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Wut in Wuppertal: Unser Ticker zu Salafisten, Pegidas und Hools in Wuppertal

IMG_4175In Wuppertal soll heute demonstriert werden und zwar nicht zu knapp. Zum ersten mal stehen sich die Gruppen rund um Hogesa/Pegida und Salafisten, mehr oder weniger direkt, gegenüber. Die Situation ist mehr als unübersichtlich und es stellen sich viele Fragen. Schafft es z.B. die Polizei mit ihrem Einsatzkonzept die Gruppen zu trennen? Wie viele Teilnehmer konnten beide Seiten mobilisieren? Und wie sieht es mit dem Gegenprotest von Bürgern und der Antifa aus? Wir versuchen uns ein eigenes Bild zu machen und berichten live…

18.20 Uhr: Die offiziellen Teile sind also alle beendet, ebenso der offizielle Teil unserer Berichterstattung. Völlige Ruhe herrscht trotzdem noch nicht, immer wieder kommt es im Bereich der Wuppertaler Innenstadt zu kleineren Jagdszenen zwischen Polizei, Hoolgans und Gegendemonstranten.

18.17 Uhr: Die Salafisten haben mehr oder weniger zusammengepackt und ihre Veranstaltung beendet. Nur noch knapp 20 von ihnen, gemeinsam mit jeder Menge Presse und Polizei, stehen noch auf dem Willy Brandt Platz herum und fragen sich, was man nun mit dem angebrochenen Abend noch so anfangen kann.

17.44 Uhr: Auch auf Seiten der Salafisten dreht man am großen Rad, verbal… Ein Redner bittet: „Allah… vernichte alle Ungläubigen, Allah, vernichte Amerika… Allah, vernichte Israel…!“ Auch hier, das volle Programm, darunter will man es nicht machen… „Man soll uns an dem messen, was wir hier in Deutschland tun…“ sagte Sven Lau hier noch vor wenigen Minuten… gut, das tun wir hiermit.

17.26 Uhr: Auch die Salafisten haben ihre Prominenz herangekarrt… oder herankarren lassen. Mit Bernhard Falk, ehemals Linksterrorist nun Salafist, ist ein weiterer Redner eingetroffen. Wie alle muss auch er durch das Kontrollzelt der Polizei… wir erinnern uns, das ist Diskriminierung von Muslimen…

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17.00 Uhr: Vor der Demonstration der Salafisten geht es rauer und ruppiger zu. Zumindest ein Böller und ein Ei wurden in Richtung der Salafisten geworfen. Die Polizei hat offenbar einige der Gegendemonstranten in Gewahrsam genommen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Polizei die Situation im Griff hat.

16.57 Uhr: Unterdessen nimmt am ursprünglichen Versammlungsort von Pegida die Polizei die Helme ab, zumindest dort scheint für heute die Messe gelesen zu sein.

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16.51 Uhr: Die einen stehen dumm rum, die anderen reden dumm rum… Sven Lau fühlt sich von der Polizei diskriminiert, da nur Muslime durch Eingangskontrollen der Polizei hätten gehen müssen. Auch sei er kein Hassprediger, nirgendwo würden sich dafür Beispiele finden. Genau wie der Begriff „Salafisten“ sei dies alles nur der Versuch, ihn und die Muslime zu stigmatisieren. Vergleiche mit Saudi Arabien lehnt er ab, man solle die ihn an dem messen, was er in Deutschland tut. So ziemlich alles andere ist im Pfeifkonzert der Gegendemonstranten unter.

16.48 Uhr: Offenbar kam es bei der Abreise der Pegida Anhänger doch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu mindestens einer Festnahme. Anstatt nur mit der Schwebebahn geht es nun auch zu Fuß für die Demonstranten zum Bahnhof.

16.40 Uhr: Nun also doch in größeren Gruppen… Die Teilnehmer der Pegida Demonstration müssen nun doch nicht einsam und allein den Heimweg antreten. In größeren Gruppen geht es nun mit der Schwebebahn zum Hauptbahnhof, wo Schienenersatzverkehr bereitgestellt worden sein soll…

16.14 Uhr: Auch die salafistische Prominenz in Person von Sven Lau muss durch die Personenkontrolle der Polizei.

16.11 Uhr: Polizei richtet zwei Wasserwerfer in die Richtung der Pegida Demonstranten aus… Teilnehmer der Demonstration sollen einzeln zum Hauptbahnhof gehen dürfen/gebracht werden, die stehen allerdings weiterhin lieber in der Gegend herum.

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16.01 Uhr: Und bei den Salafisten auf dem Willy Brandt Platz? „Die können das hier umbenennen in Drögistan“… da braucht man nicht viel mehr Worte zu verlieren… immerhin tauscht man Parolen aus, „Kein Gott, kein Staat, kein Kalifat“ gegen „Allahu Akbar“…

15.55 Uhr: Lustig finden die Pegidas es jedenfalls nicht, dass sie nicht laufen dürfen. Dann beschimpfen sie halt die Polizei… „Befehlstäter“ und auch sie seien wahlweise „Volksverräter“ oder eigentlich doch irgendwie nette Kerle, die doch bitte die Helme abnehmen und sich bei Pegida einreihen sollen… zum wiederholten male… Hooliganlogik…

15.48 Uhr: Polizei geht mit Pfefferspray gegen Hooligans und Pegidas vor. Anscheinend ist der geplante Demonstrationszug von der Polizei untersagt worden, da die Sicherheit nicht garantiert werden konnte… Dazu die Rufe: „Volksverräter“ und „Hooligans Deutschland“…

15.43 Uhr: Vielleicht haben sie Angst, dass ihnen durch diesen neumodischen Fotoapparat die Seele geraubt wird… wie dem auch sei, Ordner der Salafisten wollen Journalisten untersagen, Bilder von Betenden zu machen.

15.39 Uhr: Geradezu ein Pflichttermin… Nazis aus Dortmund nun bei der Pegida Demonstration…

15.26 Uhr: Allgemein wird es aggressiver. Gegendemonstranten beschimpfen die Salafisten als „Kindermörder“.

15.11 Uhr: Der Anteil von Konvertiten unter den jetzt knapp 100 Salafisten ist verhältnismäßig hoch.

15.03 Uhr: „Salafisten sind Faschisten!“ Harte Worte die man sich als extremer Islamist anhören muss, während man von der Polizei einzeln kontrolliert wird, um irgendwann in den Bereich der Demonstration gelassen. zu werden. Immer wieder kommt es zu Rangeleien zwischen den ankommenden Salafisten und den Gegendemonstranten aus dem Linken und dem Kurdischen Lager. Die Polizei ist dazu übergegangen, ankommende Islamisten um die Gegendemonstration herum- und direkt zu den Kontrollzelten zu führen.

14.55 Uhr: Es wird ungemütlicher vor dem Willy Brandt Platz. Es kommt zu Handgreiflichkeiten als die Polizei versucht, die Gegendemonstranten zu abzudrängen, um damit den Salafisten den Weg freizumachen.

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14.42 Uhr: Flaschenwürfe auf Gegendemonstranten. 50 bis 60 Hooligans, unter ihnen Mitglieder der Beserker Pforzgheim, ist es gelungen, an die Demonstranten der Antifa heranzukommen. Flaschen sind geflogen. Die Polizei setzte Reiter ein. Nach dem Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray wurden die Hooligans in den Bereich der Pegida Demonstration weggeführt.

14.35 Uhr: Der antifaschistische und der bürgerliche Protest richten sich heute nicht allein gegen Hools und Nazis, sondern auch gegen die Salafisten. So schützen bislang ca. 150 bis 200 eher dem bürgerlichen Spektrum zuzuordnende Demonstrante die alte Synagoge in Wuppertal. Weitere knapp 200 Menschen, diesmal eher aus dem linken Lager, versuchen unterdessen, den Salafisten den Zugang zum Willy Brandt Platz zu versperren.

14.30 Uhr: Bei Pegida trifft mit Lutz Bachmann die Prominenz ein…

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14.27 Uhr: Die Gegendemonstration auf dem Kirchplatz löst sich langsam auf. Nur noch ca. 100 Teilnehmer sind dort versammelt und die Scherben liefern den klassischen Demosoundtrack vom Band. Viele von denen, die gerade dort noch demonstriert haben, dürften sich langsam auf den Weg zum Versammlungsbereich von Pegida begeben haben.

14.14 Uhr: Kein Nazi sein wollen, aber deren Vokabular verwenden… tscha… Hooligan Logik eben. „Antifa Hurensöhne“ ist aktuell der Lieblingsspruch bei den Pegidas… Provozieren soll das natürlich auch nicht… Vor allem nicht die Antifa Anhänger, die bis auf Rufweite an den Versammlungsort herangekommen sind. Austausch von Nettigkeiten. Die Polizei führt die Reiterstaffel heran…

14.03 Uhr: Auch wenn die Polizei an der Ecke Wupper-/Hoffkampstr. die Helme aufsetzt, ist alles friedlich.

13.55 Uhr: Unterdessen zieht die Gegendemonstration ungestört ihres Weges in Richtung Hardt…

13.51 Uhr: Das Einsatzkonzept der Polizei wird auf das erste Pröbchen gestellt. Ungefähr 50 Anhänger der Autonomen Antifa wollen probieren was passiert, wenn man sich dem Platz der Pegida Kundgebung nähert. Plötzlich ist man dann doch näher beieinander als man sich das vorher so dachte…

13.48 Uhr: Bei den Pegidas nur Hogesas… bislang jedenfalls. So um die 100, vorwiegend aus der Hool Szene, sollen es sein, die sich im Bereich der Pegida Demonstration bislang eingefunden haben… und die haben es nicht so mit der Disziplin… Mehrfach und Lautstark muss Marco Carta Probach rumbrüllen, damit die Bande sich ordentlich vor das Banner stellt…

13.13 Uhr: Es ist noch gar nicht losgegangen, da geht es schon los, zumindest verbal. Das Pegida Personal zeigt mal wieder, was es von der „Lügenpresse“ so hält, bedroht Journalisten und pöbelt rum…

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12.58 Uhr: Die Polizei scheint aus dem Desaster in Köln gelernt zu haben. „Wenn hier heute einer Randale machen will, dann bekommt er ein Problem…“ so ein O-Ton. Auch die Polizeipräsidentin hatte schon gestern angekündigt, das „große Besteck“ einsetzen zu wollen. Mit viel Material und Personal trennt die Polizei, bislang wirksam, die Bereiche der unterschiedlichen Demonstrationen. Absperrungen, Einlasszelte, Personenkontrollen, das volle Programm…

12.44 Uhr: Die ersten Nazis sind eingetroffen und werden von der Polizei erst mal eingesammelt und zum Startplatz der Pegida Veranstaltung gebracht.

12.35 Uhr Und nun doch gleich unsere erste Meldung hinterher. Auf dem Kirchplatz haben sich zum jetzigen Zeitpunkt 300 Menschen versammelt, die gemeinsam gegen Salafisten, Hooligans und Pegida demonstrieren wollen. Der Gegenprotest ist weit und wird von vielen Leuten getragen. So ist auch Oberbürgermeister Peter Jung unter den Menschen, die für „Respekt und Vielfalt“ demonstrieren wollen.

12.30 Uhr Bislang konnten wir uns noch kein eigenes Bild machen und sind z.B. auf twitter angewiesen… und dort rauscht und raschelt es schon seit Stunden. Glaubt man den Bildern, dann hat die Polizei diesmal so ziemlich alles aufgefahren, was der Fuhrpark hergibt, damit könnte man auch eine veritable Baufirma betreiben…

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7 Kommentare zu “Wut in Wuppertal: Unser Ticker zu Salafisten, Pegidas und Hools in Wuppertal

  • #1
    skFFM

    „Anscheinend ist der geplante Demonstrationszug von der Polizei untersagt worden, da die Sicherheit nicht garantiert werden konnte… Lustig finden die Pegidas es jedenfalls nicht, dass sie nicht laufen dürfen. Dann beschimpfen sie halt die Polizei…“

    Nee, oder? In Frankfurt am Main, anlässlich der Pegida-Demonstrationen vom 9.3.2015, hieß es, dass es nur der Veranstalter entscheiden kann, ob man läuft oder nicht, und die Polizei lediglich auf eine schwierige Situation (deutlich größere Gegendemo, wütende Gegenproteste, etc.) hinweisen kann. Was stimmt denn nun?

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  • #3
    Klaus Lohmann

    @skFFM: Stimmen tut quasi Beides, denn die einzelnen Behörden entscheiden vor Ort, ob und wie der §15(1) VersG angewendet werden muss. Mit der Frage, was denn nun eine „unmittelbare Gefährdung“ ist und wie man sie sicher vorhersehen kann, beschäftigen sich dann auch sehr häufig die jeweiligen Gerichte.

  • #4
    narit

    Wollen wir die totale Eskalation? Ja, wir wollen sie in Wuppertal. Schon der Plan für die Örtlichkeiten der Demonstrationen hatte nichts Gutes im Gepäck außer Eskalation. Wer hat sie noch befeuert,ja, die Polizeipräsidentin aus Wuppertal, die kein Problem darin sieht, unterschiedliche Meinungsmassen in kürzesten Abständen aufeinanderprallen zu lassen. Statt einem versuchten Verbot gab es Wasserwerfer und andere Maschinerie, die wieder einmal Menschen richtig hätten schaden können z. B. durch das Verlust des Augenlichtes oder sonstigem.

    Ich frage mich, wie kann man so etwas zu lassen? Wo soll das hinführen? Zu einem Bürgerkrieg? Ich verstehe die Intention des Gemetzels dahinter überhaupt nicht, mich erinnert es aber langsam stark an Gladiatorenkämpfe.

  • #5
    Andi

    @skFFM:
    Polizeirecht ist Ländersache, vielleicht gibt es da Unterschiede zwischen Hessen und NRW?

  • #6
    keineEigenverantwortung

    @4: Wenn wir direkte Meinungsvielfalt wollen, müssen auch unterschiedliche Meinungen sich gegenseitig aushalten können. Wenn wir Meinungen trennen wollen, kann es vielleicht ruhiger werden.

    Was passiert ist schwer vorauszusagen. Es wird immer Menschen geben, die Entscheidungen kritisieren. Vielleicht ist es auch logistisch einfacher, alle Polizeikräfte auf einer kleinen Fläche zu bündeln. Natürlich muss die Polizei vorbereitet sein, wenn man an vorherige Demos denkt.

    Sorgen machen mir einige Aussagen, die hier aus den Reden zitiert wurde und die wenig friedlich sind. Soll das alles noch zur Meinungsfreiheit gehören?

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