicht? Die wollen Autos vermieten und deren Kunden wollen neue, gepflegte und eventuell deutsche Autos mieten.

    Und mit den Thesen einer völlig politisch korrekten und letztlich langweiligen Position eines evangelischen Kirchentages ist uns auch nicht weiter geholfen!

  • #41
    SteLu

    Eine abschließende Bemerkung habe ich noch. Weiter oben habe ich behauptet, dass es mein Job ist zu Quengeln. Ja spinne ich denn? Das ist genauso sinnlos wie mit einem Nazi zu diskutieren. Herr Junge hat schon recht, ich überhitze und zwar permanent und das völlig sinnbefreit. Es gibt ein Element, dass Linke , Nazis, Bewegungen wie Occupy, die AFD, und die „politische Mitte“ miteinander verbindet und das ist der Glaube daran, dass das „Böse“ irgendwo da draußen lauert. Für Occupy ist es das 1%, für Nazis immer noch „die Juden“, für die AFD der europäische Krake, für Linke die USA, Israel oder „Kapitalisten“ und für die „politische Mitte“ eben die „politischen Ränder“. Mit dem was sie da kritisieren, haben sie selbst natürlich nichts zu tun. Wissen wir ja alle, mit Gläubigen über ihren Glaubenzu diskutieren macht keinen Sinn. Deshalb kurz und knapp: Es hat sich ausgequengelt. Ich gestatte mir statt dessen mir vor Lachen den Bauch zu halten.

  • #42
    discipulussenecae

    @#41 SteLu: Ich würde es Ihnen gönnen, wenn Sie sich den Bauch nur vor Lachen zu halten hätten. Denn bei dem Mist, den Sie in #41 abgesondert haben, sollten Sie eher Bauchgrimmen bekommen …

  • #43
    Peter

    Glückwunsch. Die Werbung wurde bereits 2010 geschaltet.

    http://www.klonblog.com/2010/06/24/sixt-ghana-das-konnte-eng-werden/

  • #44
    Nansy

    @SteLu #41:

    Zitat: „….mein Job ist zu Quengeln. Ja spinne ich denn? Das ist genauso sinnlos wie mit einem Nazi zu diskutieren.“

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass Sie mich nicht wegen unsere gegenseitige sprachliche Rangelei (Quengeln…usw.) in die Nazi-Ecke verordnen wollten….

    Desweiteren sehe ich mich genausowenig in der Rolle eines „Gläubigen“ (wie Sie wahrscheinlich selbst auch nicht), mit dem es keinen Sinn macht zu diskutieren.
    Aufregen ist etwas anderes, als mißverständlich Andeutungen zu machen….

  • #45
    Helmut Junge

    SteLu, Wer jemanden überzeugen will, dem reicht es leider nur selten, sich den Bauch vor Lachen zu halten. Überhitzt diskutieren ist da vielleicht sogar besser, wenn auch suboptimal. Andererseits sind Sie ein intelligenter Mensch. Sie haben erkannt, daß die Frage, ob etwas bereits rassistisch ist, oder doch noch etwas anderes dahinterstecken könnte, oft genau so diskutiert wird, wie eine religiöse Fragestellung unter streng Gläubigen. Da stimme ich Ihnen zu. Ich mische mich darum auch nur selten in solche Diskussionen ein, denn wer etwas bestimmtes glauben will, den kann ich so oder so nicht vom Gegenteil überzeugen. Aber ich denke, daß die Reduzierung aller gesellschaftlchen Verbrechen auf den Nenner Rassismus zu bringen, eine unzulässige Vereinfachung ist, die uns oft genug die Einsicht in die Natur der Dinge verwehrt. Das ist genau so falsch, wie wenn die Polizei erst einmal in alle „möglichen Richtungen“ ermittelt, aber eben genau nicht in Richtung Rassismus. Genauso falsch, wenn auch anders herum. Ich fühle mich in dieser Einschätzung deshalb sicher, weil ich solche Diskussionen in den sechziger und siebziger Jahren gar nicht kannte, und seit den neunzigern beobachtet habe, daß die Diskussionen um die Rassismusfrage zunahmen und mittlerweile andere Analysen (fast) gar nicht mehr akzeptiert werden. Wenn ich mich also doch in solche „quasireligiösen“ Diskurse einklinke, dann mache ich das nur, weil ich trotz der geringen Erfolgschance jemanden überzeugen zu können, immer noch eine kleine Resthoffnung im Hinterkopf habe. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

  • #46
    Thomas Weigle

    Es ist schon so, dass wir viel zu oft gegen als für was diskutieren, ich sage nur Nordkirchen. Da ist @SteLu nicht unbedingt in der falschen Richtung unterwegs.

  • #47
    Vomitorium

    @Heltmut, perfekt geschrieben und dargestellt.
    Daher sehe ich in meinem (womöglich sehr deutlich überspitzem) Kommentar oben auch keinen „moralischen Aderlass“, wie ihn der direkt mir folgende Kollege impliziert hat.

    Die Frage, welche Relevanz historische Ereignisse haben und wie diese in den jeweiligen Gesellschaftsverortungsstatus einfliessen sollten, kann und muss und darf jeder selbst beantworten – aber bei sofortigem Übertritt „intellektueller Grenzen“ immer gleich mit der Nazi-Keule zu kommen, ist doch etwas anachronistisch…

    Grüße

  • #48
    Klaus Lohmann

    @#47 | Vomitorium: Den jeweiligen „Gesellschaftsverortungsstatus“ per Google-Ranking definieren zu wollen, ist also *nicht* anachronistisch? Also alles, was doof und primitiv ist, steht oben? Ja dann…

  • Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Essen, Fußball, Horrortussis – kurz verlinkt

  • #50
    Alreech

    es ist eng geworden. Weil die Daimlerfahrer der deutschen Nationalmannschaft ihre ghanaischen Gegenspieler nicht ernst genommen haben.

    Die Ghanaer konnten eigentlich nur gewinne, egal wie das Spiel ausgeht.
    Manch einer wird dem Traum vom eigenen Benz dadurch ein Stückchen näher gekommen sein, während die reichen weissen Europäer nicht zu verlieren hatten als ihren Stolz.

    So gesehen ist das Poster doch nicht so schlecht, oder ? 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *