„Am 7. Oktober fand kein „Terroranschlag“ statt, sondern eine Militäroperation palästinensischer Widerstandsorganisationen“

Leon Wystrychowski auf der Demonstration am 9. Oktober 2023 in Duisburg Foto: Laurin


Am vergangenen Mittwoch befand das Amtsgericht Duisburg den Palästina-Aktivisten Leon Wystrychowski der Billigung von Straftaten für schuldig. Nun wurden seine Verteidigungsrede und das Schlussplädoyer veröffentlicht.

Die palästinensischen Terroristen zogen noch mordend, vergewaltigend und Menschen verschleppend durch Israel, als am 9. Oktober in Duisburg über hundert Männer und Frauen durch den Stadtteil Hochfeld zogen, um das schlimmste Pogrom seit dem Holocaust zu feiern. „Die ganze Welt feiert den Widerstand der Palästinenser!“, rief an diesem Abend Leon Wystrychowski, der Anmelder der Demonstration, zu Beginn ins Megaphon. Der Islamwissenschaftler ist in der linken und islamitischen Aktivistenszene kein Unbekannter. Er veröffentlichte Texte bei der Rosa Luxemburg Stiftung, dem Migranten-Magazin Migazin und der Nahost-Seite Dis:Orient. Für Jusur, eine Publikation der Fachschaft Islamwissenschaft an der Bochumer Ruhr Universität, war er als Redakteur tätig. Während des Ostermarschs Ruhr kritisierte er die deutschen Finanzhilfen und Waffenlieferungen für „das Regime in Kiew“.

Die von ihm und dem Bündnis „Palästina Solidarität Duisburg“ organisierte Demonstration lief unter dem Motto „Von Duisburg nach Gaza: Sieg der Intifada!“ Für das Amtsgericht Duisburg waren die von Wystrychowski skandierten antiisraelischen Hassparolen „Von Duisburg bis Gaza – Yalla Intifada.“ und „From the River to the Sea, Palestine will be free“ nichts anderes als die Billigung von Straftaten. Es verurteilte den Aktivisten zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 15 Euro. In der Szene wurde kurz nach dem Urteil schon Geld gesammelt. Wystrychowski hat mittlerweile angekündigt, in Berufung zu gehen.

Nun wurde in den sozialen Medien seine Verteidigungsrede und das Schlussplädoyer veröffentlicht. Wystrychowski hält seine Aussagen für von der Meinungsfreiheit gedeckt und kann in ihnen keine Straftat erkennen. Denn was im Herbst in Israel geschah, ist für ihn berechtigter Widerstand gewesen: „Am 7. Oktober fand kein „Terroranschlag“ statt, sondern eine Militäroperation palästinensischer Widerstandsorganisationen.“ liest man in den nun veröffentlichten Gerichtsreden. Er weist darauf hin, dass an diesen nicht nur die Hamas, sondern auch andere Palästinensergruppen und Zivilisten teilgenommen hätten. Die Berichte über ermordete israelische Babys sind für ihn Fake-News. Beim Supernova Festival, bei dem 364 Menschen ermordet und 40 als Geiseln genommen wurden, seien die Besucher von Hubschraubern der israelischen Armee erschossen worden.

Und was ist mit den Parolen? „From the river to the sea, Palestine will be free.“ interpretiert er sehr weit: Es könne „Freiheit von Unterdrückung, Besatzung, Apartheid, Kolonialismus, Rassismus usw. Theoretisch kann sie auch Freiheit von Kapitalismus, Patriarchat etc. bedeuten“. Dass die Terrormilliardäre der Hamas das auch so sehen, darf bezweifelt werden. Historisch scheint die Bildung des Aktivisten erhebliche Lücken zu haben, denn er behauptet: „Die Form für die Freiheit von Besatzung und Kolonialismus kann bedeuten: Ein Staat Palästina im ganzen historischen Palästina.“ Damit ist dann wohl die römische Provinz Palästina gemeint. Wünscht er sich Italien als Besatzungsmacht zurück? Ein vorrömisches Palästina hat es nie gegeben, mehrere jüdische Staaten allerdings schon.

Die Texte Wystrychowskis geben Einblick in ein Milieu, das seit Oktober durch die Straßen zieht, die Vernichtung Israels fordert und zugleich jammert, es würde nicht gehört werden: Morde werden geleugnet und Israels Vernichtung gefordert. Deutsche Aktivisten berauschen sich an der Unterstützung palästinensischer Terroristen und ihrer Unterstützer und versuchen so, ihrer kläglichen Existenz einen Sinn zu verleihen. Nur gibt es diesen nicht, so laut sie auch schreien.

Mehr zu dem Thema:

Duisburger Antisemiten-Prozess: Leon Wystrychowski ist schuldig!

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