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Wie antisemitisch sind arabische Flüchtlinge?

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Hunderttausende Flüchtlinge aus arabischen Staaten werden in diesem Jahr nach Deutschland kommen. Viele Juden fürchten, dass sie den Antisemitismus aus ihren Herkunftsländern mitbringen werden.

Am Essener Hauptbahnhof wehten die Fahnen des Propheten und der verschiedensten arabischen Staaten, als im vergangenen Sommer nach einer Kundgebung der Linkspartei eine Demonstration von Freunden Israels angegriffen wurde. Unter den Demonstranten waren zahlreiche Araber. Sie warfen mit Flaschen und Steinen, der Hitlergruß wurde gezeigt, und die Vernichtung Israel gefordert. Eine überforderte Polizei duldete die antisemitische Hetze.

Leonid Goldberg glaubt, dass sich solche Szenen künftig häufiger abspielen werden. Goldberg ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Wuppertal und betrachtet die Zuwanderung aus arabischen Staaten mit Skepsis: „Es kommen jetzt Menschen aus Staaten, die juden- und israelfeindlich erzogen wurden. Ich befürchte, da wird noch einiges auf uns zukommen.“

Goldberg glaubt, dass die laufende Anschlagsserie in Israel, bei der Palästinenser in den vergangenen Tagen Israelis durch Messerangriffe und durch Autoattentat ermordet haben, bald eine Reaktion der israelischen Armee nach sich ziehen wird: „Dann werden wir dieselben Szenen erleben wie im vergangenen Sommer.“

In zahlreichen Städten gab es damals antisemitische Demonstrationen, Synagogen wurden angegriffen und Juden, die zum Beispiel durch das Tragen einer Kippaals solche zu erkennen waren, wurdenverprügelt.

Goldberg befürchtet, dass die Gefahr für Juden weiter ansteigen wird. Ungefährlich sei es auch in Deutschland schon lange nicht mehr: Auf die Wuppertaler Synagoge gab es in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge, und alle Täter hätten einen arabischen Hintergrund gehabt. „Die Männer, die im vergangenen Jahr versucht haben unsere Synagoge anzuzünden, gaben den Gaza-Konflikt als Grund an.“

Nicht nur Araber, auch viele Türken, denen Antisemitismus früher fremd war, hätten sich durch die Politik Erdogans radikalisiert. „In diese Stimmung kommen nun Menschen, die in einem antisemitischen Milieu aufgewachsen sind. Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, und es ist auch nicht ihre Schuld, dass sie so groß gezogen wurden, aber all das erfüllt uns Juden mit Sorge.“

Der Düsseldorfer Islamwissenschaftler Michael Kiefer kann die Sorgen von Leonid Goldberg nachvollziehen: „Wir haben kein genaues Wissen über den Antisemitismus unter den Flüchtlingen, aber wir wissen viel über die Kultur, aus der die Menschen stammen.“ Unter dem Regime der Baath-Partei, deren Vorsitzender der syrische Diktator Baschar al-Assad ist, habe sich in dem Land der Antisemitismus ausgebreitet. Ein Beispiel dafür sei das in Syrien beliebte und immer wieder neu aufgelegte Buch „Matza von Zion“ des ehemaligen Verteidigungsministers Mustafa Tlas, in dem er die Legende des Jüdischen Ritualmords befeuerte, die im Europa des Mittelalters dazu diente, Massaker an Juden zu begründen.

Eine so stark von Antisemitismus geprägte Atmosphäre, sagt Kiefer, bleibe nicht ohne Folgen. Studien hätten für frühere Einwanderer aus dem arabischen Raum ein deutlich höheres Maß an Feindlichkeit gegen Juden und den Staat Israel gezeigt als im Bevölkerungsdurchschnitt. Allerdings räumt Kiefer en, dass Deutsche sich deutlich zurückhaltender als Araber äußern, wenn es um das Thema Juden geht: „Deutsche sind versteckter antisemitisch.“

Und Deutsche begehen nach wie vor die meisten antisemitischen Straftaten in Nordrhein-Westfalen, wie aus Zahlen des Innenministeriums hervorgeht: Von insgesamt 351 antisemitischen Straftaten wurden 2014 226 von Rechtsradikalen und fünf von Linksradikalen begangen. 98 antisemitische Straftaten wurden von Ausländern begangen und 22 Taten konnten keiner dieser Gruppen zugeordnet werden. Bedrohlich ist allerdings der Anstieg der von Ausländern begangenen Delikte mit einem antisemitischen Hintergrund: 2013 waren es lediglich sieben.

Auch der Münsteraner Politikwissenschaftler Aladin El-Mafaalani hält Konflikte mit Zuwanderern für möglich. El-Mafaalani glaubt jedoch nicht, dass die syrischen Flüchtlinge zu einem klassischen Antisemitismus neigen: „Viele Syrer sind konservativ und gläubig. Sie haben eher ein Problem mit Atheisten, weil in Syrien die Religion eine große Rolle spielt. Selbst Nationalisten oder Kommunisten betonen, dass sie gläubig sind.“ Gläubige Juden, da ist sich El-Mafaalani sicher, wird die große Mehrheit der syrischen Flüchtlinge akzeptieren. Probleme sieht er jedoch, wenn es um das Thema Israel geht: „Der Staat Israel existiert in den syrischen Schulbüchern nicht. Es ist weitgehender Konsens, dass das Land den Palästinensern gehört und Palästina heißt.“ Der Nahost-Konflikt sei in Syrien präsent, es hat mehrere Kriege gegeben und die Besetzung der Golan-Höhen durch Israel werde als nationale Schmach empfunden. „Das ist in etwa wie der Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich um Elsass-Lothringen im 19. und 20. Jahrhundert.“

Geht es um das Thema Israel, würden viele Syrer empfindlich reagieren. Hier müsse man etwas tun: „Man muss den Menschen erklären, dass wir in Deutschland ein anderes Verhältnis zu Israel haben, und dass das auch in unserer Geschichte begründet ist. Ich glaube, viele werden die Haltung verstehen können, dass die Existenz Israels für viele Deutsche wichtig ist. Allerdings sollte man nie die Interessen der Palästinenser vergessen, die für viele Syrer sehr wichtig sind.“

Dass auch arabischstämmige Jugendliche Synagogen angegriffen haben steht für ihn dazu nicht im Widerspruch: „Diese Menschen sind mit den Flüchtlingen nicht zu vergleichen. Sie wurden hier geprägt und nicht in Syrien, wo der Respekt gegenüber Religionen sehr hoch ist.“ Zumindest gegenüber den Juden und Christen.

Michael Kiefer glaubt auch daran, dass man Konflikte entschärfen kann, wenn man den Dialog sucht. „Man kann eine Menge tun. Es ist wichtig,dass die jungen Menschen wirklich schnell in die Schule hineinkommen. Sie müssen schnell lernen, welche Kultur wir hier haben, wie eine multikulturelle Gesellschaft funktioniert und welche Rolle hier die Toleranz spielt.“ Die Schule ist dafür gut ausgerüstet – wenn personelle Ressourcen da sind.“

Es könne nicht sein, Flüchtlinge einfach nur als Seiteneinsteiger in Schulen zu stecken. „Sie müssen besonders unterrichtet werden. Dann sind die Chance sehr hoch, das, man Probleme, die aufkommen könnten, schnell eindämmen kann,“sagt Kiefer. Deutschland sei, was die Präventionsarbeit zum Thema Antisemitismus betrifft, gut aufgestellt. Mit „Dialog mit Schule“gäbe es ein gutes Projekt in Berlin und Hamburg. „Da diskutieren Schüler mit Moderatoren. Das hat sich in jeder Hinsicht bewährt.“

In Nordrhein-Westfalen bereitet man sich indes nicht auf das Problem des Antisemitismus der Flüchtlinge vor. Auf eine Anfrage dieser Zeitung an die Landesregierung, ob entsprechende Programme geplant seien, gab es keine Antwort.

Leonid Goldberg, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Wuppertal, teilt die Zuversicht der Wissenschaftler nicht: „Jude ist doch längst auf deutschen Schulhöfen ein gängiges Schimpfwort.“

Er glaubt nicht, dass Maßnahmen gegen den Antisemitismus erfolgreich sein werden.

„Wir können gar nichts tun.Es wurden alle über die Grenze gelassen, ohne zu überprüfen, wer diese Menschen sind.“ Jetzt sei es zu spät. „Ich glaube nicht, dass wir die meisten Flüchtlinge von unseren demokratischen Normen überzeugen können.“

Auch von der Politik erwartet Goldberg nichts mehr: „Jedes Jahr erkläre ich Politikern die Gefahren, die wir sehen. Ich tue das auf unserem Jahresempfang und bei meiner Rede zur Pogromnacht im November. Alle hören zu, aber nichts passiert.“

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26 Kommentare zu “Wie antisemitisch sind arabische Flüchtlinge?

  • #1
    Sigrid Herrmann-Marschall

    Diese Sicht irritiert:

    "Geht es um das Thema Israel, würden viele Syrer empfindlich reagieren. Hier müsse man etwas tun: „Man muss den Menschen erklären, dass wir in Deutschland ein anderes Verhältnis zu Israel haben, und dass das auch in unserer Geschichte begründet ist. Ich glaube, viele werden die Haltung verstehen können, dass die Existenz Israels für viele Deutsche wichtig ist."

    Es geht um allgemeine Menschenrechte, um eine Haltung anderen Menschen gegenüber, die jeder grundsätzlich haben sollte. Hat man die, steht das Existenzrecht sekundär außer Frage.

    "Es könne nicht sein, Flüchtlinge einfach nur als Seiteneinsteiger in Schulen zu stecken. „Sie müssen besonders unterrichtet werden. Dann sind die Chance sehr hoch, das, man Probleme, die aufkommen könnten, schnell eindämmen kann,“sagt Kiefer. Deutschland sei, was die Präventionsarbeit zum Thema Antisemitismus betrifft, gut aufgestellt. Mit „Dialog mit Schule“gäbe es ein gutes Projekt in Berlin und Hamburg. „Da diskutieren Schüler mit Moderatoren. Das hat sich in jeder Hinsicht bewährt.“"

    Da ist doch rein gar nichts evaluiert.
    Was genau hat sich da "bewährt" (= Eigenwerbung?)? Doch nur, dass man es abgehalten hat. Es gibt keine Untersuchungen, die den Radikalisierungsgrad nachverfolgen.

    Kiefer und viele andere verkennen massiv die prägende Kraft und Wucht des Totalitarismus. Da muss sehr viel mehr getan werden als mal einen Workshop zu machen. Da ist häufig tief verwurzelte Menschenfeindlichkeit gegenüber allem Ungläubigen da. Da muss man ran. Die Auslagerung allerdings ist tatsächlich schlau bei einer Gruppe Menschen, die nicht selten sehr emotional auf das Thema anspricht. Mit diesen Emotionen sind Lehrer überfordert, können sie aber auch schwer auflösen. Es ist klug, das von Personen außerhalb des normalen Lernkontextes anzuregen.

  • #2
    Frank Heinze

    Im nächsten Sommer, beim nächsten Gazakrieg, werden wir zehntausende dieser migrierten Israelkritiker auf den Straßen sehen und hören. "Kindermörder Israil" ist eingängig und leicht zu merken. Warum soll es in Deutschland anders sein als in Frankreich oder England?

    In zwei, drei Jahren gibt es die erste erfolgreiche Islampartei in Dland, dann hat sich die Frage der "Staatsraison" sowieso erledigt. In Bezug auf Israel und die Juden gehen arabische wie deutsche Mehrheitsmeinungen ohnehin konform.

  • #3
    Janina

    "Allerdings sollte man nie die Interessen der Palästinenser vergessen, die für viele Syrer sehr wichtig sind."

    Ja ja, so wichtig sind Syrern Palaraber, dass die ihre PalAraber wegbomben, verhungern, verrecken und vergasen lassen. Verlogen einfach nur verlogen. Fakt, Araber geben auf Palästinenser nix, sie hassen diese und halen sie in menschenunwürdigen Apartheidslagern und nur wenn es gegen Israel geht, sind die Palaraber plötzlich wichtig. Verlogenes Pack.

  • #4
    Jochen Hoff

    Viele Araber werden mit dem Begriff antisemitisch nichts anfangen können, zumal einige selbst Semiten sind. Aber Stefan meint ihr vermutlich antijüdisch was ja in unserem Sprachraum als antisemitisch verstanden wird. Auch da muss bezweifelt werden, das dies stimmt, da ja der Islam wie auch das Christentum auf das Judentum aufbauen. In diesem Sinne ist keine Gefahr für deutsche Juden gegeben.

    Gefährlich wird es an anderer Stelle. Selbstverständlich haben viele der Flüchtlinge allen Grund Israel zu hassen, weil es zusammen mit den USA für ständige Unruhe und Krieg in seiner Nachbarschaft sorgt.

    Das und die Tatsache, dass viele deutsche Juden Israel praktisch kritiklos unterstützen schafft Gegensätze die schwer aufzuheben sind. Natürlich sind die deutschen Juden nicht Schuld an dem was zum Beispiel den Syrern durch Israel und die USA angetan wurde, aber sie sind auch nicht dagegen eingeschritten, obwohl sie die Macht gehabt hätten.

    Für uns hier mag klar sein, dass Israel genausowenig Herr seiner Entscheidungen ist wie Deutschland und in Wirklichkeit die USA führen.

    Zum Glück geht es den Flüchtlingen nicht darum hier neue Kriege anzufangen sondern sich ein sicheres Leben aufzubauen, aber in diesem Zusammenhang ist es erforderlich die Flüchtlinge gut über die wirkliche politische Lage und auch das moralische Problem der deutschen Juden die eben nicht "nächstes Jahr in Jerusalem" sein wollen und sich deshalb stets etwas schuldig fühlen.

    Der Ruf nach der Politik ist da eher sinnlos. Die wird nichts bewegen, weil sie sich ja selbst nicht bewegen kann.

  • #5
    Gerd

    Hier wird tüchtig schön geredet und teils deftig desinfomiert!

    „Allerdings räumt Kiefer en, dass Deutsche sich deutlich zurückhaltender als Araber äußern, wenn es um das Thema Juden geht: „Deutsche sind versteckter antisemitisch.“

    Diese Aussage ist an Dummheit kaum zu überbieten. Ein Deutscher, der sich nicht judenfeindlich äußert ist nicht etwa nicht judenfeindlich, sondern versteckt seine Judenfeindlichkeit.

    „Und Deutsche begehen nach wie vor die meisten antisemitischen Straftaten in Nordrhein-Westfalen, wie aus Zahlen des Innenministeriums hervorgeht: Von insgesamt 351 antisemitischen Straftaten wurden 2014 226 von Rechtsradikalen und fünf von Linksradikalen begangen. 98 antisemitische Straftaten wurden von Ausländern begangen…“

    Das erinnert mich an ein Zitat, dass Göbbels zugeschrieben wird, wonach man nur den Statistiken glauben darf, die man selber gefälscht hat. Warum darf man dieser nicht trauen?

    1. Die Justiz ist gut darin Judenhasss als Tatmotiv einfach wegzudefinieren. Der Grund für den Anschlag auf die Synagoge in Wuppertal war laut Gericht nicht etwa Hass auf Juden, sondern eine Reaktion auf den Gazakrieg. Wenn jüdische Deutsche für den Handlungen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden, ist dass sehr wohl antisemitisch.

    2. Die Aussage dass „Deutsche“ die meisten Taten begehen ist von geringer Aussagekraft, da es viele deutsche Staatsangehörige mit nahöstlichem Migrationhintergrund gibt.

    „Viele Syrer sind konservativ und gläubig. Sie haben eher ein Problem mit Atheisten, weil in Syrien die Religion eine große Rolle spielt. Selbst Nationalisten oder Kommunisten betonen, dass sie gläubig sind.“ Gläubige Juden, da ist sich El-Mafaalani sicher, wird die große Mehrheit der syrischen Flüchtlinge akzeptieren.“

    Wers glaubt wird selig. In arabischen Medien wird nicht politisch korrekt gegen Siedler und Zionisten gehetzt, sondern ganz offen gegen Juden. Und die Hetzer rechtfertigen ihre Hetze u.a. mit religiösen Argumenten. Sprich El-Mafaalani führt den Autor an der Nase herum und zwar GEWALTIG:

    „Sie wurden hier geprägt und nicht in Syrien, wo der Respekt gegenüber Religionen sehr hoch ist.“ Zumindest gegenüber den Juden und Christen.“

    Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten! Alle Juden wurden schon vor Jahrzehnten aus Syrien vertreiben und gegenwärtig schlachten sich Syrer aus ethnisch-religiösen Gründen massenhaft gegenseitig ab. Respekt vor Religionen? *kopfschüttel*

  • #6
    Chajm

    Zu dem Thema gäbe es viel (differenzierten) Diskussionsbedarf und eine Strategie diesbezüglich.
    Ist vielleicht aber eher ungut, wenn man einen vorbestraften »Antizionisten« in einem Flüchtlingsheim arbeiten lässt…

  • #7
    keineEigenverantwortung

    Wir haben ein Grundgesetz, es gibt Menschenrechte. Wenn wir hier ein Stück friedliche Welt haben wollen, müssen wir uns dafür einsetzen, dass dies auch so bleibt, d.h. eingreifen, wenn gegen diese Basics des Zusammenlebens durch wen auch immer verstoßen wird. Die Demos im letzten Sommer waren für mich schockierend.

    In den Aussagen des Artikels sind mir zu viele Relativierungen und zu viele Spezialfälle. Es geht um Menschenrechte und um die körperliche Unversehrtheit. Das sind Basics in unserer Gesellschaft, die mit ein paar Sätzen vermittelt werden können. Dafür brauchen wir auch keine Spezialprogramme etc.

  • #8
    Klaus Lohmann

    @Gerd: Wenn man Ihr braun-relativistisches Gestammel mal beiseite lässt – Wie stehen *Sie* denn zu Ihren jüdischen Mitbürgern?

    Und PS: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-so-antijuedisch-sind-die-deutschen-a-869519.html (wobei natürlich der muslimische Ausländer-Anteil unter den Nazis besonders berücksichtigt wurde….:)

  • #9
    nussknacker56

    Ich fürchte, Leonid Goldberg wird auf ganzer Linie recht behalten. Ich bin sehr pessimistisch, was die aufgeführten Gegenstrategien anbelangt.

    Noch eine Anmerkung zu Herrn El-Mafaalani. Er meint zum Schluss allen Ernstes: „Allerdings sollte man nie die Interessen der Palästinenser vergessen, die für viele Syrer sehr wichtig sind.“

    Weitaus die meisten Palästinenser scheinen letztlich nur ein verbindendes Interessensgebiet zu haben: So viele Juden töten, wie nur irgend möglich. Das ist in deren Herkunftsländern so (Gaza, WJL), zieht sich wie eine Seuche durch andere arabische Länder und fängt an, in Europa ebenfalls entsprechende „Erfolge“ zu zeigen. An einer mentalen Unterstützung fehlt es in Deutschland gewiss nicht. Das wird nicht direkt so formuliert, aber über den Umweg „Zionismus“, „Besatzungsmacht“ usw. wird es wesentlich konkreter. Dazu braucht man bloß noch die Foren durchforsten, deren Thema das Wort Israel beinhaltet und in denen die Betreffenden sich hinter der Anonymität verstecken können, dann weiß man, was uns blüht, wenn es nicht gelingt, hier unverrückbare Grenzen aufzuzeigen.

    Israelhasser und geistige Handlanger, wie z.B. Jochen Hoff (#4), gibt es in Deutschland wie Sand am Meer, sie sind zugleich Schmier- und Treibmittel für künftige „Sommerdemos“. Besonders deswegen wird es sehr schwer werden, den antisemitisch konditionierten Hass der arabischen Flüchtlinge einzudämmen. Scheint dieser doch in einem erheblichen Teil der deutschen Bevölkerung auf positive Resonanz zu stoßen.

  • #10
    Jochen Hoff

    #9 nussknacker56

    Ich muss ein wenig lächeln, wenn jemand der mich einen Israelhasser und geistigen Handlanger nennt im gleichen Kommentar allen Palästinensern vorwirft nur ein Interesse zu haben, so viele Juden zu töten wie möglich.

    Ich habe in meinem Kommentar eigentlich deutlich gemacht, dass es um die Handlungen des israelischen Staates geht und nicht um die Juden, die Israelis oder die Araber. Ohne den Holocaust, also ohne deutsche Schuld gäbe es das Problem Israel nicht. sondern vermutlich einen palästinensischen Staat mit einem kleineren Anteil von Juden, die aber problemlos miteinander leben können, wie sie es auch vor dem Holocaust getan haben. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/57631/historische-entwicklung?p=all

    Es ist aber müßig über hätte und könnte zu debattieren und genau wie es keinen Sinn macht über die Grade von Schuld und die Frage wer wem, wann, was getan hat zu sinnieren. Auf lang Sicht gesehen ist die Situation Israels unhaltbar und man kann nur die Toten und Verwundeten auf allen Seiten bedauern.

    http://duckhome.net/tb/archives/12449-Das-Existenzrecht-Palaestinas.html

  • #11
    Chajm

    @Jochen Hoff Ich empfehle wärmstens, sich mit dem Begriff »Antisemitismus« einmal auseinanderzusetzen. Ihre Analyse greift hier etwas zu kurz und ist auch nicht besonders originell.

    Interessant ist die Unterstellung, Israel hätte »den Syrern« etwas angetan. Das verweist auf politische Fakten die nur Ihnen vorliegen. Israel hat die Golanhöhen erobert. Aber keinesfalls in einem Angriffskrieg. Das ist allgemein bekannt. Aber das ist keine Ausrede für Antisemitismus.

    Und die Unterstellung, die »deutschen Juden« würden sich schuldig fühlen, kann ich ebenso pauschal zurückweisen. Sicher soll damit irgendein politischer Mechanismus angedeutet werden. Ich versichere Ihnen: Das ist nicht zutreffend.

  • #12
    Thorsten Stumm

    Liebe Isrealkritiker und Antizionisten,

    es gibt im Nahen Osten ca. 1,5 Mio Araber die in einer Demokratie leben. So mit Wahlen, unabhängigen Gerichten und gesetzlich garantierten Rechten.

    Sie alle leben als Staatsbürger in Israel. Immer mehr davon gehen, obwohl vom Militärdienst befreit, freiwillig zur IDF……warum wohl ?

  • #13
    Alreech

    NaJa, man darf nicht vergessen das die meisten arabischen Länder wie Syrien und der Irak seit 1945 Judenfrei sind.
    Ob die Menschen die dort aufgewachsen sind gelernt haben Synagogen zu tolerieren ?

    Für viele der Einwanderer werden die kommenden Jahre sehr frustrierend werden. Ohne Sprachkenntnisse und Ausbildung auf dem Niveau eines deutschen Facharbeiters sind nur mies bezahlte Jobs drin, und bezahlter Wohnraum ist gerade im Niedriglohnbereich Mangelware.

    Aus Frust gewalttätige zu werden ist nicht ungewöhnlich, und ich hab so meine Zweifel das die Einwanderer bei Pegidia oder der Antifa mitmarschieren um Dampf abzulassen.

  • #14
    thomas weigle

    @ Thorsten Stumm .. doch hoffentlich nicht, um das dort sicher bestens gelernte Handwerk in den Dienst der Israelhasser zu stellen.

  • #15
    Thorsten Stumm

    @Thomas Weigle
    Wohl kaum…diese tapferen Frauen und Männer verteidigen Israel weil sie ein Leben in Freiheit und in einer Demokratie zu verlieren haben. Etwas das kein Araber ausserhalb Israels sonst geniest. Etwas, dass die politische Führer der Hamas und Herr Abbas ihrem Volk nicht zu gestehen….die letzten Wahlen in Palästina fanden 2006 statt….es gibt auch unter Arabern Menschen die für ihre Rechte einstehen und diejenigen bekämpfen die sie ihnen nehmen wollen….sie haben ihren Hohn nicht verdient Herr Weigle. Meinen Respekt haben diese freien Menschen !

    http://haolam.de/artikel_7664.html

  • #16
    thomas weigle

    @ Thorsten Stumm Das war kein Hohn, sondern die Erinnerung daran, dass in den 70ern in linken Kreisen durchaus ernsthaft darüber diskutiert wurde, deshalb zur BW zu gehen, um das gelernte dann an anderer Stelle einzusetzen. Ich wünsche mir heute genau wie Sie, dass es so ist, wie Sie sagen. In der heutigen Welt würde ich allerdings nichts mehr als gegeben voraussetzen. Sie können in die Köpfe der Menschen nicht hineinsehen. Auch wenn die israelischen Dienste sicherlich große Klasse sind und unsichere Kantonisten herausfiltern, es bleibt ein Rest von Unsicherheit. Auch unter den Zonenflüchtlingen waren eine Menge faule Kunden, die durch die Maschen schlüpften. Wer Menschen zu Selbstmordattentätern abrichtet, wird auch unter diesen Menschen sein "Glück" versuchen und wohl auch vereinzelt finden.
    Dass Israel seinen arabischen Staatsbürgern die demokratischen Rechte bietet, die Araber sonst nirgends haben, ist mir wohl bewusst. Leider hält das auch bei uns viele "Demokraten" nicht ab, Israel mit Hass zu verfolgen. Mein Abschied aus der linkpartei begann mit dem Satz des Gütersloher Sprechers Pfusch: "Der Kampf gegen Israel ist Teil des Kampfes gegen den westlichen Imperialismus."
    Was Israel und den hiesigen AS angeht, habe ich bislang zwischen Ihnen und mir keine signifikanten Unterschiede ausmachen können. Von meiner Seite wird sich das auch sicherlich nicht ändern. Die von Ihnen kritisierte Bemerkung war sicher etwas flapsig, dass ist halt so manchmal meine Art, beim Thema Israel aber wohl nicht angebracht.

  • #17
    Jochen Hoff

    #11 Chajm Ich beschäftige mich zwar erst 40 Jahre mit dem Begriff Antisemitismus, möchte aber behaupten doch schon über fundierte Grundkenntnisse zu verfügen.

    Selbstverständlich hat Israel Syrien nichts angetan. Die israelischen Bomber fliegen da ja nur hin und bomben weil die bösen Syrer ihr Land wiederhaben wollen und Israel das nicht will und aus militärtaktischen Gründen auch nicht kann.

    Traditionell beenden die Juden den Pessach-Seder mit dem Wunsch: “nächstes Jahr in Jerusalem!“ sind sich aber darüber im klaren das gar nicht nach Jerusalem wollen, sondern lieber überall woanders auf der Welt leben wollen, wo sie wirklich zuhause sind. Eine derart offensichtliche Lüge führt zu Schuldgefühlen und die werden kompensiert indem man Israel nicht nur finanziell sondern auch politisch massiv unterstützt und sogar Menschenrechtsverletzungen schwerster Art einfach leugnet.

    Das ist menschlich verständlich, macht aber aus den außerisraelischen Juden praktisch Handlanger der israelischen Politik, die, wie bereits erwähnt ja auch nicht die Politik der israelischen Bürger ist, genauso wie unsere Politkaste die deutschen Bürger und deren Interessen ja auch nicht vertritt. Fest steht auch, dass die Schutzmacht USA notfalls bis zum letzten Israeli kämpfen wird.

    Natürlich lieber Chaim werden sie das alles anders sehen, und selbstverständlich fühlen sie sich nicht schuldig. Ich hingegen fühle mich schon jetzt am nächsten Holocaust schuldig, weil ich nicht genug getan habe um Leute wie sie zu stoppen. Ihr Israelbild ist so wie das Deutschlandbild der PI- und Pegida-Nazis. Einseitig und völlig eindimensional.

  • #18
    Klaus Lohmann

    @#17: Mit solchen Ammenmärchen und abscheulichen Nazi-Vergleichen hat Ihre angeblich 40-jährige "Beschäftigung" mit Antisemitismus eher was von permanenter praktischer Anwendung desselben.

  • #19
    thomas weigle

    ein Wunsch, seit vielen Jahren von Juden in aller Welt eher ritualisiert geäußert, macht diese zu Handlangern der israelischen Politik? Schon das Wort Handlanger in diesem Zusammenhang gibt die unangenehme Richtung vor. Selbst wenn der Wunsch ernst gemeint ist, ist er nicht verwerflich, sondern sollte doch respektiert werden, zu mal die Israelis zahlenmäßig nicht in der Vorhand sind. Generell meine ich, dass ein demokratisches Israel, zumal wenn seine Grenzen sicher sind, Selbstmordattentate, Messerattacken und Raketeneinflüge Vergangenheit sind, durchaus auch für arabische Besucher des Tempelberges der bestmögliche Gastgeber ist, ob diese religiös sind oder nicht.

  • #20
    Arnold Voss

    @ Jochen – ich habe den Antisemitismus studiert – Hoff # 17

    Hallo Herr Hoff, gewöhnen sie sich einfach an Juden, die zurückschießen. Ist für einen, der den Antisemitismus schon so lange wie sie studiert hat, natürlich eine Herausforderung. Aber sie kriegen das hin. Und noch was: Nach Angriffskriegen gibt es selten Land zurück. Sollten sie als Deutscher eigentlich wissen.

  • #21
    thomas weigle

    @ Arnold Voss Die einen lernen aus der Geschichte, die anderen nicht. Und dass Israel, das perfide, den Sinai zurückgegeben hat, geht irgendwie immer unter. "Land gegen Frieden" ! Ein Motto, dass zwischen Ä. und I. doch zu funktionieren scheint.

  • #22
    Helmut Junge

    @Jochen Hoff, es gibt auf der ganzen Erde kein einzges Land, das NICHT seine Grenzen durch Krieg erhalten hätte, nicht einmal der Vatikanstaat.
    Darüber wird aber nie (NIE) gesprochen. Wenn überhaupt über solche Grenzziehungen gesprochen wird, geht es um Israel. Einzig und immer. Und fast immer sagt derjenige, der das Thema anspricht, daß er das keinesfalls deshalb tut, weil er Antisemit wäre. Gottbewahre.
    abstract:
    es geht nicht um unzählige kriegsbedingte Grenzziehungen in der Geschichte, sondern um einen winzigen Bruchteil davon. Die aber betreffen alle den Staat Israel und derjenige, das dieses Thema immer wieder hochhält, ist fast immer kein Antisemit. Und mit denjenigen, die bei gleicher Wortwahl genau die gleiche Meinung vertreten, aber stolz erklären, daß sie auf jeden Fall Antisemiten seien, und zwar seit Geburt an, will der oben genannte, der kein Antisemit sein möchte, auch nicht in einen Topf geworfen werden.

  • #23
    thomas weigle

    @ Helmut Junge Manchmal liegt das richtige so nahe, dass man es permanent übersieht. Danke für das Augenöffnen.

  • #24
    nussknacker56

    #10
    Herr Hoff, ich wiederhole mal ein paar „Blüten“, die Sie bisher abgesondert haben.

    Sie schreiben in #4:
    „Natürlich sind die deutschen Juden nicht Schuld an dem was zum Beispiel den Syrern durch Israel und die USA angetan wurde, aber sie sind auch nicht dagegen eingeschritten, obwohl sie die Macht gehabt hätten.“
    (Ja, die Juden sind überaus mächtig, das wusste man allerdings schon früher, besonders zwischen 1930–1945.)
    „… und auch das moralische Problem der deutschen Juden die eben nicht "nächstes Jahr in Jerusalem" sein wollen und sich deshalb stets etwas schuldig fühlen.“
    (Juden sind an allem schuld – und außerdem haben sie uns Auschwitz eingebrockt.)

    Und weiter geht’s in #17
    „… sondern lieber überall woanders auf der Welt leben wollen, wo sie [die Juden] wirklich zuhause sind.“
    (Sie wissen also, wo die Juden „zuhause“ sein zu haben.)

    Ihr vorstehendes Vokabular verrät sehr deutlich, wie Es in Ihnen rumort. Mehr muss man über Sie nicht wissen.

  • #25
    Jochen Hoff

    #22 Helmut Junge

    Sie gesamt gesehen natürlich recht. Allerdings machen Sie es sich im Zusammenhang mit Israel etwas einfach. Nach dem zweiten Weltkrieg sind wir in Deutschland damit sozialisiert worden, dass es nie wieder Krieg geben sollte. Selbst die grünen Kriegstreiber waren mal eine pazifistische Partei.

    Wir Deutschen konnten als die Verantwortlichen für den Holocaust keinerlei Einfluss nehmen, aber auch die anderen zivilisierten Länder, vor allem England und die USA haben den jüdischen Terroristen freie Hand gelassen und die Entstehung des Staates Israel in Palästina zugelassen.

    Die Engländer waren am Ende ihres Empire angelanbgt und vermutlich einfach keine Lust mehr und für die USA war es unter imperialen Gesichtspunkten ideal einen Dorn im arabischen Fleisch zu haben an dem sie immer wieder mal ruckeln konnten. So entstand in Israel die Idee sie wären berechtigt den Palästinensern ihr Land wegzunehmen.

    Dazu kam der kalte Krieg der in und um Israel immer mal wieder heiß gemacht wurde ohne dass die Araber und Israelis verstanden hätten, dass sie nur Marionetten waren. Was war ich damals stolz auf die tapferen Israelis die sich gegen ein vielfache Übermacht erfolgreich gewehrt und gewonnen hatten.

    Aber natürlich hatte Israel nicht wirklich etwas gewonnen sondern nur die Gräben vertieft. Dann war immer die Rede von arabischen Terroristen. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass die Terroristen in Wirklichkeit Partisanen sind die für ihr Land kämpfen.

    Aber irgendwann war auch dieser Kampf fasst zu Ende. Israel und Palästina hätten Gelegenheit Frieden zu machen. 1994 als Jassir Arafat, Schimon Peres und Jitzchak Rabin den Friedensnobelpreis bekamen war alles möglich.

    Aber die israelische Regierung entschied sich dagegen und vertrieb und ermordete weiterhin Paläsinenser und schürte neuen Hass. Es ist dieses Vorgehen was ja auch weiterhin tagtäglich passiert, dass es für Friedensfreunde und Demokraten fast unmöglich macht Israel wohlwollend zu betrachten.

    Selbstverständlich gibt es Leute die das israelische Morden gut finden. Das sind aber zumeist nicht wirklich die Freunde Israels, sondern Leute die Interessen am Konflikt haben. Häufig sind diese Israelfreunde in Wirklichkeit wie PI Rassisten die nur darauf warten das Israelis und Araber sich gegenseitig ausrotten um dann beide nieder zu machen.

    Wer ein Freund Israels sein will, muss kritisieren.

  • #26
    Jochen Hoff

    #24 nussknacker56 Gut gemacht. Sie rie reißen meine Sätze aus dem Zusammenhang und verbinden sie dann mit antisemitischem Gedankengut um sie mir Antisemitismus vorwerfen zu können. Sie heißen mit Klarnamen nicht zufällig Goebbels?

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