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14. European Maccabi Games: Wenn Juden Hakenkreuze werfen

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In Berlin finden zur Zeit die 14. European Maccabi Games statt. Bei den Spielen treten Sportler gegeneinander an, die im Makkabi, dem jüdischen Turn- und Sportverband, organisiert sind. Von Elke Wittich und Stefan Laurin

Der Verband in Deutschland gründete sich 1903, weil viele Vereine sich damals weigerten, Juden aufzunehmen. In den Vereinen treiben heute Juden und Nichtjuden gemeinsam Sport. Das alles und noch viel mehr könnte man wissen, wenn man zum Beispiel bei Wikipedia nachschauen würde oder die Webseite der European Maccabi Games besuchen würde. Juden aus ganz Europa treiben in Berlin miteinander Sport. Die European Maccabi Games sind damit eines der vielen großen Sportevents dieses Sommers, aber da sie mit Juden zu tun haben, rufen sie in Social Media wie Twitter prompt in der Sportart „Knalltütentum“ Aktive auf den Plan, die das Ihre zu sagen haben.

Zum Beispiel taz-Autorin Silke Burmester, für die Juden offenbar nur mit der Assoziaton zum Hakenkreuz denkbar sind:

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Der Burmester gab sich mit dem einen Tweet nicht zufrieden:

bur2

 

 

Auch ein gewisser Ed Piper aus dem Umfeld der Piraten meint, seinen Senf dazu geben zu müssen:pip1

Mal schauen, welche weiteren keine-Ahnung-aber-Meinung-Habenden sich noch zu dem Sportereignis äußern werden.

Mehr:

Jews Do Sports, Germans Weirded Out

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20 Kommentare zu “14. European Maccabi Games: Wenn Juden Hakenkreuze werfen

  • #1
    benno.salz

    Hallo Ruhrbarone,
    Leute wie Silke Burmster, schweigen bei türkisch, kurdischen, arabischen, islamischen Sport und Kulturvereinen, von denen es in Deutschland ca. 15 000 gibt.
    Gruß Benny

  • #2
    Dennis

    Ey ohne scheiß müssen wir als Piraten uns für jeden Tweet den irgend ein Depp abgesetzt hat rechtfertigen? Zumal wir offiziell schon PRO-Makkabi Stellung bezogen haben?
    Ist das dann noch guter Journalismus?

  • #3
    donnie

    Hallo Ruhrbarone,

    S. Burmester erfüllt die Kritierien einer Knalltüte – kein Zweifel. Ich rätsele aber schon seit ein paar Minuten, was ihr Tweet denn bedeuten sollte? Hakenkreuzweitwurf? Kapier ich nicht. Und den Bezug zu dem ZDF heute-Zitat versteh ich auch nicht. Soll’s lustig sein, oder kritisch, oder was? Bitte um Aufklärung…

    Beste Grüße
    Donnie

  • Pingback: die ennomane » Deutschland, ein Sommermärchen

  • #5
    Hapi

    @2: Ja, das müsst ihr. Genauso wie die anderen Parteien, wo dumme Aktionen irgendwelcher Hinterbänkler aus unbekannten Orten auch dauernd in der Zeitung stehen.

  • #6
    Robert Niedermeier

    Das "Kalltütentum" von Silky Silke und Ekel-Ed möchte ich keinesfalls relativierend verharmlosen, aber im plumpen Herumlästetn hat sich auch Ruhrbarone bereits einige Medaillen verdient.
    Obiger Text ist aber okay.

  • #7
  • #8
    Stefan Laurin

    @Robert Niedermeier: Das lag an Elke. Sie hat mir alles Gags gestrichen 🙁

  • #9
    WALTER Stach

    Eine normale sportliche Großveranstaltung unter vielen in Berlin.

    Sie wird auch nicht dadurch anormal, daß Neo-Nazis sie zu nutzen versuchen, um ihre Existenz nachzuwiesen. Und mit den Neo-Nazis hat die Staatsgewalt in Berlin auch in diesem Zusammenhang so umzugehen, wie es die Rechtslage gebietet.

    Ich halte es für verfehlt, ich würde es für "verunlückt" halte, wenn, aus welchen Motiven auch immer, Menschen außerhalb der Neo-Nazi-Szene diese normale sportliche Großveranstaltung unter anderen als sportlichen Aspekten zu (be-)werten versuchen.

    PS
    benno salz -1-
    Ja, so ist es.
    Ich erinnere ergänzend an die Existenz der sog. DJK-Vereine und ihrer Vebände.

    Bezogen auf die DJK-Fußballvereine habe ich – mit meinesgleichen -vor ca. 5o Jahren als aktiverFußballer in nicht konfessionell organisierten, "freien" Fußallvereinen die Konkurrenten aus den DJK-Fußballvereinen manchmal provokant gefragt, ob und wie sich " ihr katholischer Fußball" von dem unseren unterscheide, Möglicherweise hatte Silke Burmeister nicht anderes im Sinne, als sie ihre Frage formuliert hat
    Das erscheint mir so wenig anti-jüdisch, anti-semitisch wie sich unsere seinerzeitigen Sprüche als "anti-kahtholisch" bewerten ließen bzw. bewerten lassen;seinerzeit oftmals abgegben von Katholken wie mich.

    "Dumme Sprüche" -damals von mir und meinesgleichen, heute von Silke Burmeister-?
    Ja, das mag so sein; mehr aber auch nicht.

  • #10
    Robert Niedermeier

    "Knalltütetum" sollte das natürlich heißen, scheiß Smartphone
    @Stefan: Ein <3 für Elke. Sie hat bestimmt einen harten Job als Betreuerin und Deeskalationsbeauftragte 😉

  • #11
    himynameis

    Das ist das alte Phänomen in der politischen Linken: eine jüdische (und damit ethnoreligiöse) Identität darf es in einer post-rassistischen und post-religiösen Welt nicht geben. Das ist auch etwas anderes (und schlimmeres) als anti-katholisches oder anti-islamisches, weil das Selbstverständnis des Judentums über das einer bloßen Religion hinausgeht.

  • #12
    himynameis

    p.s.: wie ich gerade sehe, steht das ganze aber auch ganz exzellent am Ende des heeb-Artikels, der oben verlinkt ist.

  • #13
    thomas weigle

    Ich darf darauf hinweisen, dass in den Maccabivereinen auch nichtjüdische Menschen Sport treiben dürfen. Insofern scheint mir die ganze Aufregung über diese Veranstaltung in eine ganz andere, äußerst ungute Richtung zu weisen.

  • #14
    WALTER Stach

    -11-
    Und dieses Selbstverständnis des Judentumes -über eine bloße Religion hinaus- sollte für Nicht-Juden so selbstverständlch sein, daß z.B. die aktuelle sportliche Großveranstaltung in Berlin eine Selbstverständlichkeit ist.

    Irre ich mich, wenn ich registriere, daß das so "für die breite Öffentlichkeit und weitestgehend für die veröffentlichte Meinung" in Deutschland zutrifft?

  • #15
    himynameis

    @walter stach/14: Da bin ich mir nicht so sicher. Meine Erfahrung ist vielmehr, dass das Judentum oft als reine Religion gesehen wird, die mit anderen Religionen vergleichbar sei (Ihr Kommentar unter der Nr. 9 geht ja auch in die Richtung ;)). Von "mosaischem Glauben" ist dann oft die Rede.

    Hintergrund ist sicherlich oft zum einen mangelndes Wissen über das Judentum, zum anderen der Glaube, ethnische Zuordnungen und Identitäten seien per se rassistisch und letztlich der Umstand, dass das uralte Verständnis von Ethnie/Volk im Judentum (die Volkszugehörigkeit ist nicht auf Abstammung beruhend, sondern auf Kultur und Glauben) nicht begriffen wird, weil es inkompatibel ist mit eben doch auf "Rasse"/Abstammung beruhenden Vorstellungen von Volk in Deutschland bzw in weiten Teilen der Welt.

  • #16
    Aimée

    Nicht aufregen, Silke Burmester weiß nicht einmal, was abends gemacht wird 😉

  • Pingback: Antisemitismus:Erziehung zum Hass - Seite 13

  • #18
    WALTER Stach

    -15-
    Nee,nee,
    meine Bemerkung unter -9- (PS im zweiten Absatz- ) " geht nicht auch in diese Richtung".

    Ich habe sie nur deshalb -unter PS-nachgeschoben, weil ich mich daran erinnert habe, welche hier einschlägigen dummen Sprüche ich und meinesgleichen früher gemacht haben und es ja so sein könnte, daß es heute oftmals auch dumme Sprüche gibt, die nicht zwingend tiefschürfende philosophischen Zurückweisungen erfordern.

    Ich meine, darüber sollten wir uns aber nicht weiter streiten.

    Mir scheint, es gibt bezüglich des Wissen und berzüglich der Erkenntnis über das Judentum zwischen uns keine für mich erkennbaren und in der Sache relevanten Divergenzen, deshalb sollten wir unser einschägiges Engagement weiterhin auf den gemeinsame Widerstand gegen alles Anti-jüdisches, gegen alles Anti-semitisches konzentrieren.

  • #19
    WALTER Stach

    Lesenswert und diskussionswürdig:
    "Gewagte Konstruktion" , Artikel von Dmitru Belkin in : TAZ.DIE TAGESZEITUNG, Freitag, 31.7.2o15, S.14 ,GESELLSCHAFT KULTUR MEDIEN, S.14

  • #20
    thomas weigle

    @ Walter Stach#18, letzter Absatz. volle Zustimmung und danke für den Hinweis auf die TAZ.

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