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Annette Littmann – Die denkbar unangenehmste Gegenkandidatin für Sierau

Annette Littmann Foto: CDU

Annette Littmann Foto: CDU

Mit der Nominierung von Annette Littmann ist der Dortmunder CDU eine Überraschung gelungen. Annette Littmann ist die denkbar unangenehmste Gegenkandidatin für Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Ein amtierender Oberbürgermeister, zumal wenn er wie Sierau zur Zeit ohne Skandal ist und ein SPD-Parteibuch hat, muss sich keine Sorge um seine Wiederwahl machen – schon gar nicht im Ruhrgebiet. Daran wird auch die Nominierung von Annette Littmann durch die CDU nichts ändern. Ihre Chancen Sierau zu schlagen, sind gering. Trotzdem wird sie es ihm schwer machen, ist sie die für Sierau unangenehmste denkbare Gegenkandidatin. Littmann ist nicht nur eine hervorragende Rednerin, mit ihrer nüchternen Art und ihren perfekten Formulierungen ist sie das Gegenstück zu Sierau, der sich allzu oft von der Begeisterung für die eigene Person dahin tragen lässt. Sie wird Sieraus Mähr von der Dortmunder Erfolgsgeschichte  ein fürs andere Mal widerlegen, die Finger in Wunden und Sierau keine Chance lassen sich der Kritik durch markige Sprüche zu entziehen.

Doch nicht nur rhetorisch ist sie der Gegenentwurf zu Sierau. Auch ihr Lebensweg unterscheidet sich Grundsätzlich. Ja, Littmann hat eine lange politische Laufbahn hinter sich und ist eine erfahrene Politikerin. Aber sie hat sich nie von einer Partei abhängig gemacht. Sie blieb ihr eigener Herr, wechselte von der FDP zur CDU und war beruflich unabhängig. Sich Ullrich Sierau ohne SPD-Parteibuch vorzustellen ist nicht möglich. Was er wurde, was er ist hat er immer auch der SPD zu verdanken. Nicht nur sein politischer, auch sein beruflicher Lebensweg ist mit der SPD-Zugehörigkeit verknüpft.

Bei Littmann ist das anders. Sie hat ein Berufsleben, das nichts mit der Politik zu tun hat – alles was sie jemals erreichte, erreichte sie durch ihre eigene Leistung und nicht wegen eines monatlich gezahlten Mitgliederbeitrags. Das es Littmann war, die durch eine Anfrage den Haushaltsskandal auslöste macht die Sache für Sierau und die SPD nicht einfacher. Auch wenn Sierau gewinnt, und er wird gewinnen, werden die Bürger der Stadt erstmals eine Ahnung davon bekommen, wie es wäre wenn nicht die SPD den Bürgermeister stellen würde. Und vielleicht werden viele, auch wenn sie das Kreuz bei Sierau machen, dass sie damit eine Chance vergeben haben – die Chance auf ein erfolgreicheres Dortmund.

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13 Kommentare zu “Annette Littmann – Die denkbar unangenehmste Gegenkandidatin für Sierau

  • #1
    Gerd Gemming

    „Ihre Chancen Sierau zu schlagen, sind gering.“

    Gefehlt haben letztemal nur 6,5%, das dürfte doch wohl zu schaffen sein ?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlen_und_Fakten_zur_Politik_in_Dortmund#Wahlwiederholung_2010.2F12

    🙂

  • #2
    Klaus Lohmann

    Sierau ohne Skandal?? Das ist wie Spaghetti ohne Soße.

    Sieraus aktueller Skandal ist die verkommene Wahltaktik zum OB-Amtsverzicht, eine erneute Wählertäuschung aus Prüsses Giftschrank.

    Litmanns Chance wäre, genau diese Täuschung und die lange Kette der Lügereien, machtgeilen Tricks und kostspieligen Affären in Konjunktion zu bringen – so wie es sich Sierau halt „verdient“ hat.

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  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Klaus Lohmann: Dann schau mal nach Essen. Im Vergleich zu dem was sich dort gerade abspielt, ist Dortmund die pure Idylle 🙂

  • #5
    Arnold Voss

    Sierau hat sicher eine Menge der SPD zu verdanken, aber sie auch eine Menge ihm. Der Mann hätte auch ohne jegliches Parteibuch Karriere gemacht.

  • #6
    Michael Hallmann

    Warum sagt hier keiner mal die Wahrheit ? In der CDU gibt es keinen der das Zeug zum OB hat.
    Es ist doch traurig das wir nach Dr. Geers keinen Vernünftigen Kanidaten mehr hatten.

  • #7
    Klaus Lohmann

    @#6 | Michael Hallmann: CDU? In unserm Dortmund ist das doch die Krawattenabteilung der SPD, oder irre ich mich?

  • #8
    Klaus Lohmann

    @#5 | Arnold Voss: Ohne jegliches Parteibuch wären Sierau, da während *seiner* Amtszeit als Dezernent aufgelaufen, u.A. mindestens die B1-Tunnel(planungs)katastrophe oder der Envio-Skandal zum Verhängnis geworden. *Mit* Parteibuch ist es ja „nur“ der von ihm gebetsmühlenartig bestrittene Lügentanz um die auch ihm damals *vor* der Wahl bekannten und verschwiegenen Haushalts-Maluszahlen.

  • #9
    Norbert

    @ #6 | Michael Hallmann

    Geers ein guter Kandidat? Der kam, als er OB-Kandidat werden konnte und war sich davor und danach zu schade, ehrenamtlich Politik zu machen und wollte als OB außerhalb Dortmunds wohnen …

  • #10
  • #11
    Norbert

    Aber warum sollte ich sie wählen? Außer „Sierau verhindern“ fällt mir kein Grund ein.

  • #12
    Klaus Lohmann

    @#11 | Norbert: Allein das Sierau-Verhindern wäre mir schon Grund genug, um den eitlen Selbstdarsteller inkl. seiner vergreisten Stammwählerschaft endlich loszuwerden.

    Aber Stefan schrieb es ja schon im Februar – Littmann ist unspektakulär und analytisch, keinem Unterbezirk hörig, ohne Skandale und mit Spürnase, nicht denkfaul und aktionismus-feindlich – also alles das, was Sierau nicht ist.

  • Pingback: Thorsten Hoffmann – Der CDU-Mann, der die SPD Dortmund schlagen kann | Ruhrbarone

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