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Augstein: Hey little Reich Boy

Jakob Augstein, Richtschütze bei der Konfettikanone der Demokratie, schreibt gerne frei von der Leber. Eben so, wie ihm der Schnabel um den Silberlöffel im selbigen gewachsen ist Von unserem Gastautor Daniel Fallenstein.

Aus Benjamin Netanjahus Ankündigung, Israel werde die Lage in Syrien genau beobachten, den Finger am Puls behalten und – notfalls – am Abzug, reißt Augstein ohne deutsche Sorgfalt, aber mit historisch bewährter Rohheit ein verdrehtes Zitat:

Israel gibt bekannt, man habe schon den “Finger am Abzugshahn”.

Auf Letters from Rungholt ist ausreichend gewürdigt, wie Jakob Augstein sich in diesem Fall die Welt – man kann es nicht anders sagen – zurechtlügt.

Wer es wissen will, weiss es: Israel hat nichts zu gewinnen, wenn es sich in den syrischen Bürgerkrieg hineinziehen lässt, außer einer ungewissen Verlängerung der relativen Ruhe am Golan. Jede Woche, in der die Feinde Israels außerhalb der Grenzen gebunden sind, ist eine gewonnene Woche für ein Land im Bewusstsein, dass das Geschehene wieder geschehen kann.

Schlächter hin, Dikatator her – wer sich mit Möchtegern-Holocaust-Kopierern herumschlägt, muss für einen so „ruhigen“ Nachbarn dennoch dankbar sein. Assad garantierte lange einen kalten Frieden am Golan.

Wenn Israel sich in Syrien einmischt, wird es schwer an den Folgen tragen. Diesen Folgen ist Netanjahu seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs aus dem Weg gegangen. Nun, da Assad sich in eine Ecke gedrängt auf das gute alte Feindbild besinnt, kann Netanjahu sich nicht wegducken. Er würde sonst einen Raketenhagel auf das Land ermuntern.

Für Israel und besonders seine Nachbarn gilt immer noch, dass Schwäche Gewalt provoziert. Wer in Ruhe gelassen werden will, muss Aggressoren glaubwürdig mit unverhältnismäßig hohem Schaden drohen können.

Doch Jakob Augstein will von dem ganzen Nahen Osten mit seinen Querelen in Wahrheit nichts wissen. Er deutet jedes Ereignis als versäumte Chance auf einen Stuhlkreis und kühlt sein Mütchen bevorzugt am jüdischen Staat, weil die schlimmste Konsequenz Empörung aus dem Zentralrat der Juden ist. In der Regel reicht’s nur für die Wadenbeißerei eines Bloggers.

«Der legitime Erbe der Firma Streicher» ist Jakob Augstein nicht, auch wenn dieser Autor ihn in schwächeren Momenten so bezeichnete. Er ist einfach nur ein hochwohlgeborenes Würstchen, das den Revoluzzer mimt und an jenen sein Mütchen kühlt, die ihm nie ein Haar krümmen werden.

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12 Kommentare zu “Augstein: Hey little Reich Boy

  • #1
    Stefans Groupie

    Die Ruhrbarone finden immer irgendwo Judenhass. Hat jemand von euch den ganzen Text von Augstein gelesen? Scheinbar nicht.

  • #2
    Bioblubb

    @ #1
    Das dachte ich auch. Ich bin wahrlich kein Augstein-Freund, aber diesen Satz herauszureißen ist mindestens ebenso sinnentstellend wie es der Autor hier Augstein vorwirft. Ich frage mich, wie die Kritik an diesem Text ausgefallen wäre, würde ein anderer Name drüber stehen.

  • #3
    Mimi Müller

    Hey, little poor boy,

    nimm doch mal die Kohlenschüppe aus dem Mund. Vielleicht versteht man dich dann besser.

  • #4
    Henk

    Zu Kommentar #1 und #2:
    Ist es denn nicht merkwürdig, in einem Text eine Partei durch Erwähnung im Teasertext prominent und kritisch zu erwähnen, die nun wirklich nicht zur vordersten Front der Beteiligten gehört, sondern die durch die Parteien in Syrien hineingezogen wird?

    Die Unterstützung Teherans für gewalttätige Gruppen wie Hamas und Hisbollah liegt doch auch – anders als Augstein es nahelegt – nicht in der Verantwortung der USA oder Israels, sondern in allererster Linie der des Iran. Läge der erste Schritt zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen den drei Ländern nicht eher in Teheran, indem man diese Unterstützung einstellt?

    Aus meiner Sicht begeht Augstein den häufig anzutreffenden Fehler, an Juden und Christen bzw. an demokratisch legitimierte Regierungen* grundsätzlich andere moralische Anforderungen zu stellen als an die autoritären Regimes der islamischen Welt. Mir erscheint das immer so, als ob man die Menschen in islamisch geprägten Gesellschaften in Schutz nimmt, weil man ihnen weniger zutraut und ihnen ein archaischeres, „primitiveres“ Denken zuschreibt. Die Kritik an Israel und den USA wird dabei zum politischen Gegenstück der Ermahnung an ältere Kinder, gegenüber Kleineren rücksichtsvoll und nachsichtig zu sein, da diese nicht alles Aspekte ihres Handelns überblicken können.

    Nicht nur vor dem Hintergrund, dass wir es bei vielen Mächten der Region mit uralten Hochkulturen mit großen wissenschaftlichen Errungenschaften zu tun haben, halte ich dieses Denken für falsch. Es ist auch ganz grundsätzlich respektlos gegenüber allen Beteiligten.

    * (Ich weiß nicht, ob dieser Denkfehler in erster Linie auf religiösen oder auf politischen Gedankenkonstrukten basiert, deshalb nenne ich beide Kategorien.)

  • #5
    68er

    Stell Dir vor, sie wollen in den Krieg ziehen und keiner macht Propaganda.

    Hier geht es darum, Stimmung zu machen. Die CIA und das Pentagon blasen zum Angriff und eine Menge Journalisten, die es oft gar nicht wissen, gehen ihnen auf den Leim.

    http://www.foxnews.com/politics/2009/02/05/pentagon-spending-billions-pr-sway-world-opinion/

    http://en.wikipedia.org/wiki/CIA_influence_on_public_opinion

  • #6
    Michael Kolb

    Wenn hier in den Kommentaren der Vorwurf kommt, man hätte den Text von Augstein wohl nicht gelesen, dann frage ich mich im Gegenzug, ob sowohl der verlinkte Text, als auch der Text der Jerusalem Post gelesen worden sind, auf den Augstein sich mit seinem „Finger am Abzug“ wohl bezieht. Für mich sieht es so aus, als wäre dies nicht der Fall.

    Man muss einfach die Frage stellen, warum Augstein es unterschlägt, dass Israel zuerst einmal den Finger „am Puls“ hat, warum dieser Finger (versucht) „verantwortungsvoll“ zu sein, bevor man weitere Maßnahmen ergreifen will…

  • #7
    theo

    Michael Kolb u.a.: Die Sache mit dem Abzugshahn ist keine Erfindung von Augstein, das stand schon einen Tag vorher auf SPON zu lesen. Das entbindet Augstein nicht von einer Prüfung der Quellen – aber wenn man ihm das vorwerfen möchte, dann sollte man selbst nicht schlampig arbeiten.

  • #8
    Freidenker

    Nanu, Daniel Fallenstein bei den Ruhrbronen? Das kommt doch sicher nicht gut an. Als Freund der offenen Gesellschaft und Verfechter der Freiheit hat man hier einen schweren Stand…

    btw: Augstein ist ein Antisemit, ein Zwangscharakter, der seine Obsessionen pflegt wie andere Leute ihre Geranien.

  • #9
    Martin Niewendick

    @Freidenker, „Als Freund der offenen Gesellschaft und Verfechter der Freiheit hat man hier einen schweren Stand…“

    Die Aussage kannst du doch sicher belegen.

  • #10
  • #11
  • #12
    Gerd herholz

    Zieht man Häme und Stellenlesen vom Fallenstein-Artikel ab, bleibt nicht viel.
    Bezieht er sich wirklich auf Augsteins Beitrag
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-jakob-augstein-zu-den-gas-angriffen-a-918633.html ? Davon merkt man nix. Er macht, was er Augstein vorwirft: aus dem Zusammenhang reißen.
    Schade, dass die Ruhrbarone hier bashen, statt zu argumentieren.
    Ich habe mal gelernt, dass man die Position des Gegners so fair und komplex wie möglich zu entfalten habe, vor allem dann, wenn man ihn gründlich zu kritisieren beabsichtigt.
    So lernt man vielleicht selbst auch etwas.
    Doch die Sprache Fallensteins scheitert schon bei den einfachsten Sätzen – bevor sie sich dann ganz ins Diffuse verflüchtigt.
    Was meint z.B. ein Satz wie:
    „Wenn Israel sich in Syrien einmischt, wird es schwer an den Folgen tragen. Diesen Folgen ist Netanjahu seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs aus dem Weg gegangen.“
    U.a. stimmt hier nicht, dass die antizipierten Folgen einer antizipierten Einmischung noch nicht eingetreten sein können, Netanjahu ihnen also (noch) nicht aus dem Weg gehen konnte.
    Wahrscheinlich ist gemeint, dass Netanjahu mögliche üble Folgen einer möglichen Einmischung bedacht habe und sich deshalb bisher erst gar nicht einmischte?

    Und am Ende des Beitrags lässt der Autor den Augstein gleich doppelt ein ‚Mütchen kühlen‘ usw. usf.
    Da fehlt es ihm dann auch noch an Schelte-Synonymen.
    Wenn der veröffentlichte Furor die veröffentlichte Kritik als ein Unterscheiden und Argumentieren ersetzt, kommt man wirklich nicht weit.

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