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Arcandor-Chef Middelhoff fliegt

Foto: Flickr.com / wef

Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor trennt sich von seinem Namensschöpfer: Thomas Middelhoff nimmt seinen Hut - Nachfolger wird Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick, wie aus dem Unternehmen zu hören ist.

Die Mitarbeiter des Essener Konzerns können zur Abwechslung mal beruhigt aufatmen: Mit dem Wechsel an der Vorstandsspitze dürfte Ruhe in das Unternehmen einkehren. Middelhoff hat der Gesellschaft eine Roßkur ausgesetzt, die aus meiner Sicht sehr hart ausgefallen ist. Viele Freunde habe er sich auf jeden Fall nicht gemacht, heißt es im Konzern.

Ganz anders Eick: Der Schwabe gilt als menschlich integer und als einer, der auch mit den Gewerkschaften einen guten Draht aufbauen kann. So bewiesen zuletzt bei der Ausgliederung von rund 50000 Telekom-Mitarbeiter in konzerneigene Servicegesellschaften. Dort verdienen sie weniger, was im vergangenen Jahr zu einer harten Auseinandersetzung zwischen…

Foto: Flickr.com / wef

Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor trennt sich von seinem Namensschöpfer: Thomas Middelhoff nimmt seinen Hut – Nachfolger wird Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick, wie aus dem Unternehmen zu hören ist.

Die Mitarbeiter des Essener Konzerns können zur Abwechslung mal beruhigt aufatmen: Mit dem Wechsel an der Vorstandsspitze dürfte Ruhe in das Unternehmen einkehren. Middelhoff hat der Gesellschaft eine Roßkur ausgesetzt, die aus meiner Sicht sehr hart ausgefallen ist. Viele Freunde habe er sich auf jeden Fall nicht gemacht, heißt es im Konzern.

Ganz anders Eick: Der Schwabe gilt als menschlich integer und als einer, der auch mit den Gewerkschaften einen guten Draht aufbauen kann. So bewiesen zuletzt bei der Ausgliederung von rund 50000 Telekom-Mitarbeiter in konzerneigene Servicegesellschaften. Dort verdienen sie weniger, was im vergangenen Jahr zu einer harten Auseinandersetzung zwischen Gewerkschaft und Telekom-Führung führte. Die Verdi-Vertreter bescheinigen Eick aber, dass er sehr respektvoll verhandelt und auf unnötige Provokationen verzichtet habe.

Und Middelhoff? Tja, der verkaufte alles, was irgendwie Wert hatte. Allen voran die Immobilien. Seine Order war klar. Die Großaktionärin Madeleine Schickedanz verlangte von ihm eine Steigerung des Unternehmenswerts. Der Plan misslang, die Aktie stürzte ab. Zuletzt war das Unternehmen noch weniger als 500 Millionen Euro wert – seitdem bekannt wurde, dass Eick den Konzern künftig führen wird, legte die Aktie um über 13 Prozent zu.

Auf Eick wartet nun eine schwere Aufgabe; vordringlichstes Ziel ist nun, dass Vertrauen der Investoren zurückzulegen. Für die Aufgabe dürfte es kaum einen geeigneteren Kandidaten geben. Trotz des Niedergangs der T-Aktie genoss der 54-Jährige das Vertrauen der Analysten.

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