Atomkraft: „Wir haben das Wattenmeer nur von unseren Kindern geliehen“

Bald an der Tagesordnung: Pro Kernkraft Demos? Foto: Ch-info.ch Lizenz: GNU
Bald an der Tagesordnung: Pro Kernkraft Demos? Foto: Ch-info.ch Lizenz: GNU/CC3.0

Im aktuellen Greenpeace-Magazin fordert der Klimawissenschaftler James E. Hansen  neue Atomkraftwerke, weil er die Emissionen von Kohlekraft für zu gefährlich für das Klima hält. Hansen ist nach Angaben des Magazins der bekannteste Klimawissenschaftler unserer Zeit und er sieht in Kohle- und Gaskraftwerken eine große Bedrohung – und will lieber mehr Kernenergie. Nicht nur um CO2-Ausstoss zu reduzieren:

„Politik und Wirtschaft feiern derzeit neue Möglichkeiten der Ausbeutung fossiler Energien wie das Fracking, in der Hoffnung, dadurch die Energiepreise wieder senken zu können”, sagt Hansen dem Greenpeace Magazin. Tatsächlich könnten es sich die Industriestaaten aber nicht leisten, die vorhandenen Reserven an Öl, Kohle und Gas auszubeuten –so würde der Klimawandel angeheizt und der Planet für nachkommende Generationen zerstört werden.

Atomkraft könne zudem der Schlüssel zur Entwicklung und Bekämpfung der Armut sein, so Hansen. „Bisher haben diese Aufgabe die Fossilen erfüllt. Von denen müssen wir uns aber nun endgültig befreien. Als bezahlbare Alternative kommt für mich vor allem die Atomkraft in Frage.”

Atomkraft – die galt mal als böse. Nun wird sie durch Hansen geadelt. Mal schauen wie die Umweltbewegung und die Grünen auf Hansen reagieren. Ich gebe zwar nicht allzu viel auf die Meinung des „bekannteste Klimawissenschaftlers“ unserer Zeit, aber vielleicht erleben wir bald, dass sie Grüne an die Betonzäune von AKWs anketten, um ihren Abriss zu verhindern. Und auch Slogans wie „Älter als die Sonne – Das ist eine Wonne“ oder „Wir haben das Wattenmeer nur von unseren Kindern geliehen“  machen sich gut auf Transparenten.

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2 Kommentare

  1. #1 | TuxDerPinguin sagt am 18. Februar 2014 um 12:57 Uhr

    ich weiß nicht, ob das mit dem CO2 so stimmt…
    es gibt z.B. den Zertifikatehandel… ich bin eigentlich zudem davon überzeugt, dass alle fossilen Brennstoffe verknallt werden, solange es sie gibt. Nur dass der Zeitraum offen ist, wie lange das dauert…

    wenn man auf Atomstrom setzt, müsste man die eigentlich durch die öffentliche Hand betreiben. Die Kosten für Bau, Betrieb, Abbau sind so hoch, dass es nur wenigen Unternehmen möglich sein sollte, sowas zu bauen. Zwangsläufig muss ein Oligopol entstehen. Zudem: wie lange gibt es schon Unternehmen? Wieviele der größten Unternehmen vor 50 Jahren gibts heute nicht mehr? So oder so wird der Staat wohl eh für die Entsorgung aufkommen müssen…
    spricht eigentlich alles dafür, dass man da als Staat alle / großen Anteil der Gewinne abzwacken muss, für die Risiken, für die kein Unternehmen aufkommt.

  2. #2 | Frank sagt am 20. Februar 2014 um 06:16 Uhr

    @Stefan:
    Sonnenenergie ist Atomenergie – halt nur in weiter Entfernung. Vielleicht meinte der Wissenschaftler das so?

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