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Aus Ruhrgebiet wird Deppendorf: Baum-Reki mit dem Regionalverband Ruhr

Ein Baum. Er ist schön, hat aber keine Heilenergie, Foto: Stefan Wernli Lizenz: CC BY-SA 2.5

Was ist Reiki? Um es mit einem Wort zu sagen: Unfug. Irgendwie soll Energie übertragen werden und heilen. Keine große Überraschung: Es funktioniert nicht. Wikipedia fasst es knapp zusammen: „Das postulierte Konzept ist aus Sicht der Wissenschaft nicht plausibel. Im Hinblick auf die Heilung von Krankheiten durch Reiki konnte trotz zahlreicher Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen keine gesundheitsbeeinflussende Wirkung belegt werden: In klinischen Studien, mit denen die Wirksamkeit belegt werden sollte, zeigte sich entweder kein positiver Effekt oder es wurden entscheidende methodische Schwächen gefunden.“

Das hält den Regionalverband Ruhr, den Zusammenschluss der Städte des Ruhrgebiets, nicht davon ab,  ein mit Steuergeldern finanziertes Seminar  zum Thema der  obskuren Lehre zu veranstalten:

Zu einem besonderen Seminar lädt der Regionalverband Ruhr (RVR) Naturfreunde am Samstag, 29. Juni, von 10 bis 13 Uhr auf die Bislicher Insel in Xanten ein. Beim Baum-Reki erfahren die Gäste alles Wichtige über die Heilkraft der Bäume. Sie lernen unter der Leitung der Heilpraktikerin Susanne Ewig die verschiedenen Bäume auf allen Ebenen kennen.
Wer möchte, kann sich ein Sitzkissen mitbringen.

Wir sind schon gespannt auf weitere Seminare. Ein schönes Thema wäre doch: „Was soll ich tun, wenn mein Sitzkissen klüger ist als ich?“

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12 Kommentare zu “Aus Ruhrgebiet wird Deppendorf: Baum-Reki mit dem Regionalverband Ruhr

  • #1
  • #2
    Maike Kösters

    Omg…
    Reiki ist kein Unfug… Man muss es nur richtig gelernt haben und dann richtig anwenden. Klar, dass die Wissenschaft das für Blödsinn hält. Ist ja auch etwas, was man weder sehen noch anfassen kann. Man kann es allerdings fühlen. Ich habe es selbst gelernt und würde sagen, dass gewisse Menschen dazu in der Lage sind andere aber auch nicht. Deswegen kann man nicht sagen, daß es allgemein Unfug sei. Vielleicht kann man damit keine schwere Krankheit von heute auf morgen heilen aber aus eigener Erfahrung können nach einer gewissen Zeit, chronische Erkrankungen gelindert werden und nach kurzer Zeit Schmerzen gelindert werden. Ich wette, dass wer das als Unfug sieht, noch nicht einmal so offen war, sich behandeln zu lassen aber so frei darüber zu urteilen… Naja bringt eh nichts was ich hier schreibe… Wollte das nur mal eben los werden!

  • #3
    Nina

    @Maike Kösters: Die Effekte sind dem Placebo zuzuschreiben sowie der Aufmerksamkeit, die ein Mensch erhält-die wird i.d.R. positiv aufgenommen und kann zu einer Herabsetzung des Muskeltonus führen, dies wiederrum führt zu einer Herabsetzung der Schmerzwahrnehmung. Um diese Effekte zu erreichen kann ich auch eine andere, ebenfalls frei erfundene und nicht belegte Methode "anwenden", nenne ich sie mal "Firlefanz". Die sieht so aus: Der Firlefanz-Meister (es gibt versch. Grade) bittet sein Gegenüber, eine bequeme Position einzunehmen und legt dann leere, zusammengefaltete Eier-Kartonagen (wichtig: Die Eier müssen von glücklichen Hennen stammen!) auf die erkrankten Bereiche.
    Reiki ist keine Behandlung. Wer etwas anderes behauptet, betreibt Scharlatanerie.

  • #4
    Martin Kaysh

    Was ich nicht verstehe: Wem soll das helfen, Bruder Baum, Schwester ansonsten-arbeitslose-Reikimeisterin oder Mutter Ruhrpott?
    Und was heißt: Auf allen Ebenen? Müssen Bäume gefällt werden, um die Kraft der Bauumkrone zu spüren? Warum macht man das Seminar dann nicht in diesem Hambacher Forst, die Bäume dort haben doch ganz andere Energie, die Energie der Gewaltfreiheit und so?

  • #5
    Robert Müser

    Ommm,
    ich spüre schon die aktuellen großen spirituellen Kraftzentren, die mich von zwei Seiten des Ruhrgebietes mit aller Gewalt in die Zange nehmen:

    Die große Wolke voller verflüchtigtem Moralin unterschiedlicher Ausprägung aus dem Bereich Dortmund und auf der anderen Seite die massiven Kraftwellen aus diversen Bäumen der Bislicher Insel …

    Eigentlich eine sehr schöne Ecke, die ich schon mehrfach mit dem Rad erkundet habe. Vermutlich habe ich als Banause nur grobmotorische Empfangssynapsen, um die dortigen Energiewellen zu erhalten. Gut das der RVR immer noch eine Möglichkeit hat, dort seine Gelder im Nichts verdampfen zu lassen …

    Ommm!

    … vielleicht finde ich noch irgendwo einb paar Räucherstäbchen, um den lauen Sommerabend auf dem Balkon passend eingenebelt meditierend zu genießen.

  • #6
    abraxasrgb

    Ich hätte nie gedacht, dass „Baumschmuser“ mal staatliche Aufmerksamkeit jenseits der Krankenkasse oder betreuten Lebens bekommen 😉
    O tempora o mores

    Ich gehe jetzt in den Garten und zertrample vor Verzweiflung ein Gänseblümchen #scnr

  • #7
    Kerbel Christina

    Eigentlich ist es völlig überflüssig dies hier zu kommentieren…doch Ihr wisst nicht was Ihr redet/tut…und der Beitrag ist völliger Blödsinn….ich will Euch nur mal dran erinnern, dass vor einigen 1000 Jahren in Wikipedia gestanden hätte: Die Erde ist rund und Jesus ist ein Scharlatan. Warum so beschränkt und kategorisch alles in Schubladen einteilen? Dies Entzieht sich einfach meinem gesunden Menschenverstand…Gottes Wege sind unergründlich…und jeder der etwas anderes behauptet verpasst so vieles.

  • #8
    Helmut Junge

    Ich bin als Junge oft und gerne auf Bäume geklettert und war dabei schneller und waghalsiger als meine Freunde. Ich habe also " die verschiedenen Bäume auf allen Ebenen kennen" gelernt.
    Das hat mir viel Selbstbewußtsein gegeben. Wer nicht hochgeklettert war und unten sitzen geblieben ist, mit oder ohne Sitzkissen, konnte davon natürlich nicht profitieren.
    Der Kursus ist also methodisch vollkommen falsch angelegt.
    Die Bislicher Insel ist aber immer ein guter Ausflugstipp.

  • #9
    Arnold Voss

    @ Kerbel Christina

    Sie sollen auf keinen Fall was verpassen. Deswegen dürfen sie so viele Bäume umarmen wie sie können. Aber bitte nicht mit öffentlicher Förderung.

  • #10
    ke

    @7 K Christina
    Natürlich kann immer alles irgendwann doch entdeckt oder erkannt werden.
    Leider weiß man das in seiner Zeit nicht, und viele Heilverfahren des Mittelalters werden so nicht mehr durchgeführt, obwohl man sich damals sicherlich viel davon versprochen hat.

    Im Bereich des Wohlfühlens/der Heilung habe ich hohe Anforderungen. Viele Menschen sind verzweifelt und tun alles, um Heilung zu finden.

    Im staatlichen Bereich und wenn es um öffentliche Gelder geht, dürfen nur nachgewiesene Verfahren verwendet werden, alles andere ist unverantwortlich. Wenn Heilmitteln nur selten/in großen Abständen von Kassen bezahlt werden, aber gleichzeitig Studienräte ihren Zucker in Form von Globulis finanziert bekommen, habe ich ein massives Problem damit.

    Ich finde die Fälle der Elektrosensibilität spannend. Im Labor konnte kein Nachweis erbracht werden, dass die Menschen erkennen, ob Felder vorhanden sind oder nicht, aber gleichzeitig gibt es Symptome.
    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/feature-elektrosensibilitaet-100.html

    Mal sehen, welche Auswirkungen im Bereich Elektrosensibilität noch alles im Bereich der E-Autos entdeckt werden.

    Die Argumentation:
    – Wird später bewiesen
    – Hat nicht geholfen, weil Fehler bei Anwendung

    Ist mir zu einfach. Da kann ich auch an die Heilkraft des Brillenetuis glauben, das auf meinem Schreibtisch liegt.

  • #11
  • #12
    Kakapo

    Gute Recherche-Arbeit wäre so wünschenswert…. Völlig unabhängig was man von Baum-Reiki halten mag (und niemand hat behauptet, dass es ein wissenschaftlich bewiesene Heilkraft von Bäumen gibt):
    Veranstalterin ist Susanne Ewig, nicht der Regionalverband Ruhr – das RVR NaturForum ist der Veranstaltungsort. Dementsprechend wird für diese Exkursion auch kein Steuergeld eingesetzt. Dies lässt sich übrigens ganz einfach der Homepage des RVR entnehmen… nur so als Hinweis für weitere Artikel

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