
Die letzte Zeche schließt, nach Jahrhunderten geht die Ära des Bergbaus zu Ende. Ruhrbarone-Autoren erzählen in den kommenden Wochen in loser Folge darüber, was sie mit der Welt der Zechen verbindet.
Opa hatte mir immer erzählt, wie heiß es unter Tage ist. Klar, da unten waren sie ja dem Erdkern ziemlich nah. Und wie hart die Arbeit war, davon hat er auch oft gesprochen: „Du liegst auf dem Rücken, über Dir sind hunderte Meter Gestein und vor Dir die Kohle. Und mit dem Bohrhammer holst Du die Kohle dann aus dem Berg.“ Er zeigte dann auf seinen steifen Finger und die vielen dunkelblauen Stellen auf seiner Haut: Kohlenstaub hatte sich in die Wunden gelegt und sie markiert. Aber mehr als einen steifen Finger hat Opa nicht zurückbehalten. Er hatte, wie er immer sagte, Glück gehabt. Andere waren gestorben, hunderte Meter tief in den Schacht gefallen oder von herabfallenden Steinen erschlagen worden. Opa nicht, der kam immer heile aus der Zeche raus.






