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Auch wenn es schwerfällt: Der sportliche Erfolg von RB Leipzig verdient Respekt!

Im Stadion in Leipzig. Foto: Daniel Jentsch

Wollen wir gemeinsam heute noch kurz ein paar Gedanken an RB Leipzig verschwenden? Verdient hätte es der Brauseklub aus Ostdeutschland heute ja unbestritten, hat er doch gestern erstmalig in der Geschichte das Halbfinale in der UEFA-Champions-League erreicht.

In der aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Sommer stark verkürzten Fortsetzung des Wettbewerbs in Turnierform, siegte Leipzig am Abend mit 2:1 gegen Atlético Madrid. Jetzt trifft das Team von Julian Nagelsmann im Halbfinale auf Paris SG, das von Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel trainiert wird.

Gewinnen die Ostdeutschen auch diesen Vergleich, winkt ihnen gar das Endspiel, womöglich gegen den FC Bayern München, der heute Abend gegen den FC Barcelona antritt.

Werden die Spiele der Bayern in der Champions League bundesweit auch noch immer deutlich mehr beachtet und geschätzt als die der Leipziger, ist die tolle Entwicklung, die RB in den vergangenen Jahren genommen hat, nicht länger zu bestreiten.

Vor wenigen Jahren noch in der dritten Liga beheimatet, spielt Leipzig inzwischen eine gute Rolle auf europäischer Ebene. Geld schießt auf Dauer eben doch viele Tore!

Im Vorjahr stand RBL bereits im DFB-Pokalfinale, in der vergangenen Bundesligasaison wurde man Herbstmeister. Jetzt folgt also (mindestens) das Halbfinale in der Königsklasse.

Relativ unbemerkt hat sich das Team in der absoluten Spitze etabliert.

Die Fanproteste, die die Entwicklung des Klubs über Jahre stets begleiten hatten, wurden in den vergangenen Jahren nicht nur immer spärlicher, sie spielen in der jetzigen Phase, wo Zuschauer lediglich vor den Bildschirmen sitzen, gar keine Rolle mehr.

Sollte Leipzig tatsächlich den Titel der Champions League gewinnen, der Verein wäre endgültig etabliert im Kreise der Spitzenteams Europas.

Vielen Traditionalisten wird das überhaupt nicht gefallen. Rein sportlich betrachtet ist es trotzdem eine tolle Leistung.

Trainer Julian Nagelsmann, den viele Fans in Dortmund zukünftig auch gerne einmal auf der Bank beim BVB gesehen hätten, als er im letzten Sommer von Hoffenheim nach Leipzig wechselte, schreibt seine persönliche Erfolgsgeschichte an neuem Wirkungsort ungebremst fort, verleiht dem Team an der Seitenlinie zusätzlich eine jugendliche, dynamische Erscheinung.

Wäre da nicht die umstrittene Finanzierung des ‚Projekts‘ Leipzig durch Red Bull, hätte RBL das Potenzial zum neuen Kultklub in Deutschland. Aber auch so werden die Vorbehalte der Fußballfreunde im Laufe der kommenden Tagen, Wochen und Jahren sicherlich immer geringer, rückt der beachtliche sportliche Erfolg der Protagonisten doch mehr und mehr in den Vordergrund.

 

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9 Kommentare zu “Auch wenn es schwerfällt: Der sportliche Erfolg von RB Leipzig verdient Respekt!

  • #1
    GMS

    Gerade deshalb wäre es endlich mal an der Zeit dieses wenig intelligente Gerede von "Geld kauft Tore", "Traditionsklub vs Retortenverein" und so weiter endlich in die Tonne zu werfen!
    Um im Fußball erfolgreich zu sein, und dort zu spielen wo es guten Fußball gibt, muss ein Verein Finanzen und Qualität/Zusammensetzung der Spieler im Blick haben.
    Verstanden haben das in der Bundesliga als erstes die Buyern, und sonst nur noch RB und der BVB.
    Der Rest will seine finanzielle Legasthenie vom Staat ausgeglichen haben damit man weiter auf einer Nostalgiewolke an der Realität vorbeisegeln kann und künstlich am Leben (und fern der möglichen Konkurrenz) gehalten wird.

  • #2
    bodoschmidt

    Oh, der nächste Versuch, das Marketing-Vehikel zu normalisieren. Dass in so einen kurzen Text so viel Quatsch passt, der nicht belegt ist, ist schon erstaunlich.

    Die 11Freunde bringen es gut auf den Punkt:

    https://11freunde.de/artikel/lauter-bl%C3%B6dsinn/1408650

  • #3
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @bodoschmidt: Hmmmm. Interessant. Wohl zum ersten Mal hier zu Besuch, oder? In der Vergangenheit warf man mir bei meinen RB Leipzig -Texten nämlich häufiger vor, dass ich den Klub regelmäßig auf üble Art und Weise ‚bashen‘ würde. Nun gut, solange sich die Kritiker da nicht einig sind, ob ich denn nun zu kritisch oder zu sehr pro RB schreibe, kann ich damit ganz gut leben. 😉

  • #4
    Patrick

    Dazu empfehle ich den pointierten Artikel von 11Freunde zu lesen.
    Der Link ist unten.

    Titel und Headline:

    Applaus?
    RB Leipzig steht im Halb­fi­nale der Cham­pions League. Nor­ma­ler­weise müssten wir das begleiten. Doch RB ist kein nor­maler Verein. Auch wenn das viele ver­gessen haben.

    https://11freunde.de/artikel/lauter-blödsinn/1408650

  • #5
    DAVBUB

    @ 2: Wie recht Sie haben. Es ist schon schlimm, wenn ein Traditionsverein zum Marketingvehikel verkommt: Da werden über die emotionale Schiene alle möglichen Unsinnsprodukte an den Fan (die Fanin?) gebracht, gegen teuer Geld natürlich; bundesweit gibt es Fanprodukte des Vereins an der Supermarktkasse. Und die ganzen Möchtegernprolls sind stolz auf ihren Schal, ihr T-Shirt und ihre Zigaretten mit dem Totenkopf. Echte Liebe eben.

  • #6
    Basler

    In Salzburg wurde ihm vorgeworfen, er hätte einen Traditionsklub ausgelöscht. Nun hat er sich also einen Klub in der Fussballwüste Ostdeutschlands gebastelt, den von der fünfthöchsten Spielklasse ins CL Halbfinale gebracht, in 11 Jahren. Das ist eine famose Leistung, denn andere haben mit viel mehr Geld viel weniger, und vor allem nicht so nachhaltiges geschafft.

    Ich verstehe genug von Wirtschaft, um alle beruhigen zu können, das Beispiel wird nicht Schule machen, es bleibt ein Sonderfall. Wirtschaftsunternehmen halten sich ans Kerngeschäft.

    Mir ist ein österreichischer Milliardär lieber als die vielen Ölscheichs. Denn Mateschitz hat das Geld redlich verdient.

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich sympathisiere auch mit Union Berlin. Auch das finde ich cool, ein Klub wo die Fans in freiwilliger Fronarbeit die Tribüne renoviert haben.

    Wir haben freie Marktwirtschaft, und wenn sich da einer einen Fussballklub basteln und nach seinem Produkt benennen möchte, darf er das. Wenn er genug Zuschauer hat, und das hat er, dann bitte sehr. Der Fussball, den er spielen lässt, ist hochattraktiv.

    Nicht jeder muss das gut finden, aber es ist gut, wenn die Militanz allmählich abnimmt. Der Fussball wie die Welt ganz allgemein hat weitaus grössere Probleme, als ein Klub, der nicht allen gefällt.

  • #7
    Berti

    Ich freue mich für RB Leipzig. Diese Region entwickelt sich sehr positiv und ein auch international erfolgreicher Fußballclub ist das Sahnehäubchen. Mit dem Gemeckere von wegen Retortenverein usw. sollte man aufhören. Das ist albern, gehässig und teils infantil. Und ausgerechnet die Anhänger des "Traditionsvereins" Borussia Dortmund Aktiengesellschaft (börsennotiert, kein sonderlich gutes Investment seit dem Börsengang) meinen die Klappe aufreißen zu müssen. Gilt auch für Schalke – wirtschaftlich vom wem, bitte? Na? Aha. Und noch etwas: das Leipziger Stadion ist stets gut gefüllt, die Fans sind zivilisiert. Von gewaltbereiten Ultras und Hooligans hat man nichts gehört. Wenn ich da hingegen an Dortmund, Schalke oder auch Köln denke (man denke auch an die widerlichen Hasstiraden der Fans dieser Vereine gegen Dietmar Hopp von Hoffenheim). Nein, diverse 11 Freunde, kommt mal runter von euern Albernheiten: RB Leipzig ist ein prima Club, erfolgreich und liebenswürdig. Die TSG Hoffenheim finde ich übrigens auch prima. Nette Fans, nur die durchschlagenden Erfolge lassen noch auf sich warten.

  • Pingback: Der FC Bayern München entwickelt sich gerade zum Totengräber des Fußballs | Ruhrbarone

  • #9
    thomas weigle

    Das RB-Bashing habe ich hier von Anfang an nicht gutgefunden und gerne auf die Leipziger Fußballtradition verwiesen. der erste deutsche Meister kam daher,auch nur einer von nur drei EC2-Finalisten der DDR. Das Gezetere über RB habe ich auch deshalb nie verstanden,denn es waren doch die kapitalistischen Strukturen der Nachwendezeit die den Fußball im Osten erst mal flachgelegt haben. Das hat im Westen wenig interessiert.
    Dass es jetzt kapitalistische Strukturen sind, die RBL ermöglichten,ist in meinen Augen daher folgerichtig und sollte Freude darüber aufkommen lassen,dass eine "urzeitliche" deutsche Fußballregion wieder auf die Beine und in die "Treter" gekommen ist.

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