25 Jahre Africa Positive

V.l.n.r: Dr. Oluseyi Soremekun, United Nations Information Center, Abuja/Nigeria, Gregor Lange, Polizeipräsident, Ehemalige OB, Ullrich Sierau, Bürgermeisterin Barbara Brunsing, Prof. Osman Sankoh, Mitbegründer von Africa Positive, Sierra Leone, Nathalie Yamb, Panafrikanistin und Unternehmerin, Schweiz , Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Universität Hamburg, Anja Butschkau, MdL , Veye Tatah, Gründerin Africa Postive, Volkan Baran, MdL, Erich G. Fritz, ehemaliges MdB, CDU/CSU, Hans Decker, Stellvertreder Vorsitzender Africa Positive Foto Africa Positive


Dortmunder Verein feierte sein 25-jähriges Bestehen mit der Konferenz „Nachhaltige Entwicklung und die Rolle der Medien – Perspektivenwechsel zwischen Afrika und Europa“.

Thema der Konferenz waren die 2015 beschlossenen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen, mit denen in einem Aktionsplan bis 2030 Frieden und Wohlstand für die gesamte Menschheit erreicht werden sollen.

In Vorträgen und Arbeitsgruppen wurde die aktuelle Situation bei den Bemühungen zum Erreichen dieser Ziele und die weitere Entwicklung aus europäischer und afrikanischer Sicht diskutiert.

Hauptredner, Dr. Oluseyi Soremekun vom United Nations Information Center in Nigeria, forderte von den sogenannten Entwicklungsländern einen starken politischen Willen zur Umsetzung. Nationale Regierungen müssten Verbesserungen nicht nur in Worten, sondern auch in Taten umsetzen. Außerdem forderte er eine bessere Repräsentation der Entwicklungsländer in der internationalen Politik.

Prof. Dr. Jürgen Scheffran von der Universität Hamburg stellte fest, dass sechs (von neun) sogenannten planetaren Belastungsgrenzen erreicht seien. Da alle größeren Probleme der Welt miteinander verknüpft seien, müsse die Politik das „globale Ganze“ im Blick haben. Die Bedeutung nationaler Grenzen verliere an Bedeutung. Sogenannte Kipppunkte bei politischen Entscheidungen würden die Entwicklung unumkehrbar in die eine oder andere Richtung lenken. Scheffran meinte weiter, eine Nord-Süd-Zusammenarbeit sei beim Klimawandel besonders wichtig. Man dürfe sich hier nicht gegeneinander ausspielen – dies hänge auch mit den Fluchtursachen zusammen.

Die aus der Schweiz stammende Panafrikanistin Nathalie Yamb forderte von den afrikanischen Regierungen, die Ressourcen des Kontinents zunächst nur auf dem afrikanischen Kontinent zu nutzen und nur dann in andere Teile der Welt zu verkaufen, wenn sie in Afrika nicht gebraucht werden.

Die Debatte in diesen Arbeitsgruppen war wesentlich auf zwei Fragen fokussiert: Wie haben die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg die Umsetzung von SDGs beeinträchtigt? Wie sollten globale Ziele wie SDGs umgesetzt werden in einer Welt, in der es kein einheitliches Gewaltmonopol und ungerecht verteilte Machtverhältnisse gibt?

In der Diskussion ist klargeworden, dass die erste Frage die Antwort in der zweiten Frage hat. Ungerecht verteilte Machtverhältnisse haben dazu geführt, dass ressourcenreiche Länder in Afrika von Ländern wie Deutschland aufgefordert werden z.B. mehr Kohle abzubauen und dies die Fokussierung von den globalen Nachhaltigkeitszielen ablenkt.

Ein anderer wichtiger Diskussionspunkt war, dass die Welt, vor allem die Großmächte, ihre Vorteile in der Welt für eigene nationale Interessen nutzen, die meist auf Kosten von nachhaltigen Entwicklungszielen gehen. Zusammenhänge zwischen nationalen und globalen Zielen werden dabei ebenso wie Krisensituationen ignoriert.

Da die Weltgemeinschaft in Form der Vereinten Nationen UN kein Gewaltmonopol hat, können nachhaltige Entwicklungen im weltweiten Maßstab nicht durchgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund wurde die neue, in der Entstehung begriffene multipolare Weltordnung teilweise als problematisch gesehen. Gleichzeitig war die Meinung der meisten Teilnehmenden, dass Länder in Afrika in der multipolaren Weltordnung bessere Chancen haben könnten, eigene Interessen zu schützen und durchzusetzen. Es bestand weitgehender Konsens, dass die multipolare Welt Regeln braucht, um nationale und globale Interessen gerecht behandeln zu können.

Africa Positive, einer der erfolgreichsten und ältesten afrikanischen Vereinen Deutschlands, feierte sein 25 jähriges Bestehen an seiner Geburtsstätte TU Dortmund mit zahlreichen prominenten Gästen und Teilnehmern aus afrikanischen Ländern, Deutschland und der Schweiz. Etwa 130 Personen nahmen an der internationalen Konferenz  „Nachhaltige Entwicklung und die Rolle der Medien – Perspektivenwechsel zwischen Afrika und Europa“ teil.

Unter den Gästen waren bekannte Persönlichkeiten aus Politik und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens: Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Bürgermeisterin Barbara Brunsing, Polizeipräsident Gregor Lange, der ehemalige OB Ullrich Sierau, der Hauptredner Dr. Oluseyi Soremekun aus dem United Nations Information Center in Lagos, Nigeria, Prof. Dr. Jürgen Scheffran von der Universität Hamburg und die Landtagsabgeordneten Anja Butschkau und Volker Baran sowie  Astrid Müller von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.

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