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Antifacamp: Sierau-Rede gestört / Slime-Konzert zur Not im Exil

Auch wenn sich die Stadt Dortmund weiter quer stellt, werden die für diese Woche geplanten Veranstaltungen des Antifacamp soweit möglich durchgeführt. Das gilt auch für das für morgen geplante Konzert mit Slime, Guts Pie Earshot und Refpolk. Sollte sich nicht noch kurzfristig ein geeigneter Ort in Dortmund finden, wird das Konzert nach Mülheim verlegt.

Slime schreiben dazu auf ihrer Facebook-Seite:

Das Konzert mit Slime, Guts Pie Earshot und Refpolk am Dienstag findet wohl zu 99% im AZ Mühlheim statt, da die Stadt DO das Antifa Camp ja verboten hat, damit die Nazis nicht provoziert werden, was ja wohl einer der schlechtesten Witze aller Zeiten ist…

Veranstalter und Teilnehmer des Antifacamp protestierten derweil heute auf dem Friedensfestival vorm Hauptbahnhof gegen das Camp-Verbot und hinderten Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der sich weiterhin strikt gegen die Durchführung des Camp stellt, sich als lupenreiner Vorkämpfer gegen Rechts zu profilieren.

Antifacamp-Pressesprecherin Anna Potzetzki:

„Nachdem Sierau seit dem faktischen Verbot des Antifacamps am vergangenen Donnerstag alle Gesprächsangebote verweigerte, wurde ihm heute deutlich gemacht, dass die Versuche von Stadtführung und Polizei, jeglichen antifaschistischen Protest zu unterdrücken, nicht akzeptiert werden. Wir werden unsere Proteste auch an den kommenden Tagen in Dortmund fortsetzen.“

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11 Kommentare zu “Antifacamp: Sierau-Rede gestört / Slime-Konzert zur Not im Exil

  • #1
    Schneiderlein

    Leider wurde auch an diesem Tag überhaupt nichts „deutlich gemacht“, egal wie oft das „Anna Potzetzki“ behauptet. Der Versuch, die Veranstaltung des DGB zu stören, war eher peinlich. „Stadtführung und Polizei“ sind klasse Feindbilder, die schon immer bemüht wurden und die einige ihr ganzes Leben benötigen. Die böse Obrigkeit, der wir alles Schlechte der Welt zutrauen. Nicht nur diese haben den Auftritt der Antifa-Camper als Ausdruck von Selbstgerechtigkeit, Arroganz, Selbstreferenzialität erlebt. „Anna“ & Co. sollten mal darüber nachdenken, warum auch Leute, die nicht zur Stadt- oder Polizeispitze gehören, die eigentlich ja nicht schlechte Campzeitung nicht annehmen wollten.
    „(…) jeglichen antifaschistischen Protest zu unterdrücken (…)“ haben sich „Stadtführung und Polizei“ vorgenommen? Das muss fast schon weh tun. Manchmal fragt man sich auf welchem Planeten einige Leute leben, die zur Belehrung anderer kurz mal einfliegen.

  • #2
    Antifaschist

    Die Aktion der Antifa war mehr als peinlich. Viele alter Aktivisten auf Dortmund, die schon seit Jahren sehr aktiv gegen rechtsradikale Umtriebe in dieser Stadt kämpfen, schüttelten nur mit dem Kopf. Es kann doch nicht sein, dass Leute, die vor dem 1. September für ein paar Tage nach Dortmund kommen, allen lokalen Aktiven vor Ort sagen wollen, wie man gegen Nazis kämpft. Ja man möchte sich sogar noch zur einzigen relevanten Gruppe in dieser Frage aufspielen. Denn nur so ist der Satz „(…) jeglichen antifaschistischen Protest zu unterdrücken (…)“ zu verstehen. Lächerlich…
    Wie wenig diese Leute von Dortmund wissen zeigt ihre Hompage: Unter http://www.antifacamp.org/2012/08/26/polizei-dortmund-stoert-veranstaltungen-des-antifacampes/ findet man ein Bild der Steinwache, der Dortmunder NS-Gedenkstätte. Für die Camper ist das aber die Polizeiwache in Hörde. So etwas tut einfach nur weh…

  • #3
    Tobi

    Die „vielen alten Aktivisten“ kriegen aber nicht mehr hin als mit dem Kopf zu schütteln, wenn jemand sie in ihrer „Wir sind die Hochburg des Widerstands“-Traumwelt erschüttert.

    Was sich Stadt und Polizei in den letzten Tagen geleistet haben, hat in Dortmund die Bündnisarbeit mehrerer Jahre zerstört. Die Koordinierungsstelle hat ihre Nutzlosigkeit öffentlich zur Schau gestellt, Sierau hat gezeigt das es ihm schlicht egal ist wer ihn mit welchen Argumenten kritisiert. Und es kann ihm ja auch egal sein, in einer Stadt in der nicht mal eine Wahlwiederholung nach einer dreisten Lüge negative Konsequenzen für seine Partei hat. Die Polizei setzt mit dem ihr verliehenen Gewaltmonopol eine Protestfreie Zone in Dorstfeld durch, und keinen störts.

    Diese von oben verfügte Friedhofsruhe zu stören ist mehr als notwendig, und wer dabei mit dem Kopf schüttelt, der ist Teil des Problems.

  • #4
    Murphy42

    Auch wenn man Sachen immer wieder wiederholt, sie werden dadurch nicht richtig. Nein das Camp ist nicht verboten worden weil man die „Nazis nicht provozieren wollte“. Das Camp wurde nicht genehmigt, weil die Polizei Hinweise oder Angst hatte, dass gewaltbereite Antifaschisten anreisen und weil Sicherheits und Ordnungsauflagen nicht erfüllt wurden. Jetzt kann man gemäß dem eigenen Feindbild natürlich darauf verweisen, dass die Stadt und Polizei es darauf angelegt haben. Es spricht aber auch für die Unprofessionalität der Camporganisatoren, dass sie offenbar unfähig sind und waren, mit dieser Strategie umzugehen, sondern der Stadt auf den Leim gegangen sind. Wie unprofessionell und Stümperhaft die „Antifaschisten“ sind, ist dann auch bei der gestrigen Störaktion deutlich geworden. „Jedlicher antifaschistischer Protest wird unterdrückt“ – geniale Kommentierung, auf dass die letzten Sympathisanten entweder durch die Aktion verschreckt werden oder durch diese Pressemitteilung verärgert sind.

  • #5
    Stefan Laurin

    @Murphy: Die Stadt hat mehrfach erklärt, dass sie das Camp auch nicht haben will, weil es die Nazis provozieren könnte. Und die Stadt hat eine Gedenkveranstaltung zu NS-Opfern untersagt. Die unterdrückt damit faktischen jeden Protest den sie nicht selbst geplant und organisiert hat.

  • #6
    Murphy42

    @Stefan: gehen wir deine „Fakten“ mal durch. Mehrfach erklärt hat die Stadt gar nichts, es gab eine Presseerklärung in der diese Formulierung mit der „Provokation“ der Nazis drin war. Danach gab es Gepräche und der Tremoniapark wurde als Lösung angeboten. Was die Gedenkveranstaltung angeht: Die Polizei hat das Betreten der Insel aus Sicherheitsgründen untersagt. (Ich gehe davon aus, du meinst die Gedenkveranstaltung auf dem Phoenixsee). Eine Anmeldung und Absprachen hätten hier geholfen. Was die Unterdrückung jedlichen Protestes, den die Stadt nicht selbst plant angeht, so wäre es echt gut, wenn du dir ein Bild machen würdest von all den Aktionen und Aktivitäten die am 31.08 und am 01.09 statt finden. Ja es gibt einen entscheidenden Unterschied, alles findet zwar nicht den Gefallen der Stadt (z.B. die Aktionen von Dortmund Nazifrei) aber trotzdem wird miteinander geredet und werden Absprachen getroffen. In knappen Worten, wären diese „Antifas“ nicht solche organisatorischen Stümper und würden mehr mit den Gruppen vor Ort kommunizieren und kooperieren, wäre alles kein Problem.

  • #7
    Stefan Laurin

    @Murpha: Es gab zwei Erklärungen: Eine wurde uns zugespielt und hier veröffentlicht. Eine zweite normal veröffentlicht. Das nenn ich dann mal mehrfach. Zu den Sicherheitsbedenken der Polizei und der Stadt empfehle ich Dir Dir meinen Artikel http://www.ruhrbarone.de/ordnungsrecht-als-repressionsinstrument/
    Man findet immer Gründe etwas zu verbieten – und wenn man die politische Auseinandersetzung scheut, greift man einfach auf das Ordnungsrecht zurück.
    Die von Dir genannte Initiative „Dortmund Nazifrei“ hat bislang so gut wie nichts hinbekommen, obwohl es eine bezahlte Person in der Organisation geben soll. Mehr versagen kann man wohl kaum. Die Aktion für Samstag von Dortmund Nazifrei: Ein Frühstück in Hörde. Guten Appetit!

  • #8
    Murphy42

    Ach Stefan, lass dich doch nicht provozieren.
    Ihr habt quasi die Vorversion der Presseerklärung veröffentlicht, und das ist jetzt mehrfach – gewagte Interpretation.
    Das das Ordnungsrecht ein Repressionsinstrument ist, ist werder neu noch besonders, sondern ein ganz alter Hut und schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten Strategie der Behörden. Von politisch erfahrenen und aktiven Menschen, kann man, so glaube ich jedenfalls erwarten, dass sie genau damit umgehen, und zwar im doppelten Sinne „umgehen“. Und weil die Aktion von Dortmund Nazifrei so doof ist, ruft das Antifacamp zum Frühstücken um 10:0 Uhr in Hörde auf. Passt scho.

  • #9
    Stefan Laurin

    @Murphy: Nichts spricht gegen ein Frühstück in Hörde – aber als EINZIGE Aktion ist das schon etwas armselig. Und das Ordnungsrecht wurde nicht immer so stark als Repressionsinstrument eingesetzt wie im Moment. Kaiser Wilhelm und Sierau…passt. Wobei mir eher Wilhelm II eingefallen wäre: Der war auch beratungsresistent und arg von sich selbst begeistert. Mag Sierau eigentlich Schiffe?

  • #10
    Murphy42

    Ich finde Frühstücken gut. Danach kann man sich gut gestärkt und gut gelaunt gemeinsam Hörde angucken. Das passt.

  • #11
    sugar

    Interessante Disskusion, würdet ihr die auch auf dem Camp im Exil führen? Bzw. würdet ihr überhaupt auf das Camp gehen, wäre es in Dortmund? Oder würdet ihr euch auf eure tapfere Antifa. Arbeit der vergangenen Jahre Berufen. Immerhin sind da ja nur gewaltbereite Autonome, ein wunder das Dortmund noch steht nach den letzten Tagen.
    Aber ich geben in gewisser Form recht was die Kritik der kommunikation angeht, ist diese scheinbar wirklich nicht optimal gelaufen. Recht gebe ich aber nicht von wegen stümperhafte Organisation. Ich bezweifle das jmd. von den hier kommentierenden jemals etwas vergleichbares organisiert hat wie die Antifas aus Dortmund die letzten Jahre in Form vom Protest gegen die Nazis oder speziell die leute des Camps dieses Jahres. Und was für euch noch unvorstellbarer sein muss, die machen das aus überzeugung und nicht weil sie dafür bezahlt werden.
    Von daher darf doch wohl auch ein bissel arroganz dabei sein. Wie immer macht natürlich der Ton die Musik und dieser wurde den Aktivisten gestern wohl abgestellt. Und das grandiose Argument des neu, von einer mehrheit, gewählten OB das die Leute das Camps in „gute“ und „böse“ Antifas unteteilen ist doch die totale bankrott erklärung! Selber die totalen grenzen auf machen und dann versuchen die eigenen Mittel anderen in die Schuhe schieben?

    Aber was solls, solange die SPD tapfer die Fahne in den Wind halten kann ist doch alles prima, es läuft doch und die Nazis sind ja nun auch weg, so wie sie einst mit den Ufos kamen konnten die tapferen Beamten die wieder vertreiben…

    Mich würde interessieren was mit Dortmund passiert wäre hätten sich „autonome“ Antifaschisten nicht die letzten 7 Jahre den arsch aufgerissen…

    Und wenn sie nicht gestorben sind und immer noch mut und kraft haben, werden sie auch am Samstag den möglichen Naziaufmarsch verhindern!

    Respekt dennen die den Mut haben mehr zu machen, mehr zu geben und mehr in kauf zu nehmen. Allen anderen Danke das ihr auch da wart!

    PS. nein ich antworte auf keine Kommentare zu meinem, bin durch zufall auf diese Seite gekommen und wollte nur mal meine Meinung los werden.

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