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Update: Wuppertal: Salafisten patrouillieren als „Scharia Polizei“

Shariah-Polizei

Screenshot: uniformierte „Sharia Police“

Update:  Mittlerweile ermittelt die Polizei Wuppertal gegen die „Scharia Polizei“. Gestern Abend wurden sie in der Innenstadt von Elberfeld von der Polizei angetroffen und kontrolliert. Die Polizei hat Strafverfahren wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Ermittelt wird wegen einer unangemeldeten Versammlung und einem Verstoß gegen das Uniformierungsverbot. Auch die Salafisten haben auf unsere Berichterstattung reagiert. Pierre Vogel begründet in einem Video warum die „Scharia Polizei“ gut ist, und setzt sich in einem weiteren Video mit unserem Artikel auseinander.

Ursprünglicher Text:

Wuppertaler Salafisten haben eine „Scharia Polizei“ gegründet. Auf einem YouTube Video (editiert: Das Video ist mittlerweile aus dem Netz entfernt.) kann man die Salafisten auf Streife beobachten. Sie lungern vor einer Discothek herum, gehen in Spielhallen, und quatschen junge Männer, die sie für Muslime halten, auf der Straße an. Das Ziel ist eindeutig, die Salafisten wollen Kontrolle über die ju

Screenshot: "Shariah Polizei"

Screenshot: „Shariah Polizei“

ngen Muslime ausüben. Sie wollen, dass diese sich in ihrer Lebensweise einschränken. Die Wuppertaler Salafisten planen außerdem derzeit den Kauf einer eigenen Moschee und werden dabei von bekannten Salafisten wie Sven Lau und Pierre Vogel unterstützt. Die Polizei Wuppertal hat die örtliche Salafistenszene im Visier und beobachtet deren Aktivitäten.

Das Projekt der „Scharia Polizei“ erinnert ein wenig an den „Stadtschutz“ der Partei „Die Rechte“ in Dortmund. Beide Projekte dienen in erster Linie der Propagandaarbeit für eine menschenfeindliche Weltsicht. Wuppertaler Muslimen bleibt zu wünschen, dass sie von Anquatschversuchen der „Scharia Polizei“ verschont bleiben und ihr Leben führen können wie sie es für richtig halten.

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58 Kommentare zu “Update: Wuppertal: Salafisten patrouillieren als „Scharia Polizei“

  • #51
    Stefan Laurin

    @Rainer Möller: Viel Spaß beim Dialog mit IS – da verliert man schnell seinen Kopf.

  • #52
    Rainer Möller

    Kant sprach in diesem Zusammenhang von „Misologie“: Verachtung der vernünftigen Rede. Und ich ärgere mich über diese grassierende Misologie. Erst sind die Gegner schwach, dann heißt es: Man darf nicht mit ihnen reden, um sie nicht aufzuwerten. Dann werden sie stark, dann heißt es : Man kann nicht mit ihnen reden, weil es zu gefährlich ist. Dazwischen scheint es überhaupt nichts mehr zu geben.

  • #53
    Stefan Laurin

    @Rainer Möller: Mit zahlreichen muslimischen Gruppe gibt es Dialoge – mit Kirchengemeinden, dem Staat und an Tagen wie dem der offenen Moschee mit vielen Bürgern. Grundlage des Dialogs ist der gegenseitige Respekt. Eine Gruppe deren Ziel es ist, diese Gesellschaft zu vernichten kann nicht Dialogpartner sein, sie ist ein Gegner dieser Gesellschaft. Und gegen ihre Gegner muss sich diese Gesellschaft wehren.

  • #54
    Rainer Möller

    Stefan Laurin, wenn Ihre Perspektive die weltweite Durchsetzung des westlichen Lebensstils ist, wollen Sie dann nicht auch die islamische „Gesellschaft vernichten“? Und warum sollte ein gläubiger Moslem dann mit Ihnen reden?

    Ich würde schon vorschlagen, die Bedingungen für einen Dialog so flach und konkret wie möglich zu halten – etwa: „Während unseres Gesprächs bringt keiner den anderen um.“ Sobald wir uns auf einer abstrakten Ebene bewegen wie „Respekt“ oder „unsere Gesellschaft darf prinzipiell nicht vernichtet werden“, wird undeutlich/doppeldeutig, was wir wechselseitig voneinander erwarten; und je mehr wir als Bedingung voraussetzen, desto weniger haben wir, worüber wir sprechen können.

  • #55
    Stefan Laurin

    @Rainer Möller: Ich halte den den aufgeklärten Lebensstil des Westens alle religiösen Lebensstilen für überlegen. Man kann das messen: Religiösität bedeutet Armut und Unterentwicklung. Im Kern ist es mir egal, ob jemand religiös ist oder nicht – jeder wie er will. Nur wenn sie Mädchen den Zugang zu Bildung verwehren und andere Menschen zwingen wollen, so zu leben wie sie leben, sollte man, wenn es möglich ist, eingreifen. Der westliche Lebensstil muss niemanden aufgezwungen werden – Meinungsfreiheit, die Aussicht s ein Leben selbst zu gestalten aber auch iPhones, Fachfernseher und Porsches sind attraktiv genug – immer mehr Menschen wollen so leben. Wir im Westen haben ja die Religionen auch weitgehend überwunden. Das schaffen andere auch.

  • #56
    Klaus Lohmann

    @#48 Rainer Möller:
    Bitte, was gibt es denn Besseres als Alkohol, Drogen, Glücksspiel und sexuelle Promiskuität?? :))

    Besser ist aber auch, dass sich die muslimische Gemeinschaft in Deutschland am Wochenende sehr klar und deutlich gegen diese Sheriff-Salafisten und Halbstarke ausgesprochen hat. Die benötigen also gar keine Ruhrbarone, um über Terror und Propaganda nachzudenken.

  • #57
    Rainer Möller

    Stefan Laurin,
    der Westen ist auch nicht so golden. Nicht jedermann wird einen Porsche bekommen. Und der westliche Lebensstil ist auch keine notwendige Einheit. Die „anderen“ machen genau das, was jeder vernünftige Mensch macht: sie übernehmen einige technische und medizinische Errungenschaften, aber nicht alles; das lässt sich nämlich ganz gut trennen.

    Das Fatale bei jeder Verklärung des westlichen Lebensstils ist das folgende: Das Problem des „Drucks“ wird nicht ehrlich angegangen. Jede Übernahme westlicher Gebräuche erscheint automatisch als freie Entscheidung, jedes Beharren auf der Beibehaltung nichtwestlicher Gebräuche ebenso automatisch als unzumutbarer Zwang. Aber wie gesagt, in der Realität gibt es etwas zwischen Freiheit und Zwang: einen psychologischen „Druck“ auf beiden Seiten; und in diesem Bereich bewegt sich ein Großteil des Salafismus.

  • #58
    Thomas Weigle

    @ Rainer Möller Jeder soll so leben, wie er es für richtig hält. Er soll aber andere nicht zu seinem Lebensstil zwingen. Der Kapitalismus ist nun mal in seinen vielfältigen Lebensmöglichkeiten die attraktivste Lebensweise. Das hat u.a. die millionenfache Abstimmung mit Füßen der Bewohner des ehemaligen Ostblocks gezeigt. Den Oberen dort war das auch in aller Schärfe bewusst. Das hieß dann „Überholen ohne Einzuholen“. Hat ja hervorragend funktioniert.
    Und ich will mir von keinem religiösen oder auch politischen Eiferer sagen lassen, wie ich zu leben, bzw. nicht zu leben habe. Wir haben, dass hat Stefan benannt, „unsere“ Religionen weitgehend als normative Kraft ausgeschaltet, jetzt kommen andere Deppen und wollen erneut normative Kraft spielen. Nix da.
    Fast noch mehr gehen mir die auf den Geist, die jede Kritik an islamischen, meinetwegen auch muslimischen Verhaltensweisen, sofort mit dem Verdikt Rassismus belegen. Ich will nicht nach der Scharia leben, ich will auch nicht, dass diesen Regeln „in diesem unserem Lande“ normative Kraft zugesprochen wird.

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